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Beiträge von bernd häusler

  • Die Mär von der Phase...

    • bernd häusler
    • 30. März 2012 um 17:55

    Moin,

    huh, Flachtrennwahn ist immer noch verbreitet :roll: . Es gibt viele sehr gute Gründe auch mit banalen IIR-Filtern die zur Verfügung stehenden Flankensteilheiten voll zu nutzen. Es mag sein, daß FIR das schlechte Groupdelay-Phasen-Gewissen beseitigt. Ich will da auch garkein neues schlechtes Gewissen schüren, aber wer die realen Probleme von FIR begriffen hat (Ripple) ...Das Ergebniss ist wohl gleichwertig, und mit beiden Techniken ist das Ergebniss steiler Trennung der geradezu wahnhaften Flachtrennung um Welten überlegen. Und dort, wo FIR in seltenen Fällen tatsächlich Vorteile hätte, wirds wieder nicht akzeptiert, wegen der Latenz. Damit überhaupt Vorteile hörbar werden könnten, müsste man mindestens die konstruktiven Resonatoren weglassen, wer sich das leisten kann braucht ohnehin kein schlechtes Gewissen haben, so gut klingt das. Wobei mir so oder so noch kein, nichteinmal ein empirisch korrekter Nachweis begegnet ist, daß komplett phasenkompensierte Lautsprecher wirklich besser klingen.

    Schließlich ist das in der von billbo skizzierten Ausgangslage "... beim Betrieb räumlich getrennt voneinander installierter Lautsprecher." ohnehin ausgeschlossen.

    Und bevor jetzt das große "ja aber" beginnt, probierts mit Einzellautsprechern und auch realen PAs aus ...und schwafelt nicht rum :wink:

    Zitat von "simonstpauli"

    So kleine Veranstaltungen hätte ich auch gerne. Auf exploded mono kann ich seltenst verzichten...

    So kleine VAs, insbesondere mit meiner PA, sind in jeder Hinsicht Luxus :cry: :D ...exploded PAs finde ich in der Regel vor, und da drängle ich mich sicher nicht am Systemer vorbei, weil ich das in dem bisschen Zeit nicht besser kann. Und wenn kein Systemer da ist trete ich solange gegen das Rack bis die Wackler weg sind :D . Wenn ich als Mischer da bin mache ich einfach meinen Job, und wenn ich für das System verantwortlich bin auch. Babylonische Zustände kennzeichnen schlimme Baustellen.

    Wofür wären Mischer und Systemtechniker denn gut, wenn es nur Normwohnzimmer mit genormten Stereoanlagen - mit 2 Sofapax... Mist, zwei ist eine(r) zuviel ...egal, "feuchter Daumen" :D

    Viele Grüße,

    Bernd

  • Die Mär von der Phase...

    • bernd häusler
    • 29. März 2012 um 16:04

    großartig, danke Kracky

  • Die Mär von der Phase...

    • bernd häusler
    • 29. März 2012 um 16:00

    Moin,

    Zitat von "billbo"

    Herzensangelegenheit. :wink:

    auch ;)

    CB in Bass und Lowmid schaffen natürlich günstige Vorraussetzungen zur Diskussion über die Phasenbeziehung. Doch wer mit realen Veranstaltungen zu tun hat muß sich mit weniger Luxus begnügen, und mit artefaktbehafteten Resonatoren umgehen. Chassis klirren immer und somit ist die korrekte phasen- (und zeitrichtige ;) ) Trennung zunächst auf die Fundamentale begrenzt. In wie weit der Chassisklirr einen zeitlichen Bezug zur Fundamentalen hat, darüber entscheidet dann die Lautsprecher-Konstruktion. Vereinfacht könnte man sagen, daß man bei CB sehr wohl von Harmonischen sprechen kann, weil der Klirr einen sehr direkten zeitlichen Bezug zur Fundamentalen hat. Bei BR dringt jedoch auch verzögerter Klirr nach außen, zusätzlich gefiltert durch stehende Wellen im Gehäuse und im Helmholtz-Kanal. Dann sind diese Kanäle ja auch nicht wirbelfrei und somit gibts noch Rauschen dazu.

