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  2. Clemens65

Beiträge von Clemens65

  • Wie war eigentlich damals die Electro Voice MTL4?

    • Clemens65
    • 4. Januar 2025 um 02:17
    Zitat von Circumbendibus

    Hallo Clemens,

    was war denn damals der übliche Versorgungspegel?

    Viele Grüße

    Moinsen,

    wie die Kollegen schon geschrieben haben, was die Pappen hergaben - ausser du musstest irgendwelche Vorgaben städtischer Gremien einhalten. Wenn ich es richtig erinnere, wurden in der Deutschlandhalle damals auch die Limiter/Kompressoren verplombt, um den in den Messungen ermittelten Maximalpegel nicht zu überschreiten - was dann zu hektischem Gestikulieren mit den jeweiligen Künstlern an den Plattenspielern führte. Die Plattenspieler waren aber auch nochmal ein extra Thema, die so zu entkoppeln, dass sie bei den Schalldrücken noch einigermassen einwandfrei funktioniert haben.

    Ich kann dir keinen gesicherten Zahlenwert nennen, denn je nach Messmethode (gemittelt auf 1ms oder 3ms) waren da schon etliche dB Unterschied. Aber wie ein Kollege schreibt, dass er bei 100m Entfernung am FOH noch Gehörschutz getragen hat, stelle dir vor, dass das Setup in der Deutschlandhalle so war, daß zwischen 2 sich direkt gegenüber stehenden PA-Türmen ca. 60-70m lagen.

    Und im Zentrum jeder Hälfte hattest du 4 PA-Türme, die dich befeuert haben.

    Also, es war laut....sehr laut

    Gruss

    Clemens

  • Wie war eigentlich damals die Electro Voice MTL4?

    • Clemens65
    • 2. Januar 2025 um 15:52
    Zitat von ThoSchu

    144 MTL4 haben mal die Deutschlandhalle fast zerlegt, aber das ist einen andere Geschichte.

    Zitat von ThoSchu

    Zur Geschichte:

    Es begab sich zu einer Zeit, in der die TA Lärm noch nicht existent war, wir alle jung und dynamisch waren und keine Angst davor hatten, alles anders zu machen als andere. Es hieß "Raving Society" und im Untertitel "We are Different". Ich habe meine Aufgabe als Beschaller immer darin gesehen, dass das was die Produzenten produziert haben möglichst so unverfälscht wiedergegeben wird wie möglich, körperliche Aspekt eingeschlossen.

    So plante Klaus Jankuhn mit mir zusammen die Beschallung der "Doppel Maday" in Berlin in der damals noch existenten Deutschlandhalle. Doppelt, weil 2 Showtage mit jeweils 16h Dauer stattfanden.

    Ich hatte schon einige Erfahrungen mit den MT4 System, da ich für beide Verleiher in Berlin mit MT4 gearbeitet hatte.

    Klaus hatte mich bei allen Veranstaltungen, die ich beschallen durfte, besucht und fand meine Ideen nachvollziehbar. Viele andere nicht, lach...

    Also wurde eine Beschallung mit 8 Positionen geplant, aufgeteilt auf 2 nebeneinander liegenden fast quadratischen Tanzflächen mit Beschallung in allen 4 Ecken.

    Während einer Vorbesprechung in der Deutschlandhalle bat dann die Produktionsleitung in Person von Verena Faigle die Rigger der Halle das Dach aufzuräumen, denn bei Techno "wackelt es ein wenig".

    Das hat man zum Glück recht ernst genommen, denn die Decke der Halle bestand aus Platten, die auf einem Gitter auflagen. Daher wurde das mechanische Schwingungstechnische Institut der TU Berlin befragt und dieses hat in Person der Herrn Prof. Dr. Stühler eine Probe befohlen.

    Prof. Stühler hat mit seinen Studenten in der ganzen Decke der Deutschladhalle kleine Schwingungssensoren angebracht. Wir haben eine von 8 Ecken zum Test aufgebaut und die Lage zu testen.

    Ergebnis war, das schon eine der 8 Positionen mit reinem Sinus das Dach zum Aufschwingen bringen konnte. In einer Größenordnung, das Dachplatten zu Boden stürzen könnten.

    Also blieben die Sensoren im Dach und es gab eine direkte Kommunikation der TU zum FOH mit Notaus.

    Ja, wir hatten eine spannende und tolle Zeit :)

    Alles anzeigen

    Moin Thorsten,

    war es nicht so, dass die Halle bis auf die Audio Crew komplett geräumt wurde während des Tests, um genau wegen der Gefahr der herabfallenden Deckenplatten kein Risiko einzugehen?

    Die Schallpegel waren bei den Raves Anfang der 90-er aber prinzipiell an der Grenze der Körperverletzung oder auch jenseits davon. Ich kann mich nur erinnern, daß wir doppelt Gehörschutz getragen haben, den frequenzkorrigierten Gehörschutz plus die *normalen* (Bauarbeiter) Gehörschutzschalen. Man wollte neben Techno ja auch nochmal normale Pultjobs machen.

    Deutschlandhalle war auf jeden Fall eine der spannendsten Baustellen, die ich in meiner Audio-Zeit gemacht habe. Und wenn man sich heute anschaut, welche Unmengen an Strom diese Ampracks mit 2 x Crest 8000 und 1 x Crest 7000 (normaler Stack waren 2 x Bass und 1 x Topteil) gefressen haben, damit könnte man heute ganze Stadien beschallen. Aber 110 Bässe und 72 Tops wollten halt versorgt werden, plus die Armada an Deltamax, die als Rangbeschallung geflogen wurden. Plus jeweils 2 Stacks MT4 als Sidefills auf den Bühnen - und hatten wir nicht auch EAW KF850 als Nearfill an den Bühnen? Meine mich dunkel daran erinnern zu können.

    Gruss

    Clemens

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