Beiträge von robert müller

    Für manch (übereifrigen) EIN-Käufer kann das aber durchaus relevant werden. Ich höre schon die Fragen:

    • Gibt es kein Pult ohne xyz? Brauchen wir diese Funktion?
    • Ich hab mich schlau gemacht: Hersteller abc hat deutlich günstigere Preise, nur ein paar Features weniger. Können wir hier nicht sparen?

    Na ja, da kommts jetzt auch wieder drauf an.

    Beim Wing kann das Marketing sicher nur so mit Buzzwords und Features um sich schmeißen. Man wird kaum ein Pult (außer vielleicht noch das X32 aus dem gleichen Stall) finden, das günstiger ist und nicht zu viel weniger von allem hat.

    Für die Hersteller mit den teureren Pulten ists es dann natürlich schwieriger.

    Einen Dongle braucht man bei Nuendo Live 2 nur, wenn man seine Lizenz physisch besitzen will, z.B. um zwischen mehreren Rechnern zu wechseln, oder für den Havarie-Fall, wo schnell neu installiert werden soll.

    Wenn man Nuendo Live 2 nur auf einem PC installiert / betreibt, kann man den bei Steinberg registrieren und braucht dann keinen Dongle. Geht das System krachen, meldet man dies und muss ggf. warten, bis die Lizenz wieder freigeschaltet wird.

    Die Dongle-Variante birgt da m.E. ein größeres Risiko, denn wenn der auf Tour spinnt oder verloren geht, kommt man vor Ort gar nicht mehr ans Programm ran.

    Für verlorene oder defekte Dongles gibt's bei Steinberg noch das hier: https://www.steinberg.net/de/s…teinbergzerodowntime.html. Hab ich aber selbst noch nie genutzt, da nie gebraucht. Man muss halt nen Ersatz-Dongle mitführen und dann im Fall des Falles darauf die temporäre Lizenz aufspielen. 25 Betriebsstunden sollten normalerweise reichen, bis man von Steinberg neue Lizenzen bekommt.


    Ich hab übrigens mit einem neuen kleinen Interface, das ich vor 2 Wochen gekauft habe, ne Cubase AI-Lizenz bekommen. Die hab ich jetzt mal statt auf den Dongle auf mein Recording-Notebook aktiviert, die läuft dann dort auch ohne Dongle. Allerdings kann die nur 16 physische I/Os und maximal 32 Audiotracks. Ist also nur für kleinere Sachen zu gebrauchen.

    Nutze ich auch mit meiner RME-Karte HDSPe RayDAT:thumbup:


    :!: ...jedoch kann man beim Speichern der Aufnahme wählen, ob man das als einzelne Spuren haben will, oder als Multichannel:!:- ich speichere grundsätzlich als einzelne Kanäle.

    Ja, das geht. Beim Recorden selbst wird aber zunächst mal ein temporäres Multichannel-File geschrieben. Wenn ich nun beim Speichern auch Multichannel wähle, wird dieses File einfach nur umbenannt und ist dann meine fertige Aufnahme. Das geht quasi instantan.

    Wenn ich aber als Mono- oder Stereofiles rausschreiben lasse, wird die komplette Aufnahme erst nochmal in diese Dateien umkopiert. Das braucht erst mal doppelten Platz und natürlich auch Zeit, die ich auf der Baustelle meistens nicht habe.

    Letzten Endes muss man es so oder so auseinandernehmen. Ob man das jetzt direkt nach der Aufnahme oder später gemütlich daheim macht, ist m. E. kein Unterschied im Aufwand.

    Achso, falls du mit RME-Interfaces aufnimmst, kann ich noch Digicheck empfehlen. Die GlobalRecord-Funktion macht genau das, was du suchst. Allerdings schreibt das Programm grundsätzlich ein großes Multichannel-WAV, was man dann wieder auseinandernehmen muss.

    Dafür ultrastabil, einfach und auch durch das Multichannel-File sehr ressourcenschonend und performant.

