Variable D, marketing als Tod des engineering ?
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… und darfst KEIN einziges stendard/Rider Mikrofon nutzen! 😊
Das fällt mir garnicht schwer! …. Ob Billbo es dann auch schafft, passend von seinen (Misch-)Gewohnheiten abzuweichen???
… und dann wären da noch NEUIGKEITEN!
WARM Audio bringt jetzt eine Replik des legendären AKG D19 raus. Das war eines von zwei VariableD Mikros, die AKG in den 60ern produziert hat. Im Datenblatt des Originals sieht man, dass die Rückwärtsdämpfung nicht ganz so perfekt aussieht wie bei RE10/RE15 und es eine leichte Präsenzanhebung gibt. Da WARM Audio sonst sehr nah am jeweiligen Original liefert, lohnt es sich bestimmt, das mal zu testen, da man gut erhaltene RE10/15 Exemplare nur noch zu horrenden Preisen bekommt. Die Originale der D19 sind als 'Beatles-Mikro', wenn sie überhaupt noch funktionieren, ebenfalls überteuert oder teildefekt. Da AKG nicht gerade den Orden für 'durability' verdient hat, hätte ich, trotz meiner Liebe zu der alten VariableD Technik, nie in so eine Risikoantiquität investiert aber wenn es das jetzt als guten Nachbau neu gibt, werde ich mir das auf jeden Fall gönnen.

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So ich habe jetzt mal mit viel Muße das WA-19 mit EV RE10/15 verglichen:
Erst mal kleine allgemeine Betrachtung zu dynamischen Mikrofonen.
Es gibt kein von uns benutztes dynamisches Mikro, welches wirklich linear ist! Auch ein M88, M201, RE20 oder MD441, welche alle zumindest mal “extended range” sind, also einen zu Bässen und Höhen durch ihre Abstimmung einen gegenüber preiswerten Modellen erweiterten Frequenzgang haben, sind bei weitem nicht linear sondern haben positiv ausgedrückt Charakter. Wenn ich daher im Folgenden von “linearer als” spreche, bitte ich mir das zu verzeihen, denn eigentlich geht es um Charakter und das mögen wir ja auch an unseren dynamischen Mikros.

Was mir spontan gut gefällt, ist, dass das WA-19 geradezu zierlich ist also noch kleiner als die RE10/15. Die RE10/15 sind ganz klar linearer als das WA-19, was bedeutet, dass das WA-19 eine deutliche Präsenzanhebung aufweist, was dem originalen D19 entspricht und das Mikro eher zu einem Gesangsmikro macht. Dabei klingt das tatsächlich so ein bisschen nach alten Beatles Aufnahmen aber wer das als Gesangsmikro nutzen möchte, ist gut beraten, einen zusätzlichen Popschutz zu benutzen. Popgeräusche sind zwar gut durch das VariableD Design unterdrückt und man kann zusätzlich den akustischen Hochpassfilter nutzen aber der Nachbau des originalen doppelten D19 Drahtgeflechtkorbes ist kein ausreichender Feuchtigkeitsschutz für den Motor also die Membran/Spuleneinheit. Den Verzicht auf internen Schaumstoff halte ich aber eher für einen Vorteil, wenn ich an die klebrige oder bröselige Masse denke, die man beim Restaurieren mancher Klassiker mühsam zu entfernen hat.

Um das Mikro dem Charakter der RE10/15 anzunähern, habe ich diesen
Eingriff vorgenommen. Man sieht, dass die Linearisierung der Präsenzanhebung mit einem einfachen breiten Filter gelingt, was bei einen SM57 nicht funktioniert.
Das 'WA-19 VariableD' macht wie bei den Artgenossen von EV eine exzellente Rückwärtsdämpfung, welche das Mikro zu einem Werkzeug für laute Bühnen macht. Ich halte es für interessant für E-Gitarre und Bläser mit deutlicher Absenkung der Präsenzanhebung und für Snare, Percussion und Vocals mit der Präsenzanhebung wie sie ist.
Ich mag seinen Charakter.
Das bretterne, linearere der alten EV Mikros wie auch dem 666, 660 und PL6, was ich für Single Coil Strat-Sounds so liebe, kriegt man mit Eingriffen wie oben gezeigt, sehr schön hin.Auf jeden Fall ist Stand heute das WA-19 eine bezahlbare neue Alternative zu den historischen Modellen ohne das Risiko, eine Beinahe-Leiche eines alten D19 zu erwerben.
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