    Das sollte man einbeziehen, wenn man den Nahbereich zurechtfrickelt, denn dort sind die Bässe nicht nur unterhalb der Trennung zu laut, sondern selbst bei extremen Flankensteilheiten oberhalb der Trennung. Oberhalb der Trennung ist Lärm. So kommt es, daß die Lücke, der bewusst zu tief getrennte Bass, oft der einzig akzeptable Weg ist, um in nahen Publikums Bereichen nicht den musikalisch wichtigeren Bereich zu sehr mit "Lärmfahnen" zu maskieren.

    Oder anders gesagt, was will man denn an Phase raushören, in dem Lärm... unter solchen Bedingungen kann man das nur messen.

    Messen ist auch der einzige Weg in realistischer Zeit überhaupt Ergebnisse zu produzieren. Aber ohne Ziel findet niemand den musikalischen Kompromiss aus bestmöglicher Zeitbeziehung und cruden Behelfslücken, oder auch nur die sinnvollen Pegelverhältnisse. Überzogene Basspegel sind zwar modern, vergrößern jedoch die Probleme...

    ...auch für die Tops, die gerade am unteren Ende ihre liebe Not haben, was dann die Mitten zermüllt.

    So genügt es eben nicht das unverzichtbare Meßsystem auszupacken, man muß auch einen erfahrenen Beschallungs-Systemtechniker dransetzen, Meßtechniker allein genügt nicht. Was dann die "gemixte" Darbietung betrifft, nunja, da sind weitere Variablen... Nach meiner (selbst-) Beobachtung endet die Musik häufig bei 300 Hz, unten gibts nur den Bumm der Bassdrum, und der klingt so wie der jeweilige Basslautsprecher eben klingt. Hätte ich nicht Erfahrungen mit CB/CB oder früher Horn/CB in überschaubaren Aufbauten... ...ich weiß aber auch was bei größeren Aufbauten geht und was nicht, da kann ich mir lange die komplett CB/Horn Fullrange-Line wünschen, viele wollen eben mehr Bass als sich aufhängen lässt. => weil sie schlicht nie erleben konnten wieviel Musik sich zwischen 50 und 300Hz unterbringen lässt, und so auf monströses 40Hz Getöse ausweichen.

    Naja, wenn dann wenigstens Bumm und Anschlag im selben Zeitfenster sind, ist viel erreicht.

    "exploded-mono-Stacking" :D Was liebe ich doch die kleinen Veranstaltungen, da braucht man eben keine exploded PAs, denn das geht nie gut, nur bestmöglich.

    Viele Grüße,

    Bernd

  • Neues von Allen & Heath?

    • bernd häusler
    • 26. März 2012 um 07:56

    jo, keine CPU in der Stagebox, und vermutlich nur noch Eine im Pult, gespart ist verdient. Die handlichste mischtaugliche Einheit bleibt die iDR mit Editor-Laptop ;)

  • Neues von Allen & Heath?

    • bernd häusler
    • 26. März 2012 um 05:44

    Moin,

    wora: Der "Surface-Zwang" ist tatsächlich ein bemerkenswerter Rückschritt ;-). Aber eingesparte CPUs machen den Preis möglich, ich vermute das GLD System hat nur noch Eine, im Gegensatz Dreien bei iLive.

    Viele Grüße,

    Bernd

  • Neugikeiten von der PLS fürs Selbstbaubrett

    • bernd häusler
    • 21. März 2012 um 15:08

    Moin,

    @ hp: Hast recht, den Trend hat aber nicht Eighteensound eingeleitet. Deswegen denke ich auch an die Nutzung in Fullrange Linearray-Modulen, da hat die Miniaturisierung nicht die von Dir zu recht kritisierten Folgen. Netterweise hat Eighteensound auch die Martinbin Fraktion nicht vernachlässigt: der 15W750, neu und sicher nach dem besten Stand der Kunst. Einen aktualisierten leichtfüßigen 18er gibts mit dem 18W2000 auch.

    @ u.a.: Parametriert wird heutzutage extern, Du hast selbst den Link zu einem Endstufenmodul gepostet, das dafür umfassend vorbereitet ist. Dort kann man auch meine Spezialschaltung einfach in den Editor eintippen. z.B. unter "Added Re". Was man nicht extern vergrößern kann ist eben das BL und die TDP, deswegen hat der 18TNLW3000 genug davon.

