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Wie berechne ich am besten eine Karnevalssitzung?

  • Robert Wollgarten
  • 6. Oktober 2010 um 14:11
  • Robert Wollgarten
    Beiträge
    148
    • 6. Oktober 2010 um 14:11
    • #1

    Hallo Forum,

    ich wurde von einem hier ansässigen Karnevalsverein angesprochen eine Galasitzung durch zu führen.
    Da ich so etwas noch nie gemacht habe, habe ich keinerlei erfahrungen auf diesem gebiet!

    Wie berechnet Ihr so eine Veranstaltung?
    Was sollte man beachten ?

    vielen dank schonmal im vorraus ;)

    Gruß Robert

  • AMLB
    Beiträge
    1.101
    • 6. Oktober 2010 um 14:35
    • #2

    Die wichtigsten fragen:

    Wie viele Gäste werden erwartet?
    Wie groß ist die Halle/der Saal?
    Welche Künstler/Bands treten auf/welche Erwartungen ("Rider") sind zu erfüllen?
    Wie professionell läuft das ganze ab?


    Bis vor einigen Jahren haben wir Karnevalssitzungen in Krefeld technisch betreut, sie waren regelmäßig mit 500 Gästen ausverkauft. Es kamen diverse regionale Büttenredner, regionale Bands (meist mit eigener Technik) und einige wenige Stargäste (Jacobssisters, Butterblömke, Stelter, G. Cantz).

    Eingesetzt haben wir:

    TON (HK-Audio):
    Front: 4 x LP 118 Subwoofer, 4 x VT 212 Topteile (geflogen), entsprechende Endstufen und Controller
    Delay: 4 x VT 108 Topteile (geflogen), entsprechende Endstufen
    Monitor: 4 x LP 115M Monitore auf 2 Wegen
    dazu 24er Pult, 2 x EQ, 3 x KL, 1 x MEff., Zuspieler, 6 x Handsender SM 58, 2 x Headsets Beta 53

    LICHT:
    8 x Stufenlinsen 1 KW
    1 x Follow 575 Watt
    div. Dekopars


    Damit sind wir immer ganz gut hingekommen.

    Aber leider wurde das Budget immer enger, da haben wir dann freundlichst abgelehnt...


    Heute würde ich für die Veranstaltungsgröße in die Front 2 x RCF ART 522 hängen, 4 x RCF ART 310 als Delay, 4 x RCF ART 310 als Monitore, dazu Aktivsubs unter die Bühne legen. Ein Studiolive-Digimixer mit Zuspielern und Mikros, FERTIG!

    Modenschauen, Industrie, Event + Gala

  • toadie
    Verifiziert
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    Marktplatz Einträge
    1
    • 6. Oktober 2010 um 18:31
    • #3

    Im Karneval ist Sprachverständlichkeit das A & O.

    Jeder soll die Möglichkeit haben, den Redner bzw. Moderator zu verstehen.
    Bei 500 Leuten kann man das noch gut von vorne drücken, schöner und angenehmer für die ersten Reihen ist ein oder zwei Delaylines...
    Bass sollte da sein aber nicht in der Dimension wie bei einem Rockkonzert :grin:
    Wichtig ist auch freie Sicht auf die Bühne von allen Plätzen...

    Kabelsalat sollte unbedingt vermieden werden, da es beim Umbau zeitlich eng ist.
    Die Bands haben max 3 Minuten für auf und Abbau.
    Du brauchst auf jeden Fall mindestens einen Mann an (auf) der Bühne und einen am Pult und einen für Licht.
    Der Mann auf der Bühne sollte wissen was er tut und dir die Kabel und Mikros immer wieder an die gleiche Position sortieren. Mikros sollten markiert sein damit du sie sofort zuordnen kannst (Farbkappen oder ähnliches...)
    Die Bühne muss Kabelfrei sein, das heißt XLR und Strom dürfen nur an der vordersten und hintersten Kannte liegen - Unfallgefahr für Tanzgruppen. Das Mischpult sollte klar und gut sortiert beschriftet sein, dies erleichtert den Bandtechnikern die Arbeit.
    Halte die Kabel auf der Bühne lang genug, so dass jeder Punkt der Bühne mit ihnen erreicht werden kann und halte 2-4 Gitarrenkabel zu den DI-Boxen bereit.

