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  5. Licht

DMX Umrüstung von festinstallierter Analog Lichtanlage

  • Mücke
  • 1. Dezember 2003 um 16:53
  • Mücke
    Beiträge
    85
    • 1. Dezember 2003 um 16:53
    • #1

    Guten Tag zusammen,

    darf demnächst in einer Stadthalle ein neues Lichtpult installieren. Zur Zeit ist dort, wie leider noch in jeder anderen "ländlichen Festinstallation", alles analog aufgebaut. Das neue Pult wird aber mit Sicherheit ein DMX-Pult sein - sprich ein Demux muss her.

    Am einfachsten wäre es für mich die Analogleitungen am Pult zu kappen und an den Demux anzuschließen.
    Richtig wäre es natürlich die Analogleitungen am Dimmer zu kappen und den Demux dort anzuschließen, einziges Problem: ich müsste eine neue Leitung für das DMX Signal vom Dimmerraum neben der Bühne quer durch die Halle bis ans andere Ende in den Regieraum legen, was sehr viel Aufwand bedeuten würde aber auch Erweiterungen der Lichtanlage problemlos zulässt.

    Was würdet ihr tun und warum?

    Vielen Dank für alle kompetenten Antworten!

    Backline dry-hiren? Red Bull verleiht Flügel...

  • SimonFB
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    1.875
    • 1. Dezember 2003 um 17:30
    • #2

    Wenn ich das richtig verstehe, dann sind die Dimmer in der Nähe der Bühne.

    Dann würde ich auf jeden Fall die Arbeit investieren und ein (eher zwei) DMX-Kabel nach vorne ziehen. Rein theoretisch könnte ja wieder eine Erweiterung kommen, und wenn du vorne an der Bühne dann noch ein Hazer, Strobe, etc anschließen willst, müsstest du eh ein neues Kabel legen. Die zweite DMX-Leitung wäre eine reine vorsichtsmaßnahme, falls ihr irgendwann ein paar Wackeleimer an einem 2. Pult betreiben wollt.

    Gruß, Simon

    Am Anfang war das Licht

  • Magic
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    652
    • 1. Dezember 2003 um 18:03
    • #3

    Hi,

    schließe mich meinen "Vorredner" an...
    würde den Aufwand wagen, und ein einfaches, billiges CAT5 Kabel verlegen. Da hast Du viele Möglichkeiten !
    Es sind ja schon analoge Kabel vorhanden. Den Kabelweg einfach verfolgen und genau so verlegen ... Brandschutz nicht vergessen :o

    Gruß Dirk

    The Show must go on ...

  • ADMIN
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    • 1. Dezember 2003 um 21:21
    • #4

    Mal ein ganz ketzerischer Vorschlag: Es liegen da doch massenhaft Adern der alten Analogleitung...

    Solange es nur einen Sender (Pult) und einen Empfänger (Demuxer) gibt, ist die Sache mit dem Wellenwiderstand halbwegs gleichgültig. Und wenn dann doch Wackellampen auf die Bühne sollen, dann setzt man halt einen DMX-Splitter ein.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Mücke
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    85
    • 1. Dezember 2003 um 22:33
    • #5

    Muss mal schauen, ob die Analogleitungen verdrillt und abgeschirmt sind, dann wäre das vielleicht gar keine so blöde Idee...
    Und den Demux kann ich mir ja sparen, wenn ich 'nen zweiten Pultausgang hab, an den ich die Wackler bzw. sonstige Intelligenz hänge-Leitungen sind ja immer noch da.

    Backline dry-hiren? Red Bull verleiht Flügel...

  • ADMIN
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    • 2. Dezember 2003 um 10:13
    • #6
    Zitat von "Mücke"

    Muss mal schauen, ob die Analogleitungen verdrillt und abgeschirmt sind, dann wäre das vielleicht gar keine so blöde Idee...

    Unabhängig davon, wie die Leitung aufgebaut sind, einfach mal ausprobieren.

