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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

Gehäusebamasse und Dämung (bitte nur Profis)

  • Jonnytrance
  • 6. Februar 2005 um 14:38
  • Jonnytrance
    Gast
    • 6. Februar 2005 um 14:38
    • #1

    Hallo Selbstbauprofis,
    berücksichtingen sie folgende Faktoren (Verhältnisse zu Gehäuseabmaße) beim Boxenbau klick hier???
    Bringt es wirklich was, oder ist nur ein Müll?

    Mit was dämmt ihr eure Gehäuse am liebsten? Ich machs z.B. erstmal mit Unterbodenschutz und danach Noppenschaumstoff (bei BR) von Thomann und dieser Schaumstoff wirkt erst ab 500Hz. Ist es dann wirksam???

    MfG Eugen

  • outliner
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    • 6. Februar 2005 um 14:43
    • #2

    bin schon bei arcor,trotzdem danke :evil:

    Wenn keiner weiß, worum es geht, dann geht es hundertprozentig um Geld.

  • Fux
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    • 6. Februar 2005 um 14:47
    • #3

    Der Link geht nicht.

    Es ist zu unterscheiden zwischen Unterdrücken des Mitschwingens von Gehäusewänden und verhindern von stehenden Wellen im Gehäuse.

    Im PA-Bau wird ersteres normalerweise nicht durch Behandlung mit Unterbodenschutz, sonden durch eine ordentliche Versteifung der Kiste realisiert.
    Gehäuseabmesseungen die keine Vielfachen von sich sind sind unter Umständen schon sinnvoll, es kommt halt drauf an wie hoch hinauf du die Kiste laufen lassen willst.
    (Die Wellenlänge bei tiefen Tönen ist ja länger...)
    Man möchte damit erreichen daß die sich die stehenden Wellen auf mehrer Frequenzen (verschiedene Abständer der Wändflächen zueinander in der Kiste) verteilen und nicht daß wie bei einem Würfel sich in alle Richtungen die stehenden Wellen bei immer der gleichen Frequenz ausbilden und so noch verstärken.
    Ebenso die Frage ob du da Dämmmaterial einbringen sollst. Wenn das Gehäuse als reiner Sub funktioniert nicht unbedingt.
    Du mußt halt immer die Welenlänge im Auge behalten. Bei einer Wellenlänge im Meterbereich richtest du mit 5cm Dämmwolle halt nichts aus wenn du die an die Wände tackerst.

    Viele Grüße,
    Fux

  • Jonnytrance
    Gast
    • 6. Februar 2005 um 16:28
    • #4

    In "klick hier" steht folgendes:

    "Sehr störend wirken sich auch stehende Wellen auf das Übertragungsverhalten aus. Diese können immer dann entstehen, wenn zwei Wände parallel zueinander sind, in einem quaderförmigen Raum mit sechs Wänden also zwischen drei Wandpaaren. Ferner gibt es Mischungsprodukte aus den einzelnen Resonanzfrequenzen, so dass eine ganze Reihe von verschiedenen Frequenzen entstehen.
    Wenn jedes Terzband mehr Raumresonanzfrequenzen als das Terzband hat, das eine Terz tiefer liegt, so empfindet das Ohr diese kontinuierliche Steigerung als angenehm. Sind in einem Terzband genausoviele Raumresonanzfrequenzen wie in dem vorigenTerzband, so kann dies als gerade noch akzeptabel angesehen werden. Sind es weniger hat der Raum schlechte akustischen Eingeschaften.
    Gleiches gilt natürlich auch für die Maßaufteilung einer Lautsprächerbox.
    Bei der Konstruktion des Gehäuses sollte beachtet werden, dass die Seitenlängen innen in der Box eines dieser Verhältnisse aufweisen:
    1 : 1,2 : 1,5
    oder 0,8 : 1 : 1,2
    oder 1,25 : 1,6 : 4
    oder 5 : 7: 9
    Dieses sollte beachtet werden, da sich bei diesen Verhältnissen Stehwellen nicht konstruktiv überlagern können und es so nicht zu störenden Resonanzen kommen kann."

    Ist es ein Müll, oder Tatsachen?
    Wird das Maßaufteilung beim Gehäusebau wie obengeschrieben ist berücksichtigt? Falls ja, merkt man dann ein Klangunterschied, oder nicht???

  • Fux
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    • 6. Februar 2005 um 16:46
    • #5

    Wie schon oben beschrieben kommt das drauf an ob die stehenden Wellen bei den Frequenzen die die Box wiedergeben soll überhaupt in das Gehäuse "passen".

    Wenn z.b. der 15"er bis in den Mittenbereich hinein laufen soll und nicht schon bei 100Hz getrennt wird macht es auf alle Fälle etwas aus.
    Wenn die Abmessungen keine Vielfachen voneinander sind (absolut bescheiden wäre also z.B. 60x60x60cm, oder 60x120x30cm) dann treten die stehenden Wellen nicht bei der gleichen Frequenz zwischen Boden und Deckel und gleichzeitig zwischen Seitenwänden und Vorder und Rückwand auf, sondern je nach Frequenz einmal hier und einmal dort. Dadurch bekommst du keine "Anhäufungen" von stehenden Wellen.

