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Hinweise auf Unterschlagungsabsicht

  • mringhoff
  • 6. März 2013 um 17:55
  • mringhoff
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    • 6. März 2013 um 17:55
    • #1

    Seit Jahren gibt es immer wieder gut organisierte Gruppen, die im hiesigen VT-Markt "günstig einkaufen" gehen. Im Warnungsbrett gibt es immer wieder Meldungen davon, natürlich mit den entsprechenden Namen dazu.

    Nur die Wahrscheinlichkeit, daß genau derjenige nochmal als Täter auftaucht, ist relativ gering. Es sind vorwiegend Strohmänner oder falsche Existenzen.

    Aus diesem Grund ist es wichtig, daß man mit jeder Tat nicht nur die Namen mitgeteilt bekommt, sondern auch das gesamte Vorgehen, damit man sich von der Taktik ein Bild machen kann. Aus dem gesamten Vorgehen dieser Leute kann man ein Art Verhaltensmuster zusammenstellen. Das hilft für die Zukunft viel besser, einen Unterschlagungsfall zu vermeiden.

    Ein paar Indizien, die auf eine versuchte Unterschlagung hindeuten können, habe ich hier mal gesammelt. Es wäre schön, wenn andere ihre Erfahrungen oder Kommentare ebenfalls einbringen können.

    1) kurzfristige Anfrage:
    meist kommen die Anfragen relativ kurzfristig (1-3 Tage vorher), damit nicht viel Zeit bleibt, groß zu recherchieren. Manche täuschen auch eine gewisse Eile vor ("der andere hat uns sitzengelassen, wir brauchen noch heute folgendes....")
    Natürlich wird eine entsprechende Story drumherum aufgebaut (für was man das Equipment braucht etc.)

    2) Anfrage oft über Handy
    das natürlich nur für die Einkaufstour dient. Eventuell kann man noch über E-Mail korrespondieren, dann sind es aber die üblichen kostenlosen Mail-Adressen (gmx/hotmail/web.de)
    Möchte man ein Angebot per Fax schicken, wird es schwierig. Auch eine Festnetznummer wird man normalerweise nicht bekommen.

    3) Gängiges Material
    gerne werden auch Geräte unterschlagen, die man leicht im Gebrauchthandel weiterverkaufen kann. Hochwertige DJ-Mixer, CD-Player, Lautsprecher-Sets, Movingheads etc.

    4) Strohmänner
    Der Anruf erfolgt (inzwischen) oft von einem perfekt deutsch sprechenden Strohmann. Früher war schon ein südländischer Dialekt ein Warnsignal, heute reicht es offenbar nicht mehr aus.
    Die Miete selbst läuft auch über Strohmänner (irgendwelche verkommenen Exisitenzen, die vielleicht ein paar Euros bekommen, wenn sie das Spiel mitspielen), ein deutscher Ausweis ist oft kein Hindernis.

    5) Drogensüchtige in Geldnot
    hatten wir auch schonmal. Mietet sich aber keine Transporter voll Zeug, aber mietet unter seinen eigenen Namen, was aber dem Vermieter nichts bringt. Das Equipment wurde ruckzuck über ebay etc. verkauft, das Geld ist schon wieder ausgegeben

    6) Scheinfirmen
    da manchmal Privatleute schon Mißtrauen bei Vermietern hervorrufen, wird schon mal gelegentlich als Firma angefragt. Damit aber keine Rückfragen aufkommen, wird sich eine gerade erloschene Firma aus dem Internet herausgesucht, ein Briefkopf kreiert und per Mail korrespondiert. Der Fall ist aufgeflogen, weil der Vermieter nach der Firma gegoogelt hat.


    und und und...

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  • yamaha4711
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    • 6. März 2013 um 19:23
    • #2

    Tacho!

    Vielen Dank an Kollege mringhof, der diesen Thread eröffnet hat. Ich hatte mir schon selbst auf die Finger gehauen, da mich ein Statement eines anderen Kollegen hier doch ein wenig verstimmt hat.

