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Harmonielehre versus Techno

  • subkontrabob
  • 8. Juni 2004 um 16:23
  • subkontrabob
    Beiträge
    508
    • 8. Juni 2004 um 16:23
    • #1

    Um dem Admin Arbeit zu ersparen hab ich alles nochmal zusammengetragen:

    Zitat von "inselgert"

    Wahrscheinlich hätte eine Investition in Geschmack auch mehr geschafft!!!!
    So ein Quatsch habe ich lange nicht mehr gehört. Von soviel PA wird die Musik auch nicht besser
    Techno ist doch die Musik die ohne harmonielehre und Musiker auskommt oder?


    Zitat von "Der Olli"

    So einen Quatsch habe ICH lange nicht mehr gehört!

    Zitat von "AlphaC"

    Der Olli: *zustimmend-nick* ich dachte auch, das wir hier in einem Technikerforum, und somit unabhängig von musikalischen Vorlieben sind. Derart geringschätzige (und zudem falsche) Aussagen über elektronische Musik haben hier ebensowenig etwas verloren, wie Pöbeleien gegenüber Rockern, Hip-Hoppern, Punkern, "Klassikern", Rock'n'Rollern, Hippies, Goaheadz, oder sonst wie auch immer genannten Gruppierungen...

    Zitat von "subkontrabob"

    Ich sag nur jedem das Seine, aber mit der Aussage


    hat er schon recht, was die Grosse Masse der Techno- erzeuger angeht. Klar, es gibt Ausnahmen, aber was das Genre von Sven Väth und ähnlichem angeht, trifft die Aussage voll und ganz zu.

    Wems gefällt, der hört sichs halt an...........

    Zitat von "AlphaC"

    subkontrabob: Ähm... Diese Aussage stimmt nun aber leider nicht... Die erfolgreichen Technoproduzenten sind überwiegend Musiker (oder zumindest musikalisch begabt) und wissen sehr wohl was Harmonielehre und Arragement sind. Das dies für Außenstehende nicht sofort ersichtlich ist, das kann sein... Der Unterschied besteht darin, dass bei elektronischer Musik der KLANGCHARAKTER der Geräusche und Klänge und die RHYTMIK Ausdruckselemente sind. Damit ist sie wesentlich subtiler als die "plakativen" Texte der herkömmlichen Popularmusik. Man muss sich also deutlich mehr hineinversetzen, um die Aussage, das Gefühl oder die Stimmung wahrzunehmen... Daher ist - auch wenn das für viele bestimmt grotesk klingt - Techno viel näher an klassisch symphonischer Musik als die meisten glauben. Und der DJ ist quasi der Dirigent, der fertige "Werke" nach seinen Vorstellungen interpretiert...

    Aber selbstverständlich gibt es auch hier wie überall Negativbeispiele... und so muss ich leider vielen Hinterhofbands - egal ob Rocker oder Hopper - auch jegliches Harmonieverständniss absprechen... und nur weil da manche 'ne Klampfe oder ein Paar Sticks in den Händen halten werden daraus nicht gleich Musiker... ok?

    ... aber das ist jetzt alles wieder mächtig offtopic, wofür ich mich hiermit auch sofort entschuldige...

    Zitat von "subkontrabob"

    AlphaC:

    Naja, zugegeben, die Formulierung


    kann man so nicht stehen lassen

    1. Problem: Der Begriff Techno ist viel zu allgemein. Allein dadurch redet man gewaltig aneinander vorbei.

    2. Problem: Auch Techno kommt insofern nicht ohne Harmonielehre aus, weil sie durch die Dur/Moll tonalen Hörgewohnheiten und -tradition
    unserer Kultur automatisch einfliesst.

    3. Problem: Alle möglichen Leute, vom pickligen 15jährigen bis zum 30- jährigen Studiomusiker machen Musik die man als "TEchno" (siehe Problem 1 ) bezeichnen kann. Da kann schon mal ein studierter Musiker am Werk sein, genauso aber auch ein absoluter Laie.

