@ Starstage: 100%ige Zustimmung.
MfG Tobias Zw.
@ Starstage: 100%ige Zustimmung.
MfG Tobias Zw.
JA, sehr schön gesagt.
Mahlzeit allerseits,
starstage, Deinen Thread habe ich mit Genugtuung gelesen.
Aber zu DJ JAJA „muss i döss noch loswerdn“
DJ-JAJA, Du schriebst…
ZitatMacht es denn wirklich Sinn, dass man (Frau) arbeiten geht und die Erziehung gegen Geld Anderen überläßt?
Schau Dich um. Klappt das? Ich habe da immer das Bild der Kindergärtnerin im Kopf, die 10 Kinder zu betreuen hat, welche sich schlecht beaufsichtigt irgendwie beschäftigen. Und sie hockt mit den anderen Kindergärtnerinnen (Heißt ja jetzt als neue Sprachlüge: Erzieherin) zusammen bei Kaffe und Kuchen. Die Erziehung besteht in gelegentlichem rüberblöcken:“Jonas! Zieh der Leoni nicht an den Zöpfen!“ oder „Ronja! Zieh dem Felix nicht am....!“
Nun, wie es der Zufall will, meine Frau ist Kindergärtnerin und sie hat diesen Beruf bis vor wenigen Jahren mit persönlicher Hingabe und Begeisterung ausgeübt. Bis auch hier in Ostsachsen die Segnungen dieser angeblich auf Leistung getrimmten Gesellschaft endgültig durchgebrochen sind. Deine laxe Einschätzung der Arbeit einer Kindergärtnerin stellt schon beinahe eine Beleidigung dar. Das spielende Beschäftigung einfach dem Selbstlauf überlassen wird, dass intensive Vorbereitungen für alle Gruppenaktivitäten gar nicht nötig sind scheinen Deinem Vorstellungskreis
und Deiner Auffassung von Erziehung zu entsprechen, ich kann Dir aber versichern, dass dem so nicht ist. In diesem Zusammenhang möchte ich Dir nur dringend empfehlen, setze Dich mal mit einer gestandenen Kindergärtnerin an einen Tisch und lasse Dir aufzeigen, welche pädagogischen Grundlagen eine ganzheitliche Erziehung auszeichnen! Vielleicht solltest Du als angehender Lehrer auch mal ein Praktikum in einer Kita machen…
Du schriebst weiter:
ZitatJa, ich bin Papa und ja soziales Erlernen das ist wichtig. Aber das geht auch im Sportferein oder sonstwo. Schulen haben in erster Linie einen Bildungsauftrag.
Ist Dir schon mal in den Sinn gekommen, dass das Vermitteln von Wissen und das Anerziehen sozialer Kompetenz überhaupt nicht zu trennen ist, dass eines das andere sogar bedingt. Immerhin sprechen wir ja von empirischer Bewusstseinsbildung, es lässt sich mithin überhaupt nicht verhindern, dass alle Einflüsse des realen Umfeldes eines Kindes ihre Widerspiegelung im Wesen des Selbigen findet.
Aus meiner Sicht unterliegen Projekte, nach dem Motto „Schule hat reinen Bildungsauftrag“, wie sie im Rahmen von Begabtenförderung oftmals verfolgt werden, einer gravierenden Gefahr. Solche Schulen bringen zwar regelmäßig hochintelligente und motivierte junge Menschen hervor, aber jede Medaille hat eine Kehrseite. Wie es um die sittliche Reife, mithin um ethische Wertvorstellungen bestellt ist, steht völlig offen dar. Du kennst den Spruch: „Als Fachkraft eine Koryphäe, als Mensch ein Arschloch…“
Ich vertrete die Auffassung, dass man soziale Kompetenz nicht erlernen kann, man kann sie nur erleben und erlebte nachgestalten lassen. Das setzt aber voraus, dass man die Chance dazu bekommt. Dies werden elitäre Wissensfabriken niemals bieten können.