    Der Bastelwastel hier im Forum hat ja schon Probleme CB als sinnvoll zu begreifen, noch mehr damit diese in Spezialschaltung aufzubauen. Für die gibts den 18TLW3000, der hat für die Leute, die den Sinn externer Parametrierung nicht begreifen die richtigen CB-Parameter - und ist genauso leicht wie der NLW9600 - und das trotz Ferrit.

    Wie oben schon angedeutet hat Eighteensound nicht nur die Ultrabassfraktion gepflegt, und zwingt als Hersteller niemanden extern parametrierte Hightech-Lautsprecher zu bauen. Für den Selbstbauspaß gibts wirklich für jeden Klassiker ein gepflegtes modernes Chassis.

    Viele Grüße,

    Bernd

  • Neugikeiten von der PLS fürs Selbstbaubrett

    • bernd häusler
    • 21. März 2012 um 07:10

    boah, erst BL ohne R_e Betrachtung, dann "nur" 95dB, oder 94... gibts denn ein Basschassis, das im Bass mehr macht? Laute Mitten braucht man wohl bei einem Sub nicht :roll:

    dann wieder völlige Ratlosigkeit, wofür ein Chassis mit einem QTS von 0,17 denn brauchbar wäre, und einem BL von 45N/A bei R_e 4,6ohm. Habt Ihr schon die zwei Klemmenpaare bemerkt? Das "UFO" sollte man schon hinterfragen, auch wenns nach Dekokappe aussieht, ich glaube nicht, daß nach dem Abschrauben noch überhaupt ein Ton rauskommt ;)

    Gleich kommt noch Einer der von trägen 400 Gramm schwafelt.

    Egal, muß keiner begreifen, daß sich damit die lauteste CB bauen lässt, die noch kleiner und leichter als der CB18 ist. Wenn ich der Markt wäre würde ich endlich echte Fullrange Linearrays anbieten... mehr Bass-Power aus winzigem leichtem Volumen geht nicht. Chassisgewicht 8,5kg?

    Und wer Martin 115 Bins toll findet, der braucht keine Ahnung von Lautsprechern haben... ja, sowas ist toll, nur haben wills keiner mehr.

  • Neugikeiten von der PLS fürs Selbstbaubrett

    • bernd häusler
    • 20. März 2012 um 22:25
    Zitat von "unknown_artist"

    Riecht ganz stark nach: http://www.powersoft-audio.com/en/products/amp-modules/ipal.html.


    ...Impedance control parameters... ...Added Re... :D

  • Neugikeiten von der PLS fürs Selbstbaubrett

    • bernd häusler
    • 20. März 2012 um 21:24

    "nur" 22,5N/A ...bei einen R_e von nur 1,1ohm ;)

  • Welches Amping für Array???

    • bernd häusler
    • 18. März 2012 um 03:38

    Moin,

    Für 2ohm Lautsprecheranordnungen reicht eine 2ohm Endstufe nicht. Endstufen werden an rein ohmschen Dummy-Loads getestet, und Lautsprecher mit 2ohm Spezifikation - das sind einfach nicht die gleichen 2ohm. An Lautsprechern muß die Endstufe viel Blindleistung verarbeiten, zusätzlich gibts immer Impedanzminima unter 2ohm. Es gibt zwar Endstufen, die 1ohm Last treiben, doch die sind alle eher doppelt so teuer wie zwei gewöhnliche Endstufen.

    Mit einer 200 Watt Endstufe brauche ich vielleicht 5 Sekunden, um einen 10HPL64 zu zergrillen, mit 1200 Watt brauche ich allenfalls Millisekunden. Wenn Du sichergehen willst, daß ich das nicht schaffe mußt Du den Controller sorgfältig einstellen. Wenn Du mir die Anlage mit einer Endstufenleistung von 4x500Watt für alle 8 HPLs vorsetzen würdest, dann würde ich Dich nicht von der Seite annörgeln. Die HPLs brauchen nicht getreten werden, die sind freiwillig laut.

