Es ist doch deutlich zwischen einem reinen Karlson Koppler und dem sogenannten Baßhybridegehäuse zu unterscheiden.
Bei Festinstallationen wäre eine reiner KK auch für den Tiefbaßbereich denkbar. Bei 2 Meter Länge käme das Ding auf 43Hz untere Grenzfrequenz. Da aber der Realteil der Strahlungsimpedanz an der unteren Grenzfrequenz 0 ist, wird keine vernünftige Schallabstrahlung erreicht. Also entweder verlängern oder höhere Grenzfrequenz akzeptieren. Ich habe bereits vor einem KK der Länge 2,2 Meter aus Dänischer Fertigung gestanden --- gehört habe ich ihn leider nicht, da die Installation nicht betriebsbereit war. Einer Closed/BR/[sym|asym]BP sollte das Ding zumindest in Punkto Wirkungsgrad überlegen sein. Darüber hinaus hätte das Abstrahlverhalten keine Lobes, selbst in Bereichen in denen bereits Schallbündelung durch die Membranengröße auftritt.
Das Hybridegehäuse verwendet den KK nur für den Tiefmitteltonbereich. Wenn natürlich eure Definition als Tiefton nur alles akzeptiert was sich abwärts von 150Hz abspielt, dann hatt dieses Gehäuse, bei gegebenen Abmessungen, natürlich keinerlei Vorteile bzgl. Tieftonabstrahlung im Vergleich zu Closed/BR/[sym|asym]BP Systemen. Wenn die obere Grenzfrequenz jedoch im Bereich 250Hz - 500Hz oder gar darüber hinaus angesiedelt wird, dann gibt es doch deutliche Vorteile gegenüber direktstrahlenden oder BP Systemen.
Ob die Kammer zusammen mit dem Schlitz tatsächlich zu einem unsymmetrischen BP führt wäre in der Tat einer näheren Untersuchung wert. Bei den veröffentlichten Wiedergabekurven gibt es zwei tiefe Einbrüche hoher Güte, die angeblich auf Resonanzerscheinungen in der Kammer zurückzuführen sind --- weiß da jemand genaueres? Eine Tiefpaßcharakteristik kann ich aber nicht sehen.