Natürlich muß man differenzieren. Während eines 10 – Minuten Changeovers, bei dem nach 8:30 die ersten Signale in Form von Steckknacksern einlaufen bin ich auch ganz froh, wenn ich mit dem gespeicherten Ergebnis eines der letzten, weil einigermaßen gut gelungenen Gigs anfangen kann statt bei Null. Vorausgesetzt, die Bühnenpatchcrew steckt auch wirklich fehlerfrei exakt nach Kanalliste und nicht ab ‚Snare Bottom‘ alles um 2 Kanäle versetzt, weil’s die Festivalbelegung so vorsieht – das kann dann nämlich erst recht ziemlich doof werden.
Allerdings ist das Bequemlichkeitsphänomen keine Erfindung des Digitalzeitalters. Schon zu analogseligen Zeiten pausenloser 1 – 2 Trailer Vollproduktionen war es verführerisch, im Rahmen des stets alsbald einziehenden allgemeinen Tourschlendrians am nächsten Tag lediglich die Fader zu nullen und ansonsten bis auf den Master EQ erst mal nichts weiter anzufassen. ‚Stimmt ja noch alles‘, vom Vortag.
Ideal war das schon damals ganz und gar nicht. In der Zeit habe ich wesentlich mehr beim gelegentlichen Mischen auf genullten (oder kaputten) Fremdanlagen gelernt als beim ständig wiederholten Arbeiten mit dem eigenen Equipment. Und mir, nachdem ich das irgendwann mal kapiert hatte, schließlich angewöhnt, wann immer möglich von ‚Null‘ aus neu anzufangen.
Durch die Einführung der Speicherfähigkeit sinken Notwendigkeiten und Hemmschwellen in diesem Bereich ein gehöriges Stück nach unten. Wozu mischen? Es gibt doch Presets! Werden wir auf diesem Weg irgendwann zum Abnickaugust per Entertaste?
Deshalb unterstütze ich Simons Forderung aus vollem Herzen :D. Dieses Setting vernichtet sich nach dem Gig selbständig. Cobra, übernehmen Sie!
Mit freundlichem Gruß
BillBo