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DI-Box, aber welche?

  • Schwingspule
  • 8. September 2011 um 20:00
  • derautor
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    • 10. Dezember 2013 um 22:10
    • #41
    Zitat

    Hintergrund: Ich wollte einen Rechner statt eines (teuren - sonst müsste ich selbst bauen) Line-Übertragers einfach über eine passive Palmer PAN 01 schicken (dachte, das wäre eine übliche Lösung), aber bei der Zusammenführung des Stereosignals auf Mono über den Link-Out (der ist ja auch nur parallel dran, außer dass er durch die Input-Buchse geschalten wird), war die Box überfahren (so klang es jedenfalls) und der Pegel generell natürlich dürftig. Auf den kommt's mir aber an. Mit meiner aktiven Behringer GI100 ist das alles unproblematisch gewesen und der Pegel 20 dB höher.

    Überfahren und Pegel dürftig geht irgendwie nicht zusammen. Vielleicht ist die PAN 01 einfach nur defekt?

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • Duplicate Sëbastian
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    • 10. Dezember 2013 um 22:14
    • #42
    Zitat von "derautor"

    Überfahren und Pegel dürftig geht irgendwie nicht zusammen. Vielleicht ist die PAN 01 einfach nur defekt?

    Das hab ich auch schon überlegt. Kurz: Ich weiß es nicht – nur dass es absolute Neuware ist. Aber logisch wär's.

    Überfahren: Wo eigentlich? Den Übertrager selbst? Mehr ist ja nicht drin. Dürftig wegen des Übersetzungsverhältnisses. Muss gestehen, dass ich mich mit Übertragern nicht so gut auskenne, also was bei hohem und niedrigen Eingangspegel passiert. Sättigung und so. Ich weiß nur, dass das Übersetzungsverhältnis die Schuld hat, dass der Pegel abnimmt. Und die 20 dB Abnahme dürften hinkommen und gleichen der 20 dB-Absenkung meiner anderen Box. Und es klang bei genauem Hinhören einfach kratschig – wie übersteuert.

    Im Grunde bräuchte ich einfach so etwas, oder?: http://www.jensen-transformers.com/as/as078.pdf
    Kann ich dafür jeden 1:1 Audio-Übertrager nehmen wie den Neutrik NTE1 NF (200/200 Ohm) oder den Monacor LTR-110 (600/600 Ohm bzw. kann der auch 600/300 Ohm)? Ist die Impedanz egal, also Hauptsache 1:1, oder muss ich noch etwas anpassen?

  • derautor
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    • 10. Dezember 2013 um 23:24
    • #43
    Zitat

    Und es klang bei genauem Hinhören einfach kratschig – wie übersteuert.

    Oder klang es einfach nur dünn, wie gegenphasig ausgelöscht? Könnte dann auch am Kabel zwischen Rechner und Palmer liegen. Oder einer der Klinkenstecker war nicht richtig drin :oops: ?

    Normalerweise funktioniert der Trick mit dem Mono-Summieren über den Link-Out mit jeder DI-Box, deren Buchsen direkt parallel geschaltet sind. Längswiderstände (4k7) sind kein Fehler, müssen aber nicht zwingend sein (ohne Gewähr, mir ist aber noch nie ein Gerät deswegen ausgestiegen). Kopfhörer-taugliche Ausgänge von Laptops ectpp. verfügen üblicherweise bereits über interne Längswiderstände, um die Ausgangsverstärker gegen Kurzschluss (z.B. bei defektem Kopfhörerkabel) abzusichern.

    Übertrager von (passiven) DI-Boxen haben üblicherweise eine Übersetzung von 10:1, d.h. die Signalspannung wird um den Faktor 10 heruntertransformiert, während die Impedanz gar um den Faktor 100 (ü^2) niederohmiger wird. Und nur das ist das Entscheidende, nämlich eine hochohmige Signalquelle (z.B. direkt angeschlossener, passiver E-Bass) niederohmiger zu machen, damit deren Signal weniger störanfällig durch das bisweilen lange Multicore zum Pult gelangt.
    Aktive niederohmige Quellen wie Laptop benötigen das im Allgemeinen nicht, hier genügt auch schon ein 1:1-Linetrafo (praktischerweise mit Klinke/XLR-Kombibuchse eingangsseitig), der Pegel und Impedanz unangetastet lässt und lediglich für Symmetrierung sorgt.

