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Strobe-Schaltungsvarianten...

  • Mechwerkandi
  • 16. November 2003 um 14:29
  • Mechwerkandi
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    • 16. November 2003 um 14:29
    • #1

    Mal eine Frage an die Schaltungs-Theoretiker:

    Mir ist aufgefallen, das bei den Strobes, die so übers Jahr durch die Werkstatt wandern (alles übliche XOP 1500-Typen), es für die Bereitstellung der Blitzenergie zwei grundsätzlich verschiedene Schaltungsarten gibt:

    >> Bei den Fernost-Modellen gibt es eine ganze Batterie fetter Kondensatoren, die über eine Diodenschaltung geladen werden...

    >> Bei vielen Geräten aus dem anglo-amerikanischen Raum gibt’s dafür keine Lade-Kondensatoren, sondern eine dicke Drosselspule und eine 20 A-Hochlastdiode, die wohl auch aus einem Schweissgerät stammen könnte.

    Beide Systeme funktionieren, kein Zweifel.
    Aber welches ist „besser“? Und warum?

    Oder ist das mehr eine ideologische Frage?

  • JohannesP
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    • 19. November 2003 um 16:14
    • #2

    Also, beide von dir beschriebenen Schaltungen dienen primär dazu eine Hochspannung zu erzeugen, das mit der Energie hat damit nur sekundär zu tun...

    Also die erste schaltung ist eine so genannte Villard-Schaltung, also eine Kaskade. Durch mehrere Kondensatoren und Dioden wird eine angelegte niedrige Wechsel-Spannung (230V AC) auf eine hohe Gleichspannung (mehrere KV, selbstverstädnlich je anch gerät unterschiedlich) "hochtransformiert", wobei "transformiert" eigentlich das falsche Wort ist.

    Die andere Methode mit der Spule ist die simpelste Methode: die Netzwechselspannung wird an die Sekundärseite (kleine Windungszahl) der Spule gelegt und auf der primärseite (hohe Windungszahl) steht eine hochtransformierte hochspannung an, die dann mit der Diode gleichgerichtet wird.


    Die sichere Methode ist sicherlich die der Kaskade, da im Fehlerfall (Kurzschluss im Hochspannungskreis, oder jemadn kommt mit der Hochspannung in berührung) eine Kaskade immer nur einen begrenzten strom liefern kann (je nach Kapazität der Kondensatoren)

    Eien Spule kann kurzzeitig auch mal Stromspitze liefern die durchaus tödlich sein können.

    Mit freundlichem Gruß

    Johannes Pradler

    "Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein."

    _______________

    http://www.Pradler-Veranstaltungstechnik.de

    Johannes Pradler
    Geschäftsführer
    Meister für Veranstaltungstechnik (Bühne/Studio)

  • JohannesP
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    • 19. November 2003 um 16:17
    • #3

    Nachtrag: Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, die Kondensatoren können leider schnell mal den Geist aufgeben, wenn sie überlastet werden, eine Spule kann abrauchen... eigentlich schenken sich die beiden ncihts...

    Mit freundlichem Gruß

    Johannes Pradler

    "Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein."

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  • Mechwerkandi
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    • 20. November 2003 um 13:59
    • #4

    Hallo Johannes,

    erstmal danke für die Info, aber ich glaube, das geht aneinander vorbei...

    Was ich meine, ist die "Lastseite" der Schaltung, da liegen ca. 600-650V DC an.

    Du meinst glaub' ich die "Steuerseite", wo die 12-15kV für die Zündung generiert werden.
    Das ist korrekt, da gibt's eine kleine Zündspule, wird meist über Triac getriggert.

    Die oben beschriebene Spule ist auch wirklich nur eine Spule (Ringkern, ca. 60 mm Durchmesser, etwa 40 Windungen 1,5 mm Draht), kein Übertrager.

  • Wellenfront
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    • 20. November 2003 um 16:46
    • #5

    Hi

    Die Spule is ne di/dt "Bremse"
    Weder darf ein Tyristor beliebig hohes di/dt Schalten(auch innerhalb seiner Stromspezifikation) noch ist es gut für die allgemeinen EMV Eigenschaften.
    Die Kondensatorschaltung müsste "Härteres" Strobelicht erzeugen,die reine Phasenanschnittläsung folgt natürlich annähernd dem Netzsinus in der Lichtleistung.
    Nachteil ist natürlich die Netzstörung und die starke Abhängigkeit des Netzinnenwiederstandes auf die Performance.