    4. Problem: Die Aussage ist generell viel zu verallgemeinernd


    absolut richtige Aussage. Das ist gleichzeitig die Stärke und Schwäche dieser Musik, ich hör ja einige genres der Elektronischen Musik ganz gerne, aber das Grosse Problem ist halt, das sich vieles sehr oft wiederholt.

    Ich versuche mal, das mit harmonielehre und Musikern so umzuformulieren wie ichs verstanden hab:

    Im Gegensatz zu Werken aus den Epochen der Klassik, Romantik usw. mit ausgefeilter Polyphonie und kontrapunktischer Kompositionstechnik weist der grösste TEil der elektronischen Musik (v.a. solche mit gleichbleibendem Rhytmus) meistens nur eine monophone Melodik vor, seltener eine rudimentäre Harmonik. SIe ist in den überwiegenden Fällen ausschliesslich auf die Hauptfunktionen Tonika / Subdominante / Dominante beschränkt, Gegen-, oder Parallelklänge kommen nur in ausnahmefällen vor.

    Der grösste TEil dieser Musik basiert auf vorprogrammierten Sequenzen und Samples, wobei das Einspielen von Melodien durch MIDI- Instrumente
    sowie die Manipulation der Klänge durch Anwendung von Filtern und Effekten ein TEil des Enstehungsprozesses sein kann.


    eigentlich hätte ich noch mehr zum Thema zu sagen.............

    Hach, was für eine schöne, sachliche Diskussion, leider so off-topic........
    dazu könnte man doch einen neuen thread im "SOnstiges" forum aufmachen, oder?

    Alles anzeigen
    Zitat von "AlphaC"

    subkontrabob: Fast alles korrekt. Die "Wiederholungen" hast Du in einem klassischen Rondo oder einem Tanz (gleich ob Walzer oder Polka) auch. Dass sich alles in so kleinen Schleifen bewegt, hat einen hypnotischen Effekt. Indianische Tänze sind da ähnlich "gestrickt". Und nochwas:
    Zitat:
    Der grösste TEil dieser Musik basiert auf vorprogrammierten Sequenzen und Samples

    ...stimmt so nicht! Jeder Musiker / Komponist aus dem Bereich, der etwas auf sich hält, programiert sich die Sequenzen und Sound selbst. Das diesen Sounds zum Teil "fremde" Samples zugrunde liegen, ist eine andere Sache...

    Gruss,

    Robert

  • subkontrabob
    Beiträge
    508
    • 13. Juni 2004 um 18:54
    • #2

    Alles umsonst?? :(:(:(

    gebt euch nen Ruck, schreibt was......

    Gruss,

    Robert

  • tom noise
    Beiträge
    1.572
    • 13. Juni 2004 um 21:27
    • #3

    als ich vor einiger zeit den beitrag von inselgerd gelesen hab kam mir fast die galle hoch. aber nachdem ich mich schon in zu vielen foren darüber abgelassen habe habe ich einfach keine lust mehr hierzu was zu schreiben.

    und den leuten die die so einen rhetorischen dünnschiss produzieren möchte ich sagen, dass sie sich vorher mal eingehender mit der materie befassen und nicht einfach so etwas ohne jeglichem inhaltlichem fundament posten sollten.

    die weitere diskussion fand ich persöhnlich sehr ansprechend, das sie (endlich) einmal sachlich und nicht subjektiv geführt wurde.

    so long,
    tom

    (The)Gecko GbR
    event | acoustics | media | studio
    An den Rampen 40-44
    90443 Nürnberg

    Telefon: 01636564230 (HandyNR wegen aktuellem Umzug in neue Räumlichkeiten)

  • 3510maniac
    Beiträge
    322
    • 14. Juni 2004 um 14:09
    • #4

    ich meine techno oder tekkno, da gibt grose unterschiede! das ist von richtung zu richtung verschieden! das auch nich so einfach die ganzen samples zu sortieren und einzuspielen!