    Lies dir mal ein paar Grundlagen an.
    Schallgeschwinfigkeit ist z.B. 340m/s
    Schallgeschwindigkeit / Frequenz ist die Wellenlänge in Metern.

    Also z.B. bei 40Hz:
    340/40=8,5m
    Die halbe Wellenlänge (also Vorstellungmäßig von einer Sinusschwingung nur ein Wellenberg, oder ein Wellental, bzw. eine an beiden Enden gehaltene Schwingende Saite) ist dann bei 40Hz 4,25m lang.

    Hat dein Gehäuse jetzt zum Beispiel irgendwo ein Innenmaß von 56cm so ergibt sich dafür:

    340/0,56=607Hz für die Volle Wellenlänge. Ebenfalls eine stehende Welle bildet sich natürlich (nur ein Wellenberg bzw. Wellental) für die doppelte Frequenz aus also etwa 303Hz. usw.
    Da "dröhnt" das dann.
    Wenn gleichzeitig mehrere Abstände (also z.B. von oben nach unten, von hinten nach vorne und von links nach rechts diese gleiche Maß haben dann bilden sich bei der Frequenz da überall stehende Wellen aus und addieren sich daß was noch einen "besseren" "Dröhn" zur Folge hat.

    Bedämpfen kann man stehende Wellen ab besten da wo sie (optisch veranschaulicht) am meisten "Schwingen".
    Wenn du dir eine Halbwelle einer Sinuskurve mal ansiehst dann siehst du das di Amplitude bei der Halbwelle in der mitte (also bei einer Viertelten Wellenlänge der Ursprungsfrequenz) am Größten ist. Also ist das Dämmmaterial am effektivsten dort angebracht.

    Beispiel:
    Bei dem obigen Innenmaß von 56cm und der stehenden (Halb)Welle von 303Hz ist der "Bauch der Schwingung in der Mitte der Kiste also müßte da das Dämpfungsmaterial hin um am effektivsten zu arbeiten.
    An der Wand ist ja die Amplitude (Bildlich die auslenkung der Schwingenden Seite) am geringsten, also kanst du da wenn du das Dämmmaterial nur an die Wand tackerst nicht viel ausrichten da du die Schwingung ja nicht im Bauch "packen" kannst.

    Sag doch einfach mal was du genau machen willst, dann kann man dir vielleicht auch etwas weniger grundlagenmäßig (obwohl das nie schadet) weiterhelfen.

    Viele Grüße,
    Fux

  • Jonnytrance
    Gast
    • 6. Februar 2005 um 17:03
    • #6

    Die Grundlagen sind mir schon bekannt und dann lies ich oben geschriebenes (von Michael Fischer und für HiFi gedacht ist) und da kamm ich nicht ganz klar. Hab paar Kisten (BR Fullrange) mit gleiche Volume gebaut einmal mit "für Ohr angenehmen Seitenverhältnissen und einmal mit schlechten..."

    Ich höre kein unterschied, aber laut H. Fischer solte es doch sein.

  • Fux
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    • 6. Februar 2005 um 17:26
    • #7

    Schließ an den Amp einen Sinusgenerator an und die Box an den Amp.
    Dann stimmst du den Sinusgenerator (mit nur mäßiger Leistung!!!) von unten nach oben durch. Du wirst dann sehr schnell merken was mit stehenden Wellen gemeint ist...;-)

    Zuerst kommt unten gar nichts nur ein Luftug aus dem Tunnel und die Membran schabelt fürchterlich (nicht zu viel Leistung draufgeben!!!)
    Dann kommst du in die Nähe der Tuningfrequenz, der Membranhub reduziert sich bis die Membran praktisch steht und du hörst ordentlich Schalldruck der aus dem Tunnel kommt. Dann wenn du wieder höher kurbelst (die meisten alten Sinusgeneratoren hatten eine Kurbel dran so wie mein Vollröhren Siemens ;) dann macht die Mebran wieder mehr Hub, aus dem Tunnel kommt nichts mehr an Schall heraus sondern von der Membran und wenn du nun immer höher kurbelst wird der Ton im Idealfall nur höher aber schwankt nicht in der Lautstärke. Was du aber in der Realität eher beobachten wirst ist, dass es sehr wohl immer mal lauter und leiser wird (so in der Art: uuuuuooooouuuuuuaaaaaauuuuuuooooooouuuuu) (man stelle sich das von links nach rechte mit immer höher werdenden Ton vor)

    Solange das tonmäßig nicht so hoch wird, daß da schon Membraresonanzen auftreten, also bei deinem Chassis wohl so bis in den Grundtonbereich von einigen hundert Hz sind diese sonderbaren Lautstärkeschwankungen die ich oben versucht habe lautmalerisch zu beschreiben die stehenden Wellen in deinem Gehäuse.

