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Beleuchtungstechniken

  • niklas schmitt
  • 20. August 2008 um 21:53
  • niklas schmitt
    Beiträge
    44
    • 20. August 2008 um 21:53
    • #1

    Hallo,

    ich hätte da jetzt mal ein paar Fragen so zu den Beleuchtungsbasics!

    Mich würde einfach interessieren woher weiss ich was ich wann einsetze ?(Effektlicht jetzt mal ausgeschlossen mir gehts es um das Richtig in Szene setzen, bzw. Künstler etc richtig gut Sichtbar zu machen neben den Effektlicht)?

    Also Frontllicht ist soweit halbwegs klar nur wann weiss ich wieviel ich von was wann benötige also noch zusätzlich Licht von Oben/Unten/den Seiten oder gar von hinten etc?
    Ich bin auch sehr Dankbar für Literatur hinweise!

    Ich hoffe ich nerve den ein oder anderen "Pro" nicht mit solchen Fragen nur alle anfang ist schwer und wenn will ich es schon gescheit lernen, sonst nützt das eh alles nichts! *gefangener in ner Tonfirma* ;)

    Think Different,be different, make it different

  • databass.ch
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    • 20. August 2008 um 22:14
    • #2

    Um was für eine Veranstaltung geht es dabei?

    Lichtdesign ist meiner Meinung nach eher eine Kunst als eine Wissenschaft. Ich verlass mich da voll auf meine Intuition (und natürlich auch Erfahrung). Mein Tipp: mutig sein! Sachen machen, die man eigentlich nicht macht! Das macht mMn originelles Licht aus.

    Edit: Ach ja - auch wenn dir das nicht viel hilft: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren ;) Es geht nichts über eigene Erfahrungen. Dazu braucht man viel Zeit, plan das ein. Häng einfach mal Front-, Seiten- und Gegenlicht. Spiel an den Reglern rum (während Leute auf der Bühne sind, sonst bringts nicht viel) und beobachte wie sich die Akteure und die Bühne verändern. Probiere herauszufinden, wie das auf dich wirkt.

  • tufkaleho
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    • 20. August 2008 um 23:27
    • #3

    Im Lampentreff hat jemand ein Dokument erarbeitet was sich mit Grundlagen der Lichttechnik beschäftigt.
    Vielleicht ist das ja was für dich ..
    http://www.tensing-ebsdorf.de/licht/

  • niklas schmitt
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    44
    • 20. August 2008 um 23:34
    • #4

    Ja hab ich schon gesehen und gelesen allerdings bin ich über die dort beschrieben Beispiele schon hinaus! ;)
    Und würde eben auch mein Wissen darüber hinaus gerne erweitern!

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  • skyper
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    • 21. August 2008 um 01:20
    • #5

    a) Literatur-Klassiker: Max Keller - Faszination Licht. Geht ziemlich gut auf die Problematik ein, ist aber in weiten Teilen sehr "künstlerisch" und nicht gerade ein Schnäppchen.
    Als Alternative mal versuchen an einen alten Procon-Katalog zu kommen - da war hinten auszugsweise Max Kellers "Faszination Licht" abgedruckt,
    insbesondere eine kleine Bühne mit diversen Lampenpositionen und dem damit zu erzielenden Ergebnis. (zumindest in der Ausgabe 1999/2000)
    dazu nochmal ein Kopf als Beleuchtungsobjekt sowie einige interessante technische Erklärungen. Evtl. hat ja ein Azubi-Kollege Zugriff auf das Ding.

    b) ein paar Basics zur Beleuchtung:
    Licht von vorne macht grundsätzlich hell,
    je steiler, desto weniger Blendung, je flacher, desto weniger Schatten im Gesicht, aber Streulicht/Schatten auf der Rückwand.
    funktionelle Daumengröße für Frontlicht ist so irgendwas zwischen 30 und 60° Einfallswinkel.

    Licht von hinten oben (Spitzlicht) schafft Konturen bzw. Räumlichkeit - die Person hebt sich vom Hintergrund ab.
    Besonders gut macht sich das im Kamerabild - wenn man einen "Heiligenschein" sieht, ist es aber gerade etwas zu viel Spitzlicht,
    die Person scheint an den Rändern zu brennen.
    Spitzlicht ist imho eigentlich immer angebracht, man kann es erfahrungsgemäß so steil leuchten,
    dass auch in der ersten Reihe niemand ernstlich geblendet wird, bei Konzerten kann man darauf natürlich verzichten.

    Frontlicht Schräg von der Seite geleuchtet erlaubt eine gleichmäßigere Ausleuchtung der Person auch von Blickwinkeln außerhalb der Mittelachse der Bühne,
    wenn die Person den Kopf dreht, hat sie nicht sofort das halbe Gesicht im Dunkeln.

