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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

Fliesswiderstand von Weichfaserplatten

  • changer
  • 26. September 2008 um 15:34
  • changer
    Beiträge
    161
    • 26. September 2008 um 15:34
    • #1

    Hallo,

    Hat schon mal jemand mit Weichfaserplatten, also so etwas:
    http://infonet.sto.de/prinsassets/as…e_M__042_NF.pdf
    als Fliesswiderstand experimentiert? Und welche Kennzahl wäre für den Fliesswiderstand ausschlaggebend?

    Die Frage kommt von daher:
    Es gibt spezielle Breitbandlautsprecher mit sehr geringer Bautiefe, sagen wir mal, weniger als 20mm. Diese weisen relativ hohes VAS plus hohe Güten auf, es resultiert ein VB geschlossen von 2-4 Litern (pro Chassis), je nach Version.
    Nun habe ich den Gedanken, diese Chassis in einer Schallzeile zu verbauen, die aber statt einem gewöhnlichen Gehäuse nur aus der eigentlichen Schallwand besteht plus einer entsprechenden Lage Weichfaserplatte "hintendran". Eine Membran würde also auf das sehr geringe Volumen (Durchmesser Schallwandausschnitt x Schallwandstärke -/- volume occupied by driver) arbeiten und zusätzlich würde Schall durch die Weichfaserplatte diffundieren. Somit würden einerseits der akustische Kurzschluss und Dipoleffekt vermieden und durch den Fliesswiderstand der Weichfaserplatte das rückwärtige Volumen virtuell vergrössert.

    Der rückwärtige Schall würde auf die "komprimierte" Oberfläche der Weichfaserplatte treffen und durch das Innere der Platte (welches etwas durchlässiger ist als die Oberflächen) an den seitlichen Schnittflächen der Platte entweichen. Comprendo?

    So, und diese virtuelle Vergrösserung des rückwärtigen Volumens würde ich gerne "berechnen" anstelle von langwierigen empirischen Versuchen.
    Ich vermute mal, es käme auf die Dicke der Platte an, auf die Wegstrecke des Schalls bis zum Austreten an den seitlichen Schnittflächen und vermutlich den Wert des Fliesswiderstandes.

    Kann da jemand was Schlaues dazu sagen?

    Grüsse, CHANGER

  • Mechwerkandi
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    7.712
    • 27. September 2008 um 10:07
    • #2

    Die Überlegung ist an sich nicht neu und auch schon, in ähnlicher Form, zumindest früher mal ausgeführt worden.

    Diese Dämmplatten sind IMHO eher ungeeignet, weil sie ja gerade grösstmöglich schalldämmend wirken sollen.

    Es gab in den 60er Jahren Kinolautsprecher von Isophon, zur Montage in Raumecken, bei denen das beschriebeneVerfahren eigesetzt wurde. Die Boxen hatten nur eine feste Schallwand, Boden und Deckel, der Rest war ein Lattengerüst mit etwas Abstand zur Wand.
    Das Lattengerüst waren beidseitig mit feinem Maschendraht verkleidet, in dem Zwischenraum war eine Art Polsterwatte eingebracht.
    Der rückwärtige Schallanteil der Lautsprecher wurde in dieser Konstruktion durch die Dämmung gegen die Wand/Wände abgestrahlt und trat seitlich der eigendlichen Schallwand aus.

    Das Patent funktionierte aber nur bei einer entsprechenden Montage, ich bin mir nicht sicher, ob man damit weiterkommt.

  • FF
    Reaktionen
    105
    Beiträge
    1.868
    • 27. September 2008 um 10:56
    • #3

    Ich denke, dass die angedachten Weichfaserplatten bereits akustisch "zu dicht" sind.

    Edit: Das Folgende muss ich nochmals recherchieren, da habe ich geschlampert - es gibt einen Unterschied zwischen Strömungswiderstand und längenbezogenem Strömungswiderstand; die angegeben Werte also erstmal vergessen :oops:

    Zum Vergleich verschiedene Dämmplatten mit längenbezogenem Strömungswiderstand je nach Anwendungsfall:

    -> für eine Trennwandkonstruktion /abgehängte Decken r' > 5 kPa*s/m
    -> für eine Trittschalldämmung unter Estrichen r' > 50 kPa*s/m

    -> die Holzweichfaserplatte liegt bei r' > 500 kPa*s/m

    Gruß FF

    2 Mal editiert, zuletzt von FF (28. September 2008 um 12:46)

  • changer
    Beiträge
    161
    • 28. September 2008 um 11:15
    • #4

    Vielen Dank schon mal für eure Antworten!
    Hm, kann mich nicht davor verschliessen, dass die Weichfaserplatte für den geplanten Zweck wohl ungeeignet weil zu dicht ist. Werde mich zum Thema „längenbezogener Strömungswiderstand“ im Netz umsehen. Vielleicht komme ich doch noch weiter und finde etwas was einfach und gut ist.

    FF: verrätst du mir Quelle der in deinem Beitrag angegebenen Werte?
    Das könnte ein guter Ausgangspunkt für meine Suche sein.

    Grüsse, CHANGER

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