Beiträge von TomyN

    Man sollte noch hinzufügen, dass es sich bei den TA Lärm Vorgaben um Leq Werte handelt, wobei die Bezugszeiten je nach 'Intervall' unterschiedlich sind. Da kommt man mit dem 'Hang Young Ying Super SPL Meter' nicht weit.

    Nachts ist es eine Stunde, wobei die 'lauteste' Stunde gilt. Nebenbei gibt's auch noch Zuschläge für Impulshaltigkeit und Informationsgehalt.


    Tomy

    Na, dann will ich auch was dazu schreiben.

    Vorneweg: Die Ausführungen beziehen sich rein auf SATlive.


    Der prinzipielle Ansatz bei der zeitlichen Anpassung zwischen Top und Sub ist ja der Wunsch, ein möglichst gleichzeitiges Eintreffen des Schalls von beiden Lautsprecheren zu erzielen. Dies erfolgt (beim 'händischen' Vorgehen) durch die Angleichung der Gruppenlaufzeit ( die als Steigung der Phasenkurve definiert ist). Da sich der Phasenfrequenzgang der beiden Beteiligten (inkl. 'indivuellem Processing) unterscheidet, ist dieser Angleich nur für einen gewissen Frequenzbereich sinnvoll zu erzielen.

    Eine Folge der synchronisierten Eintreffzeit ist, dass sich die Energie aus beiden Lautsprechern möglichst gut addiert.

    Der Ansatz des Tools 'Delayvorschlag' in SATlive baut darauf auf. Es berechnet einfach die resultierende Energie bei der Addition beider Kurven (unter Berücksichtigung der Werte für die Phase). Dabei werden verschiedene zeitliche Versätze zwischen den beiden Kurven durchprobiert, und der Wert mit den besten Resultat (d.h. der meisten Energie der Summenkurve im Frequenzbereich angezeigt) angezeigt.

    Und hier kann man in der Praxis schon sehr viel variieren in dem man den gewünschten Frequenzbereich unterschiedlich definiert. Der normale Ansatz ( den Bereich mit ähnlicher Amplitude um die akustische (!) Übergangsfrequenz herum zu wählen) liefert da eigentlich immer relativ sinnvolle Resultate, auch wenn manchmal die Resultat komisch erscheinen.
    Beim breitbandigen Auswerten (z.B. zur Synchronisation zweier ( womöglich noch unterschiedlicher) Subs muss man sich schon vorher Gedanken machen, was man erreichen will.

    Damit das ganze einigermassen sinnvoll bleibt, durchsucht SATlive normalerweise nur das Intervall von -30ms bis +30ms, so dass extreme Ausreiser (aber auch das eventuelle Alarmglockenklingeln bei unbeabsicht bereits während der Messung in einem Zweig vorhandenen Delays) gar nicht erst berechnet werden. Man kann aber auch, falls gewünschte den Suchbereich auf -30ms bis 300ms ausdehnen.

    Seit der letzten Version kann man sich in SATlive das Maximum von biszu vier Optimierungsmöglichkeiten und deren Abweichung von der (energetisch) optimalsten Überlagerung anzeigen lassen. Die vier Optionen sind: Normale Überlagerung, Überlagerung mit invertierter Polarität sowie die beiden Optionen mit der Vorgabe, dass das Resultat positiv sein muss. Da kann man dann z.B. entscheiden, ob man das (optimale) Alignment mit +16ms und Inversion nimmt, oder lieber das mit 0.3ms und ohne Inversion, auch wenn man 3,8% Energie verliert. Da man in SATlive sich die Addition zweier Kurven in Verbindung mit einem Delay (und/oder einer Inversion) auch virtuell berechnen lassen kann, kann man die Resultate relativ gut vergleichen.
    Hierzu mal ein Link zu einem Video auf Facebook.


    Dann hätte ich noch eine Frage zum Thema FIR Filter. Ich gebe zu, dass meine Beschäftigung damit schon über 25 Jahre (Wahlpflichtfach 'Digitale Filter' an der FH) zurück liegt. Nach meiner (trüben) Erinnerung hängt die Latenz mit der Trennfrequenz zusammen und lässt sich durch eine Erhöhung der Samplerate nicht verändern, d.h. beim Downsampling brauche ich zwar weniger Taps, aber da der zeitliche Abstand der Samples ja höher ist, hat es keine Auswirkung auf die Latenz (jedoch auf den Rechnaufwand und den Speicherverbrauch). Liege ich da richtig?


