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iLive, Dante und der virtuelle Soundcheck.

  • Bodenanker
  • 28. Mai 2015 um 13:03
  • Bodenanker
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    • 28. Mai 2015 um 13:03
    • #1

    Mahlzeit.

    Ich sitze gerade am einem Konzept für ein Touring-Setup aus:
    4* iLive DSP's + Dante-Cards
    3* Dante Interfaces (HF-City + Neben-Areas)
    3* Audio-Video-Schnittstellen (via Dante)
    + Multitrack-Recording.


    Aufbauzeit des Setting's wird minimal sein.
    Auf größeren Touren hört man öfter von 'virtuellen Soundcheck's', also Soundchecks, die mit recordeten Sessions durchgeführt werden.
    Meine Frage ist, wie das praktisch umgesetzt ist.

    Überlegung 1:
    Kann ich 2 Dante-Kanäle auf einen Eingang routen (im Dante-Controller), also Live- + Multitrack-Spur ?
    Problem daran ist, dass die iLive dann nicht die lokalen MicPre + Dante routen kann.

    Überlegung 2:
    Ich erstelle in der iLive 2 Scene's in der nur die Eingänge getauscht sind.
    Scene 'virtual Soundcheck': alle Eingänge aus dem Multi-Track
    Scene 'Live' Alle Eingänge mit den Live-Kanälen/MicPre's
    Problem: Pegeldifferenzen, wenn am MicPre-Gain gedreht wird (also fixed Gain + global Trim als Lösung?)

    Überlegung 3:
    Das geht bestimmt noch anders - Ich komm' bloß nicht drauf.
    Ich würde mich über etwas Schützenhilfe freuen. wie löst Ihr das?


    danke für die Antworten.

  • wora
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    • 28. Mai 2015 um 23:49
    • #2

    ich nutze für recording nach wie vor kein Dante sondern MADI. aber das spielt für dieses beispiel keine grosse rolle.

    deine variante 2 war die von mir benutzte.
    also zwei szenen, in denen einmal die MADI inputs aus dem recording auf die kanäle geroutet wurden, und einmal die physikalischen iLive inputs. der rest wurde nicht recallt (das geht ja in der iLive sogar ohne "scene recall safe").
    das hat soweit auch einwandfrei geklappt.

    mittlerweile nutze ich das zurückspielen aus dem recorder ins pult nur noch selten, und zwar nur noch wenn ich mal wieder ein bisschen finetuning machen möchte. auf bühnen (stichwort "virtual soundcheck") nutze ich es gar nicht mehr.
    das hat folgenden grund :
    -> ohne backline bringt mir das nicht viel, weil ich ohne diesen "krach" gar nicht so genau abschätzen kann, wie das gesamtergebnis wirklich klingen wird.

    und so ist meine einschätzung aus eigener erfahrung:
    virtual soundcheck ist zwar eine nette idee, aber live leider nur sehr selten zielführend einsetzbar.
    für das finetuning des pultes im lager kann diese vorgehensweise aber durchaus gute dienste leisten.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • SebastianJaeger
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    • 29. Mai 2015 um 07:26
    • #3

    Der virtual Soundcheck lohnt sich in meinen Augen nur bei "richtig großen" Produktionen.
    Diese müssen so groß sein, dass der Direktschall von der Bühne beim Mischen nicht mehr ins Gewicht fällt.
    Open Air wird dieser Fall etwas früher eintreten als Indoor. Um was für Venue Größen geht es denn?

    Gruß

    Sebastian

    Jäger-Audiosolutions - Tools vom Tontechniker für Tontechniker
    http://www.jaeger-audiosolutions.de Cat Multicores, Speakon Multicores, Rednerpultmulticores etc., CNC Bearbeitung

  • wora
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    • 29. Mai 2015 um 11:39
    • #4

    genau das meinte ich mit "live leider nur sehr selten zielführend einsetzbar"... :lol:
    für das monitorsetup ist das übrigens auch auf grossen bühnen problembehaftet, wenn die backline nicht in betrieb ist. es ist aber möglicherweise "etwas weniger blindflug", wenn aus irgend welchen gründen kein soundcheck mit den musikern gemacht werden kann.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Bodenanker
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    • 29. Mai 2015 um 12:36
    • #5

    wora:
    vielen Dank für deine Antwort.

    Die Backline ist bei uns kein all zu großes Problem. Amp's verschwinden gerne unter der Bühne, das Drumset ist gehaust und Wedges fliegen auch keine Rum. Die Planung geht in Richtung Silent-Boxen für die Amps.

    Erste Aufgabe des 'virtuellen Soundcheck's' wäre zuerst eine 'Offline-Klangoptimierung' für die 4 iLive-Pult also Failback-Option.
    (zb. ein brauchbares Drum-Mix, der bei Zeitnot schnell ein brauchbares Ergebnis liefert)

    2. Aufgabe wäre dann, Optimierungen der InEar-Mixe, um in Ruhe verschiedene Varianten an den Vocals ausprobieren zu können.

