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Beiträge von billbo

  • Pultberatung zwecks Neuanschaffung

    • billbo
    • 15. August 2016 um 01:27

    Ob Kollege Donut z.Zt. gerade bei oder für Harman/ Soundcraft/ Audio Pro tätig ist? Für bissel mehr als Copy & Paste sollte es da aber dann schon reichen.

    Zitat

    hüstel... bist du sicher, dass du wirklich schonmal an einer Vi bei sonnenschein arbeiten durftest?

    Vor einiger Zeit hatte ich mal einen Direktvergleich: Vi1 direkt neben Pro2 unter weißem Zeltling im Sonnenschein. 'Mein' Pult hieß leider nicht Midas :? - das wurde kein wirklich schöner Tag; abgesehen vielleicht vom deutlich früheren Feierabend gegenüber dem Kollegen neben mir.
    Aber Soundcraft ist hier eh nicht erwünscht, was ich auch verstehen kann. Die Teile sind zwar relativ weit verbreitet (vor einigen Jahren sehnte sich einfach irgendwie jeder mal nach einer Alternative zu Yamaha), aber das Konzept hat sich als wenig praktisch erwiesen. Relativ nutzlose 'Multibildschirme', Absolutwertanzeigen in Form von Balkendiagrammen, konfuse Darstellungssystematik (die zunächst mal einleuchtende 8er- Unterteilung wechselt in Untermenüs plötzlich in 9er- User Layer oder 6er- Patchbay Raster), keine 'Autotouch'- Fader – nüchtern betrachtet alles irgendwie gewollt anders, aber nicht wirklich gut oder zuendegedacht. Da sind andere Hersteller, auch solche die mir persönlich aus anderen Gründen nicht unbedingt zusagen, mittlerweile deutlich weiter.

    Zitat

    zB. 2 Pro1 an einer DL251 ...

    Gratulation! Damit ist dann endgültig überhaupt keine Vorgabe des Threadstarters mehr erfüllt. :lol:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Was neues für den Dance-Floor...

    • billbo
    • 12. August 2016 um 16:26

    Ich durfte in den letzten Jahre genau ein Mal über eine (ziemlich nagelneue) F1 Installation mischen. Frag mich nicht, was es genau war – so graue Kunststoffhornkonstrukte halt. In einem tschechischen Techno- oder Elektroclub, der für diesen Tag als Tourlocation herhalten musste.
    Ich darf versichern: niemals danach und niemals in den, sagen wir, 20 Jahren davor musste ich derart grausam an EQs herumbiegen, um dem Ganzen wenigstens etwas halbwegs brauchbares zu entlocken. Was mich einigermaßen schockiert hat, da ich die alten Turbosound PAs rings um TMS3 & Co häufig und gerne benutzt und noch in richtig guter Erinnerung habe.

    Gehen wir also Herrn Andrews zuliebe tatsächlich davon aus, dass die Installation von totalen Stümpern eingerichtet wurde... meine Eindrücke von der Dancefloorspezialszene hat's jedenfalls nicht nachhaltig positiv zu beeinflussen vermocht. :wink:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • PA für Band-Beschallung als variables System (200 PAX)

    • billbo
    • 12. August 2016 um 14:08

    Das Schöne an all solchen betriebswirtschaftlichen Musterrechnungen ist, dass sich mit ihnen immer genau das darstellen lässt, wovon man selbst gerade überzeugt ist. :D

    Mein Tipp zur Weiterführung der Angelegenheit im Sinne eines, sagen wir, sich selbst tragenden Hobbies:
    1.) Kauf dir noch 2 Bässe sowie 2 ELX115 dazu. Das Zeug ist kein High End, klingt aber durchaus brauchbar und kostet praktisch 'nichts'. Sofern man keine Höchstleistungen erwartet kann man mit so was problemlos arbeiten und auch gute Ergebnisse erreichen.
    2.) Lerne, WIE man damit arbeiten muss, um gute Ergebnisse zu erreichen: wie man 4 Bässe so positioniert und ansteuert, dass sie im Zielbereich 'drücken'. Dass die beiden 15er Tops in den meisten Situationen auf hohe, stabile Kurbelstative (WEIT über Kopfhöhe und vertikal geneigt) gehören, wenn man mit ihnen tatsächlich 'beschallen' will. Dass sich die beiden schon vorhandenen 12er Tops, je nach konkret vorgefundener Örtlichkeit, prima als zusätzliche Infills/ Outfills/ Delays/ eignen, und wie man sie dafür positionieren und ansteuern muss. Dass das Material trotzdem seine Grenzen hat und es Veranstaltungen geben wird, bei denen man es besser zuhause lässt (oder als Monitoranlage nutzt) und für die Beschallung Profis engagiert.
    3.) Beschaff dir das dazu zwingend notwendige Zubehör! Das entscheidet u.U. mehr über den Beschallungserfolg als die Lautsprecher selbst.

