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WEGBRECHEN DER MITTLEREN PREISREGION

  • guma
  • 20. Juli 2005 um 19:03
  • dieter n
    Beiträge
    7
    • 24. Juli 2005 um 11:19
    • #21

    Hallo,
    ich bin neu hier im Forum, mache aber seit über 20 Jahren Bühnen und Veranstaltungstechnik, mal groß mal klein. In den letzten Jahren aber mehr klein.
    Hier stellt sich doch einfach mal die Frage, ob die Billigheimer die nötige vom Gesetzgeber geforderte Mindestqulifikation besitzen. 32A CEE einstecken = Elektrofachkraft, VDE 0701/ 0702 Prüfung, Dokumentation, Fachkraft oder Meister ? Es gibt noch vieles mehr. Ich mache gerade den Meisterlehrgang für Veranstaltungstechnik und was man dort lernt reicht aus, um fast jedes Stadtfest zu kippen. Wehrt euch!!! Ich habe damit angefangen und andere ziehen jetzt nach. Wir reden hier nämlich über Menschenleben !!!
    Ich würde diese Diskussion gerne weiterführen, damit die ganzen Funpacks und anderer Müll von der Bühne verschwindet. Die Inkompetenz von City Managern und sogenannten Eventagenturen ist oftmals himmelschreiend.
    In Neuss, wird man von seiten der Stadt dazu aufgefordert, doch alles nicht so ngenau zu sehen. Noch mehr?

    Gruß Dieter

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 24. Juli 2005 um 11:50
    • #22
    Zitat

    Ich mache gerade den Meisterlehrgang für Veranstaltungstechnik und was man dort lernt reicht aus, um fast jedes Stadtfest zu kippen. Wehrt euch!!!

    Das ist Veranstaltungsverhinderungstechnik.
    sorry für den Kommentar. Aber heutzutage sollte man dankbar sein für jede Veranstaltung die überhaupt noch stattfindet. Und grade diese Denk- und Verhaltensweise mancher Menschen ist ein Grund dafür daß es immer weniger Veranstaltungen sein werden, letztendlich seid ihr selbst dann arbeitslos. Desweiteren sollte man jeder VT Firma die Veranstaltungen verhindert keine Aufträge geben.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Steffen
    Profi
    Beiträge
    1.817
    • 24. Juli 2005 um 12:01
    • #23

    @ manuela: Allerdings sollte man auch jeder VA-Technik-Firma, die die Sicherheitsvorschriften als "nicht nötig" abtun, auch jedes Durchführen einer VA untersagen, da es hier um MENSCHENLEBEN GEHT.

    In diesem Zusammenhang eine sehr schlimme Sache: Vorletzte Woche sind in unserer Gegend zwei Techniker (Azubis, Praktis, ist ja egal) auf dem Heimweg von der Veranstaltung wegen absoluter Übermüdung tötlich verunglückt. Hier hat also das Dumping (in diesem Fall definitiv, da der betreffende Kollege sich gegen eine absolute Dumpingfirma zur Wehr setzen musste) zu Todesfällen geführt, da einfach das Personal ich sags mal provokativ VERHEIZT werden mußte (Thema Arbeitszeiten).

    Wobei das jetzt nicht heißen soll, daß ich solches Verhalten billige, aber sind wir mal ehrlich, wir kennen doch alle diese schönen 24-Stunden Jobs an 3 Tagen hintereinander...

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 24. Juli 2005 um 12:15
    • #24
    Zitat von "Steffen"

    in diesem Fall definitiv, da der betreffende Kollege sich gegen eine absolute Dumpingfirma zur Wehr setzen musste

    Auch das unterstütze ich nicht. Das ist eine ganz simple Sache: Wenn man nicht dazu in der Lage ist einen Auftrag zu den dort erhältlichen Geldern durchzuführen dann nimmt man ihn nicht an. Das bei der Durchführung aufgetretene "Verheizen des Personals" ist somit eine unfachgerechte Durchführung des Auftrags, er hat das und die Folgen davon mit seinem Gewissen selbst zu verantworten.
    Ich selber werde hier im forum auch ständig angegriffen weil die Leute einfach nicht nachdenken bevor sie tippen. Es gibt sehr viele Firmen die neben dem VT noch andere Einnahmen haben und nicht zwingend auf große Gewinne angewiesen sind, oftmals entsteht es "als Ergänzung" oder um "Alles aus einer Hand" Prinzipien umzusetzen. Dazu kommen Vitamin-B Geschichten die in der VT eine uralte Tradition sind. Somit ist es völlig normal wenn immerwieder Sachen stattfinden zu unsoliden Preisen. Das ist in Deutschland genauso rechtens wie der SSV im einzelhandel.
    Das Einhalten von Sicherheitsvorschriften ist nicht unbedingt der größte Kostenfaktor, eher ist es das Personal.
    Was ich allerdings klasse finde und auch unterstütze ist die Initiative vom ADMIN, Veranstalter auf sicherheitskritische Dinge im Vorfeld hinzuweisen. Das ist der richtige Weg, nicht die VA-Sabotage.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • dieter n
    Beiträge
    7
    • 24. Juli 2005 um 12:41
    • #25

    Hallo

    wenn andere dann die Veranstaltung machen, sind wir am selben Punkt.
    Die absolute Loyalität zum Veranstalter ( hier in der Regel die Kommune), macht uns dann erpressbar. Hier in diesen Fällen ist ja wohl so, daß aus Sparzwängen an der Sicherheit für Personal und Sicherheit gespart wird.
    Ich bin des öfteren aufgefordert worden, die Sicherheitsbestimmungen zu umgehen. Es gibt genügend Alternativen, die man anbieten kann, um das Ziel zu erreichen. Aber nicht auf Kosten der Gesundheit aller Beteiligten.
    Veranstaltungen die so ablaufen sind auch keine fachgerecht ausgeführte Veranstaltung. Dazu macht die BGV ganz klare Aussagen. Fragt mal beim VPLT oder DTHG nach.
    Für viel ist der Job bis heute noch Selbstausbeutung. Glücklich seien die, die fest angestellt sind.
    Größere Firmen haben es immer leichter, die kleinen gehen an den Billoverleihern kaputt; und das sind nicht die Gesetze des Marktes, sondern Wildwest/east Methoden.
    Gruß Dieter