    Als Vermietbude ist es nunmal so, dass man Geschäfte mit fremden Personen macht und diesen nicht gerade billiges Equipment überlässt. Das ist mitunter unser unternehmerisches Risiko.
    Es geht auch nicht darum auf Teufel komm raus jedem etwas zu Vermieten, jedoch müssen eben die Betriebskosten irgendwie gedeckt werden.

    Doch wie sieht es aus, wenn jemand im Geschäft einkäuft? Der Verkäufer hat hier ähnliche Probleme, denn nicht wirklich jeder Kunde bezahlt auch und das erstandene Equipment ist dann auch weg. Ich rede hier nicht von Vermietung oder einer Vermietbude sondern von Händlern. Dann dürften diese ja auch nicht mehr irgendetwas verkaufen.

    Das Problem lässt sich zumindest in Bezug auf das Equipment dadurch minimieren, in dem man eben kein Dry Hire macht, sondern immer jemanden mitschicke. Doch wo setzte ich die Grenze? Bei einer großen PA oder Pult im Bereich über 20k€ (was sehr schnell erreicht ist) oder bei einem Mikro im Wert von 75€?
    Das ganze würde sich in signifikant höheren Personalkosten und damit in höheren Mietpreisen niederschlagen. Das ist aber kontraproduktiv, denn Material gibt es genügend und die Preise sind ja eh im Keller. Wie oft höre ich Kunden jammern: so teuer ist das?

    Sodele, damit habe ich mir erstmal den Frust von der Seele gerschrieben. Nun zum eigentlichen Thema.

    Kurzfristige Anfragen und Personen mit Akzent lassen bei mir immer die Alarmglocken läuten. In der Regel erwarten wir von solchen Kunden mind. ein gültiges Dokument, am besten Personalausweis und eine Selbstauskunft. Es folgt dann auch eine Recherche im Internet per Googlemaps und dasoertliche.de. Falls es hier Unstimmigkeiten gibt, dann ist der Auftrag für uns gestorben. Wir bieten dann oftmals die Möglichkeit der Zulieferung sowie Auf- und Abbau an. Meist ist da dann auch für den Kunde Feierabend und er trollt sich. Ansonsten ist Bezahlung Cash bzw. Vorabüberweisung auch eine Möglichkeit die Spreu vom Weizen zu trennen, evtl. einhergehend mit einer Kaution.

    Anfragen per Handy sind heute an der Tagesordnung, denn dieses ist ja unser stetiger Begleiter. Daher ist dieser Punkt nicht gerade geeignet, um zu entscheiden ob es sich hierbei um einen ehrlichen oder unehrlichen Kunden handelt.

    Gängiges Material, vor allem wenn der "Kunde" direkt Hersteller, Modell usw. benennt.

    Wie erkennt man Strohmänner?
    Scheinfirmen kann man schon eher erkennen: Abgleich mit dem Handelsregister.

    Ein weiterer Punkt kann der Zustand des Transportfahrzeuges sein bzw. ob es sich um ein Leihfahrzeug handelt. Wenn jemand schon mit einer total abgerockten Karre ankommt dann lässt dies manchmal auch auf Ärger schließen.
    Auch wenn es sich um mehrere Gestalten handelt, welche möglichst schnell einladen wollen.

    Die Frage nach der Art der Veranstaltung und wo diese denn genau ist. Wenn der Kunde anfängt herumzudrucksen hat er auch schlechte Karten. Zudem lässt sich dies oftmals im Internet rechechieren. So haben wir auch schon ein paar Kunden wieder heimgeschickt, da die VA bzw. der Ort nicht mit der Story übereinstimmte.

    Bauchgefühl/Intuition
    Ja, soetwas gibt es wirklich und ist oftmals zutreffend. Mit den Jahren bekommt man ein Gefühl für ehrlich und unehrliche Kunden.

    Letztendlich ist man doch immer wieder froh, wenn die Gerätschaften wieder zurück kommen und das bitte auch am Stück. Das wäre meiner Ansicht nach ein ebenfalls wichtiger Punkt, denn eine geprellte Rechnung oder verschmutztes/defektes Material stellt auch einen erheblichen Schadfaktor für uns dar.