    (Ich hab zufällig letztes WE bei 'nem Spaziergang in einer osteuropäischen Innenstadt eine Art Folkpopband erlebt, die mit 2 obskuren 15/2 Selbstbautops und 2 noch obskureren Selbstbaubässen über hunderte Quadratmeter einen sauberen, druckvollen, sehr gut verständlichen und gar nicht mal so leisen Sound abzuliefern wusste – hat mich bzgl. der Materialschlachten, die wir für unseren Job heutzutage immer unbedingt brauchen, mal wieder ein bisschen zum Nachdenken angeregt.)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Was neues für den Dance-Floor...

    • billbo
    • 11. August 2016 um 23:20
    Zitat

    ... Kurios ist das deshalb, weil das suggeriert, dass für diese Anwendung spezielle Produkte nötig wären, mit Eigenschaften die alle anderen Hersteller nicht anbieten würden.

    Die 'Dancefloorspezialisten' haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber gewöhnlich- sterblichen Beschallern: es gibt keine Referenz. Das Original fehlt.
    Während wir Beschallungshandwerker unendlich viel Hirnschmalz und Sorgfalt für den Versuch aufwenden müssen, ein elektroakustisch verstärktes Signal trotz aller damit verbundenen Tücken nach Möglichkeit gerade nicht nach Elektroakustik, sondern im Idealfall eben genau wie das Original klingen zu lassen, genießen die Lautmacher elektronischer Musik diesbezüglich deshalb Narrenfreiheit. Im Prinzip können sie damit auch einen Presslufthammer triggern und behaupten "Geil! Genau so muss das klingen!".
    Niemand wird es je widerlegen können. Mal lila, mal weiß, mal schwarzrot gestreift - erlaubt ist, was gefällt und cool ist.

    Gönnen wir ihnen ihre kleine künstlerische Freiheit, und genießen wir die damit gelegentlich einhergehenden ebenso sinnlosen wie wortgewaltig- saftigen Forenduelle. :wink:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Pultberatung zwecks Neuanschaffung

    • billbo
    • 11. August 2016 um 22:25
    Zitat

    Auf dem Userlayer auf der CL3 hätte ich alles was ich brauche auf einer Ebene.

    Ein Schlüsselsatz für die Entscheidungsfindung, sofern das System tatsächlich für genau diesen einen Einsatzzweck angeschafft werden soll.
    (Dieses Rumreiten meinerseits auf möglichst viele Fader hat neben Komfortgründen noch einen anderen Hintergrund: in praktisch sämtlichen Livepulten, über die wir hier regelmäßig diskutieren, sind sehr einfache Fader mit ziemlich begrenzter Lebensdauer verbaut. Je weniger ein Pult davon hat, um so mehr rödeln die beim ständigen Layerswitchen sinnfrei hin und her, und um so früher sind sie am Ende. Kann man z.B. sehr gut bei M7 beobachten: während die Kanalbänke auch bei täglicher Nutzung insgesamt relativ wenig bewegt werden und gefühlt ewig halten, kann man die Centralogic- Bank praktisch alle 2 Jahre komplett tauschen, wenn man es ernst meint. Ich leg' die deshalb zwecks Schonung meist einfach fest auf irgendwas, was ich eigentlich gar nicht oder kaum nutze (z.B. DCAs); dann eiern sie zumindest nicht ständig sinnfrei hin und her).