Ich bin ebenfalls Papa eines dreijährigen Jungen und mir würde es nicht im Traum einfallen, von meiner Frau zu fordern, dass sie zu Hause zu bleiben habe um das Kind zu erziehen. Dies hat auch was mit Selbstverwirklichung zu tun. Und meinem Kleinen gefällt es im Kindergarten, er geht, im Gegensatz zu mir damals, gern in selbigen, er hat dort viele Freunde gewonnen und er lernt jeden Tag neue Dinge, welche ich - wir gut und richtig halte. Ich weiß nicht wo das Problem sein soll, „Fremden“ die Erziehung der eigenen Kinder zu überlassen. Erstmal ist es nicht an dem, dass die Erziehung überlassen wird, sondern sie wird gemeinsam gestaltet und zweitens kannst Du es eh nicht verhindern, dass sich das Kind von Fremden, mitunter auch unerwünschte Verhaltensmuster aneignet.
Sicher doch stehen hinter der Tatsache, das viele Muttis neben den Papis auch arbeiten gehen in erster Linie monetäre Ursachen. Aber das ist doch dem Grundanliegen dieser Gesellschaft geschuldet, dessen wesentliche Botschaft nun mal Mammonismus ist. Und ohne materiellen Hintergrund kann ich meinem Kind nicht die Zukunft bieten, die es vielleicht selbst mal für erstrebenswert hält.
Und eines noch: Der Rechtschreibung eine nachlassende Bedeutung nachzusagen und das auch noch als angehender Lehrer, halte ich nun für äußerst abenteuerlich. Kommunikation heißt nun mal „Übermittlung und Empfang“ von Botschaften, Daten etc., welches regelmäßig die Fähigkeit zum Verständnis der selbigen auf der Gegenseite voraussetzen muss. Hier sind grundlegende Normen erforderlich, welche die Rechtschreibung unter vielen anderen darstellt. Das irgendwann eine, sagen wir mal lingua franca entstehen wird steht außer Zweifel aber auch die wird eine Art Rechtschreibung haben und solange es die nicht gibt, ist es nicht nur ein Akt der Höflichkeit, dem anderen gegen über, ordentliches Deutsch zu Papier oder HD zu bringen, sondern wesentliche Voraussetzung zum Weiterleben jeglicher Kommunikation.
Und sich jetzt seine eigene schlechte Rechtschreibung mit mangelnden Interesse des Lehrers oder gar der Eltern zu rechtfertigen… dazu fällt mir nichts mehr ein. Ich hatte selbst Rechtschreibung – beste Note 4 auf dem Zeugnis, weil ich kein Interesse hatte. Später war mir das peinlich und ich habe geübt, deshalb liegt aber heute noch ein Duden auf meinem Schreibtisch, in den ich regelmäßig reinschaue. Besser spät als nie!
Beste Grüsse aus Ostsachen
Uwe
hat das alles irgendwas mit erziehung und schule etc zu tun
wenn wir nun zur psychoanalyse schreiten dann wird das zu off topic
wo sind euer lösungs ansätze ganz konkret ?
@ Starstage: Von welchem Dilemma sollte ich mit meinen Thesen ablenken wollen?
Es stimmt schon dass hier ganze Diskussion über Bildung etc. von meiner Bemerkung ich sei angehender Leherer ausgelöst wurde, das lag allerdings nicht in meiner Absicht.
Nun noch ein paar Bemerkungen, da ich denke dass ein Teil unserer gegensätzlichen Auffassung in Missverständnissen liegt:
Ich lehne Bildung und das Lernen von Grundfertigkeiten nicht ab und sehe sie durchaus als sinnvoll an. Nur in der aktuellen Diskussion (Schule als Ort des sozialen Lernens contra Schule als Ort der Wissensvermittlung und belassen des sozialen Lernens in der Familie) stehe ich auf dem Standpunkt, dass das soziale Lernen von der Schule geleistet werden muss da es in der Familie oft nicht in ausreichendem Maße erfolgt.
Ich glaube auch nicht dass darunter die intelektuellen Fähigkeiten der Schüler leiden (bisherige Untersuchungen von Schulformen anderer Länder/in Versuchsschulen), aber wenn es so sein sollte würde ich es in Kauf nehmen.
Zu dem dass der Lehrer mehr wissen muss als er lehren will: Wenn man vom noch vorherschenden Modell des lehrerzentrierten Frontalunterichts ausgeht ist diese These richtig. Allerdings zeigen sich oft deutlich bessere Durchschnittsleistungen in Schulformen in denen viel mit freieren Unterrichtsformen gearbeitet wird. Die Schüler bilden sich selbst / gegenseitig, der Leher ist Moderator, vor allem auch Schlichter/Ratgeber in zwischenmenschlichen Problemsituationen oder, wenn so eine Schule in einem bestehenden Lehrplan/Prüfungssystem existiert achtet er darauf dass die erforderlichen Normen erfüllt werden.
