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Venice 320 vs 01V96

  • Soundbastler
  • 14. April 2004 um 20:13
  • Soundbastler
    Beiträge
    4
    • 14. April 2004 um 20:13
    • #1

    Hallo an alle,
    ich habe ein Midas Venice 320 und bin am überlegen auf ein 01V 96 umzusteigen.
    Gedanken :?: :roll:
    1. Ersetzt es wirklich ein Siderack?
    2. Wie bekomm ich mehr Eingangskanäle ca. 20?
    3. Wie sicher ist die Mechanik? (Motorfader)
    4. Wie kommt man Live damit zurecht?
    Ich mach mir schon seit 4 Wochen Gedanken darüber und denke es entscheidet nur der Mut mal was Neues zu versuchen.
    Wie seht ihr die Sache?
    Danke im voraus Frank

    P.S. Ich mach Tontechnik nur als Hobby, hab 3 Bands zu betreuen.

  • HMPF
    Profi
    Beiträge
    618
    • 14. April 2004 um 21:47
    • #2

    Ich arbeite sehr oft auf einer Venice und hatte kürzlich die Gelegenheit ein 01V96 live zu testen.

    Die Dynamics sind ok und der EQ tut ziemlich genau das was drauf steht.
    Effekte sind mehr als brauchbar, sogar ein Tap-Delay findet man.
    Die Bedienung ist sehr schnell erlernt und irgendwann macht das durch die Menüs steppen sogar Spass, trotzdem kostet es Zeit!

    -Das erste was ich gemacht habe, war die blöden Touch-sensitiven Fader lahm gelegt. Ich bin sehr froh, dass das machbar ist! Bei berührung eine Faders wird auch gleich der Kanal des Faders selectiert und das ist nix gut für live :)
    -als zweites habe ich etwa 10 Minuten gesucht, warum ich auf ein paar Kanälen kein Signal habe. Irgendein Vorgänger hatte einzelne Eingänge lahm gelegt und dafür irgendwelche ADAT-Eingänge auf die Fader gelegt usw. Naja, wenn man weiss wo man nachgucken muss, dann ist das schnell erledigt, sonst dauerts eben 10 Minuten :)
    -So, dann bastelt man noch einige Zeit lang rum, bis man seinen paar ausgänge ( 6 sind das glaub ich serienmäßig) gesagt hat, was sie sein sollen. Du kannst sie als Subgruppen, Auxwege, oder sonst was programmieren und die dann auch noch pre/post Fader/EQ/Dynamics/etc schalten.
    -Dann muss man irgendwie seinen Effektgeräten (2 sinds serienmäßig, glaube auf 4 erweiterbar) noch sagen, woher sie ihr signal bekommen sollen. Die Optionen dazu findet man dann auch nach nur wenigen Minuten im Urwald der Display Seiten.
    -Das Mischen an sich geht dann recht stressfrei. Das Umschalten zwischen den Layern für Eingänge, Ausgänge, Auxmixe usw. hat man recht schnell drauf und dann macht es Spaß. Am EQ findet man sehr schnell den richtigen Knopf.

    Klingen tut das Pult ordentlich. War sehr überascht, da ich das alte 01V wirklich mißerabel fand. Aber es hat sich deutlich zum besseren entwickelt.


    Wenn Du alleine an dem Pult arbeiten sollst, dann ist es absolut empfehlenswert. Wenn das Pult in den Verleih soll, dann würde ich sicher das Midas bevorzugen. Ein bisschen auswendig lernen muss man das Pult nämlich schon, bevor man damit wirklich in den Krieg ziehen kann.
    Hervorragend geeignet ist das Pult (wie schon der Vorgänger) für Gesprächsrunden etc mit paar Ansteckern oder Tischmikros, wo man dann mal eben auf die Schnell 16 Gates einschalten kann :)

    Es ist ein sehr schönes Arbeiten an dem Pult, finde ich. Alles reagiert prompt und macht dann das was du Dir vorstellst. Das gefällt mir. Auch sehr feinfühlige im Pegel oder EQ sind ohne weiteres machbar und auch hörbar.


    Wenn ich mich richtig erinnere, dann hat das Pult 16 Analoge Eingänge fest eingebaut, davon sind 12 Mikrofoneingänge ( jeweils 1x phantom für 4 kanäle schaltbar) und 2x Stereo Line (mit Gainregler).
    Hinten ist ein Einschub, in den man entweder 4 weitere Ausgänge oder 8 weitere Eingänge reinstecken kann. Die Eingänge sind dann, glaube ich, aber nur Linepegel sym. Klinke, aber guck da lieber nochmal bei Yamaha nach... Weitere 8 Eingänge sind als ADAT optical ausgeführt und können natürlich ohne weiter Probleme mit z.b. Swissonic AD 24 Wandlern analog genützt werden. Das Yamaha hat natürlich auch Wordclock I/O mit an Board.