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • Duplicate Sëbastian
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    • 11. Dezember 2013 um 00:09
    • #44
    Zitat von "derautor"


    Oder klang es einfach nur dünn, wie gegenphasig ausgelöscht? Könnte dann auch am Kabel zwischen Rechner und Palmer liegen. Oder einer der Klinkenstecker war nicht richtig drin :oops: ?


    Nein, nichts von alledem. Wie gesagt, mit der GI100 im direkten Austausch (selbe Quelle, selbe Kabel) gab es keine Probleme (außer dass ich feststellen musste, dass die GI100 selbst die Phase dreht, aber das ist ein anderes Thema).


    Zitat von "derautor"

    Normalerweise funktioniert der Trick mit dem Mono-Summieren über den Link-Out mit jeder DI-Box, deren Buchsen direkt parallel geschaltet sind. Längswiderstände (4k7) sind kein Fehler, müssen aber nicht zwingend sein (ohne Gewähr, mir ist aber noch nie ein Gerät deswegen ausgestiegen). Kopfhörer-taugliche Ausgänge von Laptops ectpp. verfügen üblicherweise bereits über interne Längswiderstände, um die Ausgangsverstärker gegen Kurzschluss (z.B. bei defektem Kopfhörerkabel) abzusichern.


    Spitze. Vielen Dank für die Info!
    Ich hab jetzt übrigens vor, mir einfach ein Ministereoklinke-auf-Monoklinke-Kabel mit zwei Widerständen im Klinkengehäuse zu bauen. Dann gibt's keine Verwechselungsgefahr. OK, die Stereo-auf-Mono-Geschichte wäre damit geklärt.


    Zitat von "derautor"

    Übertrager von (passiven) DI-Boxen haben üblicherweise eine Übersetzung von 10:1, d.h. die Signalspannung wird um den Faktor 10 heruntertransformiert,


    Und das sind dann, wenn ich mich nicht täusche, die fehlenden 20 dB. Aber gerade das ist doch unschön. Salopp gesagt haben Störeinflüsse dann auch die zehnfache Chance, hörbar zu werden. Ist das den Anwendern passiver DIs einfach nicht so wichtig?


    Zitat von "derautor"

    während die Impedanz gar um den Faktor 100 (ü^2) niederohmiger wird. Und nur das ist das Entscheidende, nämlich eine hochohmige Signalquelle (z.B. direkt angeschlossener, passiver E-Bass) niederohmiger zu machen, damit deren Signal weniger störanfällig durch das bisweilen lange Multicore zum Pult gelangt.
    Aktive niederohmige Quellen wie Laptop benötigen das im Allgemeinen nicht, hier genügt auch schon ein 1:1-Linetrafo (praktischerweise mit Klinke/XLR-Kombibuchse eingangsseitig), der Pegel und Impedanz unangetastet lässt und lediglich für Symmetrierung sorgt.


    Richtig, so war's mir bekannt, Betonung auf dem Wort "genügt". Meine Frage bezieht sich darauf, wenn man den Spieß umdreht: Wer hat schon einfache Linetrafos? Ist nicht noch immer die "kompliziertere" DI der Normalfall in der Praxis für solche Geschichten – selbst wenn's unnötig ist? (Angebot und Nachfrage: DIs bekomme ich günstiger als fertig verschachtelte Lineübertrager.) Die Frage: Ist die DI nur unnötig oder auch problematisch? Und falls letzteres, noch konkreter: Ist auch eine aktive DI mit höherem Eingangswiederstand problematisch?

  • billbo
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    • 12. Dezember 2013 um 12:10
    • #45
    Zitat

    Wer hat schon einfache Linetrafos?

    Jeder Praktiker, der sich beruflich oder hobbymäßig auch nur annähernd ernsthaft mit Tontechnik beschäftigt.

    Zitat

    Und das sind dann, wenn ich mich nicht täusche, die fehlenden 20 dB. Aber gerade das ist doch unschön. Salopp gesagt haben Störeinflüsse dann auch die zehnfache Chance, hörbar zu werden. Ist das den Anwendern passiver DIs einfach nicht so wichtig?