    NOVA:
    >>Der NT3 Lautsprecher kann an den NOVA Verstärkern der Serien X und DXP mit einem Digitalcontroller betrieben werden. Der Lautsprecher lässt sich auch mit anderen professionellen Verstärkern ansteuern, soweit dessen Ausgangsleistung 300 W an 8 Ohm nicht überschreitet.<<

    Superaussage... suggeriert die Unzerstörbarkeit ...hihi :twisted:

    Viele Grüße,

    Bernd

  • Mini-LA gesucht

    • bernd häusler
    • 18. März 2012 um 02:24

    Moin Claus,

    danke für den Plan.

    Vorweg, Woras Vorschlag wird sicher funktionieren, sorgfältige Ausführung vorrausgesetzt. Aber ich bin überzeugt genug, daß ich auch eine Lösung beschreibe, die ich bevorzugen würde. Säulenlautsprecher sind, finde ich, real nie wirklich wohlklingend. Wobei ich darüber von einem hohen Niveau aus urteile, ohne eigenwerben zu wollen...

    Eine kleine Box wie die von Dir angedachte Control 1 ist im wesentlichen Frequenzbereich näherungsweise ein Kugelstrahler, präziser ausgedrückt: bis 1000 Hz eine Kugel, 2-3kHz 60°, 4-10kHz 180° (HT ohne Horn). Als Kontrollmonitor, AV-Utility oder Kneipendudler ganz nett, aber als Beschallungslautsprecher zur mikrofonierten Sprachverstärkung gänzlich unbrauchbar. Ähnlich wohl wie die bereits verbauten Minilautsprecher. In dieser Baugröße braucht man eigentlich keinen Abstrahlwinkel angeben...

    Du brauchst aber eine Beschallung, welche die Zuschauerfläche maximal versorgt, und nur minimal gegen die Raumflächen strahlt.

    Meine persönliche Regel ist zusätzlich, den Einsatz von mehr als 2 Lautsprechern zu vermeiden. Denn jeder weitere Lautsprecher erzeugt auch zusätzlichen Störschall. Das bedeutet, daß jeder weitere Lautsprecher, jedes Delay, jeder Bühnenmonitor... wirklich eine sorgfältige Begründung haben muß. Zumindest im Hauptraum sehe ich diese Begründung nicht.

    Über der Bühnentreppe, ganz oben in die Kehle Decke/Wand, also 6 Meter hoch, 12"1" ca. 80x60°, Mittelachse ausgerichtet auf den Boden unter Mitte der letzten Stuhlreihe im linken Block.
    Rechts, etwa 2 Meter vor der Bühnenrückwand (etwa halbe Bühnentiefe), wieder ganz oben in die Kehle, ebenso 80x60°, Mittelachse ausgerichtet auf den rechten Block, Boden unter dem linken Stuhl der letzten Reihe.

    Dagegen kann es nur Innenachitektonische Gründe geben, akustisch ist das die beste und zudem preis-WERT-este Lösung.

    Nicht irritieren lassen, die Lautsprecher sind so weder näher an den Mikrofonen, noch wirklich hinter Diesen ;-). Vermutet man die Bühnenhöhe mit 50cm, Redner/Sänger 180cm groß, dann beträgt der minimale Mikrofonabstand zum Lautsprecher etwa 3,7 Meter - für die komplette Bühnenfläche!
    Mit Lautsprechern an der Bühnenkante auf Stativrohr gilt das nur für einen winzigen Quadratmeter in Bühnenmitte. Jede andere Bühnenposition ist näher dran.
    Immer dran denken: im für gute Sprachwiedergabe extrem wichtigen Bereich unter 300Hz bräuchte es riesige Lautsprecher, um die nötige Richtwirkung zu erreichen. 12"1", und auch Schallzeilen richten diesen Bereich kaum, und deswegen gilt praktisch nur die Abstandsregel.

    Delays sind lediglich für den Erweiterungsraum begründbar. Hier würde ich 6 einfache Deckenlautsprecher einbauen, die sich dann auch getrennt für AV nutzen lassen. Bei offener Trennwand müssen die nur ab ca 1,5kHz etwas nachfüllen. Grundton auf Delay geht in halligen Räumen nicht, dafür richten selbst 12"1" zu wenig. Deswegen klingt Gott/Allah... immer dünn und kraftlos :D

    Jegliche andere - auch teurere - Lösung hat akustische Nachteile. So ist zum Beispiel eine bodenbasierte Beschallung (Bass/Stange/Top) an der Bühnenkante wenig sinnvoll, denn die erste Reihe(n) ist so nicht vollständig erreichbar. Zudem wird der nutzlose/schädliche Schall gegen die hinteren Seitenwände die Rückwand und die Decke deutlich erhöht. Mit Schallzeilen wie den LX-150 mit Stange auf Bass gibts zusätzlich das Problem der Höhe, die funktioniert entweder für stehendes, oder für sitzendes Publikum. Eine Beschallung über der Bühnenvorderkante an der Decke erfordert mindestens 3 Lautsprecher, oder 2 mal 3 JBL VRX (Overkill).

