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Messmikrofone im Vergleich - THD-Messungen mit Druckkammer

  • F.A.Bi.A.N.
  • 5. Dezember 2011 um 19:47
  • F.A.Bi.A.N.
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    • 5. Dezember 2011 um 19:47
    • #1

    Mit einiger Regelmäßigkeit taucht im Forum ja die Frage nach einem "geeigneten" Messmikrofon auf.
    Dass die günstigen Exemplare dieser Gattung mit vorpolarisierter Elektretkapsel keine besonders hohen Pegel vertragen, dürfte sich ebenfalls herumgesprochen haben.

    In Anlehnung an die ARTA AN#5 (Link: http://www.fesb.hr/~mateljan/arta…er-Rev03Ger.pdf ) habe ich eine kleine Druckkammer gebaut, die mit einem Visaton-Breitbänder angeregt wird. Im oberen Teil befindet sich eine Fräsung für normierte 1"-Kapseln, über die standardisierten Adapterscheiben vom Pistonfon lassen sich auch 1/2"- und 1/4"-Mikros messen.

    So sieht die Kalibrierkammer aus:

    Hier die Ergebnisse*:

    Die Elektret-Mikrofone von Haun bzw. Behringer liegen bei Pegeln von 120dB schon deutlich >1 % THD.
    Mit einer vernünftigen 1/2"-Kapsel liegt man für den allergrößten Teil der in der Praxis vorkommenden Messaufgaben im grünen Bereich.
    Die 1/4"-Kapsel gibt sich auch bei naturkatastrophenartigen Pegeln recht unbeeindruckt - in der Beschallerpraxis mit Sicherheit nicht unbedingt nötig...

    *Anmerkung:
    Bei der letzten Pegelstufe (165dB) klang der kleine Lautsprecher schon etwas angestrengt, so dass die 1/4"-Kapsel hier scheinbar "nur" 165db erreicht. Mit einer klirrärmeren Anregung dürfte noch etwas mehr gehen (Datenblattangabe dort: 168dB bei 3% THD).
    Die Wiederholgenauigkeit der Messungen war bei erhöhten Pegeln zudem mit einer gewissen Schwankung (+/- 0,5dB) verbunden. Als Ursache kommt die Schwingspulenerwärmung in Frage, weswegen zwischen jeder Messung eine Abkühlphase von 1min eingehalten wurde.


    Gruß,
    Fabian

  • TomyN
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    • 6. Dezember 2011 um 10:26
    • #2

    Hi,

    danke für die Fleißarbeit. Jetzt würde mich natürlich interessieren, wie das MM-1 von BD da abschneiden würde.
    Ich könnte es Dir mal zur Verfügung stellen.

    Tomy

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  • F.A.Bi.A.N.
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    • 6. Dezember 2011 um 12:18
    • #3

    Hi Tomy,

    ...nur leider passt das nicht in die Standardadapter, man müsste wieder was basteln.

    Einmal editiert, zuletzt von F.A.Bi.A.N. (6. Dezember 2011 um 12:20)

  • TomyN
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    • 6. Dezember 2011 um 12:19
    • #4

    Hi,

    ist richtig, ich könnte aber den Adapter aus meinem kalibrator mitschicken.

    Tomy

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  • F.A.Bi.A.N.
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    • 6. Dezember 2011 um 12:26
    • #5

    ok! meine adresse hast du? sonst PN.

  • TomyN
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    • 6. Dezember 2011 um 12:45
    • #6

    PN... bin zu faul zum suchen...

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  • docjordan
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    • 7. Dezember 2011 um 11:35
    • #7

    Das MM1 hat die gleiche Bauweise wie das ECM8000 oder Haun mit 1/4" Elektretkapseln
    (nicht zu verwechseln mit den profesionellen 1/4" Kapseln)
    Daher erwarte ich beim MM1 keine Überraschungen
    Angaben laut Hersteller
    Max. Grenzschalldruckpegel bei
    f = 1 kHz, k = 1%, RL = 2,2 k½ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 dBSPL

    Die streuen aber sicher auch

    Akulap by https://www.dr-jordan-design.de

  • TomyN
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    • 7. Dezember 2011 um 12:00
    • #8

    Hi,

    ist schon richtig. Würde mich aber trotzdem interessieren.

