Was in der sog. "Rabattschlacht" auch eine Rolle spielt, sind die scheinbar immer zunehmenden kommunalen Eigenaktivitäten in Sachen Equipmentvermietung.
Hier wird mit der Begründung lokale Aktivitäten/Künstler etc. zu fördern die Technik z.T. auch mit Personal gegen einer sehr geringen Aufwandspauschale vergeben (hier spricht man auch absichtlich schon von Leihe und nicht Vermietung). In erster Linie hört sich das auch ganz engagiert an, aber in zweiter Linie gräbt man hier das Wasser von lokalen VT-Vermietern ab.
Die Stadt München bietet das z.B. so an: http://www.kr-technik.de/
Wenn Kommunen ihre eigenen Veranstaltungen selbst ausstatten möchten, ist das auch ihr gutes Recht. Eventuell kann sich das ja auch finanziell lohnen, hier sagt ja sicher keiner etwas.
Aber daß man dann mit den durch Steuergeldern finanzierten Gerätepark und Personalstamm nach außen geht, und in das Geschäftsfeld von lokalen Gewebebetrieben hineingeht, finde ich dann schon grenzwertig.
Kleinkunstveranstaltungen, öffentliche Vorträge, Vereinsfeiern und Kulturevents ist das Geschäftsfeld lokaler Veranstaltungstechnikdienstleister. Ein Teil davon ist auch gewerblich orientiert (mit Künstlergage, Eintrittsgeldern und professionellen Veranstaltern...), wenngleich man es nicht immer so nach außen zugibt.
Keiner würde jemals auf die Idee kommen, die Bauhofmitarbeiter, die die kommunalen Einrichtungen in Schuss halten, noch dafür zu verwenden, bei Vereinen, Initiativen und künstlerisch engagierten Privatpersonen für ein paar symbolischen Euros Rasen zu mähen, die Hecke zu schneiden oder im Winter den Gehsteig zu räumen...
Zugegebenermaßen ist das eine schwierige Gradwanderung zwischen Kulturförderung und von Steuern bezahlte Rabattschlacht im Kleingewerbesektor.
Und wir reden hier - zumindest im Fall von München - nicht über ein paar Aktivlautsprecher mit einem Funkmikro, das man sich mal für eine Bürgerversammlung oder den Vereinsabend ausleihen kann oder der Bauhofmitarbeiter hinstellt. Nein, hier geht es schon wesentlich professioneller zu: Gut ausgebildetes Fachpersonal, das Profiequipment in doch nicht unerheblicher Größe zur Verfügung stellt und genauso arbeitet wie ein mittlerer VT-Betrieb mit großer Lagerhalle, mehreren Festangestellten und zahlreichen freien Technikern.
Und skurilerweise das alles bezahlt von der Gewerbesteuer, die unter anderem die lokal ansässige VT-Firmen mit erwirtschaften...
Warum spricht hier keiner von "Rabattschlacht"?