Ein bekannter pädagogischer Autor dieser Richtung ist beispielsweise Celestin Freinet (u.A. "Die moderne Franz. Schule).
Zur Kluft zwischen Arm/Reich, gebildet /ungebildet: Es ist aktuell so, dass der Schulerfolg eines deutschen Schulkindes in hohem Maße von Bildung und Einkommen der Eltern abhängt, stärker als in Ländern in denen weniger Wert auf Selektion nach Lernleistung gelegt wird.
Das Leistungsprinzip in der Schule finde ich vor allem auch deshalb problematisch, da ich davon ausgehe dass in Zukunft ein immer größerer Teil nichts mehr Leisten können wird (im Sinne von Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt) und dadurch Arbeitslose meistens über ein sehr schlechtes Selbstwertgefühl verfügen dass dann zu diversen Problemem führen kann...
Zur Rechtschreibung: Ich denke rechtschreibung ist soweit Notwendig dass man einander versteht, allerdings sehe ich sie nicht als ein Sakrament an, beispielsweise ob man alte oder neue Rechtschreibung oder ein Gemenge aus beidem schreibt fällt den meisten Menschen nicht einmal auf, Groß- und Kleinschreibung ist auch nur in Ausnahmefällen zum Verständnis notwendig, hier könnte auch durch andere Formulierungen für Klarheit gesorgt werden.
Ich denke einfach auch dass durchaus sein könnte dass der sprachgesteuerte PC bald kommen wird, und Schreiben und vor allem bestimmte Rechenarten in 100 Jahren wohl so ein Anachronismus sein werden wie heute schon das schriftliche Wurzelziehen.
(Wer kann heute noch die Altdeutsche Schrift flüssig lesen?)
Was ich schreibe ist natürlich alles sehr abgekürzt und von daher immer etwas Plakativ und Bruchstückhaft, aber ich habe nicht die Zeit und Lust, ganze Pädagogische Konzeptionen in den PC zu hämmern, obwohl die Diskussion bis jetzt sehr viel Spass macht...
Grüße, Peter
sorry, ich kann nicht widerstehen :wink:
uwe
Du verquickst etwas. Ich bin nicht der Lehrer. Aber trodem sehe ich eben klar und deutlich die Defizite und höre immer nur Ausflüchte.
Die Gymansien sagen die Grundschule sei schuld und die sagt die Kindergärten sei es.
Alle Drei kenne ich aus der Erfahrung und sage daher:
Es liegt an der FAULHEIT derer die dort Lehren sollen.
Zitat
Nun, wie es der Zufall will, meine Frau ist Kindergärtnerin und sie hat diesen Beruf bis vor wenigen Jahren mit persönlicher Hingabe und Begeisterung ausgeübt. Bis auch hier in Ostsachsen die Segnungen dieser angeblich auf Leistung getrimmten Gesellschaft endgültig durchgebrochen sind. Deine laxe Einschätzung der Arbeit einer Kindergärtnerin stellt schon beinahe eine Beleidigung dar.
Das klingt ...nimm es mir nicht übel und ich will Dich damit auf gar keinen Fall beleidigen...stark überspitzt nach dem "Typischen Ossigeschrei". Damals war ja alles sooo viel besser....jaja...nur eben Bananen jab et nüsch!
Die Ziele der Kinderbetreuung im ehemaligen Osten lagen mit Sicherheit nicht darin, soziale Kompetenzen im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. (Mit Blick auf die immer noch rechtswählenden Jugendlichen im Osten fragt man sich da wirklich, was da schief gelaufen ist)
Ja, es gab ein Krippensystem das gut funktionierte. Und das haben wir "Wessis" ja auch als Solches erkannt.
Nur fehlt es wohl am Antrieb, davon was auf den Prüfstand zu stellen. Wenn Deine Frau es gut gemacht hat...super. Es gibt eben solche und solche. Ich kenne eben vornehmlich solche.
Zitat
Und sich jetzt seine eigene schlechte Rechtschreibung mit mangelnden Interesse des Lehrers oder gar der Eltern zu rechtfertigen… dazu fällt mir nichts mehr ein.