    Die Aufgabe von DI-Boxen ist es, asymmetrische NF Signale in symmetrische NF Signale mit annähernd Mikrofonpegel umzuwandeln und dabei zusätzlich die Möglichkeit der galvanischen Trennung zu bieten. Mikrofonpegel deshalb weil es bei Verwendung langer/ aufwändiger Multicoresysteme günstig ist, auf allen Aderpaaren mit ähnlichen Pegeln zu arbeiten.

    Das bedeutet in der Praxis: wann immer es das Quellsignal erlaubt, verwende ich nach Möglichkeit eine passive DI. Vielfach geht es nur darum, hochpegelige und niederohmige Signale ('line outs’) zu symmetrieren; eine zusätzliche Verstärkerstufe im Signalweg macht hier keinen Sinn und kann das Ergebnis nur verschlechtern. In Sonderfällen kann das Quellsignal aber auch mal sehr hochohmig sein (Tonabnehmer o. ä.), dann muss ich vor dem Symmetrierübertrager verstärken und/ oder impedanzwandeln. Hierfür ist eine aktive DI unerlässlich; dann (und nur dann!) macht sie auch wirklich Sinn.

    "Active DI only!" steht in den meisten BAs nur deshalb, weil Abschreiben einfacher ist als Nachdenken. :wink:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • mringhoff
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    • 12. Dezember 2013 um 12:48
    • #46
    Zitat von "Sëbastian"

    ...
    Und spielt der Pegelverlust bei passiven DIs für euch denn keine Rolle?
    Hintergrund: Ich wollte einen Rechner statt eines (teuren - sonst müsste ich selbst bauen) Line-Übertragers einfach über eine passive Palmer PAN 01 schicken (dachte, das wäre eine übliche Lösung), aber bei der Zusammenführung des Stereosignals auf Mono über den Link-Out (der ist ja auch nur parallel dran, außer dass er durch die Input-Buchse geschalten wird), war die Box überfahren (so klang es jedenfalls) und der Pegel generell natürlich dürftig. Auf den kommt's mir aber an. Mit meiner aktiven Behringer GI100 ist das alles unproblematisch gewesen und der Pegel 20 dB höher.
    Ich habe vor, jetzt den Line-Übertrager Millenium DI-PRO sowie die aktiven LD Systems LDI02 und Palmer PAN02 mal auszuprobieren. ...

    nun muss ich doch noch mal nachfragen, ob denn der Unterschied zwischen einen Line-Übertrager und einer DI-Box klar ist.

    Hier werden gerade Äpfel mit Birnen verglichen und dann über Pegelverluste geklagt.

    Zitat von "Sëbastian"

    Danke, aber einen Massetrenner haben wir bereits dazwischen. Die Strecke ist aber lang, läuft derzeit auf irgendeinem Zwillingskabel und fängt massenweise Störungen ein. Diesen Mist will ich beenden.

    Vielleicht mal zur Problemlösung kurz die Ausgangssituation:
    Du hast einen Rechner/Laptop, der etwas weiter weg von der restlichen Anlage steht.
    Was ist denn der Signalempfänger? Ein Mischpult? Ein Verstärker? eine aktive Lautsprecherbox?

    Was ist das für ein "Zwillingskabel"?
    Womöglich liegt hier das Problem der Störungen. Hast Du es schon mal mit einem normalen symmetrischen Signalkabel (XLR-Verlängerung) probiert?


    Hätte sonst zwei Lösungsansätze:
    Laptop - Line-Übertrager - langes symmetrisches XLR-Kabel - Line-Eingang beim Mischpult/Verstärker etc.
    oder
    Laptop - DI-Box - langes symmetrisches XLR-Kabel - Mikrofoneingang (!) beim Mischpult.