    Tomy

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  • F.A.Bi.A.N.
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    • 7. Dezember 2011 um 12:47
    • #9

    eine streuung im bereich 3...4db ist völlig normal und schlägt sich natürlich auch auf den maximalpegel nieder.
    messungen von einzelexemplaren sind daher nur bedingt vergleichbar bzw. nur eingeschränkt aussagekräftig.

    leider haben die behringer-mics keine seriennummern...

  • docjordan
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    • 7. Dezember 2011 um 16:48
    • #10

    na die Behringers haben seit 1-2 Jahren eine Seriennummer

    Akulap by https://www.dr-jordan-design.de

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 7. Dezember 2011 um 18:08
    • #11

    war es superlux oder ... ein anderer hersteller, der für seine durchnummerierten elektretmikrofone korrekturkurven zum download anbietet?

  • siedfleisch
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    • 9. Dezember 2011 um 08:25
    • #12

    Hi!

    Ich hätte mal eine Frage zu dem Verfahren: Wie wird denn der Klirrfaktor ermittelt, bzw. wie wird der Klirranteil des Lautsprechers dabei herausgenommen? Wurde eigentlich das Ergebnis mal mit einem Pistonphon verglichen?

    Bisschen seltsam finde ich ja die Minima der Mikros im höheren Nutzungsbereich, davor, also bei kleineren Schalldrücken, kommen deutlich höhere Klirrwerte. Gibt es dafür eine Erklärung?

    Danke und Gruß: -sf-

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 9. Dezember 2011 um 13:02
    • #13
    Zitat von "siedfleisch"

    Wie wird denn der Klirrfaktor ermittelt, bzw. wie wird der Klirranteil des Lautsprechers dabei herausgenommen?


    stichwort: druckkammerverhältnisse. schau dir dazu auch das von mir oben verlinkte PDF an.

    Zitat von "siedfleisch"

    Wurde eigentlich das Ergebnis mal mit einem Pistonphon verglichen?


    wozu?

    Zitat von "siedfleisch"

    Bisschen seltsam finde ich ja die Minima der Mikros im höheren Nutzungsbereich, davor, also bei kleineren Schalldrücken, kommen deutlich höhere Klirrwerte. Gibt es dafür eine Erklärung?


    bei den kurven der gefell-mikros dürfte das am etwas untersteuerten vorverstärker liegen, wo die nichtlinearen verzerrungen teilweise noch vom rauschen überdeckt werden. es ging bei der messreihe primär um die ermittlung des oberen grenzwertes.
    wir reden hier aber unterschiede im bereich 0,1...0,2% - das ist im bereich der wiederholgenauigkeit der messungen mit so einem kleinen lautsprecher (stichwort: power compression).

  • siedfleisch
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    • 9. Dezember 2011 um 14:21
    • #14

    Das PDF hatte ich mir schon angeschaut. Ich kann daraus aber nicht entnehmen, wieso ein Chassis durch diesen Betrieb keinen Klirrfaktor haben soll.

    Es ist schon eine Weile her, das ich ein Pistonphon in der Hand hatte, aber wenn ich mich recht erinnere, macht so etwas ebenfalls Schalldruck mit ca. 120dB. Kann sein, daß ich mich irre, aber das wäre doch eine gute Möglichkeit, das Ergebnis der Lautsprecherdruckkammer gegenzuchecken.

