Zitat von "Matthias Erb"Aber wo siehst du denn beim Mittelstand, der seit der Finanzkrise oft um die Existenz kämpft, noch großartig was an Spielraum für Lohnerhöhungen drin?
Ganz einfach - Statistik der letzten 15 Jahre.
Wie weit die Unternehmensgewinne in Dtl. gestiegen sind, (und die meisten Arbeitsplätze gibts ja im Mittelstand.)
Und wie weit die Löhne in Dtl. real ! gesunken sind.
Steigende Gewinne + gesunkene Löhne = mehr Spielraum ?
Gewiss mögen einzelne Betriebe um ihre Existenz kämpfen - aber daß ist m.E. längst nicht die Mehrheit.
Daß ist in versch. Branchen ganz unterschiedlich. Manche haben 20 -30 % Umsatzeinbruch, Andere nur 2 % ?
Tatsache ist, daß die hohe Arbeitslosigkeit oft dazu genutzt wird, um die Löhne zu drücken. Also für die gleiche Arbeit weniger Lohn. ggf. bis zu 50 %, oder gar noch weniger.
Auch deswegen habe ich meinen kfm. Beruf, und meine über 20 Jahre als EDV-Fachmann aufgeben müssen.
Tarifverträge schützen nur teilweise. Immer mehr Arbeitgeber treten aus der Tarifbindung aus, z.B. im KFZ-Gewerbe.
Oder es werden "Pseudo"-Tarifverträge eingesetzt, ohne relevante Arbeitnehmer-Vertretung, z.B. oft in der Zeitarbeitsbranche.
Immer öfter: Qualifizierte Fachleute, die auch so arbeiten müssen - aber nur wie Hilfsarbeiter bezahlt werden.
Halbtags-Bürostelle, aber nur für 400,- Euro Minijob. Oder ganz ohne Lohn = "Hartz-4" + 180,- Euro "Mehraufwandsentschädigung".
Stellenmarkt: Eine Bürostelle , aber dafür suchte man ZWEI Teilzeitkräfte gleichzeitig. Wie soll ein Mensch von einem Teilzeit-Gehalt, z.B. 600,- Euro netto leben ?
Oder adaptiert auf VAs: 12 Stunden Arbeit, mit Transport, Auf- und Abbau der Anlage, Bedienung usw. - und der Veranstalter würde Euch dafür 70,- Euro in die Hand drücken ?
5,- Euro pro Stunde, und 10,- Euro als Spritgeld. Falls man mehr als einen Mann dazu brauchte = deren eigenes Problem.
Langzeit-Arbeitslose müssen schier Alles annehmen - egal zu welchem Lohn. Wenn sie sich beschweren, weil so wenig Lohn = runter gedrückt worden,
müssen sie deswegen sogar Sanktionen = Leistungskürzungen befürchten. Ebenso, wenn sie ihren Job wegen wenig Lohn aufgeben.
Wer als Unternehmer "jammert" - dem scheint es gut zu gehen. Aber wem es wirklich schlecht geht, der ist meistens recht still.
So manchem Arbeitgeber scheint es lästig zu sein, überhaupt was für die geleistete Arbeit zu bezahlen ?
So meine persönlichen Erfahrungen.
Ich glaube, die Niederlande und Dänemark haben bereits 25 % MWSt. - wann auch bei uns ?