    Bei Yammi (Dante) gilt es noch zu bedenken/ einzukalkulieren, dass für Echtzeitredundanz (also Ringverkabelung über 2x CAT) pro RIO noch ein externer Switch her muss. Zwar laufen 1001 Systeme auch ohne, aber der Teufel ist bekanntlich manchmal ein Eichhörnchen.
    An Digico scheiden sich die Geister. Manche lieben es, andere können sich mit der gewöhnungsbedürftigen Bedienung einfach nicht anfreunden (ich zähle eher zu 'andere' :D). Aber wenn's um echte Einarbeitung/ Optimierung auf ein ganz bestimmtes, ständig wiederkehrendes Pult < > Bandsetup geht, wäre das mittelfristig sicherlich auch kein ernster Hinderungsgrund. 'Gewöhnungsbedürftig' beinhaltet ja immerhin, dass Gewöhnung auch möglich ist.
    SD9 findet man mittlerweile durchaus auch schon mal auf dem Gebrauchtmarkt, bei CL3 (noch) keine Chance. Dafür kann ich in Sachen Zuverlässigkeit/ Ausfallsicherheit wiederum grundsätzlich bei Yammi am ruhigsten schlafen.

    Zwei Kandidaten aus der Liga 'ausgereiftes professionelles Arbeitsgerät', die man (schon aufgrund der sehr unterschiedlichen Bedienphilosophien) vor Anschaffung unbedingt in Ruhe antesten sollte.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Hat da jemand Krach mit seinen Monitorleuten ??

    • billbo
    • 11. August 2016 um 14:54

    Zur Ehrenrettung der verachtenswerten Arbeitsmoral auf dieser unwürdigen Kleinveranstaltung (war dieses Jahr wg. anderweitiger Verpflichtungen nicht dort) kann ich vielleicht beitragen, dass eine normalerweise von mir betreute Lieblings- Spaßkapelle dort einen richtig guten Tag hatte und u.a. auch ausdrücklich von einwandfreiem Bühnensound (incl. lokalem Monitorer) zu berichten weiß. Zwar auf der anderen Seite der Zwillingsbühne, aber sooo dramatisch anders sind die Verhältnisse dort erfahrungsgemäß auch nicht.

    Befriedigender oder unbefriedigender Monitorsound ist also ganz offensichtlich zu erheblichen Teilen eine Frage der inneren Einstellung zu diesem Thema. :wink:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Pultberatung zwecks Neuanschaffung

    • billbo
    • 10. August 2016 um 21:21

    Auch hmm: im Vermiet- und Alltagsgeschäft ist '5' eigentlich Pflicht. Was dir, zugegeben, zunächst mal völlig egal sein kann.
    Allerdings macht der zusätzliche Faderblock die Bedienung imho erst so richtig sexy. Komplett unabhängig konfigurier- und zuordbar, oder aber über User Layer + UDK per Knopfdruck in einer vorher frei definierten Standardoberfläche integriert (gilt natürlich für alle Faderbänke). 32 Inputkanäle auf einmal? 16 DCAs + multiple 16er Inputbank? Selbige + 16 Outputs? 'Arbeitslayer' incl. sämtlicher Effektreturns und Zuspieler? Alles ist machbar, jederzeit und ohne nervige Layerwühlerei mit EINEM Knopfdruck.
    Selbst die (wiederum komplett unabhängigen) beiden Masterfader find' ich genial. Auf dem zweiten liegt normalerweise mein Talkbackkanal - fernab vom eigentlichen Mixgeschehen, aber jederzeit im Direktzugriff, falls auf der Bühne beim Check mal wieder keiner zuhören will...
    Falls CL3: auf die Lichtorgel (optional/ passt nicht auf die kleinere Bedienoberfläche und wird wie beim alten M7 extern befestigt) würde ich in diesem Fall verzichten. Bläht das Casevolumen überflüssig auf, und wer seine Mix-/ Gainstruktur im Griff hat braucht das Ding nicht.

    CL5 ist zur Zeit imho die mit Abstand cleverste, praxistauglichste und komfortabelste Bedienoberfläche ihrer Klasse; mittlerweile ziehe ich sie (außer für den heavy Festival- Monitorbetrieb) selbst meinem alten Liebling PM5D vor.

    Disclaimer :D: wie immer ist das alles streng subjektiv. Bei einer derartigen Anschaffung würde ich vorher auf jeden Fall mehrere infrage kommende Kandidaten unter Livebedingungen ausprobieren.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Pultberatung zwecks Neuanschaffung

    • billbo
    • 10. August 2016 um 14:23

    Sind schon alle Hersteller durch? :wink:

    Yammi CL5 + 2x RIO.
    Nachteil: das Set liegt neu einen Tacken über der ca.- Preisvorstellung (derzeitiger Straßenpreis für 'Vorführware' ca. 24.000,- netto). Solltest du über ein altes Analogschlachtschiff und eine Flex verfügen könnt's dank origineller Verkaufspolitik aber gerade so passen... . Gebraucht praktisch nicht erhältlich.
    Vorteil: klein, leicht, erwachsenes 64/32- System (incl. local ports sogar 72/40) mit Vollausstattung und ohne faule Kompromisse in Sachen Bedienung. Für die nächsten 5-10 Jahre sicherlich DER Standard (na gut: einer DER Standards) auf professionellen Bandbaustellen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Hat da jemand Krach mit seinen Monitorleuten ??