    Grüßle,
    michael

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • mringhoff
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    • 6. März 2013 um 20:13
    • #3
    Zitat von "yamaha4711"


    Doch wo setzte ich die Grenze? Bei einer großen PA oder Pult im Bereich über 20k€ (was sehr schnell erreicht ist) oder bei einem Mikro im Wert von 75€?


    bei uns ist das eher Ermessens-Sache. Ein etwas unbedarfter Kunde bekommt nur technisch einfache Dinge mit, wenn es ein Kollege ist, trauen ihm wir mehr zu. Einer der zum Unterschlagen kommt, hat zwar etwas Ahnung, aber die größeren Geschichten werden an unbekannte nicht ohne Techniker herausgegeben. Auch aus dem Grund, daß man Angst vor Fehlbedienung oder schlechten Ruf hat ("das war doch Eure Anlage, die da so besch... geklungen hat...")


    Zitat von "yamaha4711"

    In der Regel erwarten wir von solchen Kunden mind. ein gültiges Dokument, am besten Personalausweis und eine Selbstauskunft. Es folgt dann auch eine Recherche im Internet per Googlemaps und dasoertliche.de. Falls es hier Unstimmigkeiten gibt, dann ist der Auftrag für uns gestorben. Wir bieten dann oftmals die Möglichkeit der Zulieferung sowie Auf- und Abbau an. Meist ist da dann auch für den Kunde Feierabend und er trollt sich. Ansonsten ist Bezahlung Cash bzw. Vorabüberweisung auch eine Möglichkeit die Spreu vom Weizen zu trennen, evtl. einhergehend mit einer Kaution.


    Hatten schon mal einen Fall: Vorkasse kein Problem, Kaution kein Problem, Ausweis etc. alles da. Recherche im www ergab nichts. Sogar den Ausweis durfte ich anfangs einbehalten, dann kam er wieder und wollte ihn doch haben. Zwei weitere (südländische) Männer im Auto stiegen aus und beschwerten sich. Da haben wir das Material wieder zurück haben wollen, was wir auch anstandslos bekamen.... Der gleiche Strohmann (und vermutlich die gleichen Hintermänner) hat dann 2 Wochen später einen Kollegen um ein Teil seiner Sachen gebracht. Er hat übrigens erst nach(!) seinem Schaden die Warnung hier im PA-Forum gelesen...

    Zitat von "yamaha4711"

    Anfragen per Handy sind heute an der Tagesordnung, denn dieses ist ja unser stetiger Begleiter. Daher ist dieser Punkt nicht gerade geeignet, um zu entscheiden ob es sich hierbei um einen ehrlichen oder unehrlichen Kunden handelt.


    Natürlich nicht, nur eben ein von mehreren Tatbeständen. Ein Anruf von einer Festnetznummer ist hingegen schon fast ein beruhigendes Zeichen.


    Zitat von "yamaha4711"


    Wie erkennt man Strohmänner?
    Scheinfirmen kann man schon eher erkennen: Abgleich mit dem Handelsregister.


    HR-Anfrage kostet ja jedesmal etwas. Und nicht jeder Handwerker/Selbständiger/Kleinfirma ist im HR eingetragen.
    Google Recherche bringt auch etwas. Wenn eine normale Homepage exisitert und die Anfrage auch mit der Firmendomain kommt ist schon mal alles gut. In Verbindung mit der passenden Festnetznummer erkennt man: die Firma gibts wirklich (ob die dann vertrauenswürdig/kreditwürdig etc. steht auf einem anderen Blatt)

    Die Strohmänner kann man eigentlich per se erstmal nicht erkennen. Da sind die Hintermänner schon schlauer geworden. Die Strohmänner sprechen akzentfrei Deutsch, wecken also mit einem schlechtem Deutsch schon mal kein Mißtrauen.
    Wenn man sich allerdings näher mit denen unterhält, merkt man, daß manche Dinge nicht so selbstsicher kommen, vor allem wenn es nicht die üblichen Fragen sind (für was braucht ihr das? / wo ist die Veranstaltung? etc. das kann alles eintrainiert werden)

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  • yamaha4711
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    • 6. März 2013 um 20:28
    • #4

    Sicher, eine komplexe Anlage geht auch nicht ohne Techniker raus, doch ein kleines Set mit 2 Tops und 1-2 Subs inkl. Pult. In der Regel wird da kein Techniker mit raus geschickt. Da würde keiner etwas mieten.