Ich lege übrigens in der ganzen Diskussion starken Wert darauf, dass zwischen "DUMM" und "UNGEBILDET" differenziert wird.
Um beim sehr gut gelungenem Beispiel vom Starstage zu bleiben (Hands/Roadies):
Ich halte es für unangemessen dem Roadie nachzusagen er sei dumm. Ungebildet trifft es wohl eher! Und jetzt die Frage. Wer hat es versäumt ihn dahingehend zu fördern, dass er ein "Gebildeter" wird?
Nochmals. Ich sehe es als eine Schwäche an. Und in meinem Fall auch an der Tatsache, dass ich hier im Forum nicht sonderlich drüber nachdenk, wenn ich schreibe. Ich halte es aber für völlig Abwägig die inhaltlichen Aussagen sofort zu entwerten, weil die Verpackung (Rechtschreibung) drum herum nicht nicht gefällig ist.
Drum ziehe ich den Vergleich zum Dialekt. Der Bayer ist vom Nordeutschen aus gesehen eben ein Bauer und der Norddeutsche wirkt wegen dem Dialekt vielleicht für den Bayern als überheblich.
Aber gibts nicht auch in Bayer schlaue Leute?
Zitat
und mir würde es nicht im Traum einfallen, von meiner Frau zu fordern, dass sie zu Hause zu bleiben habe um das Kind zu erziehen. Dies hat auch was mit Selbstverwirklichung zu tun.
Das habe ich in keinem Punkt so gefordert! Dennoch sehe ich gerade im Vergeben des Erziehungsauftrages an Personen, die es wenn überhaupt nur Mittelmäßig machen, den groben Fehler. Meinetwegen kann Deine Frau gerne arbeiten gehen. Das ändert ja nichts am Verbesserungsbedarf, der "Fremderzieher".
Du galubst ja gar nicht wie viele "Zivilversager" ich im Laufe meines Lebens kennenlernen durfte. Die Mehrheit davon studierte seltsamerweise Pädagogik ![]()
Kindergärten dienen, so teilt es § 22 Abs. 2 SGB VIII mit, der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern.
Sei ehrlich...wie viele Kindergärten kennst Du, wo es so (wie juristisch gefordert) ist: Gut betreut sind Kinder schon dann, wenn sie während der Zeit, in der sie im Kindergarten sind, keinen Schaden nehmen.
Bei Erziehung und Bildung bedarf es einer Abstimmung mit den Eltern und einem Zielemodel. Beides ist mir bei der Suche nach einem Kindergarten im Grunde noch nie angeboten worden.Und bei Schulen und insbesondere an der uni ist mir der bloße Selbsterhalt aufgefallen. Klassisches Beamtendenken eben.
Der Spruch "non scholae sed vitae discimus" dient ja nicht etwa dazu, ein entfaltetes Schulsystem zu kommentieren, sondern dazu, jede Entfaltung auf ein minimales Maß zu beschränken. Das Wertegerüst ist zwar verändert worden, aber so wie es damals die 68er als Starr und veraltet ansehen, so sehe ich nun deren Wertegerüst eben auch als obsolet an.
Es bedarf aus meiner Sicht einer zwingenden Überarbeitung...vor allem Weg vom Beamtendenken...hin zum Dienstleister.(Eben grade bei Bildungsträgern)
Zitat
Zur Kluft zwischen Arm/Reich, gebildet /ungebildet: Es ist aktuell so, dass der Schulerfolg eines deutschen Schulkindes in hohem Maße von Bildung und Einkommen der Eltern abhängt, stärker als in Ländern in denen weniger Wert auf Selektion nach Lernleistung gelegt wird.
Das stimmt aus meiner Sicht zum Teil. Solange sich aber Bildung nicht einem konkurrierenden System aussetzt wird es nicht besser werden.
Ihr müsst Euch langsam mal klar werden, dass es nicht mehr drum geht, einen Lehrplan zu erfüllen, sondern den Kindern zu helfen sich gegen die wachsenden int. Mitbewerber, um ein spätere Stelle zu behaupten.
Wenn da alle so weiterkümmeln wie bisher, sehe ich da wenig Licht.
Vielleicht lieg ich ja ganz daneben...vielleicht habe ich ja auch die Wahrheit gefunden...wer weiß!