    Viele Grüße,
    Fux

    Einmal editiert, zuletzt von Fux (6. Februar 2005 um 17:27)

  • doublefishdesigns
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    • 6. Februar 2005 um 17:26
    • #8

    stehende wellen lassen sich auch durch asymetrische gehäuseformen und geschickt positionierte und geformte versteifungen kontrollieren.

    was mich allerdings immer gewundert hat:
    baut man mit manchen grossflächigen versteifungen nicht manchmal ungewollt helmholtz-resonatoren ein?
    oder wenn zum beispiel ein extragehäuse für einen mitteltöner in eine dreiwegbox in die mitte kommt, zwischen hoch-und tiefton, enstehen 2 gehäuse mit einer engen verbindung... wie verhält sich das ?

  • Fux
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    • 6. Februar 2005 um 17:38
    • #9

    Wenn die Verbindung zu eng wird würde ich das als problematisch ansehen. Wenn die Mitteltonkammer den Querschnitt um 20% einengt würde ich dazu tendieren das man das getrost vergessen kann.

    Viele Grüße,
    Fux

  • doublefishdesigns
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    • 6. Februar 2005 um 17:44
    • #10

    wie kann man berechnen was passiert, wenn es deutlich mehr als 20% sind, zb 60 % ?

  • Fux
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    • 6. Februar 2005 um 18:13
    • #11

    Du nimmst ein Simulationsprogramm was solche Arten von Bandpassgehäusen simulieren kann, gibst die Kammervolumen und Tunnelquerschnitte und Tunnellängen ein und schaust mal was dabei so herauskommt.
    Ich befürchte aber daß die kostenlose erhältlichen Simulationsprogramme diese Art von Bandpass mal nicht standardmäßig anbieten.

    Es geht natürlich auch die Ochsentur mit umstricken der ganzen Akustiksache auf ein elektrisches Ersatzschaltbild und dann mit P-Spice simulieren oder dergleichen. (wenn man sich auskennt...)
    Ich gebe aber gerne zu mich da nicht soweit auszukennen und verspüre auch überhaupt keine Lust mich in diese mehr als trockene Thema einzuarbeiten ;)

    Viele Grüße,
    Fux

  • Online
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    • 9. Februar 2005 um 22:59
    • #12

    @ doublefishdesigns and all

    interner Resonator wider Willen:

    ich hätte ein schönes Beispiel aus eigener "Produktion", wie man es nicht machen soll: ein ungplanter Resonator hat mir bei einem geschlossenen Gehäuse-Prototyp eine perfekt saubererBassreflexkurve auf den Impedanzschrieb gezaubert.

    Ich hätte Bilder vom Gehäuse, wo man schön sieht, wie man es nicht machen sollte :D , bin aber leider nicht in der Lage, Bilder ins Forum zu stellen. Wem könnte ich sie mailen, wenn Interesse besteht?

    Es war ein 15-3er Kombi mit 10er Mitteltöner in der Mitte, das Bassvolumen griff C-förmig um das Mitten-Volumen, naja, war halt für den Ofen :D

    Gruß FF

  • doublefishdesigns
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    • 10. Februar 2005 um 02:11
    • #13

    schick her das bild - ich setz's ins netz
    adresse unten

  • doublefishdesigns
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    • 10. Februar 2005 um 15:07
    • #14

    hier kommt die box vom FF:

  • deep-house
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    • 10. Februar 2005 um 15:33
    • #15

    ich möchte nicht FF jetzt persönlich kritisieren, denn es hat sicher jeder schon aus seinen fehler gelernt (wenn er sie bemerkt hat).
    Es ist ein gutes Beispiel, die Versteifung ist zwar prächtig, aber die Verbindungen zwischen den Kammern sind in einer Größe den ich als BR-tunnel ansetzen würde. Dadurch würde ich hier erwarten, daß die Kammern ähnlich einem mehrfach ventilierten Bandpass angekoppelt werden und nicht mehr als ein Gesamtvolumen gilt.


    Guß UweS.

    Gruß UweS.

  • doublefishdesigns
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    • 10. Februar 2005 um 17:13
    • #16

    Genau das hat FF bereits bemerkt
    es war als beispiel gedacht wie man's nicht macht

  • Online
    FF
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    • 11. Februar 2005 um 12:24
    • #17

    @ deep-house:

    siehe mein Beitrag oben, Fehler und Ursache sind da bereits beschrieben, die Impedanzkurve hat ja sofort gezeigt, was passiert ist...

    Aber da es eine konkrete Anfrage zu ungewollten Resonatoren durch Verstrebungen, Mittengehäuse etc. gab, und das eben ein schönes Beispiel dazu ist, et voila!

    Wer es nachbauen will, kriegt gerne einen Plan :D

    Danke an doublefishdesigns fürs reinstellen der Bilder!

    Gruß FF

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