    • billbo
    • 10. August 2016 um 10:43

    Bitte nicht vergessen: das war die 'Black Metal Stage'. Black! Das Leben ist düster und traurig, unsere Musik ist es auch, und wir werden alle sterben. Ein geiles Monitorsounderlebnis würde da sämtlichen Erwartungen Hohn sprechen und passt ganz einfach hinten und vorne nicht ins persönliche Konzept. Wie soll ich denn dann noch meinen Weltschmerz glaubhaft rüberbringen? Noch dazu, wenn ich mein Set bei noch annähernd Tageslicht beginnen muss?

    Ich kenne den kriegerischen Tom noch aus 'Celtic Frost' Zeiten. Der ist so; der Habitus gehört untrennbar zum Gesamtkunstwerk. Backstage würde er trotzdem jederzeit mit Christian ein paar Bier trinken und gemeinsam über die spezielle Psychologie des gelegentlichen Musizierens auf großen Bühnen fachsimpeln.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Hat da jemand Krach mit seinen Monitorleuten ??

    • billbo
    • 9. August 2016 um 20:54
    Zitat

    "Wer sich kein bandeigenes Monitorpersonal leisten kann/ will muss mit dem klar kommen, was er vor Ort vorfindet :!: "

    (Alte Crewweisheit aus dem letzten oder vorletzten Jahrhundert)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Prozeßanpassung in der Digitalpultpraxis

    • billbo
    • 9. August 2016 um 20:31

    Na ja - auf 'zu wenig Kanalzüge/ Fader' läuft's in beiden Diskussionen immer wieder hinaus. Und bevor ich meine Arbeitsweise an 'zu wenig Fader' resp. ungeeignete/ ungeliebte Arbeitsoberflächen anpasse, sorge ich wo immer es möglich ist viieel lieber dafür, die Art der Arbeitsoberfläche im Vorfeld an meine Arbeitsweise anzupassen. Aber zugegeben, auch dieser Prozess kann manchmal ganz schön mühsam sein. :wink:

  • Prozeßanpassung in der Digitalpultpraxis

    • billbo
    • 9. August 2016 um 20:22

    Jedenfalls öfter als mir lieb ist. :D
    Aber man kann ja versuchen, sich zu wehren – und je mehr Leute das regelmäßig tun, um so seltener sollten solche Erlebnisse werden. So jedenfalls ein (bisher noch nicht vollständig erfüllter) kleiner Bandmischerlebenstraum. :)

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Yamaha CL/QL V4.0 für April 2016 angekündigt

    • billbo
    • 9. August 2016 um 20:19

    Okay. Ich update auf "Kann man also jetzt zur Not durchaus wieder ähnlich wie in guten alten M7- Zeiten handhaben. 8)

  • Yamaha CL/QL V4.0 für April 2016 angekündigt

    • billbo
    • 9. August 2016 um 18:54

    Premiere: Update vom USB- Stick bei laufendem Programm auf der Baustelle. Die Tage mit leicht mulmigem Gefühl zum ersten Mal ausprobiert, weil
    a) der Tonler der Band vor mir ein anderes Pult nutzte,
    b) eine 3Punkt irgendwas- Version drauf war und ich wusste, dass damit die RIOs auch mit 4Punkt irgendwas kompatibel sein würden,
    c) der Job (in Skandinavien) unter streng überwachter 99dB/A Auflage stattfand und ich insbesondere deshalb nur ungern auf die Segnungen der schönen neuen Multibandkompressoren verzichten wollte,
    d) der Örtliche einverstanden war,
    e) es vor Ort am FOH noch 2 andere Pulte gab, sodass selbst ein Totalausfall nicht die Veranstaltung gefährdet hätte.

    Hat problemlos geklappt. Auch wenn die Dante- Updateprozedur (alles in allem fast eine 3/4 Stunde) sich einigermaßen nervenzehrend bis knapp vor Changeover hinzog... allerdings wusste ich das vorher, und die Uhr sagte 'passt'.