Wie auch immer "Benutzt Sonnencreme!" ![]()
Moin JAJA
Nix "Ossigeschrei", es muss doch möglich sein, vollkommen wertfrei festzuhalten, dass dieses heutige Bildungssystem seinen Auftrag nicht mehr gerecht wird. Das Synonym des schiefen Turmes zu... ist doch nicht umsonst Stigma des deutschen Schulwesens. Es ist halt nun mal meine persönliche Meinung, dass das Bildungs- und Schulsystem der alten DDR wesentlich leistungsfähiger war. Das rechtsradikale Tendenzen insbesondere in "Neufünfland" zu einem, die Gesellschaft bedrohenden Maß gewachsen ist, hat doch aber nicht die Ursache in zuvor 40 Jahren erlebten real - existierenden Sozialismus. Vielmehr sehe ich die Ursache in dem 1989 vehement einsetzenden und die gesamte Gesellschaft erfassenden Umbruch. Alle die soziale Gemeinschaft kennzeichnenden Normen wurden quasi über Nacht in Frage gestellt. Diese Geschwindigkeit und Komplexität des gesellschaftlichen Umbruchs hat den Menschen den Boden unter den Füssen weggezogen. Hierin sehe ich die Ursache der Orientierungslosigkeit, die Abwendung von der Familie und Zuwendung zu sozialen Randgruppen als scheinbare Lösung aller Probleme. Das dies keine Lösung darstellte, mithin soziale Spannungen in zunehmender Bereitschaft zur Gewalt ein Ventil suchte sind doch klar erkennbare psychologische Handlungsabläufe, welche in jedem Gemeinwesen zu den gleichen Ergebnissen führen würde.
Deine Differenzierung zwischen „Dumm“ und „Ungebildet“ hat einen gewissen Charme :wink: . Ich weiß nicht ob Du Dieter Nolls „Die Abenteuer des Werner Holt“ kennst, wohl eher nicht, es war Pflichtlektüre im Deutschunterricht der polytechnischen Oberschulen. Eine der Hauptfiguren, „Wolzow“ legt seinem Vater (Oberst der Wehrmacht), der auf Urlaub von der Ostfront da war, sein Reifezeugnis vor. Mit runzelnder Stirn fragte er: „Dumm oder Faul?“ Letzteres war natürlich angesagt und widerspiegelte auch meine damalige Lebensauffassung :mrgreen: . Nur bin ich mir heute bewusst, dass fortgesetzte Faulheit irgendwann schließlich in Verdummung mündet, nicht in einer Generation, aber von einer zur nächsten, weil wesentliche Fähigkeiten der Wissensübermittlung auf der Strecke bleiben. Wir erleben es life in unserem Land.
Zur Rechtschreibung: Ich stimme mit Deiner Auffassung, inhaltliche Aussagen nicht durch mangelhafte Rechtschreibung zu entwerten, vollkommen überein. Ich sehe jedoch die Gefahr eines fortschreitenden Werteverfalls, welche wie o.g. zu einer nachhaltigen Verdummung folgender Generationen führen wird. Das ähnelt doch dann eher dem Spiel „Stille Post“ von Generation zu Generation, wenn im Rahmen der Wissensvermittlung nicht punktuell auf detailtreue Wissensdarstellung geachtet wird.
Du schriebst weiterhin:
ZitatBei Erziehung und Bildung bedarf es einer Abstimmung mit den Eltern und einem Zielemodel. Beides ist mir bei der Suche nach einem Kindergarten im Grunde noch nie angeboten worden.
Dies kann ich so nicht bestätigen. Aus eigener Erfahrung von beiden Seiten des Tisches (sowohl meine Frau als Kindergärtnerin, als auch ich als Papa) habe da deutlich andere Erfahrungen gesammelt. Regelmäßig finden Elternabende (ja auch im Kindergarten) statt, wo zum einen die Gestaltung der Gruppenarbeit dargestellt und diskutiert wird, als auch individuelle Probleme mit den Eltern besprochen werden. Der Kontakt zur Erzieherin ist bestens. Da ich im Oktober meinen Wohnsitz nach Bayern verlegen werde (Wohnung ist gefunden) bin ich schon gespannt welche Kita-Kultur mich da erwartet.
Zitat"non scholae sed vitae discimus"
Ich liebe römische Philosophen, aber wenn schon Seneca zitiert wird, dann bitte in der, der heutigen Zeit angemessen, richtigen Reihenfolge.