    Zur Festnetznummer
    Ist doch heute kein Problem eine Homezone mit Festnetznummer einrichten zu lassen.

    Lieber ein wenig Geld für die HR-Anfrage ausgeben als nachher mit deutlich geschrumpfen Lagerbestand da zu stehen.

    Grüßle,
    michael

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  • tufkaklto
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    • 6. März 2013 um 21:19
    • #5

    Vermutlich war es mein Statement im Warnungen tread, was Dich verstimmt hat.

    Aber ganz ehrlich, in den wirklich vielen Jahren in dem Business kenne ich persönlich genügend Fälle von Firmen, die so viel Kohle in den Sand gesetzt haben mit Dry Hire, das man sich die Frage stellt, ob sich das auf Dauer in all den Jahren gerechnet hat.

    Wir reden da mal über 2 Digitalpulte um 50.000 Euro, dort um eine kleine d&b PA mit Mischpult und Monitoren um über 40.000 Euro, hier wieder über eine PA mit DJ Platz um 15.000 Euro usw.

    Und wir reden über eine BEKANNTE Praxis, die zumindest seit Ende der 80er Jahre so durchgeführt wird und eigentlich wirklich schon bekannt sein sollte.

    Wenn jemand material um 3000 Euro rausgibt und versichert ist, alles tut was die Versicherung verlangt ( Ausweise kopieren, Auskünfte einholen usw ) dann kann ich das verstehen.
    Das man aber Waren im Wert von Zigtausend Euro an gänzlich Unbekannte rausgibt, das verstehe ich persönlich nicht.

    OK, Dry Hire ist ein wichtiges Geschäft.
    Aber auch da sollte man mit dem Kunden ein Vertrauensverhältnis aufbauen.
    Wenn man die Leute mal kennt ist alles OK, klein anfangen , langsam steigern.
    Ist ja schon schlimm genug, das man eventuell um die Mietkohle umfällt, aber das kann man verkraften.

    Aber wie gesagt, da kommt jemand, den man nicht kennt, und der bekommt Material in echt hohem Wert.

    geh mal zu einer Mietautofirma, da wird ganz genau geschaut, wer das Auto bekommt, und die sind gut versichert, trotzdem passiert was.

    kauf heute mal material ein, bei den wenigsten Firmen bekommt man noch Material einfach so.
    Da müßen die einen wirklich gut kennen.
    Selbst große Händler aus der Branche verlangen Vorkasse

    Ich denke mir nur, solange es Firmen gibt, wo die Masche reingeht, so lange werden diese Banden ihr Unwesen treiben, und der Erfolg gibt ihnen leider Recht.

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  • schallereignissortierer
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    • 6. März 2013 um 23:57
    • #6

    Ins Registerportal kann man auch kostenlos schauen:
    http://www.register-bekanntmachungen.de/?aktion=suche

    Man muss nur das zuständige Registergericht rausfinden, aber das ist ja kein Problem, im Zweifelsfall über "Amtsgerichtsbezirk" Kleinkleckersdorf suchen.

    Auch Insolvenzverfahren lassen sich problemlos finden:
    https://www.insolvenzbekanntmachungen.de/

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  • Volker
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    • 7. März 2013 um 00:09
    • #7

    An einer festnetznummer und einer Homepage erkennt man, dass es die Firma wirklich gibt?
    Aha.
    An einem handelsregisterauszug erkennt man, ob die Firma existiert?
    Naja.
    Ich will ja hier keine Weltbilder zerstören, aber heutzutage sagt das alles garnix aus.

    Schonmal was von Büroservice, Mantelhandel, firmenbestattern usw... gehört?

    Wie kommt eine Wirtschaftsauskunftei an ihre Daten? Sie ruft die Firma an...
    Wie auch sonst?

    Es gibt doch diese offen gelegten Bilanzen...
    Dazu habe ich schonmal an anderer stelle was geschrieben.