  • MatzeRockt
    Profi
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    Beiträge
    2.370
    • 14. Juni 2004 um 19:48
    • #5

    subkontrabob
    was soll ich da schreiben? Es ist dorch armselig sich auf "seine eine" Musikrichtungen zu beschränken und alles andere zu verteufeln. Ich liebe elektronische Musik in ihrer gesamten Bandbreite - das geht vom brettharten Technogeballer in irgendwelchen Luftschutzbunkern bis zu den verfrickelsten Ambient-Zeugs zu der man einfach nur chillt. Ich liebe Rockmusik von Hart bis Zart und nehme soviele Festivals und Konzerte mit wie es nur geht, ich mische jetzt des öffteren ne volkstümliche Blaskapelle - was soll ich sagen - geile Mukke. Im Auto höre ich viel Klassik oder auch DnB und wenn ich das Vinyl drehe gibts nichts besseres, als wenn ne Horde geiler Frauen zu RnB, Soul und HipHop Ihren Arsch bewegen. Ich liebe Musik. Ich liebe es mich mit Musik zu beschäftigen - darüber was zu lernen - Geschichte zu begreifen. Und da wird einem unwillkürlich klar, dass alles irgendwie zusammen hängt und Musik immer irgendetwas in mir bewegt, was nicht so einfach zu erklären ist.

    So - das klang jetzt bestimmt irgendwie bescheuert - is aber so.

    Grüße

    "...stört es sie, wenn ich ein bisschen klatsche..."

  • subkontrabob
    Beiträge
    508
    • 15. Juni 2004 um 10:00
    • #6

    MatzeRockt:

    Du hast meine Absicht leider missverstanden, ich denke da ganz ähnlich wie Du. In der Diskussion mit AlphaC, gings ja mehr darum Unterschiede zu diskutieren als elektronische Musik zu verteufeln.
    Ich fand die Diskussion eigentlich sehr schön und ergiebig, leider ist wohl das meiste schon gesagt worden, und kein INteresse mehr vorhanden.

    Sei mal ehrlich, hast Du den ganzen Post durchgelesen? Zugegeben er ist ein bisschen lang, das worauf es mir ankommt steht relativ weit unten, den Anfang hab ich halt noch reingesetzt damit der Zusammenhang erhalten bleibt.


    Wie gesagt ging es hier nicht darum, einen bestimmten Muisikstil zu diffamieren, sondern darum, Unterschiede zu diskutieren, die schliesslich auch den Reiz verschiedenartiger Musik ausmachen.

    Du hast es in deinem Post ja auch sehr schön auf den Punkt gebracht:

    Zitat

    Ich liebe Musik. Ich liebe es mich mit Musik zu beschäftigen - darüber was zu lernen - Geschichte zu begreifen. Und da wird einem unwillkürlich klar, dass alles irgendwie zusammen hängt und Musik immer irgendetwas in mir bewegt, was nicht so einfach zu erklären ist.

    Ich selbst bin was Musik angeht auch eher der Allesfresser.......... :wink:

    Gruss,

    Robert

  • DJ Sawtooth
    Beiträge
    1.119
    • 13. Juli 2004 um 17:50
    • #7

    Schön, dass die meisten immer von "Techno" reden und dabei keine Dunst haben , was Techno überhaupt ist...

    Das, was Otto-Normal Hörer als "Techno" bezeichnen (oder cool ausgedrückt "Tekkno", ist im Prinzip ein von den Medien eingebürgerter Überbergriff für alles, was irgendwie nach einer TR-909 klingt.

    Das es da viele Sub-Richtungen gibt, wie Trance, Electro, House, Techhouse, Goa, Hardtrance, Chicago-Techno, Detroit Techno etc etc, wissen die meisten garnicht.

    Es gibt in der Tat Produktionen, die sich sehr sehr monoton anhören, die aber trotzdem sehr komplex im Aufbau sind (z.B. Minimal Techno Stücke von Chris Liebing etc.)...