    Tomy

    So, auch nach einigen Wochen keine Probleme mehr.... Verstehe immer noch nicht, warum der Thomann da die Abschirmung nur auf einer Seite angelötet hat...

    Wenn, dann machen wir's doch exakt:


    Ein Sicherungsautomat hat zwei Auslösemechanismen:

    a) Einen thermischen Auslöser. Dieser überwacht die Energie (Strom * Zeit) und löst bei einer Überlastung aus. Hier kann die Auslösung sehr lange dauern, dann allerdings ist es schwer schnell weiter zu machen. Hier spielt die Schleifenimpedanz keine Rolle, aber zu dünne Kabel können sich evtl. zu stark erhitzen bevor dieser Auslöser auslöst.

    b) Der magnetische Schnellauslöser. Dieser muss bei einem sehr hohen Strom sehr schnell auslösen. Der hohe Strom kann entweder über einen Kurzschluss zwischen zwei aktiven Leitern (N + L oder L1 auf L2 etc..) auftreten, oder aber durch einen Kurzschluss zwischen L und der Erde (PE). Hier kommt die Schleifenimpedanz ins Spiel. Damit der Automat schnell genug abschalten kann, muss die 'Fehlerschleife' niederohmig genug sein, damit der nötige Strom fließen kann.


    Tomy

    Ich glaube in Ländern wie der Schweiz gibt es da recht eindeutige Regeln, in Deutschland nicht bzw. nur indirekt durch die VDE-Normen.

    Wichtig ist, das die Schleifenimpedanz nicht zu hoch wird, da sonst die Sicherung im Überlastungsfall nur verzögert oder gar nicht auslöst. Genau diese erhöht sich durch das Verlängern und Ineinanderstecken von Mehrfachsteckern. Da hilft im Zweifelsfall aber nur eine Messung, ob alles i.O. ist.

    Die Schleifenimpedanz hat erstmal recht wenig mit der Überlast zu tun. Ansonsten lässt der VDE halt auch Kabel zu, die eigentlich zu dünn sind (streng genommen jedes Eurokabel, das Anschlußkabel vom Staubsauger etc..) um die vorgeschaltete Überstromüberwachung vorschriftsmässig auszulösen. Da ist der Gedanke, dass bei Überlast was im Gerät kaputt geht, so dass kein zu großer Strom fließen kann.
    Bei Dreifachsteckdosen gibt es viele, deren Zuleitungsquerschnitt 0.75 oder 1.00 beträgt, da kommt man mit der Länge der Anschlußleitung gerad so hin, wenn man sie direkt in die Steckdose steckt. Sobald da irgendwas zwischendrin ist, dann wird der Rpe zu hoch.
    Inzwischen gibts von AH / Thomann / ??? aber recht schöne Mehrfachdosen mit IP44 und H07 zu bezahlbaren Preisen.

    Hi,


    die Anwendung liegt wahrscheinlich (es war der Vorschlag von einem oder zwei Usern) hauptsächlich im Bereich Schulung oder 'Nachbereitung von Setups'.
    Durch die virtuelle Zeitverschiebung in Verbindung mit der Liveaddition kann man da schon recht viele schöne Sachen machen..


    Tomy

    Hi,


    es gab hier in der Nähe vor Jahren einen ähnlichen Vorfall. Da ist der Frontman beim Griff an das Mikrostativ getötet worden. Es stand wohl auf einer blanken Stelle des Kabels.

    Zur 'Mit Funk wäre das nicht passiert' Theorie: War es wirklich das Mikro (dann hätte es eigentlich schon vorher einen Stromfluß und damit einen auslösenden FI gebeben müssen, nebenbei liegt ja das Mikrogehäuse über PIN1 auf Erdpotential. Da hätte es dann auch masssive Kollateralschäden geben müssen), oder ob es nicht vielleicht das Mikrostativ war (über die Mikroklemme isoliert), dann hätte ein FuMi auch nix genutzt..


    Tomy

    Hi,


    kurzer Zwischenbericht.