    Kann man also jetzt zur Not durchaus wieder wie in guten alten M7- Zeiten handhaben. Viel, viel schöner ist es, liebe Materialbereitsteller, allerdings trotzdem, wenn man zumindest auf Festivals gleich ein Pult mit aktueller Firmware vorfindet. Vielen Dank dafür schon mal im Voraus!

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Prozeßanpassung in der Digitalpultpraxis

    • billbo
    • 9. August 2016 um 18:24

    So, rund 30 Bandmischer- Festivaljobs später, bei leider nur gelegentlichem Mitlesen in den beiden verwandten diesjährigen Digitalpultpraxisthreads. Die wenigsten davon echte 'A'- Festivals (also so was wie RaR, Graspop, Wacken o.ä.), die allermeisten aber zum Glück Veranstaltungen, bei denen renommierte Agenturen/ Veranstalter/ Technikdienstleister ein gemeinsames Interesse an geregelten Abläufen und möglichst wenig Ärger haben und auch dementsprechend konstruktiv zusammenarbeiten.
    Dort findet man am FOH durch die Bank das vor, was heutzutage auch in professionellen Clubs Standard ist: Avid Profile, Soundcraft Vi4/ Vi6, Yamaha (PM5/ wird mehr und mehr von CL5 abgelöst). Hin und wieder Midas Pro6 oder Pro2, letztere allerdings mangels PC- Editor eher unter Exotenstatus und zumeist dann, wenn daneben am FOH auch mindestens noch eine Alternative zur Auswahl bereitsteht. Grundsätzlich jedoch stets die Vollversion; praktisch niemals wird man in Festivalspecs so was wie Vi1/ Pro1/ CL1/ S3L o.ä. als ernst gemeinten Vorschlag finden; CL1 habe ich (als nach wie vor erklärt Yamaha- affiner Livetonmensch) z.B. noch nie im Leben gesehen, geschweige denn unter den Fingern gehabt. Allesamt voll ausgestattete Bedienoberflächen also, mit denen man notfalls auch ohne große Vorbereitungsarien oder irgendwelches Spezialfilegebastel einfach loslegen kann.
    Leider finden 'Bandtech- Lebensabschnitte' aber nicht nur auf großen Festivals oder in gut ausgestatteten Profivenues statt, sondern gelegentlich :roll: auch ein paar Etagen tiefer. Dort tauchen sie dann (zumindest als Erstvorschlag) regelmäßig auf, die ganzen Geizhals- GUI- Missgeburten à la T80, GLD80, SD11, S3L, Pro1, LS9/16, und wie sie alle hießen und heißen. Weil es damit doch auch 'irgendwie' geht ...
    Mal ganz abgesehen davon, dass man den Kleinbeschaller, der sich mit einem derartigen Flaggschiff den Auftrag als Festivalausstatter erdumpt hat, dort sowieso am liebsten gar nicht sehen will (weil sämtliche einschlägigen Erfahrungen zeigen, dass er dem Job auch sonst in keiner Weise gewachsen sein wird): "'Irgendwie' ist in diesem Zusammenhang nur die Abkürzung von 'irgendwie ziemlich Scheiße' – und das können wir ganz und gar nicht gebrauchen. Stellt da also bitte gefälligst eine vollwertige Bedienoberfläche hin; und falls euch das eine Nummer zu groß erscheint, vergebt den Job besser an jemand anderen." So oder ähnlich deutlich schreib' ich das durchaus auch schon mal in einen Email- Kommentar zum Angebot.

    Klappt ganz gut. Meistens zumindest. Und dass es durchaus etwas bringen kann, wenn genügend Bandtonler gelegentlich auch mal robust und energisch Einspruch einlegen, zeigt z.B. die Entwicklung bei der unseligen Gainsharing- Diskussion. Wollte man uns vor ein paar Jahren (mit Aufkommen der abgesetzten Bedienoberflächen) noch Digitalsplit + Gainsharing als den Fortschritt überhaupt verkaufen, ist das Thema mittlerweile praktisch komplett vom Tisch – weil inzwischen in 2 von 3 BAs der Satz "Analogue split between foh and monitor console is mandatory!" zu finden ist und sowohl Veranstalter als auch Technikausstatter diesbezügliche Diskussionen einfach leid sind. Zumindest in diesem Jahr habe ich eine solche bisher jedenfalls noch kein einziges Mal führen müssen. :wink:

