Moin,
ich vermute auch, daß die hörphysiologische Erklärung dahinter Parallelen zur Erklärung des Haas-Effekts hat. Ich denke es ist unverfänglicher unter dem Stichwort "(erste) Wellenfront" einzuordnen. Ich fand es jedenfalls beachtlich wie leicht sich das Gehör (mein Gehör?, probiert selbst
) mit einer sauberen Wellenfront betören lässt, und wie sehr später eintreffende Schallinformationen in der Aufmerksamkeit zurücktreten... und daß selbst leiser Trash sehr auffällig wird, wenn er auch nur ein bisschen zu früh kommt. Dieses "zu früh" setzt sich womöglich auch noch störend in der Raumantwort fort.
Die nach meinem subjektiven Empfinden bisher beste Anlage unter meinen Regelfingern bestand aus 3 Martinbins (115) und 2 twisted übereinander gestellten 402-Tops, je Seite. Eine unglaublich mächtige Bassdrum - deutlich hörbare Anschlagdynamik, krasse Toms, drängende Snare, scharfer E- Bass, klarer Grundton, volle drückende Gitarre, klarer Gesang... geil, ohne Bassloch, weder dynamisch noch statisch. Wenn ich die Wahl habe verzichte ich auf 40-0Hz und wähle Bass, aber PAs die Bass können sind selten, und PAs die ohne Dynamiklücke in die Mitten übergehen sind ausgestorben. (CB18/SD12 kanns natürlich
). Konzeptionell ähnelte diese Anlage etwas einer kompletten Martin Modular, auch 12" auf kurzem kleinem Horn...
Der heute übliche Bassdrumsound hat live nichts mit der Trommel an sich zu tun, es ist immer die Bassbox die man hört, ohne Anschlagdynamik, Impuls zerfetzt - tot...
Diese Vintageanlagen haben den Nachteil immer größer zu sein als eine HK-Lukas, sobald man aber in die Größenordnung einer vollständigen Martin-Modular kommt (2*4 Bins) relativiert sich der Truckspace im vergleich zu modernem Material.
Viele Grüße, Bernd