    Viele Grüße,

    Bernd

  • Mini-LA gesucht

    • bernd häusler
    • 17. März 2012 um 06:13
    Zitat von &quot;siedfleisch&quot;

    Hi Bernd,
    Du mußt mal wieder mehr zur Kirche gehen... :D

    Ich war gerade in einer Trauerhalle, privat und auch traurig. Zischelig und dünn klangs, das Mikrofon wurde "merkwürdig" benutzt (Schwanenhals weggebogen und seitlich aus 40cm angesprochen) ...irgendwie, ach, es war ohnehin traurig genug.

    Ich erwarte regelmäßig mehr als eine schlaffe Erwähnung Gottes. Das darf schon überzeugt klingen. Ach, übrigens, in der hiesigen Moschee klingt Allah nicht überzeugter. Im Klang gibts offenbar nur Einen ;)

  • Mini-LA gesucht

    • bernd häusler
    • 17. März 2012 um 05:28

    Moin,

    alla gut, wie der Mannheimer sagt, jetzt kenne ich die Geschichte, und das hilft mir Fragen zu stellen.

    Sicher ist es leicht möglich eine Installation gründlich zu versauen, mir ist es jedoch schon mehr als ein mal gelungen einfach aus dem vorgefundenen Material zumindest nutzbare Ergebnisse (Sprachverständlichkeit) zu zaubern. Und nein, ich biete hier keine Dienstleistung an. Stellen an denen ich genauer schaue sind das Mikrofon und dessen Verwendungsweise, mindestens 10dB vor Feedback, auf den Sprecher UND den Raum angepasster Kompressoreinsatz. Viele Anlagen sind schlicht ungünstig eingestellt, davor bewahrt auch die Anwendung hochwertiger Meßsysteme leider nicht.

    Was sehr gut hilft ist zwar nicht immer gewünscht, aber zur Erreichung von sicheren 10dB vor Feedback oft zwingend: Nahmikrofonierung. Zur Praxis ein Beispiel: Ich durfte einmal eine Grundsteinlegung beschallen, simple Nummer, zwei 12"1", wichtige Leute am Rednerpult, vielleicht 50 Zuhörer, kein Ding ...eigentlich - bis auf die Stadtautobahn, an deren Randstein das stattfand. Das hieß gründlich Pegel fahren, und mit gewöhnlicher Nutzung des Rednerpultmikrofons - wenn 5 Leute sprechen sind 3 Gedankenlos weit weg - wäre das nicht gut geworden. Also habe ich einen Hinweis ausgedruckt und auf das Rednerpult gelegt: "Sprechabstand höchstens eine Handbreite wegen Umgebungslärm". 4 haben gelesen, gestutzt, das Mikro angeschaut - und haben bewusst ins Mikrofon gesprochen, Einer hatte schlicht Probleme mit Reden vor Leuten. Sicher hätte man mit ordentlich Horn/Array auf den Hinweis verzichten können, oder einfach durch rausdrehen des Grundtones, aber Ersteres hätte ich nicht verkauft bekommen, und Zweiteres betrachte ich als Frevel an der Stimme.

    Wenn das nicht zutrifft gehts zur installierten Anlage. Keine Ahnung was da in Deinem Fall hingebaut ist, keine Ahnung wer, ob und wie das System eingestellt wurde, welche Einstellmöglichkeiten es überhaupt gibt, so manche Situation lässt sich EQen - und es gibt Tricks, mit und ohne Meßsystem. Und ganz klar, es gibt nicht EQ-bare Probleme, nicht immer bleibt die für Musikwiedergabe erforderliche Leistungsfähigkeit erhalten usw usf - ich mache halt meinen Job, und ohne einzelne Lautsprecher-EQs funktionieren Beschallungsanlagen mit Delays in der Regel des realen Raumes nicht. Obacht, damit meine ich keinesfalls den Master, oder Kanal EQ, eine sinnvolle Beschallungsanlage ist "flat" und erfordert allenfalls mikrofontypische Korrekturen.