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  • wora
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    • 13. Dezember 2013 um 00:25
    • #47
    Zitat von "billbo"

    ...
    "Active DI only!" steht in den meisten BAs nur deshalb, weil Abschreiben einfacher ist als Nachdenken. :wink:
    ...


    das ist eine wirklich treffende beobachtung!


    mir begegnen immer wieder tontechniker, welche die elektronischen zusammenhänge einfach nicht verstanden haben. für die gilt dann: "aktiv ist besser als passiv". aber es ist eben nicht das gleiche wie bei lautsprechern. "aktiv" bedeutet ja lediglich, das ich hier zusätzlich eine elektronische schaltung zur impedanzerhöhung am eingang der Di zum einsatz kommt. diese hohe impedanz benötigt man aber nur in ausnahmefällen.
    um diese verständnisprobleme zu überwinden, ist ein bisschen elektronisches grundwissen sehr hilfreich.
    das thema wurde hier auch schon oft beschrieben...

    die von mringhoff gestellten fragen sind sehr passend und könnten durchaus licht ins dunkel dieses mysteriösen problems bringen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Duplicate Sëbastian
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    • 13. Dezember 2013 um 10:54
    • #48
    Zitat von "billbo"

    Jeder Praktiker, der sich beruflich oder hobbymäßig auch nur annähernd ernsthaft mit Tontechnik beschäftigt.
    (...)
    Das bedeutet in der Praxis: wann immer es das Quellsignal erlaubt, verwende ich nach Möglichkeit eine passive DI. Vielfach geht es nur darum, hochpegelige und niederohmige Signale ('line outs’) zu symmetrieren;

    Danke, ich schließe daraus, dass du einen Rechner (obwohl niederohmig) mit genügend Output auch (trotzdem) an eine passive DI hängst (statt an einen Lineübertrager) und das symmetrierte Signal dann in den Mikrofoneingang des Pultes gibst, richtig?


    Edit:

    Zitat von "billbo"

    Mikrofonpegel deshalb weil es bei Verwendung langer/ aufwändiger Multicoresysteme günstig ist, auf allen Aderpaaren mit ähnlichen Pegeln zu arbeiten.


    Danke noch für diesen sehr guten Hinweis!

    2 Mal editiert, zuletzt von Sëbastian (13. Dezember 2013 um 11:09)

  • Duplicate Sëbastian
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    • 13. Dezember 2013 um 11:06
    • #49
    Zitat von "mringhoff"

    nun muss ich doch noch mal nachfragen, ob denn der Unterschied zwischen einen Line-Übertrager und einer DI-Box klar ist.

    Ja, ich denke inzwischen schon.

    DI-Box: Übersetzungsverhätltnis Größenordnung 10:1 --> Pegel 10:1 bzw. Impedanz 100:1
    Lineübertrager: Übersetzungsverhältnis 1:1 --> Pegel ca. 1:1 bzw. Impedanz 1:1


    Zitat von "mringhoff"

    Vielleicht mal zur Problemlösung kurz die Ausgangssituation:
    Du hast einen Rechner/Laptop, der etwas weiter weg von der restlichen Anlage steht.
    Was ist denn der Signalempfänger? Ein Mischpult? Ein Verstärker? eine aktive Lautsprecherbox?


    Ein Mischpult.

    Zitat von "mringhoff"

    Was ist das für ein "Zwillingskabel"?


    Eines, was dort nichts zu suchen hat.

    Zitat von "mringhoff"

    Womöglich liegt hier das Problem der Störungen. Hast Du es schon mal mit einem normalen symmetrischen Signalkabel (XLR-Verlängerung) probiert?


    Ja, ich weiß, genau dort liegt das Problem: bei der unsymmetrischen Leitungsführung – deshalb will ich das ja ändern, weil es eben über XLR ja funktioniert hat (nur dass ich für diesen Test mal eben meine einzige private aktive DI verwendet habe).

    Zitat von "mringhoff"

    Hätte sonst zwei Lösungsansätze:
    Laptop - Line-Übertrager - langes symmetrisches XLR-Kabel - Line-Eingang beim Mischpult/Verstärker etc.
    oder
    Laptop - DI-Box - langes symmetrisches XLR-Kabel - Mikrofoneingang (!) beim Mischpult.


    Danke für den Hinweis, dass das Signal vom Lineübertrager dann auch in den Line-In gehört – so denn vorhanden.

    Probleme hatte ich ja bisher nur beim Testaufbau daheim. Ich nehme mir heute noch mal die Palmer PAN01 her und probiere noch mal. Außerdem hab ich noch 'ne Reihe weiterer Gerätchen geordert.