Sehe mir die ungerechtfertigte Schulamtsaspiranteneinteilung nach :oops: …
Beste Grüsse aus Ostsachsen
Uwe
Will mich nur mal kurz hier reinhängen:
Warum um Himmels Willen ist die Schule für die Erziehung der Kinder zuständig ![]()
Das ist ja wohl die eigentliche Aufgabe der Eltern. Solange die diese Aufgabe nicht annehmen, wird es auch mit der Bildung weiter den Bach runtergehen, da sich ja die Schule mit Sachen beschäftigen muss, die ursprünglich gar nicht ihr Aufgabengebiet sind. Es wird immer alles auf die Schule und die "faulen" Lehrer geschoben - das hat unser derzeitiger Kanzler ja zu seiner Ministerpräsidentenzeit auch schon gut gekonnt. Die Folge ist: Der gute Ruf des Lehrerberufers ist hinüber - es ist ja heutzutage schon fast eine Schande zu sagen "Ich bin Lehrer." Die meisten Lehrer sind für den heutigen Schulalltag überhaupt nicht ausreichend ausgebildet - die können Wissen vermitteln - aber ob sie die Kinder erziehen können - ich glaube kaum ... und das was in der Familie verrissen wird, kann selbst der beste Kindergärtner, Lehrer, Uni-Prof oder Ausbilder nicht wieder richten.
Meine Eltern sind beide in dem Bereich tätig - mein Vater ist Direktor an einer Schule für Lernbehinderte, meine Mutter ist Kindergärtnerin - übrigens auch im Osten :mrgreen:
Die Geschichten, die die Beiden regelmäßig erzählen, sind einfach der Horror. Wenn Kinder eingeschissen (SORRY) frühmorgens um 6 in die KITA kommen, weil der Hund auf dem Klo eingesperrt ist - wenn die Eltern das Essengeld zurückfordern obwohl ihr Kind gerade 2 Tage vorher von einem Zug getötet wurde ... die Liste kann man endlos fortsetzen ... was soll man da als Erzieher oder Lehrer tun? Ist es nun in Euren Augen die Schuld dieser Personen, dass die Kinder nicht so werden wie wir sie gerne hätten?
VG Sebastian
Hallo Sebastian,
in meiner Heimatstadt Kamenz gibt es eine alt ehrwürdige Schule, über deren beiden Eingangsportalen folgender Spruch steht:
"Lerne Weisheit, übe Tugend"
Ich hatte gestern schon geschrieben, dass ich das Vermitteln von Wissen und ethischen Grundwerten für untrennbar halte. Aus diesem Grund sind u.a. auch Schulen mit einem Erziehungsauftrag bedacht. Nur können sie diesen nicht allein wahrnehmen... der Rest ist bekannt.
He, He, wie kommt eigentlich jemand aus´m Rhein-Sieg-Kreis zur Kindererziehung in "Neufünfland" :mrgreen:
Uwe
Weil ich hier meine Ausbildung tätige und ursprünglich aus "Neufünfland" - genauer Thüringen - komme. Zur Zeit schreibe ich aus Sankt Augustin. :wink:
Natürlich hat die Schule auch einen erzieherischen Auftrag - aber dafür müssen doch schon von den Eltern geschaffene Grundlagen vorhanden sein. Und die gibt es nicht mehr. Es kann nicht funktionieren, dass ein Lehrer 20 Kinder erzieht, wie soll er dass bitte machen.
Meine Freundin studiert übrigens Grundschullehrer. Die vermitteln einem Wissen und alles - aber keiner sagt einem, wie man es den Kindern denn nun beibringt. Methodik gleich null. Gerade bei der Bildung muss ein Zahnrad ins andere greifen und das ist zur Zeit einfach nicht gegeben.
VG Sebastian
@ DJ JAJA: Ein weiterer Punkt für den umfeldabhängigen Schulerfolg von Kindern ist denke ich auch die starke Verbreitung von Haussaufgaben.
Werden die von Eltern (oder Nachhilfelehrern) betreut ist das Kind erfolgreich, wenn nicht - Pech gehabt
Sicher auch eine Facette dieses breiten Spektrums.
