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In Ear Monitoring, Erfahrungsberichte

  • pascal
  • 15. Oktober 2004 um 16:29
  • pascal
    Beiträge
    26
    • 15. Oktober 2004 um 16:29
    • #1

    Hallo,

    unsere Band denkt über die Anschaffung von In Ear Systemen nach.
    Wie das ganze funktioniert etc. ist mir alles klar, was mich interessiert, sind
    Erfahrungsberichte von euch aus der Praxis. Zum Beispiel was von den Anlagen von Shure (PSM 200 bzw. 400), dB (IEM 2200) und der Sennheiser Evolution zu halten ist. Die Sennheiser ist ja deutlich teurer zur Zeit; eigentlich kann ich nicht ganz erkennen, warum.

    Bei der Shure irritiert mich ein wenig, dass der Limiter nicht abschaltbar ist.
    Ich habe zwar grundsätzlich vor, die Anlage mit Limiter zu betreiben, kann mir aber schon vorstellen, dass es live mal Situationen gibt, wo man zumindest temporär den Limiter halt doch mal abschalten möchte; zumal die Alternativanbieter und auch Shure selbst bei den größeren Anlagen diese Option anbieten.

  • Jeremy
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    • 15. Oktober 2004 um 18:17
    • #2

    Ich kann mich nur zum dB 2200 äußern, damit habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht. Es tut genau das, was es soll, und zwar unauffällig und problemlos.

    Zwischenfrage: Warum solltest Du den Limiter (der Deine ohren z.B. vor einem umfallenden Mikrofonstativ oder ähnlichen Trommelfellspaltern schützt) jemals abschalten wollen? Das ist ja wie Autofahren ohne Gurt ... Nenne mir doch mal eine Situation, in der Du den Limiter abschalten müsstest.

    Da Du Dich ja bereits informiert hast, bauche ich Dir über die grundsätzliche Funktion von IEM sicher nichts mehr zu erzählen. Was jedoch gerne unterschätzt wird, ist der Umstellungsaufwand, den so ein System erfordert. Der Preis für das präzisere Monitoring bei erheblich geringerer Lautstärke besteht darin, dass man eine Menge subjektiver Kontrolle aufgeben muss und sich beinahe bedingungslos dem Monitor-Mix anzuvertrauen hat. Man kann den Kopf drehen oder wenden wie man will, es wird sich dadurch nichts ändern. Das irritiert am Anfang ziemlich stark.

    Wenn allerdings der IEM-Mix einmal steht, dann kann die Bühne aussehen, wie sie will, man hat zumindest akustisch gesehen immer ein Heimspiel.

    Jeremy

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • pascal
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    26
    • 15. Oktober 2004 um 21:02
    • #3

    Erstmal Danke für dein posting, jeremy,

    du willst ein Beispiel, gut. Wenn ich das mit dem Limiter richtig verstehe, ist da ab Werk ein Max-Wert eingestellt; wird es lauter, macht der Limiter oberhalb dieses Wertes "dicht". Dies kann so aussehen, dass Signale über diesem Wert Verzerrt wiedergegeben werden oder aber eine Art von Kompressionseffekt hörbar wird, richtig ?
    Jetzt hat z.B. der Keyboarder von einem Stück zum nächsten bei verschiedenen Sounds mittelprächtige Dynamikschwankungen oder aber des Bassist dreht seinen Amp lauter .... dann kann der Limiter evt. störend sein.
    Das sind ja die klassischen Probleme beim Monitoring mit Wedges.
    Ich weiß nicht, ob es in der Praxis beim IEM wirklich so ist, deshalb frage ich ja.
    Jedenfalls ist dein posting zu dB schon mal sehr hilfreich.

  • Jeremy
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    • 15. Oktober 2004 um 23:33
    • #4

    Der Limiter beim IEM dient *nicht* dazu, irgendwelche Soundkorrekturen vorzunehmen. Er ist wirklich eine Art Sicherheitsgurt für Deine Trommelfelle, der dann (und nur dann) zum Einsatz kommt, wenn irgendetwas unvorhergesehenes sämtliche Pegelgrenzen zu sprengen droht. Das kann ein Feedback sein, ein umfallender Mikroständer oder ein unter Saft gezogener Klinkenstecker.

    Solange all das nicht passiert, kannst Du den Limiter natürlich stilllegen. Du darfst halt dann nicht vergessen, ihn schnell wieder einzuschalten, wenn Du das Mikro fallen oder die Hand sich zum Klinkenstecker bewegen siehst, wenn Du weißt, was ich meine ...

    Beim Autofahren legst Du den Gurt ja auch nicht erst während der Vollbremsungsphase kurz vor dem Aufprall an.

    Denk daran: Mit IEM hast Du keine Möglichkeit, die Finger mal schnell in die Ohren zu stecken, da ist schon besetzt.

    Jeremy

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

  • Seven
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    • 16. Oktober 2004 um 00:56
    • #5

    Also wir spielen seit Mitte der "Saison" zu 80 % mit IEM.

    Basser und Keyboarder spielen weiter mit Wedge, da sie absolut nicht klar kamen mit Stöpsel im Ohr. Isolation war so ziemlich der Hauptgrund.

    Wir fahren für den Rest IEM 300 von Sennheiser. Momentan noch als Bundle, also Mono Mix für jeden und ich spiele mein IEM kabelgebunden und stereo.

    Den Limiter bei den Sennheiser Receivern haben bei uns alle draußen, da bei ordentlichen RnR Pegeln der Limiter viel zu früh einsetzt und der Pegel einfach nicht ausreicht.