    Darf ich jetzt schlussfolgern, dass die Hälfte der Kandidaten einfach 'ne passive DI für Rechner nehmen und sie dann in den Mikroeingang geben und der andere Teil einen Lineübertrager in den Line-In und beides funktioniert?

    Ist es möglich, den Übertrager von passiven DIs mit 'nem Rechner-Output in die nichtlineare Sättigung zu befördern? Ich glaube, das war das Problem. Und wegen des geringen Pegels von passiven DIs hab ich mir nur deshalb Sorgen gemacht, weil in der mir vorliegenden Installation die Einstreuungen so massiv sind, dass ich sie bei abgesenktem Pegel (-20dB-Pad an meiner aktiven DI beim damaligen Testen) wieder wahrnehmen konnte. (Vielleicht ist es die kurze Verbindung hin zur DI oder aber die GI100 trennt doch nicht richtig galvanisch. Hab ich auf der Platine noch nicht angeschaut.)

  • mringhoff
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    • 13. Dezember 2013 um 11:33
    • #50

    dann haben wir es ja gelöst:
    unbekanntes Zwillingskabel raus oder ungenutzt liegen lassen, ein vernünftiges XLR-Kabel (Mikrofonkabel) verlegen. An dem Rechner entweder eine DI Box dran (Signal an einen Mikroeingang) oder ein Line-Übertrager (Line-Eingang) und alles sollte passen.

    Eine DI-Box wird üblicherweise für diverse Instrumente verwendet, weil das große Livemischpult viele Mikrofoneingänge und nur wenige Line-Eingänge hat. Die DI-Box wandelt das Instrumentensignal in ein symmetrisches Mikrofonsignal. Schließt man das versehentlich an einen Line-Eingang, ist das viel zu leise.

    Ein Lineübertrager wird zur galvanischen Trennung bei einem Linesignal verwendet, z.B. wenn man ein Summensignal in einen Nebenraum schicken will und die Endstufe nicht an der selben Stromversorgung hängt, wie das Mischpult. Es gibt symmetrische Lineübertrager (XLR) und unsymmetrische (z.B. Cynch). In Deinem Fall solltest Du eine symmetrische Signalführung wählen, da die Strecke offenbar etwas länger ist und sich sonst div. Störungen einfangen würde.

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  • wora
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    • 13. Dezember 2013 um 13:49
    • #51
    Zitat von "Sëbastian"

    ...
    Darf ich jetzt schlussfolgern, dass die Hälfte der Kandidaten einfach 'ne passive DI für Rechner nehmen und sie dann in den Mikroeingang geben und der andere Teil einen Lineübertrager in den Line-In und beides funktioniert?

    ich würde eher sagen, dass so gut wie alle eine Di-box nehmen, solange dahinter ein mischpult mit mikroeingängen hängt. die sind in aller regel auch billiger als richtige lineübertrager.

    Zitat

    Ist es möglich, den Übertrager von passiven DIs mit 'nem Rechner-Output in die nichtlineare Sättigung zu befördern?

    eher nicht. es sei denn, der ausgang deines laptops kann auch passive lautsprecher antreiben ;)
    wenn man einen übertrager (trafo) in die sättigung fährt, dann wird die übertragungskurve unlinear, das heisst die energiereichen bässe gehen zurück. der sound wird also dünner. eine regelrechte verzerrung des signals dürfte mit einem übertrager ohne weitere aktive elektronische elemente eigentlich nicht machbar sein, vor allem solange er nicht hoffnungslos unterdimensioniert ist. und das ist in einer PalmerDi-box sicherlich nicht der fall.
    wenn da also etwas richtig verzerrt hat, dann müsste da irgendwo eine übersteuerte verstärkerstufe im spiel gewesen sein. anders lässt sich das aus der entfernung kaum erklären.

