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Layher Gerüstschellen als Tragmittel für Traversen?

  • Hami
  • 10. März 2003 um 16:16
  • Hami
    Profi
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    • 10. März 2003 um 16:16
    • #1

    Hallo!

    Mal wieder eine Frage aus der Kategorie: "Ich glaube nicht, aber ich wüsste gern, wo es steht"...

    Darf man anstatt Alu-Halfcouplern auch mal eine Layher-Gerüstschelle nehmen?

    Es geht um Aufhängung mittels Ringöse.

    Bekannt ist, dass nicht jede Traverse in eine Layher-Schelle passt.

    WICHTIG ist mir die Norm, die mir da weiterhilft, damit bei einer Bauabnahme nix passieren kann.

  • quicktilch
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    52
    • 10. März 2003 um 21:03
    • #2

    Meiner Meinung nach müsstest du das dürfen, das wäre dann ein Tragmittel und darf nur mit einem 12tel belastet werden, da die Hersteller bei nicht-VA spezifischen Teilen 6fache Sicherheit einrechnen, dürftest du das Teil mit 0,5 facher Last benutzen.
    Steht in der BGV C1 drin, Öse und Schelle müssen natürlich genau passen.

  • emsch
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    90
    • 10. März 2003 um 22:38
    • #3

    Bei der Verwendung von Gerüstbauschellen an Traversen auf die größe der Schelle und Traverse achten. Gerüstbauschellen sind für 48 mm Rohre gebaut, die meisten Traversen haben aber 50 mm Rohre, d.h. sie passen NICHT. (Es soll aber Traversen geben, die mit 48 mm Rohr gebaut sind). Weiterer Nachteil der Gerüstschellen: Du brauchst Werkzeug um sie zu montieren. Bei den meisten Halbschellen funktioniert das mit einer Flügelmutter.

  • Hami
    Profi
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    • 11. März 2003 um 10:10
    • #4

    danke emsch, aber eben das war mir ja schon alles klar, wie ich bereits geschrieben habe. dass ich auf die 10 (nicht 12, das gilt doch für Anschlagmittel...?) -fache Sicherheit achten muss, ist ein guter hinweis, aber eben auch naheliegend. Wenn nun noch jemand mit einer Norm anrückt, ist mir sehr geholfen!

    Gruß,

    der Hami


    P.S.: Der Technische Service von Layher gibt für seine Gerüstschellen übrigens eine Sicherheit von 1,6 an!!! Sehr merkwürdige Angabe. Allerdings können die Schellen bei dieser eingerechneten Sicherheit 900kg. Für uns würde also gelten:
    (900kg*1,6):10=144kg
    oder wenn 12 richtig sind:
    (900kg*1,6):12=120kg

  • Hamster
    Beiträge
    223
    • 15. März 2003 um 14:43
    • #5

    Hallo emsch!

    Prolyte zum Beispiel.

    Wenn Du deine Konstruktionen nur mit mit von Hand angezogenen Flügelmuttern baust, möchte ich aber nicht drunterstehen... die Flügelmutter sollte die "normale" Mutter daran hindern, sich zu lockern. Also bitte Schraubenschlüssel mitbringen!

    Christoph

  • quicktilch
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    52
    • 16. März 2003 um 15:19
    • #6

    Hami:

    Wie ich oben schon geschrieben habe, steht es in der BGV C1 drin, da sind Anschlagmittel definiert und auch die Auslastung in Anteilen der rechnerischen Bruchlast gegeben. Hierbei wie gesagt nur ein 12tel

  • emsch
    Beiträge
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    • 17. März 2003 um 22:48
    • #7

    Hamster:
    deine Bedenken gegen Schellen mit Flügelmuttern kann ich nicht teilen. Weder in der BGV C1 noch in den Erläuterungen zur BGV C1 Aufhängungen SP 25.1/2-3 (Herausgeber: VBG, Ausgabe September 2000) ist diesbezüglich etwas zu finden, was diesen Einsatz verbieten würde. Auch habe ich bis jetzt bei keiner mit Flügelmuttern montierten Konstruktion Lockerungserscheinungen festgestellt. Ich rede hier vom Tourneebetrieb (täglicher Auf- und Abbau) und NICHT von einer Festinstallation, wo eventuell erst in einem Jahr im Zuge der jährlichen Überprüfung durch einen Sachkundigen nach den Schellen geschaut wird (oder leider sogar gar nicht :cry: ).
    Eventuell unterscheiden sich aber auch unsere Anwendungsgebiete: Wir arbeiten hauptsächlich mit Cornerblocks für Traversen-Kreuzungen und basteln uns kaum etwas mit Schellen zusammen.