    Als Pult nutzen wir das DDX von Behringer.
    Grund: Wir spielen "nur" 20-30 Shows im Jahr und wir brauchen bis zu 7 Auxe, in Zukunft vielleicht sogar 8. Weiter haben wir mindestens 22 Inputs zu verarbeiten.
    Hierzu war das DDX das mit Abstand billigste Pult, was unsere Anforderungen erfüllte. Nutzung für kleine Shows und im Proberaum sind natürlich so auch ganz nett. Total recall ist sowieso prima, 4 Band Vollparametrik hat sich auch keiner drüber beschwert und das Siderack mit 32 Comps und Gates ist so auch überflüssig.
    Natürlich klingt ein 01v96 besser aber es war uns einfach das Geld nicht wert. Von einem großen analogen Tisch mit Siderack und allem wollen wir gar nicht reden.

    So Erfahrungswerte:
    - viel Zeit nehmen, vor allem am Anfang.
    - verschiedene Stöpsel ausprobieren. (wir favorisieren momentan auch aus Preisgründen Sony Stöpsel, schlagen die IE-3 um Längen und kosten weniger als die Hälfte), eventuell anpassen lassen.
    - total recall ist geil, macht sich bezahlt. Check ist nach 3 Gigs eigentlich auf Line Check beschränkt.
    - Stereo ist mehr als eine Klasse besser als Mono. Grade die Ortung und Differenzierung ist natürlich um Welten besser.
    - Wer nicht mit klar kommt, kommt nicht mit klar, basta.


    Das ist das was mir erstmal einfällt
    gruß
    Jan

  • Hubert Barth
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    • 16. Oktober 2004 um 12:42
    • #6

    Wenn die Hörer einigermaßen empfindlich sind dann wirst Du den Limiter nicht bemerken weil er im Normalbetrieb nicht anspricht.

    Ich kenne selbst die IEM 2000 / IEM 2200 und die neue Sennheiser evolution G2. Bei der Sennheiser fehlen naturgemäß noch die Langzeiterfahrungen.

    Die 2200er Empfänger sind deutlich lauter als die Vorgänger, Batterielaufzeit ist auch etwas besser.
    Klanglich ist die dB sehr gut, erscheint mir im ersten Eindruck transparenter als die Sennheiser.
    Die G2 ist sogar saulaut, kann man mit den HS-flex kaum aufdrehen.

    Frequenzmanagement - Bei der G2 genial einfach, passende Gruppe einstellen, scannen lassen, freie Kanäle aussuchen.
    Die dB hat für mich den schweren Nachteil daß man sie nicht auf die mir von der RegTP zugeteilten Frequenzen (Nutzergruppe 4) einstellen kann, alle 16 Frequenzen liegen mindesten 100 kHz neben dem vorgegebenen Raster.

    Power - Die G2 arbeitet mit zwei AA Batterien, Akkubetrieb wird unterstützt, über Laufzeiten kann ich noch keine Aussage treffen. Die Langzeiterfahrungen mit 9V Akkus sind dann doch nicht so gut, außerdem sind gute 9V Akkus verhältnismäßig teurer als AA Zellen.
    Beide Sender arbeiten mit externen Netzeilen, wobei die Sennheiser Antennencombiner (AC1 oder AC2) bis zu 4 Sender versorgen können.
    Bei dB sollte man tunlichst das Originalnetzteil verwenden, ein anderes Steckernetzeil wird in der Regel nicht funktionieren.
    Ein Combiner von dB ist angekündigt, war aber bis zuletzt noch nicht lieferbar.
    Man kann übrigens so was auch mischen, ich hatte zuletzt 2x dB Sender auf Sennheiser Combiner mit Shure Paddel. Es muß halt 50 Ohm sein und für den vorgesehenen Frequenzbereich.

    Großer Schwachpunkt der G2 ist daß man den Eingangspegel am Sender nicht einstellen kann, das geht bei der dB sogar für jeden Kanal einzeln. Beim Einsatz eines festen Digitalpultes sollte das aber keine Rolle mehr spielen.

    Nachtrag:
    Als billige Hörer mal Koss "The Plug" ausprobieren, gibt es im Netz ab 20€.

  • Seven
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    • 16. Oktober 2004 um 16:12
    • #7

    Diesen Sony meinte ich: http://www.netzmarkt.de/thomann/sony_mdrex70lp_prodinfo.html

    Unsere Sängerin kam erst mit diesem gut klar.

    Batterien nutzen wir leider 9V, da Sennheiser G1. Aber im Aldi gibbet die Blöcke für 99 cent und die halten eigentlich 3.5 bis 5 stunden.

  • beetle
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    7
    • 18. Oktober 2004 um 13:22
    • #8

    seit gut 1 1/2 jahren nutzen wir in-ear für drum, keyboard und leadgesang. wir haben die verschiedenen systeme gestestet und ausprobiert. das shure psm 600 hat uns überzeugt. empfehlenswert ist der ohrhörer e5, die anderen haben einfach zu wenig druck, können aber je nach stilrichtung auch absolut genügen. für "bassige" instrumente empfiehlt sich ausserdem die anfertigung einer ortoplastik, dies verstärkt den druck in den unteren regionen. wichtig ist, dass du mit in-ear möglichst unabhängig bist, also am besten mit eigenem monitorpult. wir haben uns dabei für den rackmixer von crest entschieden. somit sind - egal ob im proberaum oder auf der bühne - jeweils nur kleine pegelanpassungen nötig und schon steht der geniale stereosound wieder für die ohren bereit. trotz mächtig druck und pegel habe ich nie mehr ein ohrensausen oder sonstige "nachwehen", auch nach drei stund rocknroll nicht ...

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