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Trennfrequenzen RCF 705-AS MKII - ist das so richtig?

  • medimaxx
  • 3. Juni 2024 um 10:58
  • medimaxx
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    • 3. Juni 2024 um 10:58
    • #1

    Liebe Forums-Gemeinde,

    lange ist es her, dass ich hier aktiv war und es ist toll, dass es dieses Forum immernoch gibt und ich bin mir sicher, dass ich hier Antworten auf meine Fragen bekomme.

    Nach langer Zeit kann ich nun auch wieder meinem kleinen Hobby PA nachkommen und habe mir für den Proberaum und sonstigen kleine private Beschallungsnotwendigkeiten ein gebrauchtes SET aus 2*RCF 705-AS MK2 und RCF ART310 MK3 zugelegt. Soweit alles gut - allerdings sind bei mir dann doch 2 Fragezeichen aufgetreten:

    1. Richtige Pegeleinstellung zwischen SUB und TOP: ich hätte jetzt vermutet, dass man einfach TOP und SUB Vollgas gibt und der Hersteller das richtige Verhältnis im Blick hat. Leider habe ich das Gefühl, dass dem nicht so ist und der Bass zu laut im Verhältnis zum Top ist. Nun kann man natürlich nach Gefühl zurück drehen - allerdings trifft man die von RCF vorgesehene Lautstärke wohl eher selten genau und damit verschiebt sich natürlich die Trennfrequenz entsprechend. Heißt dann wohl einmal messen und markieren, oder?

    2. Trennfrequenzeinstellung an den SUBs: man hat die Wahl zwischen 80Hz und 110Hz. Laut Manual wird entsprechend der Sub UND der Top-Ausgang angepasst (insofern der X-Over aktiv ist). Schon beim Hören hatte ich jedoch nicht den Eindruck, dass dies wirklich der Fall ist. In der 80Hz Einstellung klingt es für meinen Eindruck relativ natürlich, bei 110Hz jedoch wirkt es ziemlich mulmig und überhöht. Also - mal REW ausgepackt und den Ausgang an beiden SUBs nachgemessen in 80Hz und 110Hz und Überraschung: die Trennung fürs TOP ändert sich genau gar nicht (irgendwas um die 100 Hz?). Und auch wenn man mal den Pegel des SUBs runterdreht, kann man das natürlich hören, dass es beim Top keinerlei Änderung gibt. Muss das so?

    Oder habe ich einen Denkfehler - denn schlussendlich generiere ich doch durch diese Einstellungen entweder ein Loch bei der 80Hz-Einstellung oder eine Überhöhung bei der 110Hz Einstellung. Nach Gehör würde ich auf Letzteres tippen. Und: kann das ggf. mal jemand mit einem 705-AS MK2 nachstellen - also einfach ein Top dran hängen und hören, ob sich die Trennfrequenz bei den Tops ändert, wenn man zwischen 80Hz und 110Hz Einstellung wechselt?

    Danke Euch für Eure Unterstützung und beste Grüße

  • zegi
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    • 3. Juni 2024 um 12:25
    • #2

    Zu 1.

    Das Verhältnis zwischen Top und Sub ist extrem abhängig von vielen Faktoren (Raum, Musikmaterial, persönliche Vorlieben, ...). Deshalb kann man auch bei einem fixen System nicht absolut sagen, wie die Verhältnisse sein müssten.

    Ausserdem kann man den 705 ja auch mit anderen Tops kombinieren oder auch mal mehrere Subs zusammen im Setup haben.

    Ich empfehle dir, ein Musikstück zu spielen, das du gut kennst und anhand dessen nach Gehör den Level des Subs einstellst.

    Zu 2.

    Du sagst ja, dass es bei 80Hz besser klingt. Also wählst du diese Einstellung. Zum technischen Hintergrund: bei 110Hz spielt der Bass höher. Das wird dann automatisch in der Tendenz matschiger und verwaschener. Bei 80Hz ist das entsprechend weniger ein Problem. Ob bei dem Subwoofer auch eine Frequenzweiche für die Tops integriert ist, oder ob da nur der Sub geregelt wird, müsste dem Manual zu entnehmen sein. So wie ich RCF kenne, müsste da auch das Top-Signal getrennt werden.

    Als Experiment kannst du auch mal mit dem Signal auf einer Seite zuerst auf das Top und dann auf den Sub, beim zweiten Top zuerst auf den Sub und dann auf das Top. Wenn du bassbetontes Material spielst, müsste dann bei den Tops ein deutlicher Unterschied zu hören sein.

    Aber ich bezweifle, dass man bei den Tops ohne weiteres hören kann, ob die bis 110Hz oder bis 80Hz spielen. Das wäre dann ziemlich stark vom Musikmaterial abhängig.

    Und zum Schluss - eine Frequenzweiche schneidet nicht messerscharf alle Frequenzen, die über einem gewissen Wert sind ab. Es ist eine Kurve, die über eine gewisse Frequenzbandbreite abfällt. Hier als Beispiel: https://www.audiovero.de/acourate-wiki/…addition_02.png


    Long Story short: Trennfrequenz auf 80Hz, Level nach Ohr einstellen. Feddisch.

    Der Ton macht die Musik.

  • medimaxx
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    • 3. Juni 2024 um 12:34
    • #3

    Hi Zegi,

    danke Dir! Zu 1.: dann versuche ich mal weiter nach Gehör und ggf. auch einfach mit Messmikro und RTA. Da kann man ja schon auch ganz gut erkennen, ob man halbwegs richtig liegt mit den Ohren.

    Zu 2.: Ja, das TOP-Signal wird natürlich getrennt, wenn der X-Over aktiv ist. Aber: ich habe das X-Over Ausgangssignal an beiden Bässen direkt in die Soundkarte geschickt und mit REW gemessen: es wird in beiden Fällen immer bei ca. 110Hz getrennt - die Kurven sind exakt identisch - egal ob am Bass 80 oder 110Hz aktiv ist. Finde ich eher eigenartig ... aber gut - dann isses halt so.

    Grüßles

    Sebastian

    Edit: Ich finde es auch deshalb eigenartig, da man ja immer sagt, großes Top, tiefe Trennfrequenz. Aber hier würden auch die dicken 12er oder 15er Tops knallhart bei 110Hz getrennt und ich verschenke schlicht deren Low-Mid-Potential.

  • Fux
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    • 4. Juni 2024 um 21:53
    • #4

    Ich kenne die besagten RCF Lautsprecher nicht selbst, aber wenn diese im Bereich der Trennfrequenzen (am besten über etwa eine Oktave nach unten und oben) phasengleich agieren, kannst du auch mit einer Überlappung (also Sub bei 110 Hz trennen und Top bei 80Hz trennen) arbeiten.

    Du bekommst dadurch natürlich im Überlappungsbereich eine Überhöhung, die Du aber je nach Soundvorstellungen gegebenenfalls mit dem Equalizer herausziehen kannst.

    Der Vorteil dabei ist, dass Du im Überlappungsbereich dadurch Pegelreserven gewinnst.

    (Also mehr Schub erzielen kannst, bevor es "ansteht")

    Ein typisches Beispiel für diese Herangehensweise ist z.B. Meyersound mit seinem Systemen.

    Viele Grüße,
    Fux

  • medimaxx
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    • 11. Juni 2024 um 12:36
    • #5

    Hallo Fux,

    danke für diese Erklärung! Klasse.

    Viele Grüße

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