    Dagegen gibts es aber auch komplexe Trancestücke, die vom Aufbau her eher an ein Klassisches Stück erinnern...

    Pauschal zu sagen "Techno kommt ohne Harmonielehre" aus, lässt auf wenig Ahnung von der Materie her schliessen. Um den komplexen Aufbau vieler elektronischen Musikwerke zu realisieren ist genauso ein mannigfaltiges Wissenfundament hinsichtlich musikalischer Feinheiten notwendig wie bei Rockwerken und Werken anderer Genres...

    Also bitte erst mal über eine Musikrichtung wirklich informieren... Und dann posten :wink:

    mfg

    tob

    Ich hasse Leute, die einen Satz beginnen und ihn nicht....

  • Shinski
    Beiträge
    484
    • 13. Juli 2004 um 17:58
    • #8

    ich empfehle das buch

    Deep in techno

    danach kapiert man vielleicht worüber man redet oder meint zu reden.

    MfG
    Kai

    Den Punkt das Handeln zu verpassen nennt ihr es sich die Dinge entwickeln lassen.

  • MatzeRockt
    Profi
    Reaktionen
    310
    Beiträge
    2.370
    • 13. Juli 2004 um 18:15
    • #9

    @ Sägezahn

    Jetzt hast du aber auch was durcheinander gebracht. House ist das grosse Überding in Sachen elektronisch, der Rest kam später.

    Grüße
    Matze

    "...stört es sie, wenn ich ein bisschen klatsche..."

  • DJ Sawtooth
    Beiträge
    1.119
    • 13. Juli 2004 um 23:54
    • #10

    @ Matze... Sorry, Klassenziel verfehlt... :wink:

    House ist genauso wie alles andere aus den elektronischen Urklängen von unserer geliebten deutschen Band Kraftwerk entstanden, nebst starker Einwirkungen von Disco Music.

    Kraftwerks Sound wurde in die USA gebracht, wo er weiterentwickelt wurde.

    Man kann zwar sagen, dass House mitunter einer der ersten eigenständigen Substyles (neben Disco) war, die sich aus Kraftwerks Ur-Elektrosounds etabliert haben. House ist aber genauso nur ein einfacher Substyle wie z.B. Elektro oder Trance. House ist auch nicht mehr...

    Der Grund, warum heute jeder zu elektronischer Musik "House" sagt, liegt einfach daran, dass irgendwer (ich glaube es war Westbam), einmal vor langer Zeit dem kommerziellen Trance (das, was heute unter Jan Wayne etc. läuft) den namen "DREAM HOUSE" gegeben hatte...


    @ Shinski: Das Buch "Deep in Techno" kann ich ebenfalls nur empfehlen. Ich lese es immer wieder gerne und darin sind echt die ganzen Hergänge, die Enstehung der Stylez und das ganze Drumherum um die Szene und die Vermarktung schön leserlich geschrieben...

    Ich hasse Leute, die einen Satz beginnen und ihn nicht....

  • 3510maniac
    Beiträge
    322
    • 15. Juli 2004 um 23:03
    • #11

    ich und n kumpel haben mal n referat über techno, house und den ganzen rest der scene gemacht, mit 6 seiten pro mann war das schon ganz knapp bemessen! da gibts so viele herkünfte und weiterentwicklungen, das glaubt keiner,....

  • DJ Sawtooth
    Beiträge
    1.119
    • 16. Juli 2004 um 07:19
    • #12

    Richtig! Da ist so viel passiert... Aber wie bereits erwähnt.. "DEEP IN TECHNO"! Ich finde, das Buch ist perfekt!

    mfg

    tob

    Ich hasse Leute, die einen Satz beginnen und ihn nicht....

  • Oliver
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    2.639
    • 19. Juli 2004 um 16:22
    • #13

    Hier mal eine nette Seite zum Thema elektronischer Musik.

    http://www.di.fm/edmguide/edmguide.html


    Ausgebildete Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik aus der Nähe von Braunschweig.

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