Da bist Du wohl direkt im Zentrum der Inkompetenz gelandet. Leider gab/gibt es das immer wieder.
Da ich in den letzten Jahren aber meistens auf der anderen Seite (örtliche PA) sitze/stehe, kann ich Euch versichern, dass die Horrorgeschichten, die Ihr hier schreibt, genau so gut anders herum funktionieren. Je nach Größenordnung kommen da schon mal FOH Leute, die einen sehr anstrengen können, sei es durch Inkompetenz oder Beratungsresistenz (die schlimmeren)
Ein guter Band-FOHler ist bei mir jeder Zeit willkommen, da er mir ja Arbeit abnimmt und je nach Programm kann man das ja auch genießen, was der macht oder vielleich auch noch eine Kleinigkeit abschauen (ich bin auch nach 25 Jahren nicht am Ende des Lernprozesses).
Ich behaupte mal, dass ich so jemanden zu 95% erkenne, bevor der überhaupt das Pult anfasst.
Das fängt mit einem strukturierten, zielorientierten Gespräch an. Kurze Begrüßung, kurze Absprache der Eckdaten und Änderungen (die es meistens gibt) auch konkrete Fragen.
Keine supersonder Insert-spezial-Patches die man woanders eh nicht erfüllen kann auf Festivals.
Weiterhin zeichnet solche Leute z.B. aus:
Ziel- und publikumsorientiertes Arbeiten beim Soundcheck (keine 4min Kick....).
Solche Leute wissen auch, dass der Monitormann (den gibt es bei mir eigentlich immer) einige Mixe mehr zu machen hat und dass Ihre Band bei einem guten Bühnesound auch besser spielt.
Ich könnte das jetzt fortführen aber grundsätzlich
nutze ich den Besuch solcher Kollegen nach dem Soundcheck um einige Sachen zu erledigen, die sonst zu kurz kommen. Nahrungsaufnahme (oder das Gegenteil) Getränke holen......
Leider gibt es (abhängig vom Festival/Programm) auch Situationen, wo man lieber den ganzen Tag selbst hinter dem Pult steht, alls einen Bandmischer/Freund vom Schlagzeuger/"ich mach das im Proberaum auch immer"/Bandfahrer........ an die Hand zu nehmen und als Babysitter zu zeigen, wie es gehen kann. Es ist mir auch schon zwei mal passiert, dass ich einen weggeschickt habe.
Denn genau wie im Beispiel von "cen-music" kommt dann der Veranstalter zu mir und fragt, was los ist.
Einige Beispiele:
-Die Inserts (die der Kollege unbedingt so braucht) muß man auch einschalten - mehrmalige Erklärung nötig - fährt trotzem ohne
-Wenn Du Deine VCA/DCA nicht hochschiebst, dann kommt da auch nichts.
-Den Kanal muß man einschalten/entmuten
-Leute, die -obwohl gerade der Sänger nicht zu hören ist- 5min. an den Gates schrauben, ohne dass sie eingeschaltet sind oder vielleicht ein mal zu gehen.
-"Die Subs sind auf Aux" - "am H3000 mußt Du nicht nur drehen, sondern auch Drücken/Einschalten": mehrmaliger Hinweis ( Gut, bei K1 kommt auch Bass ohne Subs)
auch das könnte man fortführen.
Die Schnittstellt zwischen örtlichem- und Bandtechniker wird immer bleiben.
Zwangsläufig kollidieren da auch einmal Gegensätze.
Der Wunsch, dass die schlechten Bandleute nur noch zu den schlechten Örtlichen kommen und umgekehrt, wird sich leider nicht umsetzen lassen.