    Ich sage mal, wenn die 2 Stück LX150 gut funktionieren muß bei der bisherigen Anlage wirklich alles falsch gemacht worden sein. Meint, der Saal ist nur so schlimm wie üblich.

    Ich würde Matthias folgenden Rat geben: Bitte den Vertragspartner eine seiner Ansicht nach gute Anlage hinzustellen, und das Rednerpultmikro eigenhändig gut einzustellen. Dann lade die Gemeinde ein, zumindest die Wichtigen, und diskutiere die Anschaffung mit denen. Du am Rednerpult, die Gemeinde mit einem rumgereichten Funkmikro.

    Sozusagen demokratischer STI für Laienentscheider ;)

    Wenn die Gemeinde Dich und sich selbst gut hört gibt es genug Zeugen für Deine richtige Entscheidung. Man kann sicher (teuer) die zu fordernden Kenndaten ermitteln und ausschreiben, und dann teuer die geforderten Kenndaten erfüllen, nützt aber nix wenn Oma Kunze nix versteht, dafür um so lauter meckert.

    Ich hoffe das hilft Dir ein bisschen besser, als wenn ich 12"1" an des Architekten Lieblingsdesign andübele. Denn so universell ist keine Box, daß man sie "irgendwo" verstecken kann.

    Viele Grüße,

    Bernd

  • Mini-LA gesucht

    • bernd häusler
    • 15. März 2012 um 23:54

    Moin,

    Zitat von &quot;wora&quot;

    selbst ernstgemeinte tipps ins blaue hinein können funktionieren - aber auch das genaue gegenteil ist möglich ;)
    man könnte nämlich auch die position eines normalen LS so wählen, das er gar nicht gegen die decke strahlt. aber wie gesagt: das sind tipps, die ohne genaue kenntnisse der problematik ins leere laufen.


    Von der Problematik kennen Wir eben kaum mehr als den Aspekt der Kosten. Dem Kunden ists zu teuer. Immerhin hat das völlig überflüssige Messungen verhindert... Ich kann mir nur eine Situation vorstellen, wo man die preiswerteste aller Lösungen nicht anwenden kann - Das Deckenfresko, oder Stuck unter Denkmalschutz - das kann die günstige Position ausschließen, und damit auch eine preiswerte Lösung. Zu Bedenken gebe ich allerdings, daß die angedachte Bauweise der Lautsprecher, Schallzeile mit EINEM Hochtöner, in keinem Fall die Beschallungs-Qualität sinnvoll positionierter 12"1" (wegen mir auch 10"3/4" im oberen Segment, oder 15"2" wenn man Bässe sparen will) erreichen kann.

    Das Ergebniss ist in jedem Fall schlechter und teurer. Egal wer die Säule mit dem einen Hochtöner herstellt oder verkauft.

    Um das zu präzisieren, wenn ich schreibe

    Zitat von &quot;bernd häusler&quot;

    Wo bitte soll man einen solchen Lautsprecher denn installieren, um eine gleichmäßige Beschallung zu erreichen?

    und das Abstrahldiagramm eines solchen Lautsprechers zitiere möchte ich das schon erzählt bekommen: Wo soll der Lautsprecher hin?

    bis 2kHz muß man den auf Ohrhöhe aller Gäste positionieren, wie auch Fohhn das zeigt, und nicht wie in jeder Kirche zu sehen in 4 Metern Höhe an den Säulen. Sonst kommt beim größten Teil der Zuhörer kein, garkein - nullnetto- Direktschall an. Und um 3 kHz springt die vertikale Abstrahlung von 3° auf über 40°...das geht dann nicht an die Decke oder was?

    Wahrscheinlich klebt an der Decke ein Spezialfilz, der unter 2kHz voll reflektiert und ab 3kHz vollständig absorbiert :D

    Ist ja schön und kaufmännisch zielführend nicht mit simplen 12"1" zu bemustern, manchmal muß es für den unternehmerischen Erfolg eben abgefreaktes Zeug sein :D Abgefreaktes gibts beim Thomann nicht billiger.

    und Claus, Du wirst mit Sicherheit den billigeren LX-150 finden, der genauso "gut" funktioniert ;)

    Viele Grüße,

    Bernd


    PS Clia, und Clia, und ...Clia ist das kompakteste System das gute Line-Eigenschaften über den vollen Übertragungsbereich hat. Wenn das Fresko im Weg ist...

