Hallo Gemeinde ![]()
hab neulich in dem hinterletzten Proberaum ein altes SM 59 gefunden...
Kann mir irgendjmd. was zu dem Mic erzählen? Vorallem wieviel hat es mal gekostet und ist es ein gutes Mic? Wann wurden die etwa gebaut?
Lg David
Hallo Gemeinde ![]()
hab neulich in dem hinterletzten Proberaum ein altes SM 59 gefunden...
Kann mir irgendjmd. was zu dem Mic erzählen? Vorallem wieviel hat es mal gekostet und ist es ein gutes Mic? Wann wurden die etwa gebaut?
Lg David
Wenn ich mich nicht sehr vertue, wurde das damals gerne als "Entertainer" Mikrofon genutzt, also mehr in die Richtung irgendwelcher Shows.
Smooth, sleek styling and lightweight balanced case for excellent appearance and ease of use
Mehr übers SM59:
http://www.coutant.org/shursm59/index.html
Was das damals gekostet hatte, kann ich Dir nicht sagen. Es war preislich über dem SM58 anzusiedeln, aber ich meine nicht allzuviel.
die quelle hatte ich auch schon über google gefunden :wink:
Trotzdem danke ![]()
aber ich dachte es könnte mir evlt. jmd. einen Praxisbericht geben.
Probiers doch einfach aus.
Klang lässt sich immer so schlecht beschreiben...
Ich hab letztens noch eins davon entsorgt .. ähh .. versteigert.
Klanglich fand ich es "sakral"
wenn du diese grottigen ELA-Säulen in Kirchen kennst kannst du das vll irgendwie in Relation bringen.
Ansonsten auch ein recht schwacher Output.
Irgendwo hatte ich auch noch ne Beschreibung gefunden, bei Shure unter Discontinued steht leider nichts :cry:
aber hier ist noch was:
http://www.livesoundint.com/archives/2004/april/retro.pdf
djobi: ahh jetz haste mich ganz schön verunsichert... Ich find das teil irgendwie schön und urst kultig deswegen war ich wirklich schon am überlegen ob ich es zu mein eigen mache und dafür ein sm58 liegen lasse.
mhh muss ich wohl nochmal ne Nacht drüber schlafen
Aber da ich eh kaum noch ein 58er nehm kann ich auch ruhig eins abgeben.
naja, als pluspunkt ist es halt recht linear. Und wenn du keinen hohen output brauchst und es eh irgendwo rumflog ... up to date ist es jedenfalls nicht
Was ist denn nun aus dem guten Stück geworden ?
Schade, dass sich der Threadstarter von damals nicht mehr meldet. :roll:
Ich habe den alten Thread wieder ausgegraben, weil hier frei nach dem alten Zierenbergschen Motto: "Es gibt kaum schlechte Mikrofone aber öfter mal ein Mikrofon am falschen Platz" im europäischen Markt so eine strategische Totgeburt produziert wurde, wie man es dämlicher nicht machen konnte.
Das Mikro wurde 1978 auf den Markt gebracht, also deutlich nach SM57 und SM58, hier nochmal der o.g. link zur coutant Seite: http://www.coutant.org/shursm59/index.html.
Der Entwickler hatte wohl die Aufgabe etliche Eigenschaften gleichzeitig zu optimieren so eine Art "best possible dynamic".
- weitgehende Linearisierung des Frequenzgangs des Tauchspulenwandlers ohne die SM57/SM58 typische Präsenzanhebung vornehmlich durch Dämpfung und das Design des Hochtonresonators.
- milde Reduktion des Naheffekts schon durch die Größe des Einsprechkorbs
- bestmögliche Einhaltung der Richtcharakteristik über den Frequenzgang
- maximale Unterdrückung von Pop- und Körperschall
Das hatte allerdings zur Folge, dass der Wirkungsgrad b.z.w. die für Mikrofone angegebene Empfindlichkeit massiv unter den Abstimmungsmaßnahmen litt, sprich das Ding wurde durch die genannte Optimierung verdammt leise. Das wäre für einen stimmgewaltigen US Entertainer noch machbar gewesen, im europäischen Markt wurde das Teil allerdings für Kirchenbeschallung und Chorabnahme empfohlen ( wer wohl auf diese Idee kam :roll: ) leicht vorstellbar, dass dieses Ding für diese Aufgabe mit den dabei üblichen großen Mikrofonabständen, den Murmel-Usern und den bei Einführung noch zu nahezu 100% üblichen Breitband-Elasäulen selbst bei Rechtsanschlag der 100V Verstärkerchen kaum eine nennenswerte Verbesserung von Lautstärke oder gar Sprachverständlichkeit erzeugte. Kein Wunder also, dass es wieder in der Versenkung verschwand.
Aber:
Ist die Quelle laut genug, kann dieses Ding sogar ganz gewaltig punkten. So habe ich das mal vor einen Gitarrenamp gestellt, einen Trompeter hineinblasen lassen und spasseshalber auch eine Snare damit abgenommen ( die Platzierung dieses Kolbens war zugegebenermaßen nicht ganz einfach
) Was soll ich sagen ? An lauten Quellen macht sich die Arbeit des Entwicklers sehr positiv bemerkbar. Insbesondere ist dabei die von mir so oft geforderte Freiheit am Kanal-EQ also, die Eigenschaft, dass man nicht erst mal den Mikrofonfrequenzgang weg-EQen muß, maximal gegeben. Es wird die Umgebung im Sinne des maximal Machbaren ausgeblendet und auch extreme EQ-Einstellungen sehr gutmütig toleriert. Wer also mal über so ein Teil stolpert: Es macht wirklich Spaß, damit zu experimentieren, so könnte ich mir das Teil als Lösung für den einen oder anderen "Schreihals derr härteren Gangart mit Monitorschwerhörigkeit" vorstellen und das Design ist natürlich ein garantierter Hingucker. ![]()
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