    Fakt ist: für den normalen beschaller ist die Seriosität eines Kunden mit seinen Mitteln nicht zweifelsfrei zeitnah feststellbar. Es bleibt nur die Verifizierung im hoffentlich gut gepflegten kollegenkreis...

    Wer es nicht muss, sollte kein Dryhire an gänzlich Unbekannte machen, die auch Kollegen unbekannt sind. Ansonsten gilt:selber Schuld.

    Gute Nacht!

  • mringhoff
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    • 7. März 2013 um 08:07
    • #8
    Zitat von "klauston"

    Vermutlich war es mein Statement im Warnungen tread, was Dich verstimmt hat.


    also mich hat übrigens das nicht verstimmt. Dein Statement kann ich auch gut verstehen, Dryhire ist in der Tat ein Risiko, das will ich auch nicht leugnen.
    Da es aber nun mal ein nicht zu verachtender Umsatz auch über Dryhire läuft, kann man nicht einfach sagen, daß man das einfach einstellt. Also sollte man bemüht sein, gegen das Risiko der Unterschlagung anzugehen. Das Warnungen-Brett ist eine Möglichkeit. Obs viel hilft, sei mal dahingestellt. Aber umsonst ist es nicht, wie Beispiele aus der Vergangenheit zeigen. Und ich weiß, wovon ich spreche.


    Zitat von "klauston"


    Wir reden da mal über 2 Digitalpulte um 50.000 Euro, dort um eine kleine d&b PA mit Mischpult und Monitoren um über 40.000 Euro, hier wieder über eine PA mit DJ Platz um 15.000 Euro usw.


    Ja, gewisse Sachen sind schon etwas leichtsinnig. Aber wenn man hier öffentlich darüber redet oder laufend Warnungen liest, dann erhöht sich die Sensibilität für das Risiko.
    Wer weiß, vielleicht hätte der Kollege sein Digitalpult nicht einfach so rausgegeben, wenn er viele Warnungen darüber gelesen hätte....
    Aber das sagt man so leicht. Habe neulich mal wieder einen Anruf erhalten, ein Kollege (?) war ganz hektisch und meinte, ihm sei sein M7CL auf dem Job kaputt gegangen, sie suchen dringend Ersatz. Es war ca. 16.00 Uhr. Man würde auch gleich kommen um es abzuholen. Da wir keine M7CL haben, wurde das nichts. Und wer weiß, vielleicht stimmte auch alles. Aber es kann auch ein Trick sein. Und nicht jede VT-Bude würde sagen: ich kenne Dich nicht oder ich lass Euch die Konsole bringen.

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  • tufkaklto
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    • 7. März 2013 um 08:24
    • #9

    Man sollte mal drüber nachdenken, ob man es nicht mal von der anderen Seite aufzäumt.

    Nämlich das man sich unter Kollegen in der Branche austauscht, wer ein guter und vertrauensvoller Kunde ist und es verdient was auf Dry Hire zu bekommen.

    Also zuerst mal Referenzen, dann Ware.

    Bei vielen Kunden, w man regulär Jobs macht, läuft es auch nicht anders, zuerst müßen die gleich zahlen, dann wird langsam mal ein Zahlungsziel eingeräumt.

    Die Tricks der Betrüger sind gut, die lernen auch dazu.
    Und trotzdem gibt man immer was raus, weil man könnte ja Geld verdienen.

    Warnungen sind wichtig, aber wenn es viele Warnungen gibt, dann sieht man nur, das das Problem leider aktuell bleibt

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  • mringhoff
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    • 7. März 2013 um 08:25
    • #10
    Zitat von "Volker"

    An einer festnetznummer und einer Homepage erkennt man, dass es die Firma wirklich gibt?
    Aha.
    An einem handelsregisterauszug erkennt man, ob die Firma existiert?
    Naja.
    Ich will ja hier keine Weltbilder zerstören, aber heutzutage sagt das alles garnix aus.

    Mit der nötigen kriminellen Energie kann man natürlich alles konstruieren. Meine Hinweise sind ja wie gesagt nur Indizien, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, daß es ein ehrlicher Kunde ist.

