Zitat… Während Sinus mit seinen 3dB Crest völlig an der Realität vorbei ist, könnten 12dB Crest für viele zeitgenössische Musikrichtungen passend sein. ...
Müssen wir Angaben zum möglichen Output eines Endstufen-/ Lautsprechersystems also so gestalten, dass man sie nur mit Hilfe eines Anhangs verstehen kann? "Dieser Verstärker liefert 1000 Watt. Achtung, gilt nicht für Orgelkonzerte!" "Angegebener Höchstschalldruck nur erreichbar mit Uffzuffzmusik bis max. 120bpm!" (Du ahnst, ich bin kein ausgewiesener Experte für wissenschaftlich- technisch wasserdichte Vergleichsmessungen :D).
Aber die Industrie becirct uns mit Wattzahlen für Dummies, also erlaube ich mir (zumindest gedanklich) auch Vergleichsmessungen für Dummies: Rauschen oder sonstwie gemischtes buntes Programm bei absoluter Vollaussteuerung aller Systeme (alle Limiter dauerrot) über längeren Zeitraum. Genau so lange, bis sich die Kurve des ans Messmikro angeschlossenen und auf 'Peak Hold' gestellten 128Bd.- RTA an keinem einzigen Punkt auch nur noch ein halbes dB mehr nach oben verbiegen lässt. Und ja, um thermische Grenzen (Powercompression) mit zu berücksichtigen, Beginn der Messung gerne erst nach einer Stunde Laufzeit bei 30° Celsius Umgebungstemperatur.
Klar sagt das so erhaltene Diagramm nichts aus zu Klang, Klirrfaktor, Impulstreue, oder ähnlichen Feinheiten; auch wird natürlich z. B. das nominelle oder tatsächliche Abstrahlverhalten nicht berücksichtigt, somit zunächst also nicht die akustische Leistung, sondern 'nur' ein erreichbarer Maximalschalldruck über die Frequenz dargestellt. Trotzdem erhalte ich, insbesondere im A/B- Vergleich, so ein recht umfassendes und vor allem anschauliches Bild über den möglichen akustischen Output der Gesamtkonstruktion, welches über den Wert einer einzelnen Kennzahl weit hinaus geht. Der Begriff 'Lowmidschwäche' etwa würde auf der Stelle jedermann endlich glasklar verständlich; ebenso natürlich, ob die Powermanagement- und Überlastungsschutzmaßnahmen eines Herstellers tatsächlich greifen. Und auch zur Frage, ob der linealgerade Frequenzgang im Prospekt mehr mit den Qualitäten der Lautsprecher oder mit denen der Filterprogrammierer zu tun hat, gäbe es klar erkennbare Hinweise.
Ob es viele Hersteller von (nicht nur) Aktivkisten gibt, die ein solches Grenzlastfrequenzgang- Vergleichsmessverfahren gut fänden? :roll:
Mit freundlichem Gruß
BillBo