    Zitat

    Und wegen des geringen Pegels von passiven DIs hab ich mir nur deshalb Sorgen gemacht, weil in der mir vorliegenden Installation die Einstreuungen so massiv sind, dass ich sie bei abgesenktem Pegel (-20dB-Pad an meiner aktiven DI beim damaligen Testen) wieder wahrnehmen konnte. (Vielleicht ist es die kurze Verbindung hin zur DI oder aber die GI100 trennt doch nicht richtig galvanisch. Hab ich auf der Platine noch nicht angeschaut.)


    die aussage im ersten satz habe ich nicht verstanden.

    das problem der aktiven Dis ist in der tat die galvanische trennung.
    die elektronische schaltung zur impedanzerhöhung liegt ja VOR dem übertrager, benötigt aber auch eine versorgungsspannung!
    und diese versorgung kommt meist über die 48V gleichstrom-versorgungsspannung vom mischpult. somit kann dort auch der groudlift nicht für die versorgungsspannng gekappt werden, sonst hätte die platine ja keinen strom (ein stromkreis muss bekanntlich geschlossen sein - und der minus der phantompower liegt auf dem schirm der leitung). somit muss der ground irgendwie an die eingangsplatine gelangen.
    eine 100%ige galvanische trennung ist somit also schwierig realisierbar (gleichstrom kann ja nicht über den übertrager geleitet werden!), das ginge dann nur mittels batteriebetrieb und "echtem" groundlift.

    mit passiven Dis lässt sich eine galvanische trennung dagegen richtig gut und auch sehr einfach realisieren. deshalb kann man passive Dis (und auch lineübertrager) beim thema "galvanische trennung" durchaus als hochwertiger ansehen.

    mir ist es in der realität schon passiert, dass ich einen brumm mit der durchaus hochwertigen BSS AR -Di nicht 100%ig wegbekommen konnte. erst der einsatz von passiven Dis löste das problem.

    wenn man das (und die von anderen kollegen bereits geschriebenen aspekte) kennt, dann weiss man auch dass die aussage "aktive Dis sind besser als passive Dis" so einfach nicht korrekt sein kann.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • chris216
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    • 13. Dezember 2013 um 14:15
    • #52
    Zitat von "wora"


    eine 100%ige galvanische trennung ist somit also schwierig realisierbar (gleichstrom kann ja nicht über den übertrager geleitet werden!), das ginge dann nur mittels batteriebetrieb und "echtem" groundlift.


    Das stimmt so nicht. Galvanische Trennung auch in der Versorgung kostet einfach nur einzelne Euro mehr in den Materialkosten. Ein simpler DC-DC-Wandler (der kann dann auch gleich aus den 48V Phantomspannung die für den Eingangs-OP benötigte(n) Spannung(en) erzeugen) ist in der Industrie, beispielsweise beim Entkoppeln von Bustreibern, gängig und gut.

    Gruß,
    Christoph Holdinghausen

  • Duplicate Sëbastian
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    • 13. Dezember 2013 um 14:19
    • #53

    Danke mringhoff und wora! Tolle Zusammenfassungen.


    Zitat von "mringhoff"

    An dem Rechner entweder eine DI Box dran (Signal an einen Mikroeingang) oder ein Line-Übertrager (Line-Eingang) und alles sollte passen.
    (...)
    ich würde eher sagen, dass so gut wie alle eine Di-box nehmen, solange dahinter ein mischpult mit mikroeingängen hängt. die sind in aller regel auch billiger als richtige lineübertrager.

    Danke für die Bestätigung, dass beide Wege zum Ziel führen. (Die Preisthese DI <-> Lineübertrager war ja eine meiner Ausgangserläuterungen.)


    Zitat von &quot;mringhoff&quot;

    Es gibt symmetrische Lineübertrager (XLR) und unsymmetrische (z.B. Cynch). In Deinem Fall solltest Du eine symmetrische Signalführung wählen, da die Strecke offenbar etwas länger ist und sich sonst div. Störungen einfangen würde.

    Richtig, denn ein unsymmetrischer Lineübertrager hängt ja aktuell schon drin.


    Zitat von &quot;wora&quot;

    wenn man einen übertrager (trafo) in die sättigung fährt, dann wird die übertragungskurve unlinear, das heisst die energiereichen bässe gehen zurück. der sound wird also dünner. eine regelrechte verzerrung des signals dürfte mit einem übertrager ohne weitere aktive elektronische elemente eigentlich nicht machbar sein, vor allem solange er nicht hoffnungslos unterdimensioniert ist. und das ist in einer PalmerDi-box sicherlich nicht der fall.
    wenn da also etwas richtig verzerrt hat, dann müsste da irgendwo eine übersteuerte verstärkerstufe im spiel gewesen sein. anders lässt sich das aus der entfernung kaum erklären.