    Da der kriminelle Ertrag für manche Banden jetzt nicht gleich in die Millionen geht, machen sich viele nicht die Mühe, ein großes Identitätskonstrukt aufzubauen. Das kostet ja alles Zeit und Geld, außerdem hinterlässt es Spuren.
    Einfach eine Prepaid-Nummer besorgen, Strohmänner besorgen, die unter ihren Namen ein Mietauto besorgen (oder mit dem Taxi kommen) und bei der VT-Bude anrufen und Equipment abholen. Fertig.
    Für Büroservice, Mantelhandel etc. sind solche Jungs eher weniger zu haben, dazu ist der Ertrag vermutlich nicht hoch genug. Ich will das nicht ausschließen, aber die Praxis zeigt, daß das noch (!) nicht üblich ist.

    Und ich rede ja nicht von betrügerischen Konkursmachenschaften oder insolvente Kunden, sondern von der Unterschlagung.
    Das Zahlungsrisiko ist eine andere Baustelle.

    Zitat von "Volker"


    Fakt ist: für den normalen beschaller ist die Seriosität eines Kunden mit seinen Mitteln nicht zweifelsfrei zeitnah feststellbar. Es bleibt nur die Verifizierung im hoffentlich gut gepflegten kollegenkreis...
    Wer es nicht muss, sollte kein Dryhire an gänzlich Unbekannte machen, die auch Kollegen unbekannt sind.


    Absolut richtig.
    Aber ein Gewerbe ist immer mit Risiko verbunden. Unterschlagung ist nur eins. (Zahlungsrisiko, Umweltschäden, Diebstahl, Unfälle, Fehlkalkulationen, mangelnder Umsatz/Gewinn etc. - die Liste der Risiken lässt sich fortsetzen).
    Jetzt kann man sich entscheiden: mache ich das Gewerbe oder lass ich es bleiben?
    Und wenn ich etwas mache, wie kann ich mein Risiko minimieren? Wer Angst hat, daß sein Material nicht mehr zurückkommt, der sollte es entweder gänzlich bleiben lassen oder versuchen, ein gewisses Gespür für die Methoden der Unterwelt zu bekommen. Oder für sich sonst eine Methode finden, das Risiko für Unterschlagungen zu minimieren.
    Und dazu sollte dieser Thread dienen.

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  • schallereignissortierer
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    • 7. März 2013 um 08:47
    • #11
    Zitat

    Nämlich das man sich unter Kollegen in der Branche austauscht, wer ein guter und vertrauensvoller Kunde ist und es verdient was auf Dry Hire zu bekommen.


    Gute Idee, schon mal was von Datenschutz gehört?

    Weder gehen Dritte mein Name, meine Anmietungen und Zeiträume irgend etwas an, noch hat es einen Dritten zu interessieren, wie ich bezahlt habe.

    Man muss es sich "verdienen" DryHire anmieten zu können?
    Der Branche scheint es gut zu gehen, dass sie sich solcherlei "Verdienste" erlauben kann....

    Machen Sie das hauptberuflich oder verdient die Frau dazu?

  • Mechwerkandi
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    • 7. März 2013 um 08:55
    • #12
    Zitat von "yamaha4711"


    Wir bieten dann oftmals die Möglichkeit der Zulieferung sowie Auf- und Abbau an.


    An sich ist das das Mittel der Wahl.
    Die Kosten sind Gegenstand der Kalkulation, und das eigene Personal sorgt für sicheren Ablauf in jeder Hinsicht.

    Der Kunde will das nicht? Soll er woanders hin...

  • mringhoff
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    • 7. März 2013 um 09:19
    • #13
    Zitat von "klauston"

    Man sollte mal drüber nachdenken, ob man es nicht mal von der anderen Seite aufzäumt.
    Nämlich das man sich unter Kollegen in der Branche austauscht, wer ein guter und vertrauensvoller Kunde ist und es verdient was auf Dry Hire zu bekommen.


    Mein Kontakt zu Kollegen im Umkreis ist eigentlich sehr gut, aber daß ich jeden meine Kundendaten durchgebe, geht dann doch etwas zu weit.
    Momentan läuft es so, daß wir uns immer gegenseitig Warnungen mailen, wenn etwas vorgefallen ist oder uns gegenseitig anrufen, wenn eine sehr seltsame Anfrage gekommen ist.