    Halte am Pult einen Stereoweg und 2 Mikrofonkanäle frei für Leute die mit externen Zuspielern kommen oder ihre Funkmikros direkt bei dir einstecken wollen.
    An der Bühne sollten Reserve Mikros zur Verfügung stehen, für alle erdenlichen Anwendungsfälle, ebenso ein paar Stative inkl. Mikroklammern in verschiedenen Größen. Genauso wie DI-Boxen in ausreichender Menge.
    Ich habe auch schon öfter mal einen Lötkolben an eine Band mit einem defekt ausgeliehen...

    Der FOH-Platz sollte nicht für jedermann zugänglich sein, angetrunkene Gäste können mitunter ziemlich aufdringlich werden.

    Lass dir die Bühnenanweisung der Bands schicken. von 2 x Line bis 6 x Mike + 6 x Line ist alles möglich.

    Verwende starke Monitore. Bands die am Abend bis zu 8 Auftritten haben sind zu vorgerückter Stunde schon ziemlich taub. Meist reicht 1 Monitorweg auf 4-6 Monitore, 6 Einzelwege machen keinen Sinn, da du oder der betreffende Bandtechniker jede Menge Knöpfe drehen muss bevor er da ist wo er hinwill. Der Zuspieler (CD) muss auf die Monitorwege routbar sein. Für Halbplaback und Tanzgruppen.
    Die Monitore sollten gut "eingepfiffen" werden, genauso wie die PA, gern gehen Sänger mit Ihren Mikros auf eine Reise mit unbekannten Ziel durch den Saal...

    Diemensioniere die PA großzügig. Im Karneval wird gern und reichlich Alkohol konsumiert und du glaubst gar nicht wie laut 500 gut angetrunkene Leute sein können...
    Sorge für eine gute Sicherheit der Anlage durch entsprechende Limiter, im Karneval sind viele Bands unterwegs die meinen jede Anlage ohne erbarmen prügeln zu müssen...

    so... ich glaub das wars so grob - Ansonsten viel Glück :lol:

    Gruß
    toadie

    Physik kann man nicht überlisten

  • marv
    Beiträge
    740
    • 7. Oktober 2010 um 13:08
    • #4

    Karneval ist unberechenbar :D
    Ansonsten kann ich den Vorrednern recht geben.

  • Robert Wollgarten
    Beiträge
    148
    • 8. Oktober 2010 um 11:29
    • #5

    Hallo,

    erst mal Danke an die bisherige Hilfe!

    Vorher hat eine andere Firma diese Sitzung durchgeführt!
    Dazu habe ich ein paar Bilder gefunden die dort entstanden sind. so kann man sich ein besseres Bild der Räumlichkeiten machen.

    http://rock-fete.info/partyfotos/?album=4&gallery=15

    Soweit ich das im Groben erkennen konnte hingen dort 2 geflogene Traversen mit 4x 4er Bars, 3x Theater Spots, 2x 4er blinder und ein Fächer Effekt.
    An einer der beiden Traversen hingen dB Tops, und an der Bühne standen 4 ältere W-Bins mit Topteilen (Marke, Eigenbau). Die Traversen waren mit Motorzügen an der Deckenkonstruktion befestigt. Zudem habe ich dort nur 2x 32A-CEE Stromanschlüsse vorhanden.

    Da ich diese Veranstaltung aber etwas „besonders“ gestalten möchte, wäre eine andrere Aufteilung vielleicht von Vorteil.

    Mfg Robert

  • skyworker
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    • 8. Oktober 2010 um 23:47
    • #6

    Morgen zusammen - morgen Robert.