    Quer von der Seite geleuchtet (Gassenlicht) erzielt starke Schatten im Gesicht, ist also eher als Effekt einzusetzen,
    für Industrie oder Kamerabild dagegen zu stark oder gar alleine eingesetzt unvorteilhaft.

    Im Theater dagegen kann man so die Bühne in mehrere Ebenen aufteilen, in/aus denen evtl. Akteuere mit einem
    Schritt auftauchen/verschwinden können, oder Personen/Dinge ohne sichtbaren Schattenwurf anleuchten.

    Wenn das Frontlicht zu steil von oben einfällt macht es u.U. Sinn, von unten etwas den "Augenringen" entgegenzuwirken,
    dann sieht auch ein Kamerabild nicht allzu gruselig aus.
    (sieht man z.B. bei großen Open-Air-Bühnen öfters, da hier das Frontlicht nur unwesentlich vor der Bühnenkante hängt,
    und damit sehr steil eintrifft.
    Gerade bei TV-Aufzeichungen hätte man sonst zu wenig Licht an der Bühnenkante für ein brauchbares Bild)

    Licht direkt von vorne ist meistens bei den Akteuren recht unerwünscht, da es extrem blendet. (Es sei denn, es werden Follows eingesetzt - dann ist das aber vorher mit dem Künstler geklärt.)


    c) meine Erfahrungen/Vorlieben sind so grob:

    Podium/Redner/Solisten (also Standard-Industriezeug):
    Einzelne Zonen definieren, die separat geregelt werden können. Fixe Positionen wie Rednerpult eher "eng" leuchten aber ohne harte Ränder,
    Tische/Sitzggruppen eher großzügig leuchten.
    Dazu noch die Möglichkeit offenlassen "überall hell", wenn sich frei auf der Bühne bewegt wird, sowie Seiten/Spitzlicht zur Konturierung.

    Kameraeinsatz:
    "Flächenbrand" - alles was da ist so weich wie möglich, und so gleichmäßig wie möglich.
    Kameras reagieren sehr empfindlich auf Helligkeitsunterschiede, wenn man im Schwenk keine Unregelmäßigkeiten sieht,
    ist das für das bloße Auge besser als nötig.
    Spitzlicht ist hier immer ratsam, wenn angemessen eingesetzt.

    Rock&Roll:
    hier reichen selbst bei größeren Bühnen wenige Stufenlinsen in der Front als Aufheller, der Rest erfolgt dann über die Effekt(Licht)-Hascherei.
    Gerade bei den Mini-Dingern mit 2x 6-er Bar in der Front wirken imho noch zwei Fluter oder Stufenlinsen
    zusätzlich von vorne wahre Wunder, und verhindern allzutiefe "Löcher".

    Theater:
    hier bist Du alleine mit Deiner Kreativität und dem verfügbaren Material gefragt, da kann man wenig Tipps geben.
    Ich persönlich finde (wenn die Truppe das ermöglicht und es zum Stück passt) relativ eng geleuchtete Szenen schöner,
    als den pauschalen "Flächenbrand".
    Ferner kann man alleine mit der Helligkeit zwischen zehn und hundert Prozent Stimmungen von
    abgrundtief traurig bis extrem fröhlich erscheinen lassen - das hängt aber vom Feingefühl und Timing des Pultmannes ab.
    Mit kreativen Ideen und überlegtem Einsatz von Effekten ist imho mehr zu machen als mit purer Materialschlacht.


    d) zum lernen und "abkupfern", insbesondere im Bereich Theater:
    Ziemlich viel Input bekommt man auf Theater- und Kleinkunstfestivals,
    sowie in den kleineren Theatern bei Gastauftritten von Ensembles.
    Die Stadthalle mit dem Hausmeister als Teilzeitlichttechniker und festem Besteck ist dafür evtl. nicht so geeignet,
    da ist oft das Setup "wie seit 20 Jahren"
    Die großen Theater sind sicher immer eine gute Adresse, zu nachexperimentieren aber meist viel zu gut ausgestattet.

    Sehr cool fand ich immer Theater/Kleinkunstfestivals, dafür werden gerne Lokalitäten für vielleicht 100 bis 500 Besucher genutzt.
    Rahmenbedingungen sind eigentlich immer: wenig Zeit, wenig Material, mitreisende Techniker und sehr vielseitiges Programm -
    also für Dich maximaler Input in kurzer Zeit, was man mit überschaubarer Technik machen kann.
    Ähnliches gilt für Schülertheater - da gibt es durchaus hervorragende Aufführungen und vielseitige Festivals, meist auch noch für sehr kleines Geld.

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