    Zitat von "klauston"


    Die Tricks der Betrüger sind gut, die lernen auch dazu.


    ganz genau. Und um das rechtzeitig mitzubekommen, wäre es gut, wenn möglichst viele (Fast-)Geschädigte ihre Erfahrungen berichten.

    Wie sagte mal so schön Sam Levenson:
    Wir müssen aus den Fehlern der anderen lernen, denn wir leben nicht lang genug, um alle Fehler selber zu machen.

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  • tufkaklto
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    • 7. März 2013 um 11:10
    • #14
    Zitat von "schallereignissortierer"


    Gute Idee, schon mal was von Datenschutz gehört?

    Weder gehen Dritte mein Name, meine Anmietungen und Zeiträume irgend etwas an, noch hat es einen Dritten zu interessieren, wie ich bezahlt habe.

    Man muss es sich "verdienen" DryHire anmieten zu können?
    Der Branche scheint es gut zu gehen, dass sie sich solcherlei "Verdienste" erlauben kann....


    kann ja jeder halten wie er will.

    Wenn man zB will, dann kann man auch aus Datenschutzgründen bei Kreditauskunfteien seinen Namen löschen lassen.

    Wird dann von einer Telefongesellschaft, Bank, Internetanbieter, >TV Anbieter usw angefragt, dann kommt die Meldung "keine Daten vorhanden"
    Damit weiß jeder, Achtung, der hat sich löschen lassen.
    Finger weg, da könnte was faul sein.


    Und auf Deine Bemerkung, der Branche muß es gut gehen das man sich diese Verdienste erlauben kann:
    Dazu sage ich nur, es muß ihr gut gehen damit man solch hohes Risiko eingeht und sich solche Materialverluste leisten kann.

    Ich habe auch nicht gemeint, das man Kundenkontakte weitergibt, aber etwas Kommunikation würde oft nicht schaden.
    Im Regelfall kennt man die meisten Leute einer Gegend, die material benötigen.

    Es gibt einen beschränkten Kreis an Veranstaltern, Mitbewerbern die Dry Hire holen, DJs und Kultrvereinen.
    Die kennt man meist.
    Wenn wer kommt, den gar keiner kennt, dann wär ich mal vorsichtig.
    man kann den Kunden ja fragen, wo er sonst holt und eventuell mal dort anrufen, was man dazu sagt.
    Da kommt dann oft ein Finger weg, zahlt nicht, hat nie gemietet, alles Lüge oder sonstwas.

    Man würde sich viel Ärger ersparen.
    Aber jeder wie er will.
    Mir ist es egal.
    Ich bin nie um Kohle umgefallen, weil ich genau sowas vermieden habe.
    Jeder darf sein Material geben wem er will.
    Aber dann bitte nachher nicht jammern sondern es mit Fassung tragen

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  • mringhoff
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    • 7. März 2013 um 12:23
    • #15
    Zitat von "klauston"


    Ich habe auch nicht gemeint, das man Kundenkontakte weitergibt, aber etwas Kommunikation würde oft nicht schaden.
    Im Regelfall kennt man die meisten Leute einer Gegend, die material benötigen.
    Es gibt einen beschränkten Kreis an Veranstaltern, Mitbewerbern die Dry Hire holen, DJs und Kultrvereinen.
    Die kennt man meist. Wenn wer kommt, den gar keiner kennt, dann wär ich mal vorsichtig.


    Die Kommunikation ist in gewisser Weise immer da. Aber das hat leider alles seine Grenzen. Es ist ja nur der eigene Dunstkreis, in dem man mehr oder weniger offen miteinander kommuniziert und somit fallen wieder viele Kollegen im weiteren Umkreis wieder weg. Gerade in Großstadtnähe kann man sich gar nicht alle kennen.

    Gleiches gilt für die Kunden. Natürlich gibt es einige Kunden, die man kennt, auch wenn sie noch nie gemietet haben. Manche kommen auch auf Empfehlungen von anderen usw.
    Aber ich möchte mal meinen, ca. 50% der Neukunden im Dryhiregeschäft kennt man erstmal nicht. In der Großstadt sind es vielleicht sogar noch mehr.