    Du sprichst davon, die Veranstaltung "besonders zu gestalten" - wie meinst du das? Gehörst du zur Orga? Oder möchtest du dem Festkomitee Vorschlaäge unterbreiten?

    Was mir auffällt: auf der Bühne ist es zappenduster. Das ist dumm - es gibt ein paar Fixpunkte, die meiner Meinung nach immer zu beleuchten sein sollten (und zwar ordentlich):

    Bütt, Elferrat oder ähnliches und ein Platz für ein oder zwei Redner am vorderen Bühnenrand. Dafür sind also schon mal Profiler oder Stufen einzuplanen. Wenn man die ganze Bühne flächig hell machen kann, schadet das auch nix - insbesondere, wenn Tanzgruppen da sind.

    Als Effektlicht auf der Bühne reichen den meisten Veranstaltern hier zwei Viererbars im Hintergrund, zumindest wenn die Bühne so übersichtlich groß ist. Alternativ kann man da auch vier LED-Wackler ala Volklicht oder so hinpacken, das tut auch gut.

    Blinder? Fächereffekt? Wozu? Lieber auch hier ein paar Bars und dazwischen Stufen, um während der Beiträge gleichmäßig gedämpfte Grundbeleuchtung (Stufen) zu haben und mit dem Buntlicht Akzente setzen zu können.

    Was den Ton angeht - hier wurde schon viel gesagt. Monitorweg für die Einspieler (Marschmusik etc.) immer post Fader, damit das Playback auf der Bühne auch mitgeht, wenn auf der PA ausgeblendet wird.

    Ich mag einen Center für die Redemikros, zusätzlich zur Hauptbeschallung - das holt das Panorama da hin, wo es hingehört.

    Ich bin gespannt, wann dem Ersten hier auffällt, wo bei der Fluglösung auf den Bildern der kreative Mehrwert liegt...

    SKY

    (der übrigens der Meinung ist, dass Karnevalsjobs nicht mit Geld zu bezahlen sind...)

    Kein Applaus für Scheiße!

  • rene classen
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    897
    • 9. Oktober 2010 um 09:37
    • #7
    Zitat von "skyworker"


    Blinder? Fächereffekt? Wozu?

    Blinder - Beim Tusch oder Schlacht(Motto)ruf - sehr nützlich

    Damit ist auch klar, wenn es keine Saalkapelle gibt, kann ein CD-Tusch angebracht sein.

    Die Fluglösung finde ich hier nicht verkehrt, da es wohl wenig Platz neben der Bühne für die PA gibt und auf der Bühne eigentlich garkeinen.

    Karnevalsveranstaltungen kann man schon berechnen, wenn man Spaß an der Sache hat, ansonsten ist man fehl am Platze. Es gibt bei Sitzungen nur einen groben Plan, bei dem es immer zu Änderungen kommt. Dann weis man nie womit kommen die Künstler an, bzw. in welchem Zustand sind z.B. CDs. Ich hatte letzte Session einmal einen Riderwunsch -> 4 XLR und nachher war es noch nur 1 XLR.

    Hier kommen Bands normal immer mit eigener Technik, die bei Bedarf eingeschliffen wird. Die wollen dann aber niemals Monitor, da sie ja eigene haben.

    Was bei Sitzungen noch eine wichtige Sache ist:
    Die PA sollte auffällig unauffällig sein, d.h. mann sollte dich nicht bemerken.

  • treibsand
    Verifiziert
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    1
    • 9. Oktober 2010 um 13:59
    • #8
    Zitat von "skyworker"

    Ich bin gespannt, wann dem Ersten hier auffällt, wo bei der Fluglösung auf den Bildern der kreative Mehrwert liegt...


    Kreativ ist da so einiges. Am Besten finde ich das Monitoring - als Nearfill lass ich ,mir solche Böxlein ja noch gefallen - aber umgedreht auf der Bühne reicht das vom Abstrahlwinkel nichtmal für Hosenbeinflattern - höchstens die Schnürsenkel der Akteure sin "on axis"... :?

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

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