    emsch

  • Markus Verza
    Verifiziert
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    1.756
    • 17. März 2003 um 23:06
    • #8

    @ Hanster: Das die Flügelmutter die normale Mutter sichern soll ist so sicher nicht richtig. Was du meinst ist doch sicher "Kontern". Beim Kontern werden 2 Mutter mit 2 Schraubenschlüssel gegeneinander festgezogen. Hier wir nicht eine Mutter auf die andere gedreht. Das hat keinen Einfluss auf die Festigkeit.

    Wen die Schnelle nur mit der Flügelmutter angezogen wird würde ich mal in Richtung einer lösbaren Verbindung nachdenken. Die darf aber dann nur mit zusätzlicher Sicherung über Publikum sein.

  • emsch
    Beiträge
    90
    • 18. März 2003 um 00:38
    • #9

    Das mit der lösbaren Verbindung ist ein guter Hinweis. Wer kennt da die Unterscheidung? Meines Wissens sind da "normale" Muttern und Flügelmuttern gleichgestellt, nur selbstsichernde zählen als solche und nicht die Art des Anzugs (Hand / Werkzeug). Wer kann mir da näheres sagen

  • audienceblinder
    Beiträge
    420
    • 19. März 2003 um 23:45
    • #10

    Bitte gebt Bescheid wenn ich mich irren sollte...

    Soviel ich weiss, darfst Du keine Layerschelle zur Traversenbefestigung nehmen, da diese nicht formschlüssig ist und somit eine ungünstige Kraftverteilung hat, bei Eisen in Ordnung, bei Alu nicht,
    Du vermackst dadurch die Traverse auch ordentlich

  • Markus Verza
    Verifiziert
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    1.756
    • 20. März 2003 um 00:08
    • #11

    Also "Formschluss, Alu, Stahl" hier geht jetzt aber einiges durcheinander.

    - Formschluss ist z.B. eine Gabelverbindung bei einer Traverse. Hier werden die Kräfte eben durch die Form der Verbindung gehalten. Im Gegensatz dazu eine Schelle die hat einen

    - Kraftschluss hier wird die Kraft durch eine in der Verbindung aufgebaute Kraft gehalten. (Das ist noch etwas ungenau in der Formulierung)

    Gerüstschellen werden auch bei Alugerüsten verwendet. Ich sehe also darin erst mal keinen Grund warum man die bei Traversen nicht benutzen kann. Richtig ist das die Layerschellen durch ihre Riefen die Kraft auf das Gurtrohr der Traverse mehr Punktförmig einbringen. Bei eine Traverse mit 2mm Wandstärke ist das das Ende des runden Rohrs. Meist liegt das aber auch an dem falschen Durchmesser des Gurtrohrs von 50 oder 52mm. Ich benutze die Gerüstschellen schon seit Jahren bei meiner Camco M-Type Traverse (48,3mm x 4mm Rohr) ohne einen Schaden.

    Bei längerem Gebrauch z.B. bei eine Festinstallation ist aber zu berücksichtigen das eine Alu / Zinkverbindung aus Elekro - Chemischer Sicht Problematisch ist. Im Zusammenhang mit Feuchtigkeit führt diese zu einem Materialabtrag bei der Alutraverse. Aber bitte keine Panik das ist erst nach Jahren relevant. Im Mobilen Einsatz kein Problem.

  • tthorsten
    Beiträge
    17.024
    • 20. März 2003 um 08:55
    • #12

    mann kann ja auch doughty halfcopler für 300% mehr geld kaufen.

    so kant neben bei sind die dann auch aus alu und plant geschliffen. sowie mit einem etwas grösseren durch messer als layer oder plettac schellen.

    wie auch immer .

    mir ist noch keine schelle vom Alu rohr abgefault. und das hält nun shcon jahre.

    Lautsprecherentwicklung nach mass
    Ansprechpartner für das Forums MUFU projekt

  • Hamster
    Beiträge
    223
    • 20. März 2003 um 10:49
    • #13

    Hallo zusammen!

