Hi.
Sorry zunächst, wenn ich meine Gedanken etwas lang ausführe.
Dass Behringer mit seinen ganzen Ultras und Pros in den Produktnamen nervt, ist allgemein bekannt. Auch, dass in den Artikelbeschreibungen derart fantasievoll übertrieben wird, dass es schon lächerlich ist.
Nicht anders ist es mit den Stageline-Produkten im Katalog „On Stage“ 2005. Dort kommt noch hinzu, dass auf jeder zweiten Seite nur so mit Zitaten aus Testberichten vermeintlich renommierter Fachzeitschriften um sich geworfen wird. Man sehe sich das Flaggschiff MMX-206 an. Wie kommt eine Zeitschrift wie Prosound oder pma dazu, Dinge zu schreiben wie: „Intelligentes Konzept, der Qualitätseindruck ist generell überdurchschnittlich.“ Oder: „…intelligent und praxisnah konzipiert.“
Es tut mir Leid, aber ich als Hobbytechniker sehe wenig Praxisnähe und Intelligenz, wenn
> keine XLR-Outs vorhanden sind (bei einem Pult mit 16 Mic-Channels?????).
> der Stereo-Masterfader kein Balance-Poti hat.
> der +48V-Schalter nur mit einem spitzen Gegenstand wie z.B. einem Kuli bedient werden kann. Hätte es denn die Welt gekostet, einen kleinen Kippschalter einzubauen?
> man die Mute-Schalter kaum ungeschickter hätte platzieren können. Wäre das Pult denn so viel teurer geworden, wenn man die Mute-Schalter UNTERHALB der Routing-Schalter gesetzt hätte, sodass man sie auch in hektischem Betrieb bequemer und intuitiver bedienen kann? Es nervt, wenn man ständig die Routing-Schalter im Weg hat und man schauen muss, dass man nicht danebentippt. Die Anordnung der Schalter im Kanalzug könnte wesentlich vorteilhafter gestaltet sein.
> der Tape-Rec Klinke ist, der Aux Input 4 (nebenbei: warum hat man sie nicht wie überall anders auch Return genannt?) dagegen Chinch??? Genau verkehrt rum, könnte man denken. Wie oft sieht man Pulte, deren Aux Input Chinch ist?
Aus vielen Diskussionen hier im Forum weiß man, dass Stageline in Sachen Audiowerten (Rauschspannungsabstand etc.), Klangqualität und Verarbeitung bzw. Robustheit nicht gerade DER Tipp ist. Nun gut, sie schreiben auch, „DAS Profi-Tool – mehr muss man kaum sagen.“ Behringer sagt über sein MX9000 ja auch, „rauschfreier und musikalischer Klang“, wobei ich vorsichtig behaupte, dass nicht viele das bestätigen würden.
Und dann stehen da Zitate aus Testberichten, wo man meint, hier kann doch was nicht stimmen. Vor allem, wenn diese Zitate bei nahezu jedem zweiten Produkt stehen, oft mehrere Lobeshymnen pro Artikel. Der Katalog strotzt nur so davon.
Gut, Stageline muss das ja so machen, genauso wie Behringer, wenn sie überhaupt was verkaufen wollen. Denn es finden sich dann immer arme, ahnungslose Kunden, die auf die Propaganda hereinfallen und sich hinterher ob ihres „Schnäppchens“ oder wie auch immer rühmen. Teilweise deswegen, weil sie nichts Besseres kennen, keinen Vergleich haben. Wie viele Laien auf einem Rockkonzert würden den Unterschied hören, ob die Band mit einem MX9000 oder einer Midas Verona abgemischt wird? Oder jemand weiß Bescheid, sagt aber, Behringer-Qualität reicht für meine Anwendungen.
Meine Frage ist nun: Könnte es sein, dass gewisse Autoren gewisser „Fachblätter“ von Firmen bezahlt werden, damit die Testberichte positiv ausfallen? Ich habe gehört, dass das gang und gäbe sein soll. Was wisst ihr darüber?
Gruß,
Martin