Beiträge von Marian Humann

    Oh so pauschal würde ich das nicht sagen... An meinem ersten Arbeitstag als ausgelernter VTler von ein paar Jährchen durfte ich einer stattlichen Camco-Trussbühne beim Wanken zuschauen. Die Tower sind dabei auf 10m Höhe ungefähr 2m hin und her geweht. Zum Abplanen war keine Zeit, das Gewitter kam schnell. Nach dem Sturm stand die Bühne ca. 20cm von ihrem ursprünglichen Platz entfernt. Ballastiert war sie mit - wenn ich mich recht entsinne - 20t zusätzlich zum Eigengewicht.
    Zwei Jahre später hat es mir nach dem Abplanen aufgrund eines aufziehenden Sturmes die Eckstützen einer 8x6 Stagepartner Bühne verbogen
    Übrigens fiel bei Neuanfertigung eines Prüfbuches nach EN13814 für eine Bühne auf, dass im ursprünglichen ausgelieferten Prüfbuch eine Überlastung um den Faktor 2 bei mehreren Bauteilen ausgerechnet wurde bei vollem Wind. Das ist so jahrelang durch den TÜV gegangen, erst dem Ingenieur, der die 13814 rechnen sollte ist das aufgefallen.

    wenn das mit der 3D drucktechnik so weitergeht, können sich die deutschen metallbau-mittelständler warm anziehen.

    Keine Sorge, der weltweit größte 3-D-Metalldruckerhersteller baut hier um die Ecke gerade sein neues Werkchen am Stammsitz, der avanciert gerade zum größten Arbeitgeber im Landkreis und die Halle hat Ausmaße dass man sie auch als Schiffswerft ansehen könnte... Vor rund 5 Jahren war ich bei denen zur Werksbesichtigung, da haben dort kaum 20 Leute gearbeitet.

    ich schätze man braucht ab 5m höhe ein baubuch oder der aufwand für regelmässige prüfungen wird deutlich höher.

    Jap, aber da zählt die Gesamthöhe, nicht die Lichte Höhe. Das heißt 1cm mehr wegen Gefälleausgleich und die 4,99m Bühne ist 5m hoch und Baubuchpflichtig. Und wo hat man schon einen ebenen Untergrund mit weniger als 1cm Unebenheit?

    ... was dem hersteller wiederum sehr entgegen kommen dürfte ;-)

    Wie meinst du das? Sennheiser hat dieses Jahr keinen Cent von uns gesehen, die bieten nichts passendes in der Liga von Axient Digital zu einem vergleichbaren Preis an.

    Und auch sonst fällt mir nichts ein, was Sennheiser davon hätte. Wenn die Gebrauchtpreise so extrem niedrig sind, werden sich wohl doch 2-3 Leutchen überlegen ob sie für den vierfachen Preis neu kaufen, oder das erprobte Gebrauchtmaterial nehmen, was zwar nicht alle fancy features des Neugerätes hat, aber genauso funktioniert. Und sind wir mal ehrlich, klanglich gibt es wenige bis keine Unterschiede zwischen EW500G1 und EW500 G4 bei gleicher Kapsel...

    Wenn Du Sennheiser ew Serie gekauft hast, kannst Du von G1 bis heute die Sender und Empfänger von jeder Serie und Generation untereinander verwenden - vorrausgesetzt die Frequenzen stimmen.

    Da gab es zwar auch immer mal wieder Abverkäufe, aber hier war die Investitionssicherheit durch die Kompatibilität der Serien untereinander recht hoch.

    Dafür sind die Gebrauchtpreise auf einem Level, dass man das Zeug garnicht mehr veräußern will. Wollte neulich 4 Strecken EW300 G2 mit 865er Kapsel und Taschensendern verkaufen im B-Band, für den Preis der für alle 4 erzielt werden könnte bekomme ich kaum eine neue Strecke... So lege ich das Zeug lieber in den Keller und hab mal Reserve.