    Danke. Ich check das noch mal ab, ob es nur an der harten Monosummierung lag und die meinem Rechner zu schaffen gemacht hat (aber mit der GI100m ging's) oder ob mein Rechner wirklich so viel rausgibt (Kopfhörerausgang vom alten nicht-Unibody-MacbookPro).

    Ein TV-Elektroniker meinte, Lineouts von Rechnern lägen im Millivoltbereich, Kopfhörerausgänge hingegen bis um die 3 Volt. Stimmt das oder ist es Käse? (Ich musste ihm symmetrische Leitungsführung erklären.) Es ging nämlich drum, ob die 4k7-Widerstände zum Monosummieren nicht viel zu groß seien.


    Zitat von &quot;wora&quot;

    die aussage im ersten satz habe ich nicht verstanden.

    Wenn der Signalpegel auf der symmetrischen XLR-Verbindung zwischen DI und Pult mit einer passiven 20 dB geringer ist als mit einer aktiven, machte ich mir Sorgen, dass das Signal trotz Symmetrierung hörbar gestört würde. Grund: Mit eben dieser Pegelabsenkung hatte ich mit der aktiven Probleme. Mit höherem Pegel keine hörbaren.

    Die Erklärung ist vermutlich tatsächlich:

    Zitat von &quot;wora&quot;

    das problem der aktiven Dis ist in der tat die galvanische trennung. (...)
    eine 100%ige galvanische trennung ist somit also schwierig realisierbar (...), das ginge dann nur mittels batteriebetrieb und "echtem" groundlift.

    Gibt es eigentlich praktische Möglichkeiten, die Phantomspannung tatsächlich zu trennen? Können das hochwertige aktive DIs (ohne Batteriebetrieb)? (Man könnte mit der Phantomspannung einen Motor mit Zylinder betreiben und dessen Hub in einem Magnetfeld in einer galvanisch getrennten Spule wiederum Strom induzieren, der seinerseits gleichgerichtet wird ... :lol: )

  • Duplicate Sëbastian
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    • 13. Dezember 2013 um 14:21
    • #54
    Zitat von &quot;chris216&quot;

    Das stimmt so nicht. Galvanische Trennung auch in der Versorgung kostet einfach nur einzelne Euro mehr in den Materialkosten. Ein simpler DC-DC-Wandler (der kann dann auch gleich aus den 48V Phantomspannung die für den Eingangs-OP benötigte(n) Spannung(en) erzeugen) ist in der Industrie, beispielsweise beim Entkoppeln von Bustreibern, gängig und gut.

    Aha, da war jemand schneller als ich. Ist meine letzte Frage damit beantwortet? Ich hatte schon davon gehört, aber sind DC-DC Wandler nur "gängig und gut" oder trennen die galvanisch tatsächlich zu 100 %?

  • chris216
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    • 13. Dezember 2013 um 15:59
    • #55

    IM DC/DC Wandler steckt ein Zerhacker, ein Trafo, Gleichrichter und Glättung. Echte Trennung.

    Gruß,
    Christoph Holdinghausen

  • billbo
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    • 13. Dezember 2013 um 16:07
    • #56
    Zitat

    Ein simpler DC-DC-Wandler (der kann dann auch gleich aus den 48V Phantomspannung die für den Eingangs-OP benötigte(n) Spannung(en) erzeugen) ist in der Industrie, beispielsweise beim Entkoppeln von Bustreibern, gängig und gut...

    ... und war bereits für die AR116 als Zusatzeinbauteil (AR117) erhältlich. In neueren Modellen sollte so was grundsätzlich eingebaut sein. Ich hatte allerdings mal irgendwelche Teile (ich glaube von Zeck), bei denen das nicht so war - die konnten im 48V Betrieb also tatsächlich auch nicht galvanisch trennen.
    Großartige und unvergessene Fehlkonstruktion! :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • simonstpauli
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    • 13. Dezember 2013 um 17:37
    • #57
    Zitat von &quot;Sëbastian&quot;


    Und das sind dann, wenn ich mich nicht täusche, die fehlenden 20 dB. Aber gerade das ist doch unschön. Salopp gesagt haben Störeinflüsse dann auch die zehnfache Chance, hörbar zu werden. Ist das den Anwendern passiver DIs einfach nicht so wichtig?