Aber Campfire, Hausaufgaben waren bereits zu meiner Zeit obsolet. Die wurden entweder sofort in der Unterrichtstunde, in der sie aufgegeben wurden oder in der Pause dannach gemacht. Im ungünstigsten Fall in der Pause bevor sie fällig waren oder gar nicht :mrgreen: . Nach Schulschluss flog der Ranzen in die Ecke und wurde vorm nächsten Morgen nicht mehr angefasst. Dies ging regelmäßig so lange gut, wie die Noten halbwegs vertretbar waren. Wir, damit meine ich meine Clique, waren stinkend faul. Gelernt wurde, wenn es sich nicht vermeiden ließ, sprich in Vorbereitung von Leistungskontrollen. Später, als es um die Reifeprüfung ging (2.Bildungsweg VHS), verfluchte ich meine frühere Lerneinstellung, weil es verdammt schwer war, jene Wissenslücken, die ich selbst früher nicht wahrgenommen hatte, zu schließen :roll:
Was ich damit ausdrücken will ist, dass ich den Hauptschwerpunkt für schulischen Erfolg immer noch der Unterrichtsmethodik und -didaktik beimesse. Was man in Unterricht nicht versteht, lernt man auch im Rahmen von Hausaufgaben nicht. Und die Hinzuziehung eines Nachhilfelehrers bedeutet nichts weiter, als eine Erweiterung des Unterrichts über ein Maß hinaus, welches die Gefahr birgt, dass Kind zu überlasten, mit dem Effekt, dass die Aufmerksamkeit im eigentlichen Unterricht nachlässt.
Das eigentliche Grundproblem besteht für mich immer noch in dieser fortschreitend sinnentleerten Gesellschaft. Wie soll ich eine erfüllte Lebensperspektive vermitteln, wenn sie nicht, bzw. kaum real erlebbar ist. Das mit dieser Aufgabe die Eltern überfordert sind, weil sie von der Gesellschaft im Stich gelassen werden ist doch eigentlich nachvollziehbar
Arbeits- und Perspektivlosigkeit bereits unmittelbar nach der Schule bedeuten heute zunehmend, ein im Ansatz verrissenes Leben und für die folgenden Generationen den gesellschaftlichen Supergau, weil eben die elemantaren Grundwerte dieser Gesellschaft nicht weitergegeben werden (können).
best regards
Uwe
Ja, da muss ich Uwe recht geben. Irgendwie ist die Generation kurz nach mir von 0 Bock und respektlosigkeit geprägt. Woran das liegt weiß ich nicht.
@ Uwe 1: Soweit zustimmung dass der Unterricht an sich das Wesentliche für gute Schulbildung ist und die Hausaufgaben sekundär.
Allerdings geht das mit dem Vernachlässigen der Hausaufgaben wie du gesagt hast solange, bis die Noten schlechter werden.
Das Kind das jetzt seine Hausaufgaben macht (wenn es zu der Einsicht kommt Schule sei wichtig), braucht oft genug Hilfe. Wenn die von den Eltern nicht geleistet werden kann und kein Nachhilfelehrer bezahlt werden kann / will wird sich die Leistung kaum verbessern.
Der Nachhilfesektor boomt, das gleicht für diejenigen die es sich leisten können Schwächen der Schule aus, vergrößert aber die Heterogenität.
@Bigsound: Nullbock-Haltung ist (zumindest bei älteren, eher schwächeren Schülern) oft eine Verzweiflungshaltung, ausgelöst dadurch dass in der Gesellschaft eben der etwas gilt der es " zu etwas gebracht hat". Für diese Jugendlichen bestehen aber oft wenig Chancen um es soweit zu bringen dass sie den durch Werbung etc. propagierten Lebensstil (Dickes Auto, Handy, Markenklamotten...) finanzieren können.
Die Respektlosigkeit ist denke ich ein Nebenprodukt der zunehmenden Individualisierung und dem Abbau von Hirarchien/Traditionen.
Es wird eben nur noch der Respektiert der in den Kinderaugen wirklich überlegen ist, "Cool" ist, nur Alter oder Stellung rechtfertigen noch keine Autorität.
ZitatDie Ziele der Kinderbetreuung im ehemaligen Osten lagen mit Sicherheit nicht darin, soziale Kompetenzen im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.
Nein, wahrscheinlich wirklich nicht. Da war eher die umfassend gebildete Persönlichkeit gewollt, leider auch ordentlich rotlichtbestrahlt. Jedenfalls konnten die Abgänger der POS durchgängig von 0-9 zählen und haben keine Bewerbungsschreiben abgeliefert, wo in 100 Worten 35 Fehler sind.