    Gruss vom noSelbstbauprofi :D

    Was kostet ein Loch in der bassbox?

  • Mechwerkandi
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    • 21. November 2003 um 09:53
    • #6

    Boa ey, krass korrekte Meinung, Alder, schwör'sch Dir... :D

    Was mir noch aufgefallen ist:
    Die Strobes mit der "Spulen"-Schaltung sind geräteseitig mit 15AF abgesichert.
    Das Digi-Amperemeter zeigt im Betrieb aber nur so bei 3 A Stromaufnahme an.
    Da müssen ja enorme Peaks auflaufen... :o

  • LTB Showtechnik
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    29
    • 24. November 2003 um 17:41
    • #7

    mir persönlich sind die strobes mit ladekondenstaoren lieber, da sich der energieverbrauch auf einen längeren zeitraum einstellt. bei den "spulen-strobes" sind stromspitzen im blitzmoment nicht zu vermeiden und da fällt ein normaler B16 automat schon mal. gerade dann wenn mehrere strobes auf einem strom hängen, kommt man um die kaskadenschaltung fast nicht drum herum.
    bei den "spulenstrobes" baue ich immer noch eine zusätzliche längsspule in die zuleitung ein, die für eine strom/spannungs-phasenverschiebung sorgt *g*

  • Mechwerkandi
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    • 25. November 2003 um 17:15
    • #8

    Naaa, so langsam kommen wir den Zusammenhängen näher... :wink:

    Würde auch die ausserordentlich hohe Gerätesicherung erklären.

  • Mechwerkandi
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    • 28. Dezember 2004 um 17:19
    • #9

    *wiederhochhol*

    Nachdem wir uns in den letzten Wochen durch eine Menge Theorie und Praxis gewühlt haben, lassen sich final folgende Zusammenhänge darstellen:

    >> Die Drosselvariante ist einfacher/billiger herzustellen, das notwendige Gehäuse kann kleiner ausfallen.
    Sie ist, in Grenzen, "schneller", hat aber für die gleiche Leistung eine erheblich höhere Stromaufnahme.
    Sie ist schaltungstechnisch einfacher zu dimmen.

    >> Die Kondensator-Steuerung ist wesentlich teurer, allein die vier fetten Motorkondensatoren 400V/50 müF kosten schon um die 30,-€.
    Dimmen ist schwierig.
    Ab etwa > 20 Hz gerät die Geschichte bei üblicher Auslegung in's "Stottern", die Ladung der Kondensatoren kommt dann langsam nicht mehr nach.
    Das ist allerdings für den allgemeinen Einsatz wenig relevant, weil sich ein Strobe-Effekt in der Gegend von 10-12 Hz am besten darstellt.
    Ab etwa 25 Hz empfindet man das nur noch als flackerndes Dauerlicht.
    Der wesentliche Vorteil liegt IMHO in der erheblich geringeren Stromaufnahme, 2A zu 14A bei 15 Hz, gemessen.

    Ich würde für Anwendungen, bei denen die Dimm-Funktion notwendig erscheint, der Kostenfaktor im Vordergrund steht und eine ausreichende Netzressource zur Verfügung steht, die "Drossel"-Variante bevorzugen, und bei Installationen mit fragwürdig/unzuverlässiger Stromversorgung, wo mehr wie ein Gerät/Phase gefragt ist (Mobil-Disco) die Ausführung mit den Lade-Kondensatoren.

  • DJheini
    Moderator
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    • 28. Dezember 2004 um 21:13
    • #10

    Hallo,
    der JohannesP hat schon recht mit seiner Villard Schaltung. Die wird im Lastteil verwandt, um aus den 230V ca. die doppelte Spannung zu erzeugen. Vom Prinzip her funktioniert das so, das die Blitzelkos Parallel von der Netzspannung geladen werden, und in Reihe entladen werden. Dadurch Verdopplung. Funktioniert halt unter Zuhilfenahme von Dioden. Nach diesem Prinzip lassen sich Spanungen verdoppeln, verdreifachen, usw. Wird in Fernsehgeräten auch angewandt.

    MfG

    DJHeini

    MfG Heini

    (Lasst euch von dem DJ nicht verwirren. ;))

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