    Fazit: Bedienoberflächen mit weniger als 30 Fadern/ Kanalzügen sind für ernsthafte (Fremdmischer)Band- oder gar Festivaljobs indiskutabel. Punkt. Sorgt für bzw. besteht auf ordentliches Werkzeug, dann klappt auch die Sache mit der Prozessanpassung an den kleinsten gemeinsamen Nenner.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    p.s.: und nein, bitte bitte kein Gedöns mit irgendwelchen andockbaren Zusatzfaderboards. Auch dann nicht, wenn sie Plug and Play sind. Das erinnert fatal an unselige Zeiten, in denen neben der ausgereizten 30Kanal- Analogkonsole noch eine billige 12/2 Yamahamöhre mit abgebrochenen Potiknöpfen als 'Effektreturnmischer' stand. Will das irgendjemand wirklich?

  • I don't need that, 2.0

    • billbo
    • 31. Juli 2016 um 17:47

    "Macht euch keine Gedanken. Das war in den 70ern ein ganz ordentliches Dreisternehotel. Und die wollen demnächst jetzt auch renovieren."

    :|
    :?:
    :shock:
    (Ohne weiteren Kommentar; Kopfkino reicht :lol: )

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • A&H dLive

    • billbo
    • 28. Juli 2016 um 10:06
    Zitat

    Hui... die Büchse der Pandorra :D

    Es gibt bekanntermaßen grundsätzlich 3 Sorten von Desymmetrierern für niederohmige symmetrische NF- Signale:
    a) 'Preamps',
    b) 'Midas Preamps'
    c) 'Wahre Midas Preamps'.
    Letztere werden, unter persönlicher Leitung von Dr. No, in der selben geheimen Bilderbergerfabrik hergestellt, in der auch die Chemtrail- Spraydosen befüllt, die Haarpwellen gemalt, brauner Gehäuselack angerührt, Mondlandungsfakevideos gedreht und ESC- Wahlergebnisse gefälscht werden.
    So was weiß aber doch heutzutage jeder Fünfjährige mit Internetzugang!?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kleinster gemeinsamer Nenner in der Digitalpultpraxis

    • billbo
    • 26. Juli 2016 um 14:39

    Beim Gate ist (aus den von Audiobo genannten Gründen) die umgekehrte Arbeitsweise zum Lowcut sinnvoll: Erfahrungswerte voreinstellen, aber erst mal nicht aktivieren.
    Also z.B. typisches Tomgate: Attack 1mS, Hold 50ms, Release ca. 300- 500 ms, Gainreduction 30dB, Threshold -10dB, Keyfilter Bandpass mit Mittenfrequenz 500Hz und Abgriffspunkt Pre EQ. Das alles für ein großes Drumkit beim 5min. - Linecheck wirklich korrekt nach Gehör einstellen zu wollen ist selbst dann ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen, wenn man die Bedienoberfläche sehr gut kennt – es aber bei Bedarf auf Abruf vorbereitet vorzufinden kann ziemlich hilfreich sein.
    Kompressor so wie von Audiobo beschrieben – wenn man zumindest einigermaßen weiß, was einen erwartet, Threshold aber auch gerne auf -20dBfs.

    Auf diese Weise (malen nach Zahlen) bereite ich (Guma bitte weghören :D) hin und wieder auch für Pulte, die ich überhaupt nicht oder kaum kenne, 'Notstartfiles' für meine Bands vor. In der Praxis funktioniert das dann oft überraschend gut, auch wenn ausnahmsweise mal ein Vertreter den Job übernimmt oder z.B. der örtliche Betreuer schon mal mit dem Linecheck anfängt, während man selbst noch unterwegs von der Bühne zum FOH ist. Allerdings muss man zum Arbeiten mit Erfahrungswerten selbige auch erst mal wirklich verinnerlicht haben, andernfalls sind dem Weg ins Chaos so schnell ganze Scheunentore geöffnet.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Kleinster gemeinsamer Nenner in der Digitalpultpraxis

    • billbo
    • 25. Juli 2016 um 17:32

    Hochpass sehe ich eher wie Guma: dass ich ihn brauchen werde ist eh klar - also 'on'. Wo genau ich ihn brauchen werde aber nicht - also Linksanschlag; das ist beim Linecheck der erste Handgriff nach dem Gain ('laut' nach Gehör, über Kopfhörer nach Erfahrungswert).

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wie öffnet man einen alten Sennheiser Sender?

    • billbo
    • 25. Juli 2016 um 17:22

    1b) Sendeantenne abschrauben! :wink:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

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