    IDN: missverstandenen Datenschutz. Wahrscheinlich jedes zweite Theater und jedes dritte Veranstaltungshaus hat hierzulande Kameras im Haus, damit die Technik oder der Inspizient Überblick von seiner Kabine hat - ohne Aufzeichnungsfunktion. Also haben wir auch Kameras angeschafft und in den letzten Wochen installiert. Jetzt wollte ich nur von der Datenschützerin das OK, ihren Namen auf Hinweisschilder zu schreiben.
    Das führt zu einem spontanen Nein, unsere Gründe für die Kameras ließen sich organisatorisch durch Absprachen und Personal lösen und stehen in keinem Verhältnis zum Datenschutz.

    Jetzt ist das ganze mittlerweile eine größere Nummer geworden und hat schon 2 Tage Büroarbeit alleine bei mir verursacht...


    Übrigens sind theoretisch auch Tonaufnahmen Datenschutzrechtlich zu behandeln. Wenn man ganz weit geht auch eine normale Tonübertragung weil regelmäßig Personenbezogene Daten übermittelt werden, und sei es nur die Namensnennung eines Beitrags aus dem Publikum bei einem Kongress...

    Ich finde die ganze Problematik klingt weniger nach Mikrofonkaufberatung als nach Psychologieberatung. Ich würde die ganz einfache Frage stellen:

    Möchtet ihr, dass das Publikum euch hört oder dass ihr euch wohlfühlt?


    Das ist ein ähnliches Problem wie mit Nachwuchsbands. Im Proberaum können die sich so laut machen wie sie wollen, wenn sie auf der Bühne bestehen wollen sollten sie auf den Tontechniker hören wenn der sagt "Amps leiser, sonst versteht man vom Gesang nichts" Im Zweifelsfall muss der Künstler (allem vorran der semiprofessionelle Nachwuchskünstler) Abstriche in Kauf nehmen, wenn er gehört werden will.


    Um aber doch noch was Produktives beizutragen:

    Bisher die beste Erfahrung habe ich mit Deckenmikrofonierung gemacht, dafür habe ich einfach genommen, was da war:

    4 Sennheiser ME34 Schwanenhälse 1m über und 1m vor die Köpfe der Männerreihe, 2 Sennheiser ME36 mittig über Mädelsreihen parallel zueinander, 4 E614 1m über und 1m vor die Köpfe der ersten Mädelsreihe. das ganze mit Panorama und Delay angepasst und schon war jedes Schallereignis auf dem Chorpodest ordentlich zu hören und der Chor laut und präsent. Ob das jetzt primär an der Mikofonierung oder am Chor selbst lag, lässt sich natürlich schwer verifizieren. Das Ergebnis hat aber allen Beteiligten gefallen.

    Also etwas wie KS CPD Autocurve, nur ein Schritt weiter mechanisiert. Wobei ich kein Fan von mechanisch verstellbaren waveguides bin. Ich habe bisher noch keine Implementation davon gehört, die tatsächlich funktioniert und die Ankopplung im Griff hat

    Wenn durch ein akustisches Signal ein Drumtrigger angeregt wird, läuft irgendwas mit dem Trigger Threshold ziemlich schief...

    Die Qualitätsklasse ist ungefähr Lidl/Aldi gewesen, der Pegel auf der Bühne kaum wahrnehmbar neben den Gitarren. In den 10 Minuten für den Soundcheck war da auch nicht viel rauszuholen. Hat aber zur Gesamtqualität der darbietung gepasst

    schlussendlich war das für mich aber so ein schlüsselerlebnis, bei dem ich mir sagte: nein, auf dieses blöde spiel hab ich keine lust mehr, das war der berühmte tropfen der das fass zum überlaufen bringt. deshalb habe ich ein angebot einer veranstaltungshalle im öffentlichen dienst dankend angenommen

    Witzig, war bei mir ähnlich. Zudem war der Drang nach mehr Freizeit wichtig

    Kunde meint, ich bin viel zu teuer und der Dorf DJ macht das jetzt.

    Aus Interesse bin ich mal hin, da der Dorf DJ schon mehrfach mich und Kollegen heftig unterboten hat.