    Markus Verza: Yep, kontern meinte ich. Damit hindere ich aber doch die innere= "tragende" Mutter daran, sich loszurappeln und zu verabschieden, oder nicht? Daß sich beide Muttern miteinander völlig synkron lösen, ist doch eher unwahrscheinlich?
    Eine Verschiebung der Schelle auf dem Rohr habe ich damit natürlich nicht verhindert...

    Wo wir gerade dabei sind:
    Einzelrohre sind bei mir größtenteils 50x4 (komme ich besser (billiger) dran als an 48,3; wobei mir gegenüber Händler schon behauptet haben, 48,3 gäbe es überhaupt nicht), von wegen der Knickstbilität und der Kerbwirkung.
    Fällt selbige bei 4mm Wandstärke überhaupt ins Gewicht, da das Rohr ja "nur" gequetscht wird und die Kerbe nicht durch Wegnahme von Material entsteht? Bei letztgenanntem erübrigt sich wohl jede Frage...

    Anderes Phänomen:
    Was mir bei Aluschellen schon, bei Gerüstschellen noch nie passiert ist, daß die Mutter gefressen hat. Die Mutter mußte ich dann ansägen und aufmeißeln...
    Irgendjemand eine Vermutung, wieso das passiert?
    Ich denke:
    Die Gabel einer Aluschelle ist deutlich elastischer und hat einen längeren Hebelarm. Die Mutter kann über das Anziehen hinaus noch mehrere Umdrehungen "angeknallt" werden. Dabei entsteht ein hoher Druck auf die Gewindeflanken. Wenn jetzt über mehrere Umdrehungen beim Schrauben unter diesem Druck sich Abrieb vom Gewinde in selbigem sammelt, verstopft dieser Abrieb das Gewinde und das war´s; man hat eine unlösbare Verbindung :-? .
    Eine Gerüstschelle kann über das Anziehen hinaus vielleicht noch eine halbe Umdrehung, dann ist einfach Schluß.

    Grüße,
    Christoph

  • Fossi
    Beiträge
    2.034
    • 20. März 2003 um 11:41
    • #14

    ähm, ich hab keine Ahnung von solchen Aufbauten, mache sowas auch nicht und will hier niemanden Angreifen, aber habt Ihr schonmal was von vorgeschriebenen Dreh(anzugs)momenten für Schrauben/Muttern gehört?

    Diese stellt (bzw. überprüft) man mittels eines Drehmomentschlüssels ein.
    so gibt es für jede Festigkeitsklasse und Grösse der Gewinde ein vorgeschriebenes Anzugsmoment. (gibt sogar ne Vorschrift nach DIN/VDE)

    Klar das niemand jede einzelne Schraube eines Gerüstes auf den Nm genau anzieht, aber zumindest sollte man im Gefühl haben wieviel man diese festbrummt.

    Zu hohe Anzugsmomente gefärden die Verbindung erheblich!
    Nicht das das Gewinde irgendwann reisst, auch ein überdrehtes Gewinde (muss noch nicht kaputt sein) zeigt Materialermüdung und kann irgendwann urplötzlich kaputt gehen.

    Das die Schraube auf dem Gewinde festbackt ist ein Anzeichen für zu festes Anziehen!


    Gruss Thomas

    blubb.

  • Hamster
    Beiträge
    223
    • 20. März 2003 um 13:30
    • #15

    Selbstverständlich habe ich was davon gehört- ich baue meinen Kram aber normalerweise mit ein paar Helfern auf, die sind ja schließlich auch noch da. Was mich betrifft, so behaupte ich mal frech, ich habe im Gefühl wie fest ich da anziehe -nicht auf den Nm genau, aber anziehen, nochmal dran rucken und gut is'.
    Hast Du ja auch schon gesagt.
    Es geht hier ja nicht um Gerüstbau auf dem Kölner Dom... :D

    Soviele Drehmomentschlüssel wie mir kaputtgemacht/geklaut würden kann ich mir nicht leisten, glaube ich. Der leidige Verleih, da ist die Gerüstschelle willkommen.