    -sf-

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 9. Dezember 2011 um 14:46
    • #15
    Zitat von "siedfleisch"

    Das PDF hatte ich mir schon angeschaut. Ich kann daraus aber nicht entnehmen, wieso ein Chassis durch diesen Betrieb keinen Klirrfaktor haben soll.


    ein gewisser unsicherheitsfaktor ist natürlich dabei. es gibt aber, neben der druckkammermessung, keine wirklich überzeugenden alternativen für die klirrmessungen an mikrofonen.
    eine variante wäre ein sog. oberst-rohr, das sich aber auch nicht uneingeschränkt für alle mikrofontypen eignet (dabei wird die erste längsstehwelle, bedingt durch die innenabmessungen des rohres, ausgenutzt). klirrmessungen an mikrofonen sind prinzipiell ein heißes eisen.

  • wora
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    • 11. Dezember 2011 um 10:44
    • #16

    wenn ich mal direkt an pegelmessungen nach 15905-05 denke, wo man sinnvollerweise direkt an der beschallungsbox misst, kommt die frage auf:
    kannst du uns div. mikrofone für diese anwendung empfehlen?
    bzw. welche mikros sind dafür NICHT zu empfehlen? (z.b. MM1)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 11. Dezember 2011 um 14:40
    • #17
    Zitat von "wora"

    wenn ich mal direkt an pegelmessungen nach 15905-05 denke, wo man sinnvollerweise direkt an der beschallungsbox misst, kommt die frage auf


    ...das ist ja der springende punkt, wenn man nicht am FOH misst :wink:

    Zitat von "wora"

    kannst du uns div. mikrofone für diese anwendung empfehlen?
    bzw. welche mikros sind dafür NICHT zu empfehlen? (z.b. MM1)


    solange mir kein hersteller wahnsinnig viel geld für ein schwarz-weiß-foto mit nachdenklichem blick und einfühlsam-aber-trotzdem-irgendwie-technischer klangbeschreibung gibt, gebe ich keine empfehlungen ( 8) ).
    mikros mit elektretkapsel überfährt man in der praxis aber sicher mit leichtigkeit.

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 22. Dezember 2011 um 18:29
    • #18

    guten abend,


    ich habe nun tomy´s beyerdynamic mm1 vorliegen und es ebenfalls gemessen.
    aus irgendeinem grund habe ich das zuletzt verwendete excel-sheet nicht mehr vorliegen oder es ist auf einem anderen rechner, daher habe ich das haun- und das behringer-mic nochmal neu gemessen.

    messergebnisse:

    das beyerdynamic mm1 ist nicht besser oder schlechter als die beiden anderen vertreter der klasse "messmikrofon mit elektretkapsel".
    zum vergleich: in der PP 3-2009 gemessene werte eines beyerdynamic mm1 betragen 113dB (1% THD) und 123dB (3% THD), das stimmt ganz gut mit meiner messung überein. nichtsdestotrotz sollte man bei mikros dieser bauart die erhebliche serienschwankung im hinterkopf behalten.

    fazit:
    für die messung hoher schalldruckpegel (z.b. direkt vor dem lautsprecher) eignen sich derartige mikrofone nicht - vor allem dann nicht, wenn tatsächlich pegelspitzen wie die "erlaubten" L(C)peak = 135dB(C) zu erwarten sind.
    eine alternative, wenn auch preislich eine andere liga, stellen mikrofone mit externer polarisationsspannung dar.
    zum vergleich kam hier jeweils die kombination aus microtech gefell mn920 (spannungsversorgung), mv203 (impedanzwandler) und drei verschiedenen kapseln (1"; 1/2" und 1/4") zum einsatz.


    viele grüße,
    fabian

  • TomyN
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    • 23. Dezember 2011 um 08:03
    • #19

    Dankeschön.

    Tomy

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  • wora
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    • 23. Dezember 2011 um 10:44
    • #20

    damit bestätigt sich meine befürchtung, das man die pegelmessungen direkt an den lautsprechern nur mit hochwertigen mikrofonen machen kann.
    es gibt da aber eine relativ preisgünstige alternative von unserem admin! ;)
    soll ich dir die auch mal zusenden?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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