    Das kenne ich aus meiner Zeit in der freien Wirtschaft. Haben Jahrzehntelang ein Festival mit "200.000" Besuchern mit allen Bühnen, Backline und Technik betreut. Zum Jubiläum meint der Kunde, er vergibt 3 der 5 Bühnen an einen lokalen DJ (mit dem er oft Modenschaus macht). Ist natürlich "dezent" in die Hose gegangen. Hauptbühne hat nur mit Ach und Krach und stundenlangem Umbau eine Abnahme bekommen, war auch viel zu klein (vorher 14x10 bei uns, beim DJ 10x10, weil mit der von ihm gebuchten Bühne hätte die breitere Variante nicht auf den Platz gepasst ohne die Einfahrt zu versperren), der Showbeginn am Freitag nachmittag musste um über eine Stunde hinausgezögert werden weil der Ton nicht funktioniert hat, der Backlinetransport hat nicht geklappt, sodass ich an meiner Bühne eine Stunde ohne Schlagzeug da stand.

    Aber dafür gabs Laser, LED-Leinwand und Pyroshow. Zu Samba Rhythmen.

    Mittlerweile werden die Bühnen von richtigen Technikdienstleistern professionell ausgestattet. Zwar nicht mehr alle von meinem ehemaligen Arbeitgeber, aber immerhin wirds jetzt ordentlich gemacht

    Ähnliche Geschichte: Vor Jahren für ein großes Feuerwehrjubiläum in der nächsten Kreisstadt ein Angebot machen dürfen für Bühne, FOH, Licht, Ton, etc. Es sollten deutschlandweit bekannte Radioperlchen spielen, Größenordnung 2000-4000 PAX. Also anhand der Rider ein Angebot erstellt - viel zu teuer, das können sie sich nicht leisten, sie haben ein günstigeres Angebot. Waren wir nicht traurig, gab eh genug zu tun an dem Wochenende.
    War Abends dann nach dem Job da, Bühne statt der geforderten 80m² nur 48m², kein Linearray, sondern eine HK Stack-PA (müsste R-Line oder sowas gewesen sein), Licht um den Faktor 4-6 weniger als im Rider, Pulte nicht wie im Rider. Ein Bekannter hat für die Abschlussband Licht gemacht, er meinte die komplette Bühne samt Licht und Ton war in einem 20-t LKW.
    Ja, kein Wunder dass das Angebot billiger war, trotz dass die Technikfirma 300km Anreise hatte.

    Oh Entschuldigung, schlaftrunken habe ich das übersehen. Genauso die eigentliche Empfehlung vergessen:

    Standsicherheitsnachweise und Statiken macht bspw. Expo Engineering, die sind mittlerweile so mit die größten und spezialisiertesten.

    Aber auch eine 4,60m Bühnen kann theoretisch je nach Aufstellungsort ein EN13814 Prüfbuch benötigen aufgrund o.g. Thematik. In meiner Zeit als Bühnenbauer durften wir deshalb mal einen FOH zwei Stunden vor Einlass nochmal um 50cm niedriger bauen. Die Followfahrer haben sich bedankt dass sie nicht stehen konnten...


    PS: Ein Standsicherheitsnachweis wurde leider nicht mit verkauft. Eine technische Zeichnung habe ich dafür bereits erstellt. Aktuell sind wir auf der Suche nach einem passenden Ingenieursbüro bei uns in der Nähe. ;-);-)

    Wenn das Ding tatsächlich 5m hoch ist brauchst du keinen Standsicherheitsnachweis, sondern ein Baubuch für fliegende Bauten nach EN13814 und musst jede Aufstellung anzeigen und abnehmen lassen.
    Achtung, einige Hersteller tricksen, indem sie sagen ihr Bühnendach wäre 4,99m hoch. Sobald man dieses mit Holz unterpallt, so wie es auf Wiesen oder unebenen Grund bspw. nötig ist, fällt dieses Dach dann aber wieder in die Baubuchregelung. Selbst eine kleine Delle im Untergrund im Standbereich der Bühne führt dann theoretisch zur Notwendigkeit des Baubuchs, weil die Gesamthöhe zählt und nicht die lichte Höhe.