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Fragen zu XLR und Übergang symmetr->unsymmetrisch

  • Didy
  • 27. März 2003 um 21:18
  • Didy
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    4
    Beiträge
    586
    • 27. März 2003 um 21:18
    • #1

    Hi,

    ich hab da ein paar technische Grundsatzfragen die mir noch nicht gänzlich klar sind...

    Zu XLR-Kabeln: Kürzlich hab ich in einem Mikrokabeltest irgendeiner Zeitschrift gelesen, bei den Kupplungen sei eine Brücke zwischen GND (1) und Steckergehäuse ratsam, bei den Steckern hingegen sei dies eher schlecht als gut. Nach etwas überlegen wieso bin ich zu folgender Theorie gekommen:
    An der Kupplung ist dies zur Erdung der Schirmung des Steckers, da die Mikrooberfläche meist nicht leitfähig ist (das Mirkogehäuse dürfte ja durch Pin1 geerdet sein oder? Hab grad keins da zum nachmessen, geh mal davon aus)
    Am Stecker wird das Steckergehäuse über das Gehäuse des Gerätes (wohl zumeist Mischpult) geerdet; eine Brücke im Stecker würde die Sternförmige Masseführung zunichtemachen.

    Frage 1: Lieg ich mit diesen Überlegungen soweit richtig?
    Frage 2: Und wie sieht das dann aus wenn ich so ein Kabel mit Brücke in der Kupplung für XLR-Line nehm z.B. von Pult zu Endstufe, da hätte ich ja den gleichen Effekt daß ich die Sternmasse zunichtemache? Oder unterscheiden die Profis da zwischen XLR-LIne und XLR-Mirko-Kabel???

    Okay zum Übergang Symmetrisch-Unsymmetrisch.

    Von unsymmetrischen Ausgang auf Symmetrischen Eingang ist ja relativ klar: GND und Cold brücken, es sei denn es brummt. (Wenn z.B. das unsymm. Gerät nicht geerdet ist ist ja die Brücke besser). Oder gibt es da was "übliches"?

    Aber von Symmetrischem Ausgang auf unsymmetrischen eingang. Klar, Hot auf Signal.
    Bei Trafosymmetriertem Ausgang auch klar, COLD auf die unsymm. Masse, Brücke GND/COLD am XLR nach belieben/bedarf. (bei Brumm eben nicht) - oder wie ist das, ist die Brücke eher üblich oder eher nicht?

    Aber wie ist das bei elektronisch symmetrierten Ausgängen??? Das lässt mich noch ein wenig rätseln....
    Wie funktioniert das bei elektronisch symmetriert überhaupt? Liegt da an HOT gegen GND die halbe Amplitude des gesamten Signales und an COLD gegen GND die halbe Aplitude invertiert? Weil sonst hätte ich ja zwischen HOT und COLD die doppelte Amplitude des unsymmetrischen Signales?

    Schönen Gruß
    Didi

  • tufkajck
    Profi
    Beiträge
    3.334
    • 31. März 2003 um 16:53
    • #2

    Haste auch.

  • Didy
    Reaktionen
    4
    Beiträge
    586
    • 31. März 2003 um 23:15
    • #3
    Zitat von "Jack"

    Haste auch.


    Äh ich denke du beziehst dich auf den Doppelten Pegel bei elektronischer Symmetrierung?
    D.h. ich habe bei elektronisch symmetriertem XLR-Ausgang - wenn intern auf 0dB gepegelt - den doppelten Pegel (also 3dB mehr) als bei einem auf 0dB gepegelten Gerät mit Übertragerausgang? Oder sind dann (was ich logisch fände) die internen Pegel entsprechend angepasst daß extern 0dB 0dB sind?

    Zu meinen sonstigen Fragen möchte niemand was sagen? Ich weiß ist viel und teilweise etwas konfus geschrieben.... Aber ich bin überzeugt irgendwann wussten auch die Profis das noch nicht und wollten es wissen...

    Schönen Gruß
    Didi

  • AmpChamp
    Beiträge
    461
    • 1. April 2003 um 09:18
    • #4

    Hi,
    das Problem ist, dass man das nicht so eindeutig beantworten kann. Zum Thema anderer Pegel bei asymmetrischer Beschaltung: es gibt elektronische Schaltungen, die kompensieren den Pegelabfall, wenn du die eine der beiden Signalleitungen an Masse brückst durch einen höheren Verstärkungsfaktor (einfach gesprochen: die Elektronik "merkt", ob ein Eingang oder Masse dran hängt). Bei einer solchen Schaltung ist pegelmäßig kein Unterschied zwischen asymmetrich und symmetrisch, ebenso bei trafosymmetrierten Ausgängen (außer sie haben einen Mittelabgriff, der an Masse liegt. Also auch hier wieder nicht eindeutig). Andere Schaltungen kompensieren das nicht, da hast du dann 3dB mehr Pegel bei symmetrischem Abgriff. Nur: woher will man wissen, welche Schaltung jetzt gerade bei einem Gerät eingebaut ist? Da kommst du nur mit Messen oder mit einem Schaltplan drauf.
    Zum Thema Abschirmung/Masseführung wurden schon bändeweise Bücher geschrieben und Diskussionen geführt, die z.T. ins elektrosoterische abrutschen. Von daher auch hier keine klare Antwort! Das Grundproblem ist, daß die Abschirmung mehrere Aufgaben erfüllen muss: Gegenpol bei asymmetrischen Kabeln, Weitergabe der Betriebsmasse wg. Potentialdefinition, z.T. Weitergabe der Schutzerde (!!! sehr gefährlich, imho), Schutz vor hochfrequenten Einstrahlungen, gewollte Querkapazität bei Instrumentenkabeln, etc.... Am allerbesten wäre es, wenn jedes Gerät potentialgetrennte, also mit Übertragern versehene Ein- und Ausgänge hätte. Dann könnte man bei allen Kabeln den Schirm (also das Geflecht um die Signalkabel) mit den Gehäusen der Geräte verbinden und auch alle Geräte erden. Das wäre das Optimum an Betriebssicherheit und Störeinstrahlfestigkeit. Leider auch die teuerste, nicht immer zu realisierende und klangmäßig vielleicht auch nicht die beste Lösung (wirklich gute Übertrager sind schwierig zu bauen und deswegen entsprechend teuer). Da dies bei praktisch keiner Anlage realisierbar ist, bleiben nur suboptimale Lösungen. IMHO wäre es dann noch am besten, verschiedene Kabel zu verwenden (also welche mit gar keiner Brücke zum Gehäuse und welche mit Brücke auf einer Seite), bin mir aber auch im Klaren, daß das im Bühnenalltag nicht praktikabel ist (erklär mal einer Stagehand, welches Kabel er für welchen Zweck nehmen muß und warum). Deswegen würde ich in keinem Kabel eine Brücke zum Gehäuse machen, sondern eher auf konsequent symmetrische Kabelführung und Erdung aller Komponenten/Geräte achten. Wenn es dann doch eine Erdschleife geben sollte, sollte sich das durch Ground-Lift-Schalter beheben lassen, im Notfall ein Kabel herstellen, bei dem auf der einen Seite (am besten im Stecker) der Schirm nirgends (!!) angeschlossen ist. Dann aber bitte diese Kabel kennzeichnen und auch nur an dieser Stelle einsetzen. Und NIE, NIE, NIE (in Worten: NIE) den Schutzleiter abkleben!
    Hoffe, ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben!
    CU,
    AmpChamp.

    Bunt ist das Dasein und granatenstark
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