    3. Aufgabe, dann bei größeren Produktionen einen 'Ruff-Mix' auf die InEars und PA zaubern zu können.


    SebastianJaeger:
    Wir sprechen über bis zu 50 Live-Kanälen mit 4 Haupt-Mixen und 12 Monitorwegen.
    Die Venue's reichen von 450 - 5.000 Pax direkt + Broadcasting und Recording


    Danke für eure antworten, bis hier hin!

  • hermste
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    • 29. Mai 2015 um 16:02
    • #6

    Die Patchsache ist am besten m.E. direkt im Dante Controller zu lösen.
    Speichere ein Preset (so nennt Audinate eine Komplettspeicherung eines Systems) mit Showmodus und ein Preset mit Soundcheckmodus. Lade dann allerdings nur die Rx Channel Subscriptions. Wenn du alles ladest, dauert es sehr lange - und vor allem ist es nicht notwendig, dass alle IP-Adressen, Clock settings usw. usf. neu zugewiesen werden. Ich sehe das eher sogar als Fehlerquelle, wenn man alles lädt.

    Ich mache es so, dass ich im "Preset Elements" Bereich (ganz links) zuerst "none" aktiviere und dann eben nur "Rx Channel Subscriptions" aktiviere. Das geht dann recht fix - je nach Systemgröße dauert es 5-15 Sekunden.

    Nein, du kannst nicht zwei Inputs auf einen Kanal in der Dante-Ebene patchen. Natürlich kannst du einen Ausgang auf mehrere Eingänge patchen.
    Dante per se (so würdest du es nutzen) hat gar keine DSP Ressourcen (z.B. Sampleratekonvertierung, Mix-Funktionen, ...) - außer natürlich, wenn das die Geräte selbst machen - das passiert aber eben nicht in der Dante-Welt, sondern in einer DSP-Welt.
    Das ärgerliche, so weit ich das jetzt bei dir verstehe, ist, dass nicht alles auf einem System ist, sondern die normale Bühnenverkabelung über das ACE/ilive-Dings geht und somit diese Welt nicht in den Dante Controller integriert ist.

    Bietet deine iLive wie Midas-Konsolen die Option, "Tape returns/Playback" (wie früher Studio inline-Pulte) zu aktiveren, oder wie bei Soundcraft VI auf einen zweiten Input umzuschalten? Das wäre eine Lösung, wie du schnell auf Dante-Inputs umschalten könntest. - Und nicht einmal das Dante Controller Preset ändern/laden müsstest.

    Mache dir ein Wordclock-Konzept - ist nicht kompliziert, trotzdem musst du die Dantewelt mit der iLive-Welt synchronisieren, z.B. wenn du die iLive als Wordclock-Master nutzt, musst du die Dante-Karte der iLive in Dante Controller als Preferred Master und "Clock to external Wordclock Input" (nicht der exakte Wortlaut) setzen und die restlichen Dante-Geräte dann als Wordclock-Slave definiert haben.

  • Bodenanker
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    • 29. Mai 2015 um 19:37
    • #7
    Zitat von "hermste"


    Die Patchsache ist am besten m.E. direkt im Dante Controller zu lösen.
    Speichere ein Preset (so nennt Audinate eine Komplettspeicherung eines Systems) mit Showmodus und ein Preset mit Soundcheckmodus. Lade dann allerdings nur die Rx Channel Subscriptions. Wenn du alles ladest, dauert es sehr lange - und vor allem ist es nicht notwendig, dass alle IP-Adressen, Clock settings usw. usf. neu zugewiesen werden. Ich sehe das eher sogar als Fehlerquelle, wenn man alles lädt.

    Ich mache es so, dass ich im "Preset Elements" Bereich (ganz links) zuerst "none" aktiviere und dann eben nur "Rx Channel Subscriptions" aktiviere. Das geht dann recht fix - je nach Systemgröße dauert es 5-15 Sekunden.

    Hab' mir das gerade angesehen, mit den Dante-Presets.
    Scheint keine große Zauberei zu sein.

    Zitat von "hermste"


    Nein, du kannst nicht zwei Inputs auf einen Kanal in der Dante-Ebene patchen. Natürlich kannst du einen Ausgang auf mehrere Eingänge patchen.


    Okay, dann ist das geklärt.
    Macht ja irgendwie auch nicht all zu viel Sinn.

    Zitat von "hermste"


    Dante per se (so würdest du es nutzen) hat gar keine DSP Ressourcen (z.B. Sampleratekonvertierung, Mix-Funktionen, ...) - außer natürlich, wenn das die Geräte selbst machen - das passiert aber eben nicht in der Dante-Welt, sondern in einer DSP-Welt.
    Das ärgerliche, so weit ich das jetzt bei dir verstehe, ist, dass nicht alles auf einem System ist, sondern die normale Bühnenverkabelung über das ACE/ilive-Dings geht und somit diese Welt nicht in den Dante Controller integriert ist.