    So, das ist mal alles, was ich über das Pult weiß. ich hoffe es ist nicht all zu durcheinander :)


    Ach ja:
    Echte EQ´s in den Auxen oder im Master ersetzt das Pult nicht.
    Das Pult hat in Jedem Ausgang einen vollparametrischen 4-Band-EQ. Mir ist das manchmal eben doch zu wenig.
    Für das DM 1000 soll ein Update kommen, in dem dann noch mal zusätzliche 31Bänder bereit gestellt werden, aber so weit ich informiert bin leider nicht für das 01V :(

    "die Anlage sieht aus wie ein plattgefahrenes Ü-Ei"

    "Das Mikro ist kaputt, das pfeift nicht!"

  • Stephan Graeske
    Profi
    Beiträge
    1.217
    • 15. April 2004 um 12:34
    • #3

    Hi, ich stimme HMPF grundsätzlich zu. Solange der Anwender Zeit hat, sich mit dem Pult vorab mal intensiv zu beschäftigen ist es wirklich sehr sehr sehr gut. Einzige Kleinigkeit: Die Kompressoren sollte man bei sehr hoher Erwartung durch externe BSS ersetzen. Wer bisher z.B. DBX166XL benutzt, ist mit dem Pult jedoch auch kompressormäßig bestens bedient.

    Die vierband vollparametrische EQs in den Ausgängen halte ich persönlich für deutlich besser geeignet als 31-Band-EQs! (also von der Art des EQs her).

    Wenn Du es alleine nutzt, dann kaufe es. Ich bin damit sehr zufrieden.

    Mehr Kanäle: Ich kaufe jetzt ein zweites, dann hast Du kaskadiert 32 Kanäle mit den genannten Vorteilen.

    Grüße

    Stephan

    Veranstaltungstechnik, Konferenztechnik, Medientechnik in Bergisch Gladbach bei Köln mieten: http://www.graeske.de

  • Ellob
    Beiträge
    1
    • 20. April 2004 um 09:10
    • #4

    Hallo,

    Ich arbeite nun auch schon länger mit dem 01V und empfehle auf jedenfall die Software-Steuerung via Laptop.

    Es ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber man hat doch alles vor sich und muss sich nicht ewig durch zahllose Untermenues durchackern.

    Grüße,
    Ellob

  • Fränkie
    Profi
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    • 20. April 2004 um 12:26
    • #5

    Ja, Verleih oder selbst benutzen das ist hier wohl die Gretchenfrage.
    Auch mein misratener Chef hat ein 01v96 gekauft es ist auch schon ein tag vor der mugge gekommen, ging dennoch alles gut.
    ich beginne es zu mögen, denke aber auch das es für fremdtech. nicht brauchbar ist, es sei denn er hat selber eins zu hause, das mit den comps ist auch unproblematisch da die mic eingänge insertbuchsen haben.
    auf die 31er in den ausgängen wprde auch ich um nichts auf der welt verzichten, geht im Feedbackfall einfach schneller
    Vom geld her braucht man nicht lange nachzudenken, für eine 320 venice mit 24 comp/gate und nochmal 12 comps und param eq für die ausgänge bekommts du locker zwei 01v96 und hast ne menge Truckspace weniger.
    ich denke eher drei oder vier.

    so das mein senf.

    Nicht laut, lieber schön.

    Fränkie

  • wora
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    • 21. April 2004 um 01:53
    • #6

    @frankie:
    zu deiner rechnung: habt ihr echt für jeden kanal der analogpulte einen kompressor und ein gate im rack???
    wer braucht denn sowas in JEDEM kanal?
    das ist eine gefahr bei digitalpulten - da ja alles vorhanden ist, wird kräftig gegatet und komrimiert. aber zu viel des guten... ihr wisst schon.

    wenn man oft die gleichen bands mit dem pult macht, bringt ein digitalpult durchaus vorteile durch die abspeichermöglichkeit.
    einfach recall machen und schon hat man eine vernünftige ausgangsbasis für den soundcheck.
    meiner erfahrung nach muss man doch immer wieder kleinigkeiten ändern, aber die grundeinstellung ist auf jeden fall mal da. dann ist der soundcheck normalerweise super schnell erledigt!