    Das kommt darauf an. Bei 10:1 Untersetzung bekomme ich auch eine Impedanzanpassung von 100:1 mitgeliefert, das kann sehr hilfreich sein.
    Wenn man das nicht braucht, nimmt man einen Line-Übertrager, der macht 1:1

    Wenn ich z.B. mit einem schlappen Line-Ausgang längere Kabelstrecken überbrücken will, finde ich das schon gut und schalte meine MuTTI in den Buffer-Modus. Ansonsten ISO. Oder bei einer passiven DI-Box: gegen einen Line-Übertrager tauschen. Wie man es halt braucht. 20dB kann ein normaler Pult-Vorverstärker im Mikrofon-Eingang locker aufholen. Und durch die symmetrische Kabelführung sollten Störgeräusche auch nicht das Problem sein. Das wären sie ja sonst auch bei Mikrofonen, die relativ wenig Pegel liefern.

    Aktive DIs können in Spezialfällen sehr hilfreich sein (siehe Billbos Ausführungen dazu), normalerweise überwiegen imho die Nachteile (weiterer Verstärker im Signalweg, weiterer SPoF im Signalweg). Es gibt ja sogar aktive DI-Boxen mit einem On-Off-Schalter (den ein ÖR gehobener Tonassistent in der Tat mal nach dem Soundcheck und vor dem Abendessen in die Off-Position brachte. Der Gig fing lustig an...).

    EDIT: Zitat repariert

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

    Einmal editiert, zuletzt von simonstpauli (13. Dezember 2013 um 22:02)

  • Duplicate Sëbastian
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    • 13. Dezember 2013 um 20:28
    • #58

    Danke an alle!

    War vielleicht ein bisschen viel Text. Kann dazu noch jemand was sagen?:

    Zitat von &quot;Sëbastian&quot;

    Ein TV-Elektroniker meinte, Lineouts von Rechnern lägen im Millivoltbereich, Kopfhörerausgänge hingegen bis um die 3 Volt. Stimmt das oder ist es Käse? (Ich musste ihm symmetrische Leitungsführung erklären.) Es ging nämlich drum, ob die 4k7-Widerstände zum Monosummieren nicht viel zu groß seien.

  • djvomght
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    • 13. Dezember 2013 um 21:56
    • #59

    Hallo,

    kommt ein bißchen auf den Kopfhörerverstärker an. 5mW an 32 Ohm ergäben z.B. 0,4V. Viel mehr kann man von den Onboard- Chipsätzen nicht erwarten, eher weniger. Oft werden nicht mal normale Consumer- LineIns voll ausgesteuert. Professionelle Kopfhörerendstufen schaffen da wesentlich mehr Bums für laute Umgebungen.

    Die Längswiderstände würde ich im Interesse einer möglichst niederohmigen Ansteuerung der DI- Box oder des Übertragers nicht größer machen als unbedingt notwendig, es reicht, wenn sie eine Größenordnung über der Quellimpedanz liegen, mit 100 Ohm sollte man gut bedient sein.

    Gruß Jörg

  • wora
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    • 14. Dezember 2013 um 02:27
    • #60
    Zitat von &quot;chris216&quot;

    Das stimmt so nicht. Galvanische Trennung auch in der Versorgung kostet einfach nur einzelne Euro mehr in den Materialkosten. Ein simpler DC-DC-Wandler (der kann dann auch gleich aus den 48V Phantomspannung die für den Eingangs-OP benötigte(n) Spannung(en) erzeugen) ist in der Industrie, beispielsweise beim Entkoppeln von Bustreibern, gängig und gut.


    ok, da gebe ich dir natürlich erstmal recht. nicht alle entwickler von Di-boxen haben dieses problem übersehen ;)
    die frage ist nur, warum eine AR133 in speziellen situationen trotz geschaltetem groudlift brummen kann, und das mit einer passiven EMO dann jeweils ganz einfach in den griff bekommen wurde. das ist mir zugegebenermaßen aber nicht sehr oft passiert, in den allermeisten fällen hilft der groundlift der aktiven BSS Di.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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