    Das Dante keine DSP-Ressourcen hat, ist mir völlig klar.

    Zum Setting:
    zwei iLives stehen rechts und links der Bühne (1*Drum's, 1*alle anderen MicPre) die mit 'ihrem' Pult via ACE kommunizieren,
    während die DSP's untereinander mit Dante kommunizieren, um auch Dante-Interfaces einbinden zu können.
    eine dritte iLive steht am FoH und nimmt dort die Inputs auf.

    Zitat von "hermste"


    Bietet deine iLive wie Midas-Konsolen die Option, "Tape returns/Playback" (wie früher Studio inline-Pulte) zu aktiveren, oder wie bei Soundcraft VI auf einen zweiten Input umzuschalten? Das wäre eine Lösung, wie du schnell auf Dante-Inputs umschalten könntest. - Und nicht einmal das Dante Controller Preset ändern/laden müsstest.


    Ich kann in den iLive-Scene's die Channel-Inputs einzeln selektieren, und das gleiche durchführen, das Du mit dem Dante-Controller vorgeschlagen hast.
    So können sogar realer und virtueller Soundcheck synchron laufen, weil jeder Techniker an seiner DSP frei entscheidet, mit welcher Scene/Inputs er den Soundcheck durchführt.

    Zitat von "hermste"


    Mache dir ein Wordclock-Konzept - ist nicht kompliziert, trotzdem musst du die Dantewelt mit der iLive-Welt synchronisieren, z.B. wenn du die iLive als Wordclock-Master nutzt, musst du die Dante-Karte der iLive in Dante Controller als Preferred Master und "Clock to external Wordclock Input" (nicht der exakte Wortlaut) setzen und die restlichen Dante-Geräte dann als Wordclock-Slave definiert haben.


    Den Dante-clock hab' ich auf dem Schirm, hat aber bisher noch keine Priorität - trotzdem Danke für die Erinnerung.


    Muss' mal sehen, ob ich das Konzept die Tage mal als Struktugramm auf Papier bringe.....

  • wora
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    • 29. Mai 2015 um 21:42
    • #8
    Zitat von "Bodenanker"

    ...

    Zum Setting:
    zwei iLives stehen rechts und links der Bühne (1*Drum's, 1*alle anderen MicPre) die mit 'ihrem' Pult via ACE kommunizieren,
    während die DSP's untereinander mit Dante kommunizieren, um auch Dante-Interfaces einbinden zu können.
    eine dritte iLive steht am FoH und nimmt dort die Inputs auf. ...

    das hört sich ja sehr interessant an.
    es gibt also zwei monitormixer, einer für percussion und der andere für den rest? und der dritte mann mischt sich die front aus den digitalen Dante-inputs zusammen?
    da muss das team aber schon gut harmonieren. :wink:


    Zitat von "Bodenanker"

    ...


    Ich kann in den iLive-Scene's die Channel-Inputs einzeln selektieren, und das gleiche durchführen, das Du mit dem Dante-Controller vorgeschlagen hast.
    So können sogar realer und virtueller Soundcheck synchron laufen, weil jeder Techniker an seiner DSP frei entscheidet, mit welcher Scene/Inputs er den Soundcheck durchführt.

    ....

    eben. die szenenverwaltung der iLive lässt es zu, dass man in einer szene ausschliesslich inputs umschaltet. sont nix. und man kann auch festlegen, welche inputs recallt werden sollen. dafür muss man in dem pult also keine volle szene recallen. und das geht dann auch sehr schnell.
    damit benötigt man hier keine A/B eingänge, denn man ist in der auswahl der quelle pro kanal und szene völlig frei.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Bodenanker
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    • 2. Juni 2015 um 15:44
    • #9
    Zitat von "wora"

    das hört sich ja sehr interessant an.
    es gibt also zwei monitormixer, einer für percussion und der andere für den rest? und der dritte mann mischt sich die front aus den digitalen Dante-inputs zusammen?
    da muss das team aber schon gut harmonieren. :wink:

    Mein Fehler:
    eine iDR steht Stage-Center für Keys, Gitarren, sonstiges
    eine iDR steht an den Drum's, um sich das analoge MuCo zu sparen
    eine iDR steht am FoH und nimmt dort die Zuspieler von der Media-Fraktion entgegen (Video-Ton, Producer, sonst. Zuspieler)

    Gemixt werden: (auf 3 Konsolen)
    12 InEars
    1 FoH + 3 Nebenräume
    1 Livestream + Recording

    Aber ja, dafür ist ein gut eingespieltes Team notwendig..... :shock: :oops:
    Haben wir aber :D:D

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