    anmerkung:
    auf jeden fall aufpassen beim abspeichern nach konzertende - denn beim nächsten gig fängt man dann mit der letzten eingestellten monitorlautstärke an!
    sowas sollte man vermeiden...

    wenn man allerdings oft fremdtechniker am pult hat oder immer wechselnde bands, dann ist ein analoges mischpultkonzept wegen der übersicht und schnelleren bedienbarkeit aus jeden fall überlegen.
    und klanglich muss sich das venice sicher nicht vor den digitalpulten verstecken, auch wenn es seine macken hat. da hat schon eher die digitalfraktion zu kämpfen.


    der truckspace ist natürlich im falle eines 01V fast schon zu vernachlässigen und der aufbau geht auch schneller.

    jedes konzept hat eben seine vor- und nachteile, man muss abwiegen und dann entscheiden.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • ThomasL
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    • 21. April 2004 um 07:26
    • #7

    Moin,

    also wir haben seit einiger Zeit das 01V96 mit einer ADAT-Extension (ja,die mit dem Ohr) in Benutzung.
    Effektgeräte sind 4 drin, die auch alle Standard sind, also nix mit erweiterbar. Die Kanäle sind derer 16, 12 auf XLR mit vollwertigen Mic-Preamps, 4 als sym. Stereoklinken (nein, keine Stereo-Kanäle auf Stereo-Klinken), die Du auch als vollwertige Kanalzüge nehmen kannst, solange PAD und Phantompower nicht wichtig sind. Dazu kommt bei uns momentan wie gesagt die ADAT-Erweiterung, mit der Du nochmal 8 Eingänge und 8 Ausgänge hast, an letztere kannst Du Direct-Out, Bus oder Aux-Signale anlegen. Jeder der 8 Auxwege ist einzeln Pre-Post-Schaltbar. Und Du kannst Dir jeden Eingang auf jeden Fader routen, sehr praktisch, ich hab so bei einer Top-40-Kapelle, die eigentlich 22 Eingangsignale hat, durch vertikales Stereopairing (Also Stereopaare zwischen den Layern übereinander) alle Signale auf einem Layer liegen, lediglich für die FX muss ich mal in die Master-Ebene schalten um den FX-Bus runterzuziehen.

    Kurz noch meine Meinung zu den Ausgangsfragen:

    1. Jein, kommt drauf an, was Du bei Dir bisher im Siderack hattest. Yamaha Effekte sind IMHO immer Geschmackssache, die Dynamics tun ordentlich. Ich hab nichtsdestotrotz immer ein kleines Siderack am Start, mit 2 TC Effekten (M-One XL und D-Two) sowie einem 2fach Compressor und einem 4fach Gate (hast ja 12 Insertpoints in den ersten Kanalzügen), weil der Zugriff so erheblich schneller geht (find ich).

    2. Eingangskanäle gibts ja quasi schon mehr im Pult, einfach an die vorhandene ADAT-Schnittstelle einen Wandler deiner Wahl hängen und gut ist, Focusrite, Swissonic, Das Ohr...

    3. Kann ich leider bis dato nicht zuviel sagen, da das Pult bei uns noch nicht so lange läuft, das evt. Aussetzer zu erwarten sind. Alles gut.

    4. Sehr Gut! Ist halt Einstellungssache, Du kannst die Shows zuhause per Laptop vorpatchen, dann gehts auf dem Job mit dem Routing auch immer ziemlich schnell. Wer 02R kann, das dürften ja inzwischen sehr viele sein, der kann auch 01V96. Ich vermisse manchmal schon die analoge Übersichtlichkeit und das analoge Feeling, das macht das Pult aber durch seine Kompaktheit, die schnellen Auf- und Abbauzeiten, die Flexibilität (heute Kultur-VA mit 3 Kanälen, morgen RocknRoll mit 20 etc.) bei weitem wieder wett. Ich misch gern noch analog, aber auch sehr gern digital, ist, wie das meiste, Einstellungs- und Übungssache.

    Viele Grüße,

    Thomas

    http://www.lange-ohlemeyer.de

  • Fränkie
    Profi
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    1.137
    • 21. April 2004 um 10:49
    • #8

    Aber auch bei einer 320 mit siderack muß ich meinen Kopf gebrauchen und darf nicht zu viel des guten tun.

    aber die möglichkeit wähend des konzerts wenn einem nach dem nachdenken so ist mal schnell noch ein comp auf die Subgruppe 3/4 zu legen ohne irgendwelche strippen zu fädeln und mit dem bauch (dem Hemd) fader zu verstellen ist schon schick.

    Nicht laut, lieber schön.

    Fränkie

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