Die nächste Frage ist die, was "Wettbewerbsfähigkeit" überhaupt meint. Darüber laß ich mich lieber nicht aus.
Zitat(Mit Blick auf die immer noch rechtswählenden Jugendlichen im Osten fragt man sich da wirklich, was da schief gelaufen ist)
Das frag ich mich ganz und gar nicht, durften die Jugendlichen doch in ihrer Bildung (wann wurden die geboren, 84? 85?) voll und ganz das heutige Wischiwaschi-Bildungssystem in unserer Wischiwaschi-Demokratie (die keine ist) auskosten.
MfG
DirkB
Überspitzt ausgedrückt:
Respektlosigkeit, beispielsweise vor dem Besitz anderer, findet eine seiner Ursachen in der Tatsache, dass der/die Betreffende nie die Erfahrung machen konnte, Ähnliches/Gleichwertiges oder Besseres als Eigentum zu erwerben (Wertschätzung setzt nunmal "Werte" voraus). Die Steigerung dieses Problems findet sich dann in dem Phänomän, dass alle, im Rahmen der individuellen Möglichkeiten, erfolgten Anstrengungen zu keiner Verbesserung dieser Situation führen werden. Man kann das dann sogar soweit interpretieren, dass diese bestehende Gesellschaft, ihrem Wesen nach, Kriminalität als objektive Begleiterscheinung in sich trägt.
Nun ist gut... man wird ja schwermütig :roll:
Uwe
ZitatDas frag ich mich ganz und gar nicht, durften die Jugendlichen doch in ihrer Bildung (wann wurden die geboren, 84? 85?) voll und ganz das heutige Wischiwaschi-Bildungssystem in unserer Wischiwaschi-Demokratie (die keine ist) auskosten.
Was sachlich einfach falsch ist.
1. Gab es längst vor dem Mauerfall eine Gut organisierte Rechte-Szene
2. Die Regierung der DDR hatte bis zu ihrem Fall rechtsradikale und neo-faschistische Tendenzen in ihrem Land stets ignoriert, geleugnet oder auf den ideologischen Einfluß des Westens zurückgeführt.
3. Meine erlebte Führung durch Ostberlin, machte mir deutlich, dass der Abkurzwahn und die Gehirnwäsche an den Kindern, wohl genau so zu NS Zeiten gewesen sein muss. Nicht Originalität und Innovation hatten den höchsten Stellenwert, sondern Unterordnung und Konvention.
4. Wenn die "Wischiwaschidemokratie" dies auslösen würde, wäre wohl der ganze Westen rechts?! Schließlich wird da ja schon viel länger "ausgekostet"
5. Empfehle ich den Aufsatz. " Jochen Hippler, FDJler, Fascho, REP - eine Ostberliner Karriere"
Zitat
Aber das Thema ist IMHO zu ernst, um hier so oberflächlich abzuhandeln
:?
Schon nett, wie "wir Kinder aus dem Osten" hier so einfach abgestempelt werden. Ihr schert hier alle über einen Kamm - FDJ = rechts - hallo, tickts noch richtig
?
Es ist wohl richtig, dass es in Ostdeutschland mehr rechte Tendenzen gibt bzw. mehr "offensichtliche" rechte Tendenzen - deswegen sind wir aus "Neufünfland" doch nicht gleich alle so?!?
Welche Verbindung allerdings deutlichs besteht ist, dass je höher die Arbeitslosigkeit ist desto höher ist auch der Anteil der Leute, die extreme Parteien wählen - siehe MeckPomm.
Aber denkt Euch ruhig weiter Euren sinnlosen Schmarrn zusammen ...
Ich habe immer gerne meine LuMaTra aufgepustet und meinen MuFuTi ausgezogen ... bin ich jetzt auch so ein manipuliertes Kind???
VG Sebastian
@ DJ-JAJA
Man bemerkt, in den von Dir angesprochenen Themen, eine doch recht einseitige Sicht der Dinge. Entweder fehlen Dir da entsprechende alternative Erfahrungen oder du bist für andere Sichtweisen nicht offen. In beiden Fällen ist es nicht gut, Deine Sicht der Dinge so zu verabsolutieren!
was dies alles nun mit dem eingangs probelm zu tun hat ist mir schleierhaft