    Verdrillt ist nicht unbedingt nötig, und wenn es wider Erwarten keine abgeschirmte Leitung ist, dann alle unbenutzten Adern auf Masse legen, die spielen dann sozusagen die Abschirmung.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • SimonFB
    Beiträge
    1.875
    • 2. Dezember 2003 um 11:42
    • #7

    Wenn es funktioniert, ist es zweifellos die einfachste Möglichkeit...
    Viel Glück :D

    Am Anfang war das Licht

  • uwe
    Beiträge
    100
    • 2. Dezember 2003 um 14:34
    • #8
    Zitat von "ADMIN"


    Verdrillt ist nicht unbedingt nötig, und wenn es wider Erwarten keine abgeschirmte Leitung ist, dann alle unbenutzten Adern auf Masse legen, die spielen dann sozusagen die Abschirmung.

    Verdrillt ist unbedingt nötig sonst funktioniert das Prinzip der Einstrahlstörsicheheit nicht wirklich. Abschirmung ist eher Luxus. -> Telefonleitung.

    Falscher Wellenwiderstand kann bei den langen Leitungen einer Festinstallation tödlich sein. Einem falschen Wellenwiderstand kann man mit entsprechenden Abschlußwiederständen begegnen.

    Ich würde in einer solchen Installation eher nicht herumpfuschen. Denk an deine Gewährleistungspflicht.

    Uwe

  • Sven M
    Profi
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    • 2. Dezember 2003 um 21:50
    • #9

    Ich würde es auch probieren..

    DMX ist schließlich ein recht robustes, langsames Protokoll..
    Ich denke schon das das in der Praxis klappt..

    Kaputtgehen kann nichts..

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • marcoboy
    Verifiziert
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    • 3. Dezember 2003 um 08:57
    • #10

    wie bitte langsam ? 250kbit langsam ? ein analoges Modem bringt gerade mal V90 56k . Ich würde über ne Leitung ziehn nachdenken :roll: ewt die alte raus und die neue gleich mit antüdeln :lol:

    Nich vergessen ordentliches AES/EBU Kabel verwenden, was nich teuer ist .

  • SimonFB
    Beiträge
    1.875
    • 3. Dezember 2003 um 11:37
    • #11

    Wenn man aus dem Netzwerkbereich kommt, lacht man über solche Geschwindigkeiten :D
    1.000.000 Kbit (Gigabit Ethernet), das ist schnell :P

    Am Anfang war das Licht

  • Sven M
    Profi
    Beiträge
    2.530
    • 3. Dezember 2003 um 13:13
    • #12

    Probier es aus..es wird einwandfrei funktionieren...

    ist zwar nicht aus dem Lehrbuch..aber aus der Praxis..

    Was sagt der Raver auf der Techno-Party, wenn sein Extasy aufhört zu wirken?

    "Was ist denn das für eine sch... Mucke hier?"

  • uwe
    Beiträge
    100
    • 4. Dezember 2003 um 20:24
    • #13

    Ihr seid Helden, keine Frage.

    Bei DMX512 überhaupt von einem Protokoll zu sprechen ist maßlose Übertreibung.
    Die Entwicklung geschah "nebenbei" und "auf dem Bierdeckel". Vor über 25 Jahren.
    Und so präsentiert sich DMX auch. Daten werden nach alter Väter Sitte seriell aber immerhin symetrisch "herausgeschleudert".
    Weil man so recht keinen Schimmer von Microkontrollertechnik hatte wurde die "krumme" Datenrate von 250KBit/Sec festgelegt,
    damit aber auch ganz bestimmt kein handelsüblicher UART, ob externer Baustein oder in einen µC integriert, überhauptnicht oder
    nur mit geistreicher Trickserei mit dem DMX-"Protokoll" etwas anfangen kann hat man sich dazu noch diese schwachmatige Break/Mark Synchronisation ausgedacht.
    Man baute zunächst DMX512 Geräte auch eher "zu Fuß", also ohne µC auf.

    Völlig disqualifiziert wird DMX512 durch die nicht existiernde Fehlerbehandlungsmöglichkeit.
    Nicht einmal simple Prüfsummen sind vorgesehen.

    Womit wir dann beim Thema Robustheit wären. Bei einer elektrisch gestörten Übertragung
    bekommt der Empfänger unsinnige Daten, er hat nahezu keine Möglichkeit korrekte Daten von Garbage zu unterscheiden.
    Die einzige Unterstützung erfahren wir von der Statistik und er relativ hohen
    Frequenz der Wiederholung der Daten. Es Flackert oder zappelt gelegentlich, aber so kurz daß wir es nicht wahrnehmen.