  • Mini-LA gesucht

    • bernd häusler
    • 15. März 2012 um 10:07

    Moin Claus,

    Es fehlt jegliche Beschreibung der wesentlichen Eigenschaften der Räumlichkeit, nämlich der Bestuhlungsplan und die Bühne. Allein Deine Abhandlung über die Decke treibt mir schon Verzweiflung ins Gesicht. Denn diese Fläche ist definitiv die unschädlichste aller Flächen, zumal sie in die richtige Richtung geneigt ist und so die kritischste Fläche nämlich die Rückwand verkleinert.

    Solange man diese Rückwand nicht gezielt mit einem genau lotrecht aufgebauten Linienstrahler anstrahlt... ...über die Ohren hinweg... komisch, immer wenn Kirche ins Spiel kommt gibts Säulenlautsprecher, neuerdings schöngeredet mit Linearrayfloskeln. Dabei wird gänzlich ignoriert, daß diese Bauart Ihre Verbindung zur Kirche auschließlich innen-architektonischen Eigenschaften verdankt.
    Wo bitte soll man einen solchen Lautsprecher denn installieren, um eine gleichmäßige Beschallung zu erreichen?

    Falls eine Möglichkeit besteht die Installations-Position für zwei gewöhnliche 12"1" Lautsprecher frei zu wählen, dann ist sehr wahrscheinlich auch dieser Raum problemlos beschallbar.

    Viele Grüße,

    Bernd

  • Kennzeichnung von Wegen

    • bernd häusler
    • 9. März 2012 um 16:22
    Zitat von &quot;leopold hollerith&quot;

    Koffergarderobe

    ...und eine Person mit der permanenten Kontrolle der Fluchtwege beauftragen. Die Fluchtwegsituation ist zuweilen sehr dynamisch, deswegen sollten alle im Saal Tätigen vorher sensibilisiert werden, und den Kommunikationsweg zum Beauftragten kennen, der dann schwierige Probleme eigenhändig wegräumt (durch verbringen der Hindernisse/ Wurf aus der nächstliegenden Öffnung nach draußen). Damit nicht ständig das Metermaß bemüht werden muß, kann dieser kleine Markierungen z.B. mit schwarzem Gaffa anbringen, sollte aber auch den bemaßten Rettungsweg-/Bestuhlungsplan in der Tasche haben.

    Markierung allein reicht keinesfalls!

    Viele Grüße,

    Bernd

  • TIP: Unbedingt ansehen

    • bernd häusler
    • 9. März 2012 um 16:09

    Moin,

    Zitat von &quot;klauston&quot;

    um die 4 Minuten folgend

    Danke!

    Viele Grüße, Bernd

  • Hornbass für Frequenzen von 40-200Hz

    • bernd häusler
    • 29. Februar 2012 um 23:56

    Moin,

    ein Thema wie immer, gefragt wird nach Horn, zur Antwort kommen Allgemeinplätze zu Hörnern ...und dann sagt jemand BR. Ich sage dann CB18(S) ...doch das bringt den Fragesteller nicht weiter. Viele Hörner laufen bis 200Hz hoch und darüber. Bei einem Martinbin, einer ELI, oder auch bei SRAMs Tipp wird das keiner anzweifeln, und viele 18" Hörner können das auch. Und wenn man wie vom Fragesteller angedacht 4 Stück stapelt muß man auch beim 40Hz-Wunsch keine großen Bedenken anmelden.

    Beim immer wieder problematischen Bereich von ich sage mal 100-300Hz muß man eben überlegen welcher Kompromiss fauler ist - ein leicht färbender Bassweg, oder ein überfordert klingendes Top. Ich sage mal, daß mich ein grenzwertig hoch getrenntes Basshorn-Stack nie in meinen Klangwünschen gestört hat. Damit ist auch alles über die Alternativen gesagt :wink:


    @ marius köppelmann:
    Nach meiner positiven Erfahrung kann ich Martinbins wärmstens empfehlen, aber Du mußt davon immer mindestens 4 Stück betreiben, 2 und 2 unmittelbar aneinander gelegt, mitten vor der Bühne z.B. Das etwas merkwürdige Transportformat lässt sich mit >>Front<<rollbrettern gut lösen. Ein Martinbin allein funktioniert nur sehr schlecht, der Viertelwellenresonator ist zu kurz.