    Ich hab mir mit TracksLive mal ne Aufnahme versaut - die Samplerate im Tracks stand (von mir nicht bemerkt) auf 44.1kHz (ist wohl der Default), der angelieferte Dante-Stream hatte aber 48kHz. War gottseidank nur ein Test. Jedenfalls gabs da keine Warnung oder so über nicht passende Sampleraten, aber alle Spuren hörten sich an wie Geschnetzeltes...


    Ob das wirklich jetzt genau daran lag oder an der DVS (die war damals auch testweise neu im Setup) weiß ich nicht. Ich hab jedenfalls damals alles neu aufgesetzt, dafür beim zweiten Versuch dann aber Cubase zum Recorden benutzt. Dann kann ich die Projekte einfach direkt auf die heimische DAW übernehmen. Deswegen hab ich mit Tracks an der Ecke nicht weiter rumprobiert.


    Ich wollte das nur loswerden, damit du nicht auch unbemerkt über das Sampleratenthema stolperst.

    Das geht natürlich auch... Ich bevorzuge beim Recording aber normalerweise das Signal so direkt hinter dem Wandler wir möglich.

    Außerdem habe ich die Ausgänge der Processingebene lieber frei für "echte" prozessierte Outputs.


    Aber: Bei dem ganzen verschiedenen Routingmöglichkeiten gibt's gefühlte 1000 Wege zum Ziel, und manche Ziele lassen sich auch nur auf einem bestimmten Weg oder mit einer Kombination mehrerer Wege erreichen. (Aux In Remap anyone?)


    Führt mich zu meiner ursprünglichen Aussage zurück: Es gibt wahrhaftig intuitivere Patchsysteme als das der XM32-Serie. Beim gebotenen P/L-Verhältnis bin ich aber gerne bereit, darüber hinwegzusehen.

    Nein - du aktivierst bei den Inputs für 1-32 die User Ins, siehe hier:


    Das gleiche machst du auf dem Reiter "Card":


    In den Kanälen stellst du jetzt wieder einen 1:1-Patch her:


    Nun kannst du über die Definition der User-Ins frei 32 beliebige Hardware-Eingänge auf die 32 Inputs verteilen. Diese landen dann genau so auf den 32 Eingangskanälen des Pultes und auf den 32 Sends über USB zum Rechner:


    Ich hab hier als Beispiel mal die Eingänge XLR 1-6 1:1 gepatcht, dann die 6 Aux Ins auf 7-12, danach die restlichen XLR und zum Schluss noch den Talkback In.

    Ja, das ist eigentlich die zentrale Erkenntnis dabei.

    Welche der Ebenen du wie nutzt, ist dabei ja völlig dir überlassen.


    Und zur Frage, ob man die anderen Ebenen ("Patchlisten") bei Verwendung der User Ins überhaupt braucht:

    Klares Jain!

    So lange du mit 32 Inputs hinkommst, brauchst du sie nicht. Sie sind einfach da, weil sie schon vor den User Blöcken da waren und man wohl nicht mit der Kompatibilität brechen wollte.

    Wenn du mehr als 32 Inputs ins Pult routen willst (also z. B. die Aux-Inputs auch mit Kanälen von der Bühne versorgen), kommst du mit den User Blöcken nicht hin, da es leider nur 4 davon gibt. Da du aber eh am Rack maximal 23 Signale reinbekommst (16x XLR In plus 6x Aux In plus Talkback In), gilt für dich: Klares Nein! Stell das alles auf 1:1 und vergiß, dass es da ist.

    Denk beim X32 in zwei Ebenen:

    Erste Ebene: Hardware-Inputs in 8er-Blöcken ins Pult reinholen. 4 Blöcke zu 8 Kanälen ergibt 32 Inputs. Du kannst dir lokalen XLRs reinholen, Blöcke von AES50 A oder B, Card Inputs.


    Zweite Ebene: Freie Auswahl in allen Kanalzügen des Pultes aus diesen 32 Inputs plus Weiteres, was mehr oder weniger fix ist (Aux Inputs, Busse, USB-Playback, ...)


    Card-Routing geht ebenfalls auf der ersten Ebene. Liegt sozusagen "neben" dem Routing der HW-Inputs ins Pult.

    Deswegen reflektiert dein Output über USB nicht deine Einstellung in den Kanalzügen.