    Wegen dieser Unzulänglichkeit wird auch immer wieder ausdrücklich davor gewarnt Dinhe wie Bühnenmaschinerie oder Pyromanie mit DMX zu steuern.

    Nix robust.

    Was will ich euch sagen?
    Elektrisch ist DMX durch die Übertragung nach RS485 tatsächlich wenig störanfällig.
    Wenn man RS485 richtig anwendet.
    Die Geschichte mit dem Wellenwiderstand und den verdrillten Leitungen ist keine
    Wichtigtuerei der Techniker sondern Physik aus dem Lehrbuch.
    Wenn ihr das Plus der RS485 Technik verschenkt wird die ganze Übertragung zum Lottospiel.

    Und weiter:
    Mit 250Khz kommt man mit wenigen Watt und geeigneter Antenne drahtlos rund um den Globus.
    An den schön eckigen Flanken unseres Signales geilen sich sogenannte Oberwellen auf die daraufhin mit
    ansehnlicher Leistung breitbandig im Mhz Bereich durch den Äther wabbern. Sie stören deutlich vernehmbar
    den UKWempfang im Werkstattradio wenn ein Stecker mit DMX dran offen in der Nähe liegt.
    Eine unverdrillte und unabgeschirmte Steuerleitung als Antenne mit DMX drauf eignet sich entsprechend
    hervorragend zum Abschuß von Darbietungen via drahtloser Mikrofone.
    Auch die Ärzte im naheliegenden Kreiskrankenhaus erfreuen sich abendlicher Ruhe während der Veranstaltungen,
    schweigen doch ihre Piepser...

    Gigabit Ethernet mit DMX512 vergleichen ist wie Formel 1 mit Bobbycar.

    Die Tage von DMX sind gottseidank gezählt...

    Uwe

  • Tobias P.
    Beiträge
    1.225
    • 4. Dezember 2003 um 22:54
    • #14
    Zitat von "uwe"

    Die Tage von DMX sind gottseidank gezählt...

    Uwe

    Wie meinen??? Das höre ich erstens zum ersten Mal und kann es mir zweitens nicht so recht vorstellen.
    Könntest du das vielleicht näher erläutern (meinetwegen auch per PN oder Mail).

    MfG, Tobias

    Meine Signatur hat grad Urlaub

  • audienceblinder
    Beiträge
    420
    • 5. Dezember 2003 um 10:48
    • #15

    Kann ich mir schon vorstellen:
    Man bräuchte nur eine geeignete Antenne in den DMX Ausgang stecken, in die zu steuernden Geräte eine Antenne in den DMX Eingang und schon hat man kein DMX sondern DMX WIRELESS :D

    @ Uwe Wenn Du einen Ersatz für DMX siehst, dann nenn ihn bitte auch öffentlich.

    Wegen den genannten Bedingungen zur Anlagenänderung ist es eigentlich unsinnig das DMX Signal über die Analog Steuerleitung zu schicken,

    soweit ich das verstanden habe, bleiben die Analog Dimmer und die Verkabelung zu den Geräten,

    da wäre das Sinnigste den Demux direkt unten am DMX Pult anzuschliessen.
    Und wenn etwas neues kommen würde (Scanner etc),
    dann muss sowieso neu installiert werden
    und dann lohnt es sich auch eine DMX Leitung zu ziehen.

  • uwe
    Beiträge
    100
    • 5. Dezember 2003 um 11:57
    • #16
    Zitat von "audienceblinder"

    @ Uwe Wenn Du einen Ersatz für DMX siehst, dann nenn ihn bitte auch öffentlich.

    Opps. Sollte ich eine heilige Kuh geschlachtet haben?

    <b>Ethernet</b>

    leider kocht derzeit - mal wieder so ziemlich jeder Hersteller sein eigenes Süppchen z.B.:

    ETCNet 2 (ETC)
    ColorNet II (Colortran)
    ShowNet (Strand)

    Einigung ist in Sicht:

    <b>ACN, Advanced Control Network</b>

    oder ART-Net, als offener Standard
    Artistic Licence's Art-Net protocol was originally developed as a ‘stop-gap’ solution while the industry awaited the release of ACN. Customer demand and multi-vendor support has changed Art-Net into a standard that is now available for use as a public domain, royalty free protocol
    [....]
    The Art-Net Alliance now includes Artistic Licence, AC Lighting, ADB, Avab, Doug Fleenor Design, ELC Lighting, Electronics Diversified, Enttec, Goddard Design Co, I-Light Group, International Electronic Services, MA Lighting, Medalion, Media Motion, SandNet, and Zero 88.