    Da hilft nur ein Gespräch anzufangen, ohne daß es jetzt gleich wie ein Verhör rüberkommt. Es sind ja auch schließlich Kunden, die Wahrscheinlichkeit daß ein Betrug stattfinden soll, ist zumindest jetzt bei uns alle 5 Jahre einer....
    Aber genau den gilt es zu entdecken.
    Falls ich den Neukunden nicht kenne, frage ich ihn natürlich erstmal über sein Vorhaben aus. Auch einfach, um für ihn das richtige Material zu empfehlen. Dabei kann man schon viel raushören und vor allem nachfragen. Darüber hinaus frage ich immer, wie er denn auf uns gekommen ist.
    Danach gibt es eigentlich immer ein schriftliches Angebot, das per Mail rausgeht. Der unterzeichnete Auftrag kommt dann wieder per Post/Fax/E-Mail-Scan zurück.
    Das sind ja alles ganz "normale" Geschäftsgebaren. Wenn aber hier Ungereimtheiten auftreten oder man einfach ein schlechtes Gefühl hat, wird weitergeforscht. Gerade wenn man keine "feste" Adressen hat (Domain, Postadresse, Festnetztelefon/Fax), fangen die Alarmglocken im Hintergrund an sich bereit zu machen...

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  • olmei
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    • 7. März 2013 um 13:50
    • #16

    Den Typ mit dem defekten M7CL hatte ich auch schon.
    Evtl. war ja auch bei mir die Story ernst.
    ich war unterwegs und konnte nichts rausgeben.
    Daraufhin wurde gedrängelt, ob nicht jemand anders das Material rausgeben könnte.
    Das ging leider nicht, weil ich nur die Handynummer und eine Email hatte.

    Bis heute keine Ahnung ob das nun ein verpasster Job war oder mein Pult gerettet hat.

    <><
    amtlicher Leser des paforums.de seit 2004.

  • mringhoff
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    • 7. März 2013 um 14:17
    • #17

    ja, und er hat mich zudem noch gefragt, wer denn noch so eins hätte. Wollte ihm da keinen nennen, außer die großen (weltweiten) Anbieter.
    Nicht daß er dann beim Kollegen anruft und sagt: "Schönen Gruß von XY, ich soll mich bei Euch melden...."
    Der Trick mit den vermeintlichen "Referenzen"...

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  • Teddytaste
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    • 7. März 2013 um 18:25
    • #18

    Lasst mal den Billbo erzählen, schließlich waren es seine Pulte die den Eigentümer gewechselt haben.... :evil:
    Bin mal auf seine Erfahrungen und seine Sichtweise bzw. Erzählung gespannt!

    lg

    peter birkholz

    pb-showtechnik.de

  • billbo
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    • 8. März 2013 um 00:34
    • #19

    Da gibt’s kaum was zu erzählen. Derjenige, der das verzapft hat, spricht da nicht so gerne drüber. :roll:

    Als ich auf Tour ging war das Lager voll - als ich zurück kam nicht mehr ganz so voll. War zum Glück viel altes Zeug dabei, und fast alles stand in den Büchern des Kollegen, der den famosen Deal in der Zwischenzeit eingefädelt hatte. Auf jeden Fall weiß der aber seither, wie man eine sehr satt fünfstellige Sonderabschreibung verbucht. Und die eingenommene Vorkasse + Kaution musste er zur Strafe auch noch versteuern. :lol:
    Das mit dem M7 war natürlich schon ein bisschen ärgerlich – der war damals noch fast jungfräulich. Hoffentlich geht’s ihm gut da drüben hinter den Karpaten.

    Die Kripo nennt so was im internen Sprachgebrauch übrigens 'Aufbauhilfe Ost'. :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • mringhoff
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    • 8. März 2013 um 07:36
    • #20

    und mit welchen Tricks / Sprüchen / Vorgehen konnten Sie Deinen Kollegen davon überzeugen, die Aufbauhilfe Ost zu leisten?

    Wie lief das denn nun konkret ab?

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