Oh weh, oh weh, oh weh...
Gibt es hier nicht einen sticky-Thread, in dem darum gebeten wird, dass im Strombrett nur Leute posten sollen, die über entsprechendes Wissen verfügen..?
Zitat von "Michael Pillkahn"5 Adern?, ab 10mm² wird der ein sogenanter PEN verwendet (...)
Falsch! Jeder, der eine zeitgemässe Elektroinstallation aufbaut, trennt den PEN so früh wie möglich in PE und N auf. Idealerweise am Hausanschluss, bei größeren Leistungen auch mal im Gebäudehauptverteiler.
Stichwort verPENnte Installation...
Die Idee mit dem H07V-K ist ja wohl bestenfalls dem Theoriebuch entsprungen, das ist hoffentlich nicht Dein Ernst...
Eine Basisisolierte Leitung darf gar nicht so ohne Weiteres fest verlegt werden! Oder willst Du Manuela etwa empfehlen, die Einzelnen starren Adern in ein Schutzrohr UP zu ziehen..?
Oh Herr, lass es Hirn regnen...
Auch Ulfs Tipp mit dem NYM 5x ??? zeugt nicht unbedingt von praktischer Erfahrung mit derartigen Dingen... Ein NYM mit größerem Querschnitt als 35mm² gibt es schlicht und einfach nicht, daher auch nur ein Tipp, der den Postingcounter hochtreibt, von Hilfe nicht wirklich eine Spur...
Ich wage anzuzweifeln, dass auch nur einer der beiden "Tippgeber" jemals mit einer Anlage dieser Größenordnung zu tun hatte! So klingen die Ratschläge jedenfalls...
In diesem Falle wäre Dieter Nuhr mal wieder zu zitieren:" Wenn man keine Ahnung hat, einfach..."
So, nun mal zu der Anfrage:
Liebe Manuela, bitte noch ein paar Gegenfragen beantworten:
Welche Netzform liegt vor? TN oder TT?
Welche Verlegeart wird installiert?
Muss es wirklich eine Leitung mit fünf Adern sein? Bei Festverlegung tendiere ich normalerweise gerne zu Einzeladern, ist wesentlich schöner zu installieren, sofern es keine Gründe gibt, die ausdrücklich dagegen sprechen (z.B. Einführungen in Verteiler/Maschine oder Werksnormen)
Achtung: Einzeladern nur sytemgebündelt verlegen, oder aber Schellen verwenden, die nicht ferromagnetisch sind (Wirbelströme).
Welcher Teil des zulässigen Spannungsfalls (ab Zähler) ist schon "verbraucht"
Oder handelt es sich um die Leitung zwischen Messung und Gebäudehauptverteilung?
Sind bei den 250A schon entsprechende Reservefaktoren berücksichtigt, oder müssen Selbige noch addiert werden..?
Handelt es sich bei den 250A um den Dauerstrom, oder evtl. "nur" um den Anlaufstrom einer Maschine (deren Dauerstrom dann wesentlich niedriger ist)?
Welche Temperatur herrscht an der Verlegestrecke üblicherweise?
Starr ist nebenbei relativ, ab 10(16)mm² werden starre Leiter nur noch bei Alu angeboten, Kupfer gibt es dann nur noch "mehrdrähtig", zumeist als Sektorenleiter.
Was hängt da an Last dran..? Wenn es sich z.B. um die Zuleitung für eine LAN-Party handelt, sind andere Punkte zu beachten (Querschnitt Neutralleiter), als z.B. für einen Härteofen (nahezu rein Ohmscher Verbraucher)...
Aus dem Bauch heraus würde ich zu einer Leitung NYCWY 4x120/70 raten, alternativ dazu 4 Einzeladern NYY-O 1x120mm² (L1,L2,L3 & N) und eine Einzelader NYY-J 1x70mm²(PE)
Für eine exakte Berechnung brauche ich allerdings noch einige Antworten (siehe oben)...
Gruß aus Nürnberg,
Buzz
P.S. man entschuldige bitte meine teils deutliche Wortwahl, aber bei so viel Halbwissen schwillt mir die Halsschlagader von hier bis Castrop-Rauxel...
Edit: Tippfehler und kleine Ergänzungen