Bei der Wahl von LS-Systemen wird oft ein übertrieben großer Wert gelegt auf "für wie professionell halten mich meine Mitbewerber und Kunden, wenn ich mit Anlage vom Hersteller A - oder besser vom Hersteller B - arbeite".
Wie der Admin in einem anderem Beitrag schon mal anmerkte: Viele Hören nicht mit den Ohren, sondern mit den Augen (ich hoffe, daß ich das sinngemäß so richtig wiedergebe ...).
Besonders jüngere (sorry ...) Beschaller und Mucker wollen mit "amtlichen Holz" - groß und mächtig (...) auf dem Putz hauen.
Auch wenn es vielleicht nicht optimal klingt - es sieht wenigstens g... aus ...
Viele Verleiher haben nämlich heute gar nicht mehr das Problem, zu wenig "Druck" machen zu können: Es gibt heute häufiger als früher Beschwerden wg. zu hohen Lautstärken mit dem Ergebnis, daß Feste geschlossen oder zeitlich stark eingeschränkt werden, Veranstalter zahlen Bußgelder wegen Lärmbelästugungen etc.
Auch die penetrante, an religiöser Überzeugung grenzende Markengläubigkeit (Eminence ist scheiße - B&C ist amtlich, "mit Dynacord hat schon mein Opa gespielt" ...) führt zu richtigen Überzeugungsarien, die letztendlich keinem etwas bringen.
ZUM KLANG:
Wie gut ein System klingt, hängt zu 80 ... 90 % von seiner Abstimmung ab (und nicht vom eingebauten Chassis). Mit einem mittelmässigem Chassis - gut abgestimmt - erreiche ich mehr als mit einem (amtlichen) "Edelchassis" in einer "Bananenkiste" mit Taschenrechner-Weichen-Abstimmung.
DIE BELASTBARKEIT
hängt von mehreren Faktoren ab:
- Die mechanische hängt von der Gehäuseabstimmung (Schallführung) und dem Chassis ab (und kann mit geeigneten Maßnahmen - z.B. Hochpassfilter z.B. bei BR - verbessert werden).
- Die elektrische Belastbarkeit hängt auch von der Schallführung (z.B. Einfluß eines Horn ...), dem Antrieb (Schwingspule, Material ...) und dem Einsatzbedingungen (Trennung/Flankensteilheit der Weiche, zu verarbeitendes Musik-Material ...) ab.
MEIN TIP
Wer eine PA plant, sollte erst überlegen, was er damit vor hat (und nicht welcher Hersteller ist denn momentan gerade mal "oberamtlich" ...), wie seine Transportmöglichkeiten aussehen etc.
Und: Es gibt viele Hersteller (auch weniger bekannte ...) die gute Systeme entwickeln.
Der beste Weg ist immer: Unter möglichst praxisnahen Bedingungen ausprobieren und vergleichen - nur so bekommt man die optimale Anlage für die selbstgesteckten Ansprüche.
Viele Grüsse sendet