    Auf Ebene eins gibt es jetzt seit Version 4 neu dir User Ins. Das sind ebenfalls Achterblöcke, dir du auf dieser Ebene genau wie die Blöcke von XLR in, AES50 etc. verwenden kannst.


    Diesen User Input Blöcken kannst du nun - und das ist der Clou daran - Hardware-Inputs *einzeln* zuweisen.

    Du kannst dir das wie eine zusätzliche Ebene 0 denken, die vor Ebene 1 eingezogen wurde.


    Wenn du nun deine Inputs schon passend auf die User Blöcke routest, dann gibst du auf Ebene 1 einfach diese 4 Blöcke an dir Mischengine und gleichzeitig an die USB-Karte.

    Auf Ebene 2 (die Kanäle) stellst du dann am besten alles auf 1:1, der Übersicht wegen.

    Dann machst du deinen Patch nur noch auf Ebene 0 und hast auf den Pultkanälen 1-32 und den USB-Outs immer den gleichen Patch.


    Jetzt klarer?

    Das ist im Prinzip das, was ich ein paar Seiten vorher schon Mal geschrieben hatte. Wenn man das einfach nur so als Text erklärt, ist es etwas schwierig, da durchzusteigen. Patchen im X32 ist wie schon geschrieben meiner Meinung nach im Vergleich zu anderen Pulten unnötig kompliziert - das ist aber der Historie geschuldet.


    Wenn man da aber Mal auf der Hardware mit rumgespielt hat, erschließt es sich eigentlich.

    Will sagen: Wer den Patch des X32 nicht versteht, der benutzt auch bei anderen Digitalpulten sicher nur einen Bruchteil der Möglichkeiten.


    Wenn du magst, hilft dir sicher gerne Mal jemand über Teamviewer oder so, das zu blicken.

    Achso, es waren dir Kanal-Sends gemeint... :sleeping:


    Und natürlich gibts Pre-Kompressor, wenn der Kompressor vorm EQ liegt. Das ist dann der Abgriff direkt am Input. Ist natürlich eigentlich dann "Pre-Alles", aber wenn der Kompressor ja ganz vorne liegt...

    Du kannst im Routing für die Ausgänge folgende Abgriffspunkte wählen:

    - Post LC

    - Pre EQ

    - Post EQ

    - Pre Fader

    - Post Fader


    Für die ersten 4 gibts jeweils noch die Option, den Mute-Status des Kanals zu berücksichtigen. In X32 Edit wird das durch die verschiedenen Farben der Knotenpunkte im Output-Routing dargestellt. Leerer Kreis heißt ohne Mute, gefüllter Kreis heißt mit Mute.


    In den Bussen liegt der EQ standardmäßig vorm Kompressor, also wäre der Abgriff Post EQ oder früher der richtige. Der Faderlevel wird dabei natürlich nicht berücksichtigt.


    Du kannst bei Bedarf auch die Reihenfolge von Kompressor und EQ im Bus vertauschen (Config-Seite im Kanalview). Dann ist natürlich alles ab "Pre EQ" post Kompressor.

    Es kann gut sein, dass die Dateigrößen dabei irgendwie etwas verloren gegangen sind und sich ein paar Null-Blöcke eingeschlichen haben.

    Je nach Datenrettungstool wurden da vielleicht die Dateien ganz neu aus den zusammengeklaubten Daten erstellt. Da könnte dann tatsächlich je nachdem der Header etwas anders aufgebaut und deswegen größer sein.


    Egal, das Problem wurde ja jetzt behoben. Und ich bin mir fast sicher, dass das nicht auftritt, wenn die Dateien wirklich unverändert (also auch nicht durch ein Datenrettungstool behandelt) sind.

    Dagegen spricht, dass die Dateien vorher auf der SD-Karte waren und laut OP noch unverändert sind.

    Ich halte das auch für einen Bug bei der Größenprüfung, dass Windows da um ein paar Bytes danebenliegt.


    Mein erweiterter Lösungsansatz, falls es unter Windows gar nicht geht, wäre, es mal unter Linux zu probieren. Das ist dann allerdings schon ein bisschen auswendiger...