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Gleichstromanteile und passive DI's

  • bergmann
  • 3. Februar 2009 um 17:12
  • bergmann
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    • 3. Februar 2009 um 17:12
    • #1

    Wird ein Preamp übersteuert, entstehen harmonische Oberschwingungen im 10^1kHz Bereich, sowie Gleichstromanteile im Signal. Die folge für eine PA wäre eine übermäßige Belastung der Hochtöner (und ggf. der Passivweichen). Die Schwingspulen würden langfristig thermisch überbelastet. Hier kann man mit einem steilen LOW-PASS Filter bei Bspw. 20kHz im Controller diese unnötige Belastung eingrenzen. Die Gleichstromanteile werden aber immernoch vorhanden sein. Nun kommt die passive DI ins Spiel:

    Der Trafo in einer DI Box kann nur Wechselspannung übertragen. Gleichstrom wird nich mit übertragen. Wie ist aber das Übertragungsverhalten einer DI-Box bei einem übersteuerten Signal? Werden hier die "schädlichen" Gleichstroanteile einfach nicht mit übertragen? Oder führt die Signalcharakteristik zu einer vollständigen Signalübertragung, in der auch die unerwünschten Gleichstromanteile enthalten sind? Ziel wäre eben diese schädlichen Gleichstromanteile mittels passiver DI-Box vor dem Controller zu eliminieren.

    Ihr werdet euch sicherlich fragen wo dies relevant ist, da ja niemand auf die Idee kommen würde einen Preamp derart zu übersteuern! Aber es gibt leider sehr, sehr dumme Leute! Da hilft die beste Einweisung und jegliches ermahnen nichts. Und ich suche gerade nach einem Weg die PAs möglichst gut vor Fehlbedinungen zu schützen.

    Vorraussetzungen:
    Als Controller kommen hierbei meist Driverack 260er zum Einsatz. Der Limiter wird für die jeweiligen Setups bezüglich der thermischen und mechanischen Grenzen der PA entsprechent eingestellt.
    Ich freue mich auf eue Antworten.

    Gruß,

    bergmann

  • wora
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    • 3. Februar 2009 um 17:29
    • #2

    eine passive Di eliminiert in der tat den gleichspannungsanteil, da, wie du bereits richtig geschrieben hast, über einen übertrager nur wechselspannungen übertragen werden können.

    aber er wird dir beim scharfen begrenzen von signalen oberhalb 20kHz keine grosse hilfe sein, da ein übertrager als hochpass arbeitet. deine überlegung mit dem aktiven tiefpassfilter im controller ist da viel effektiver.

    nächste sache: eine Di-box stellt am ausgang eine mikrofonimpedanz bereit. die meisten Di-boxen machen deshalb eine pegeldämpfung. bei nachgeschaltetem mischpult fällt das nicht weiter ins gewicht, da der gain angepasst werden kann.
    es wäre aber bei deiner anwendung möglich, das deine anlage nicht mehr vollständig ausgesteuert werden kann.
    ich würde hier besser auf lineübertrager mit einem wicklungsverhältnis von 1:1 setzen, denn wenn nicht genug aus der anlage kommt wird der unbekannte bediener eher dazu verleitet, sein mischpult in die verzerrung zu fahren.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • bergmann
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    • 3. Februar 2009 um 18:24
    • #3

    Stimmt! Ein Lineübertrager macht hier definitif mehr Sinn als eine DI-Box!

    Zitat

    aber er wird dir beim scharfen begrenzen von signalen oberhalb 20kHz keine grosse hilfe sein, deine überlegung mit dem aktiven tiefpassfilter im controller ist da viel effektiver.

    Klar, eine DI-Box - repektive ein Lineübertrager - ist dafür ja auch nicht gebaut 8). Oder meinst Du da damit, das der Trafo aus den Oberwellen - die ja auch in einem Frequenzbereich liegen, die auserhalb des gewöhnliche Signalsspektrums liegt - irgendwass böses anstellt und ich mir somit weitere Probleme einfange?

    Im Endergebnis sieht dann der Signalweg, wie folgt aus:

    "verzerrtes" Signal (*1) vom FOH ==> Lineübertrager ==> |Drivererack 260 u.A. mit LOWPASS Filter bei 20kHz| ==> Signal(*2) zu den Ampings.


    Eine weiter Überlegung zum Thema Gleichstomanteile - allerdings beim Limitiren:
    Wenn die Limiter im Driverack stark über dem Treshold angefahren werden, kommen da irgendwann auch wieder Gleichstromkomponenten ins Spiel, da das Signal über dem Treshold abgeschnitten wird. Man könnte nun das Knee (bzw. den OverEasy) etwas größer machen und einen Kompressor mit großem Knee und hohem Ratio vor den Limiter Schalten. Soweit meine Überlegung. Daraus folgt:

    "verzerrtes" Signal (*1) vom FOH ==> Lineübertrager ==> |Drivererack 260: Compressor--> Crossover u.A. mit LOWPASS Filter bei 20kHz --> Limiter| ==> Signal(*2) zu den Ampings.