    Vorgefundene Situation

    • T-Kabel (zumindest mit) Gesamtschirm (Geflecht + Folie), kam fertig konfektioniert. Schirm auf einer Seite (Bühne) auf dem RJ Stecker (Abschirmung) verlötet. Stecker mit 'Schirmring' (hirose?).
    • Kein X-32 Producer sondern ein X-32 Rack
    • Schleifenwiderstand sowohl bei der Stagebox als auch am FoH ohne Befund.
    • Fehler tritt (natürlich) nicht auf während ich da bin, trotz 'Warmlauf' im Vorlauf...

    Maßnahmen

    • Überprüfung der Erdverbindung des Schirms ( Widerstandsmessung am FoH zwischen Schirm und Mischpultmasse), ok, aber natürlich ob der Länge nicht minimal.
    • Anlöten des Schirms an die Abschirmung des RJ45 Steckers auch FoH Seitig
    • Die DL16 ist zwar im selben Rack wie die X-32 Rack, aber 'umgedreht' eingebaut, damit alle XLR Buchsen auf der gleichen Seite liegen. Die DL16 ist dazu an Holzleisten befestigt, d.h. keine Verbindung mit der X-32 Rack über die Rackschiene.
    • Gehäuse DL16 und X32 - Rack miteinander verbunden


    Rückmeldung

    • Bisher positiv, Fehler noch nicht wieder aufgetreten. Mal sehen, wie es sich entwickelt...

    Hi,


    also hier werden zwei Dinge durcheinander geworfen.

    a) Die Messung von elektrischen Anlagen (Installation) nach VDE0100. Da ist der Isolationswiderstand zwischen den einzelnen Leitern zu messen, also auch zwischen L und N etc. Hier müssen auch alle fest installierten Geräte angeschlossen und eingeschaltet sein. Ausnahmen sind zulässig und vom Hersteller in die Anleitungen zu schreiben. Das ist bei (fast) allen Verbrauchern so, da die ja eine 'gewünschte' Verbindung zwischen L und N haben, die die Messung sowieso wertlos machen würde. Das Ziel ist hier die Überprüfung der Isolation der Leiter untereinander um Fehlströme zu verhindern. Normalerweise macht man das während der Installation (um Fehler rechtzeitig zu erkennen) bzw. bei der Abnahme der Installation. Bei der Wiederholung ist es recht schwierig, weil man dann die ganzen Geräte abklemmen müsste.

    b) Mobile Geräte, hier die Überprüfung nach VDE0701/0702 ( oder die entsprechende DGUV Vorschrift). Hier ist die Isolation zu messen, und zwar sind hierzu die spannungsführenden Leiter (also L und N, bzw. L1, L2, L3 und N) miteinander zu verbinden. Die Messung erfolgt dann zwischen den verbundenen Leitern und den berührbaren Metallteilen. Hier gibt es eigentlich keine Ausnahmen, die eine niedrigere Isolationsspannung zulassen. Da aber sich heute kaum noch ein Gerät über einen 'harten' Netzschalter einschalten lässt, wird die Messung des Isolationswiderstandes durch die Messung des Ableitstroms oder des Differenzstroms ergänzt. Dabei wird der Prüfling mit Betriebsspannung versorgt, und geschaut, ob ein Strom über 'die Erde' (SK-1) oder über die Messsonde (SK-1 ungeerdert / SK-2) abfließt.


    Eine (wie auch immer gestaltete) Verbindung zwischen einem Spannungsführenden Leiter und der Erde ist meines Wissens nach bei mobilen Geräte nicht zulässsig, also auch keine Überspannungsableitung gegen Erde. Die Überspannungsableiter, die ich bisher in mobilen Geräten gesehen habe, lagen alle zwischen L und N.


    Tomy

    Ich habe heute einen ziemlich verzweifelten Anruf eines Nutzers bekommen. Das System wurde im Dezember von einem Kollegen eingerichtet, der gerade irgendwo in Südamerika unterwegs ist.

    System besteht aus:

    • M32 FoH
    • X32 Rack Monitormixer auf der Bühne
    • S16 (DL16?) als Inputererweiterung

    Fehlerbild:

    • Plötzliche Digitale Störgeräusche aus der Front (und wohl teilweise auch aus dem Monitor/inEar).
    • Auftreten relativ regelmässig, ca einmal in zwei Stunden.
    • Am FoH Warnsymbole im Display (bei den AES ports).
    • Fehler bleibt bis beide Pulte neu gestartet werden.