    Sicher ganz unten etwas fetter, allein und auch in 4er Stack, ist das Earthquake-Style 1*15" Horn, z.B. in der Visaton/Selenium-Variante bei Matthias Falke - denn da liegt die Viertelwellenresonanz ganz unten. Dafür liegen die höheren Resonanzen auch tiefer, und somit gerät eine zusätzliche Reso runter ins Übertragungsband. Doch wie beim Martin auch sind alle diese färbenden Rohrresonanzen gut gedämpft - durch den Strahlungswiderstand einerseits und den Treiber andererseits. Wie hoch man trennt ist eben die Abwägung zwischen gefordertem Pegel, genutzten Tops, und der Pegelverteilung der Darbietung. Da praktisch alle Basshörner ab 100 Hz wirklich richtig brutal laut werden, gut 10dB mehr als BR, kann man für dezenteren Klang auch Filter auf die Resos setzen.

    Und als Beispiel, wenn eine hartnäckige Reso bei z.B. 220Hz, vielleicht durch Faltungslängen begünstigt, die Trennung bei 200Hz unmöglich erscheinen lässt, dann setzt man eben ein Notch auf 220Hz. Hornprobleme sind gut EQ-bar, ganz im Gegensatz zu Hybrid/BR Problemen. Den Filter gegen Portnoise gibts nicht ;)

    15" halte ich für den günstigsten Ansatz, wenn für den geforderten Schalldruck 4 18" Hörner nötig wären, dann eben 6 15er. Wobei, schon 4 Stück ersetzen ganz gut den Müll der ganz real in der Praxis Veranstaltungen beschallt.

    Grüße,

    Bernd

  • Einschätzung der Kosten: Eingezäuntes gelände oder Parkplatz

    • bernd häusler
    • 19. Februar 2012 um 11:52

    Moin,

    Zitat von &quot;Karel Noon&quot;

    unbefestigter Parkplatz

    Zitat von &quot;Karel Noon&quot;

    Sandparkplatz (festgetreten)

    Fällt das nicht wegen Unzumutbarkeit fürs Publikum aus?

    Eine (vorhandene) Einzäunung kann die Sicherheit auch erheblich erhöhen, denn sie ermöglicht durch Zugangskontrolle die Sicherstellung der maximalen Zuschauerzahl und der mitgebrachten waffenähnlichen Gegenstände. Wenn das Gelände für 20000 Zuschauer nutzbar war, dann wird es leicht möglich sein ein Sicherheitskonzept für 5000 zu erstellen, denn es ergeben sich Ausweichräume/Notfall-Sammelstellen für 15000. Das meint, auf dem Großteil des Geländes steht garnichts, außer einer "Notfallinsel" mit dem Sanitätszelt und einem Lautsprecherwagen der Polizei. Wenn möglich gib Uns doch mal Satellitendaten - oder eine grobe Skizze, ich fände es ganz nett hier mal vorher am realen Beispiel zu arbeiten, und nicht immer nur in Nachhinein die bitteren Unglücke zu besprechen.

    Viele Grüße,

    Bernd

  • VDE 0702 an langen Kabeln

    • bernd häusler
    • 17. Februar 2012 um 12:55

    Moin,

    daß diese Prüfvorschrift den Laien nicht beschützt wurde schon vor hundert Jahren erkannt, und deswegen FIs in der Versorgung vorgeschrieben (Außenbereich und Versammlungsstätten). Daß der Laie immer noch Probleme mit Unterspannung "zusammenstöpseln" kann ist das Problem des Laien, gefährlich ist das, dank FI, nicht. Man muß also lediglich einen nicht abwärtskompatiblen Stecker dranmachen. Also keinen Schuko, der schließlich in Altanlagen ohne FI passt. Das könnte ein blauer L+N+PE, 6h CEE sein.

    Viele Grüße,

    Bernd

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