    Jetzt müsste doch das Signal (*2) so aussehen, dass man es ohne große Bedenken auf die PA loslassen kann. Wenn nun Alles richtig angeschlossen ist, kann doch eine Fehlbedinung seitens eines FOH-Manns bzw. eines DJs keine Komponenten der PA zerstören. Oder spricht da etwas gegen diese Theorie?

    EDIT: Was haltet Ihr hiervon: http://www.cordial-gmbh.de/media/upload/c…adapter/CLT.pdf

  • wora
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    • 3. Februar 2009 um 21:57
    • #4
    Zitat von "bergmann"

    Stimmt! Ein Lineübertrager macht hier definitif mehr Sinn als eine DI-Box!


    ...Oder meinst Du da damit, das der Trafo aus den Oberwellen - die ja auch in einem Frequenzbereich liegen, die auserhalb des gewöhnliche Signalsspektrums liegt - irgendwass böses anstellt und ich mir somit weitere Probleme einfange?...


    nein, ein ÜB ist halt nur nicht der von dir gewünschte lopass bei 20kHz, er lässt also höhere frequenzen durchaus zu. so war das gemeint.

    man könnte zur vermeidung von gleichspannungen auch einen ÜB je controller-ausgang einsetzen, dann wären definitiv alle gleichspannungen zum verstärker eliminiert.

    aber eine frage hab ich noch:
    so wie sich das anhört möchtest du ein idiotensicheres system haben, das keiner überfahren kann... nun, die erfahrung zeigt: wenn man will, bekommt man alles kaputt! ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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    • 3. Februar 2009 um 22:27
    • #5

    Also ich denke, so oder so wird sich kein DC-Offset lange im Signal halten können. Eher früher als später wird er von einem Koppelkondesator gefiltert. Der einzige gefährliche DC-Offset ist der, der vom Verstärker erzeugt wird. Denn zwischen Amp und Lautsprecher sitzt kein Kondensator mehr (zumindest bei aktiv getrennten Systemen, bei passiven hat man je nach weg noch die Frequenzweiche)!

  • wora
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    • 3. Februar 2009 um 22:38
    • #6

    bei einem ordentlichen verstärker sollte sich doch auch ein koppel-C im eingang befinden, oder nicht?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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    • 3. Februar 2009 um 22:56
    • #7

    Hab leider gerade kein Schema zur Hand. Meines Wissens gibts DC-gekoppelte Verstärker nur im High-End-HiFi-Bereich.

    Übrigens ist mir noch eingefallen: DC und Transformatoren verträgt sich auch nicht besonders. Der Übertrager gerät bei DC in die Sättigung. Wie und wie stark sich das genau auswirkt kann ich nicht sagen (hab das nicht mehr so genau im Kopf).

  • wora
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    • 3. Februar 2009 um 23:04
    • #8

    na ja, ich denke nicht das die DC anteile bei clipping sooo einsetig sind das die polarität nur in eine richtung verschoben wird. das würde ja für allergrössten schaltungsmurks sprechen...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • bergmann
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    • 4. Februar 2009 um 01:05
    • #9
    Zitat

    aber eine frage hab ich noch:
    so wie sich das anhört möchtest du ein idiotensicheres system haben, das keiner überfahren kann... nun, die erfahrung zeigt: wenn man will, bekommt man alles kaputt!

    Damit hast du leider recht. Zumindest zeigt das die Praxis. Mein anliegen ist es komplette Systeme so in den DryHire zu geben, dass Diese ein möglichst geringes Maß an Fehlbedinbarkeit aufweisen. Wie iunter folgenden Link ausführlich Diskutiert wird, nützt es auch oft leider nichts die Kunden - respektive die "Bediener" - richtig einzuweisen und aufzuklären:

    http://www.pa-forum.de/phpBB/viewtopic.php?f=44&t=46640&sid=8bd32b66974d1eb13132df6fb70a10cb

    Ich habe eine Festinstalation in einem Club, die seit kanpp 2 Jahren ohne Beschwerden läuft. Zwei mal in naher Verganganheit wurden dort Technoparties mit Internantionalen Gast DJs veranstaltet. Leider wurden auf diesen Veranstlatungen - zu denen die DJs teilweise ihr eigenes Pult mitbringen (und auch vermutlich hoffnungslos übersteuern) - die HT Treiber und die Passivweiche geröstet. Ich möchte dem, so weit dies möglich ist, entgegenwirken.

    Zitat

    ich denke nicht das die DC anteile bei clipping sooo einsetig sind das die polarität nur in eine richtung verschoben wird

    .

    Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Ich finde die Idee mit dem Übertrager in den LS-Wegen garnicht so verkehrt. Bie ELA Anlagen wird das ja schließlich auch so gemacht. Unaghängig davon, ob das in meiner Situation Praxisnah ist, ist das doch ein recht interessanter Gedanke.

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