    Aber keine Panik. DMX512 bleibt euch noch eine Weile für einfachere Gerätschaften erhalten.

    Uwe

  • audienceblinder
    Beiträge
    420
    • 5. Dezember 2003 um 15:45
    • #17

    Ich muss dich beruhigen, Du wirst keine Kühe schlachten.

    Bei so vielen Geräten die über DMX laufen wird es sehr schwierig, alle von jetzt auf gleich zu verdrängen. Da ist "Abwärtskompatibilität" bei den Steuerungen gefragt.

    Und im Grunde genommen ist es egal mit welchen Sachen man irgendetwas steuert.
    In der Zwischenzeit kann man ja sein eigenes System auf Ethernet /Bluetooth/Sat basis nutzen.

    will sagen:
    Hauptsache es funktioniert........

  • Michael D
    Beiträge
    721
    • 5. Dezember 2003 um 17:00
    • #18

    Hallo Uwe,

    ich weiss ja nicht, welche µC du so programmierst, aber ich halte 250 KBit für eine wesentlich geradere Zahl also z.B. 115,2 KBit der seriellen Schnittstelle am PC.
    Es is z.B. überhaupt kein Problem mit einem kleinen AVR µC (bei 8 MHz) ein 250 KBit Signal zu empfangen oder zu senden. Wenn man aber ein 115,2 KBit Signal sauber mit einem AVR verarbeiten wollte bräuchte man eine Quarz mit 7.3728 MHz. Naja, is wohl ne Frage, wie man krumm deniniert...
    Und ob ein UART damit klar kommt hängt an dessen Refernzfrequenz und nicht an ihm selbst.
    Und auch diese Break/Mark Synchronisation zu implementieren ist absolut kein Problem. Habe das Senden und Empfangen in einem meiner Projekte sogar komplett Interrupt gesteuert, d.h. das Hauptprogramm sieht nur noch zwei 512 Byte Speicherblöcke, die es nach herzensliebe beschreiben oder lesen kann. So schwer kanns also nicht sein.

    Dass DMX an sich ein recht schlechts Protokoll ist (vor allem durch die fehlende Fehlerkorrektur) da gebe ich dir recht. Es gibt aber auch eine Variante mit einer kleinen Checksummenprüfung (alle Kanalwerte werden zusammenaddiert und als letztes Byte zusätzlich übertragen), nur habe ich noch von keinem Gerät gehört, welches das auch unterstützt.

    Zu der RS485 Übertragung:
    Der Trick an einer symetrischen Übertragung ist, dass die beiden Leiter möglichst dicht zusammenliegen, damit Störungen beide genau gleich beeinflussen.
    Ob die Elektronen jetzt dadurch dass die Leitungen auch noch verdrillt sind immer schön im Kreis fliegen ist denen glaub ich ziemlich egal. Sicherlich wird diese Verdrillung auch noch positive Effekte haben, aber das wesentliche dürfte doch schon mal sein, dass die beiden Drähte im selben Kabel sind. (Achtung, da bin ich mir nicht 100%ig sicher)
    Und die Sache mit dem Wellenwiderstand kann man anpassen (wie du ja auch schon sagtest)
    Ich denke also nicht, dass irgendetwas dagegen spricht es einfach mal mit den alten Analogleitungen auszuprobieren. Mann sollte halt dann schonmal richtig testen, ob es auch unter allen Umständen funktioniert.
    Und wenns nicht klappt kann man immer noch ein neues Kabel legen.
    Wobei ich aber eigentlich auch die Variante "Demux direkt ans Mischpult stellen" für am sinnvollsten halte. Wozu jetzt schon den Stress mit dem Kabel machen. Kann man doch immernoch, wenn mans mal wirklich braucht.

    Michael

    http://www.digital-enlightenment.de/
    USB DMX Interface, Mediensteuerung, Demultiplexer, Multiplexer, Dimmer, Relaisboard, Art-Net

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