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Yamaha TF Serie

  • Wurst Werner
  • 15. April 2015 um 10:36
  • audiobo
    Profi
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    7
    • 27. Februar 2024 um 13:44
    • #81

    Nachdem ich in den letzten Jahren nur 2x Kontakt bei irgendwelchen "möglichst schnell und schmerzlos"-Einsätzen zu einer TF-1 hatte, ergab sich letzte Woche ein etwas ausführlicherer Eindruck:

    Lokales Schulmusical mit dem hauseigenen, nagelneuen TF-3, Handmikrofone für Solo-Gesang vom Haus, Headsets für Sprache und Chorgesang selber mitgebracht.

    Ich liste einfach mal mit +/- auf, was mir so dazu aufgefallen ist, manche Aussagen dürften hier redundant sein, an anderen Stellen scheint die aktuelle Firmware neues zu bieten.

    Setup:

    • Hausmikrofone liegen über irgendeine versteckte Dante-Kiste auf den Eingängen 1-6 an,
    • mobiles Funkrack am FoH per XLR direkt auf's Pult.
    • 8 Kanäle Headset vom Input für Gesang direkt auf Gruppe,
    • Dieselben 8 Headsets für Sprache mit PreDigitalGain-Abgriff über USB durch's Superrack auf die nächsten 8 Kanäle
    • 2 DCAs für Sprache (Linebyline geht eh nicht, ich habe bis zur letzten Aufführung immer neue Abweichungen vom Skript gefunden), 1 DCA für Chor, 1x Solos, dann noch für FX und 2 Track-Kanäle (Zuspieler, Bandsumme).
    • Szenenspeicher wurde für DCA-Zuweisung, CH ON und FX benutzt

    Band habe ich über ein MR18 gemischt, da es aktuell noch keine TIO für die Bühne gibt.


    Allgemeines & Bedienung:

    + gut und flüssig zu bedienen, Grundfunktionen sehr schnell erreichbar

    + Hartkunststoff-Buttons mit gutem Druckpunkt (mag ich lieber als Gummitaster)

    + 3fach LED-Meter praxisgerecht ausgelegt (-40/-20/0dBfs)

    + gute Übersicht mit den Grauabstufungen der Pultoberfläche, (mag ich auch an der Rivage - vor allem wenn's dunkler wird)

    - Kanalzüge werden vertikal unzureichend angezeigt, das Hoch- und Runterschieben mit dem Finger um zu den unterschiedlich Processingbereichen zu gelangen nervt irgendwann

    + Fusstasteranschluss mit allen UDK-Befehlen (in meinem Fall Scene INC Recall (=Go+Next))

    + 4 User Knobs (z.B. für alle relevanten Selected CH - Parameter, wie Gain, Threshold, Pan,…)

    + 8Ch Dugan-Automix (CH1-8, so wie im X/M32)

    + insg. 8x FX (auch alle als Hall nutzbar),

    -> davon 2 als klassische Send FX,

    -> 6 im Insert von Aux 9/10-19/20, also abhängig von der Nutzung des Busses wahlweise als Send FX oder Gruppeninsert zu verwenden (in meinem Fall ging z.B. der Chor auf Bus 11/12 und wurde dort direkt mit einem Mixanteil von ca. 15% verhallt).

    + 4x Matrix

    - Recording nicht auf USB-Stick, nur über USB-PC-Verbindung oder auf iPad (nicht getestet)

    Richtig gut:

    + Der Custom-Layer kann DCA-RollOut, dafür gibt es extra "RollOut"Fader


    Szenenmanagment

    - max. 200 Scenes (je 100 Scene A / Scene B)

    - keine unlöschbare „00-Initial“-Scene

    + relativ fein unterteiltes Recall Safe (s. Bild)

    -> PAN jedoch ist zu keiner Unterteilung zugehörig, wird also immer mit recallt ausser bei der Einstellung „ALL“ - das gleiche gilt für die DCA- und MUTE-Gruppenzuweisung - in meinem Fall blöd, weil ich irgendwann gemerkt habe, dass ich mit verkurbelten PAN-Einstellungen (abwechselnd L/R) die Szenen mit DCA-Zuweisung und ON-Status erstellt habe - also alle Szenen durch drücken und jeweils in 8 Kanälen Pan auf C drehen und speichern.

    - bei Szenenwechsel braucht das Pult ca. 1s - bis dahin ist kein Fader bedienbar

    Editor:

    + gleicher Look wie Pult, kein Umdenken nötig

    - Nachteile wie unvollständige Kanaldarstellung (vertikal) sind ebenfalls vorhanden

    + Reset von Fadern etc. per „Cmd+Klick“, jedoch:

    - „PAN“ lässt sich auf diese Weise nicht nullen (Workaround über Send PAN Link, in den Sends funktioniert es)

    Routing/Patch

    + grundsätzlich keine Überraschungen im Routing

    +/- simpler 1:1 Patch (gut, weil weniger Fehlerquellen, schlecht weil weniger flexibel)
    Daraus entstand folgendes Problem: wenn kein Dante-Zugriff zugelassen ist (Festinstallation) ist das Routing zu den Automix-Kanälen fix. Problematik in meinem Fall war: Ich hätte gerne die Handmikrofone vom Haus für den Sologesang auf andere Kanäle gelegt und die selber mitgebrachten Headset über den Dugan laufen lassen.

    + DirectOut-Optionen (4 mögl. Abgriffpunkte, Pre digital Gain - Post Fader/On)

    - keine FIX-Busse

    - keine Inserts

    - keine Sidechains

    - kein BUS->USB-Routing (siehe Blockschaltbild)

    - Dante-/Slotzuweisung der Outputs im Pult nicht ersichtlich


    sonstiges:

    + unter MacOS recht performante USB-Schnittstelle, Superrack liess sich so latenzmässig unauffällig einbinden

    + Einsatz von Mixingstation möglich (nicht getestet)

    + Einsatz von TheaterMix möglich (nicht getestet)

    Seltsames/evtl.Bugs:

    - irgendwie schienen nicht alle USB-Wege nutzbar, ab CH25 habe ich kein Signal mehr in den Rechner bekommen - aber leider nicht genug Zeit dem in Ruhe auf den Grund zu gehen

    - Netzwerk - Editor verbindet sich nicht immer, obwohl Pult erkannt wird & keine weiteren Remotes verbunden waren (laut Manual dürfen max. 3)



    Fazit:

    Alles in allem ein übersichtliches, hausmeisterkompatibles Pult für Installation und dabei , mit ein paar Abstrichen, flexibler einsetzbar als es im ersten Moment den Anschein macht.

    Wenn man Herr über den Dantepatch ist, ist man auch freier bzgl. der Ein- und Ausgangsbelegung.

    RecallSafe finde ich in der Preisklasse besser als A&H SQ, dort kann man entweder nur den ganzen Kanal Safe schalten oder im SceneScope den Recall für die Funktionsblöcke ALLER Kanäle (de-)aktiveren.

    Dafür muss man auf Dinge wie Insert und Sidechain komplett verzichten

    Einmal editiert, zuletzt von audiobo (27. Februar 2024 um 14:45)

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