    Christoph

  • Fossi
    Beiträge
    2.034
    • 20. März 2003 um 13:46
    • #16

    Falls die Verschraubungen der Aluschellen aus Edelstahl ist,
    die Reibung zwischen den Gewinden basiert auf Fremdschichten aus Gas oder Oxiden. Meist sind da Oxidschichten so das ein festfressen erst bei Beschädigung dieser Schichten eintritt. Die Metalloberflächen von Edelstählen weisen nur dünne Oxidschichten auf. Um bei hohen Belastungen weiterhin eine Schutzschicht gegen Fressen zu gewährleisten, werden deshalb Gleitbeschichtungen aufgetragen.

    Meistens hilft ein wenig Fett (geschadet hat es noch nie, auch bei normalen Schrauben oder radschrauben am Auto (macht nur heute irgendwie keiner mehr)).


    Gruss Thomas

    blubb.

  • Hamster
    Beiträge
    223
    • 21. März 2003 um 10:11
    • #17

    Moin zusammen!

    Gestern abend hab' ich mal versucht mich schlauer zu machen:

    Hami: Die relevante Norm dürfte DIN 4421 (Traggerüste; Berechnung, Konstruktion und Ausführung) sein. DIN 4420 und DIN 4424, letztere existiert aber nur als Entwurf, kämen vielleicht auch in Frage, die hatte ich aber nicht vorliegen.

    Nach DIN 4421 müssen Rohre, die mit Schellen verbunden werden, eine Wandstärke von 3,2mm haben und aus St37 sein. Sollte das Material nicht vor Korrosion geschützt sein, müssen es sogar 4mm sein.
    Bei Gerüsten der Klassen A und AA (was das nun soll, habe ich nicht gefunden) darf über eine Schelle in einen Knoten des statischen Systems eine Last von 6kN übertragen werden. Bei Gerüsten der Klasse B sind es 9kN = ca. 900kg (die hatten wir schon mal).

    Gehen wir in der weiteren Betrachtung von Drehkupplungen aus. Normalkupplungen, wie sie im Gerüstbau verwendung finden, sind aus Alu nicht zu bekommen.

    Im Gerüstbau würde eine Drehkupplung so eingebaut, daß der die Häften verbindende Bolzen auf Abscheren belastet wird.
    Näherungsweise (daß ist jetzt ganz(!) grob bei Belastungen für Schraubverbindungen abgeschaut) kann so ein Bolzen je Scherfuge soviel Last abtragen wie derselbe Bolzen auf Zug.
    Der Bolzen in der Schelle hat einen Durchmesser von 12mm. Eine Schraube M12/4.6 (ich nehme an, der Bolzen in der Schelle ist von höherer Qualität als 4.6, aber egal) kann auf Querkraft etwa 2,nochwas Tonnen und auf Normalkraft (s.o.) ebenso.

    Die Schelle ist kein Seil oder Band, demnach ein "sonstiges Anschlagmittel" und darf nach DA zu §9 BGV C1 mit dem 0,5-fachen der angegebenen Traglast beansprucht werden. Dabei sind die 9kN aus der DIN 4420 die zulässige Belastung des Gerüstknotens und nicht die des Bauteils Schelle. Wenn wir also von 2to Quer- und Normalkraft bei der Schelle ausgehen, wären das x 0,5= 1to. Oder auch nur 900kg, ist ja auch egal, die sollten wohl reichen.

    Zum Thema Kerbwirkung: Diese wird in statischen Berechnungen nur bei dynamischen Belastungen betrachtet und meint, so wie ich das verstanden habe, auch nur Kerben infolge Materialabtrag. Bei genügend großen Wandstärken (St37, 3,2mm...!) sind die Katschen im Material wohl wurscht. Und wenn man was dynamisch belastetes baut, sollte man auch bei Aluschellen vorher mal was rechnen (lassen).
    Kerbwirkung infolge Schweißnaht oder Materialfehler brauchen wir wohl nicht zu betrachten...

    emsch: Ich verwende Schellen, um hier mal eine Leitertruss für eine Leinwand oder dort mal ein Rohr als austeifende Diagonale einzuziehen. Unsere Trusssammlung baut auf verschiedenen Eckenstücken auf statt auf Cornerblocks, das macht die Aussteifungen schnell mal nötig, da diese Ecken i.A. ja nur halb so viel können wie ein Cornerblock (siehe Prolyte Product Book).

    Ist ein Statiker anwesend? Herr Lück vielleicht? :o


    Genug kluggeschissen. :D
    Bis später,

    Christoph

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