    Gemacht wurde bisher:

    • Netzwerkverbindung Mon -> FoH komplett erneutert


    Ich werde am Freitag vormittags mir das ganze mal anschauen, wäre aber schon im Vorfeld über Tips etc. sehr erfreut. Ich habe im Hinterkopf dass es mal Probleme mit einer speziellen Art von Neztwerkkabel gab,
    Persönlich würde ich jetzt eine 'Erdschleife' über das Netzwerkkabel vermuten ('Ehrenamtliche Elektroinstallation' d.h. evtl. relativ 'dreckige' Erde).


    Tomy

    Hi,


    muss man nicht auch die Isolation Phase/N gegen alle Pins (Ausnahme: Gekennzeichnet mit dem Blitzsymbol) messen?

    Ansonsten sind imho alle Entstörkondensatoren mit 750V DC spezifiziert...


    Tomy

    Hi,


    a) Im Vergleich zu früher (als alles besser war :-) kosten Endstufen heute kaum noch Geld.

    b) Selbst wenn du eine entsprechende Endstufe finden würdest, würde die Verkabelung dafür sorgen, dass die Lautsprecher unterschiedlich laut sind.

    c) Bei so vielen Lautsprechern macht es durchaus Sinn, unterschiedliche Signale zu verwenden (Unterschiedliche Lautstärke, Delay, evtl. unterschiedliche Entzerrung).

    d) Es gibt neben der Parallelschaltung auch noch andere Schaltungsvarianten :-) Allerdings leidet da die Präzision, speziell im Bassbereich.

    e) Also, wenn möglich, wie bereits oben beschrieben, eine Mehrfach (oder mehrerer Stereo) Endstufen. Gerade wenn man die nicht schleppen muss bieten sich hier evtl. alte 'Schlachtrösser' mit normalem Trafo an.
    f) Falls du mehrere Lautsprecher verbinden musst, zieh die Anschlußkabel für jeden Speaker extra zur Endstufe, dann bist du flexibler.


    Tomy

    Hi,

    a) Sitzt das Publikum nur auf den im Plan eingezeichneten Stühlen, oder noch weiter vorne? Falls ja, dann hänge die beiden aktive Tops an die publikumsnähere Quertruss, wenn's optisch geht jeweils etwas von der Wand weg.

    b) Da der Raum recht klein ist, brauchst Du ja nur etwas 'stützen'. Ich persönlich würde daher die 'PA' etwas verzögern.

    c) Ob man bei ca. 6 Metern Raumbreite wirklich noch einen Center-Fill braucht? Anders sieht's natürlich aus, wenn man Ortungssachen damit basteln will.

    d) Ein passsiv Split dämpft immer, die genauen Werte hängen von den einzelnen Impedanzen ab, früher haben wir mit ca. 3dB Dämpfung gerechnet..

    e) Gerade beim passiven Split solltest Du genug Zeit und Übertrager dabei haben, um Störungen zu bekämpfen.

    f) Denke an eventuelle Atmomikrofone für den Stream. Nur Headset wird leicht relativ 'steril'.

    Grüße

    Tomy

    Hi,


    Mir sind SAC optimierung meines Rechners zwei Dinge aufgefallen:


    a) Mit einer PCI Intel Netzwerkkarte lief es stabiler (bei mir läuft da aber nur rtpMidi, KVM und evtl. SAC Remote drüber) und der Resourcenbedarf wurde geringer.


    b) Es gibt im Bios eine Einstellung, die so ähnlich heisst wie PCI Latency. Die hab ich am Anfang runter gedreht was falsch war. Denn sie gibt die Dauer / Länge vor, die eine Anwendung ununterbrochen auf dem PCI Bus zugreifen darf. Das beeinflußt den Datentransfer teilweise deutlich.


    c) An ein Plattenproblem glaube ich eher weniger, denn jeder (einigermaßen moderne) Rechner hat erstmal viel RAM zum zwischenspeichern.


    d) Auch die windows Plattform kann durchaus Audio (siehe z.B. SAC).


    Tomy