  • Steffen
    Profi
    Beiträge
    1.817
    • 24. Juli 2005 um 12:53
    • #26

    Du erlebst aber speziell in unserer Branche eben die Situation, daß es meistens die Leute sind, die einfach aufgrund fehlender Ausbildung (bzw. fehlendem WILLEN, sich über die geltenden Vorschriften zu informieren) einfach aufgrund der fehlenden Vorschriftentreue günstiger anbieten können als die Firmen, die sich ständig auf dem neuesten Stand halten was Vorschriften betrifft, zertifiziertes Material anbieten, TÜV-Termine ernst nehmen, Personal nicht verheizen, Fachkräfte auf Veranstaltungen stellen usw. In jeder Ausschreibung wird von der öffentlichen Hand verlangt, daß man sich an die gesetztl. Regeln hält (in allen Bereichen AUSSER der VT), warum setzt sich ausgerechnet in unserem extrem sicherheitsrelevanten Bereich die Prämisse "billig ist besser" durch, gerade auch durch Städte und Gemeinden. Ich rede hier jetzt nicht davon, daß man günstigere Preise durch vernünftigen Einkauf des Materialparks erreicht (es muß nicht immer der Mac sein, ein Ypoc tuts auch), sondern durch Vernachlässigung der Vorschriften.

    In fast allen Branchen werden gewisse Qualifikationen verlangt, um bestimmte Tätigkeiten auszuführen, in unserer auch. WARUM VERDAMMT NOCHMAL NUR AUF DEM PAPIER, WARUM NICHT ENDLICH MAL IN DER REALITÄT???? Dann würden die verbleibenden Firmen, nämlich die, die sich an die gesetzlichen Regeln halten, auf einem bereinigten Markt auch bei geringerer Anzahl von Veranstaltungen ihren Markt zu MARKTGERECHTEN, NICHT ZU MARKTÜBLICHEN Preisen finden.

  • manuela
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    • 24. Juli 2005 um 13:18
    • #27

    Weil MARKTGERECHT heutzutage eine Frge ist die man dir nicht in Berlin sondern in Brüssel beantworten wird. Dort ist alles marktgerecht was von einer deutlichen Mehrheit aller EU-Staaten befürwortet wird. Also schau dich um bei unseren Nachbarn, sie werden gewiß keine Dinge befürworten die im eigenen Lande Konkurse, Prbleme und Arbeitsplatzverluste nach sich ziehen würden, da regiert wieder das Geld.
    Und hierzulande werden solche Vorschriften etwas "lasch" gehandhabt um keine Klagen in Brüssel zu provozieren die diese letztendlich als "Vorteilsnahme innerländischer Anbieter" abstempeln und somit für EU-rechtswiedrig erklären würden. Es gilt erstmal belgischer Standart :D
    Und all die wahren Argumente ändern nichts an den Fakten: Den auftrag bekommt immer nur einer. Es wird hier allerdings auch unterstellt daß das immer der mit dem günstigsten Angebot ist, ich halte das für realitätsfern. In der Praxis gibts wieder gewisse Faktoren die einen direkten Einfluß auf solche Vorgänge haben, nennen wir es Zusammenhänge. Wer keine Zusammenhänge bildet und sich ausschließlich auf seine Kalkulation verläßt erlebt eben immer auch Absagen, selbst dann wenns das absolut günstigste Angebot ist ! Grade in kleineren Gemeinden ist es doch usus solche Verbindungen zu etablieren und sich damit ganz nebenher auch die Durchführung vom Stadtfest zu sichern. Wobei garkeine Rede ist von sicherheitstechnischen Unterschieden, da gehts einfach nur um das wovon fast jeder zweite Deutsche lebt: Das Managen von Vorgängen im Geschäftsleben. Die Leute die letztendlich darüber entscheiden was wo von wem womit veranstaltet wird haben alle eines gemeinsam: Sie sehen das Ganze in größeren Zusammenhängen und Veranstaltungstechnik, Sicherheit usw. sind dabei mit die kleinsten Bereiche und stehen ganz hinten an. :D Was eine erfolgreiche VT Firma heutzutage vor allem anderen braucht ist eine kräftige Dosis Vitamin B, dann kann sie auch sorglos oder von mir aus "unwirtschaftlich" arbeiten und hat am Ende des Quartals trotzdem alles in der Waage.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

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    • 24. Juli 2005 um 14:31
    • #28
    Zitat von "dieter n"

    Ich mache gerade den Meisterlehrgang für Veranstaltungstechnik und was man dort lernt reicht aus, um fast jedes Stadtfest zu kippen.

    Wenn es denn so einfach wäre...

    1.) Man hat ja als Meister VT keine hoheitlichen Befugnisse. Man kann der Staatsmacht einen Hinweis geben. Ob die dann handelt oder nicht, zeigt sich im Einzelfall.

    2.) Es gibt unzählige Vorschriften, die auch immer mal wieder übertreten werden. Aber im Straßenverkehr wird auch mal zu schnell und mal besoffen gefahren, ohne dass man gleich ein generelles Fahrverbot ausspricht.

    Damit will ich sagen: Wir leben nicht mehr im Obrigkeitsstaat, die Behörden sind an Recht und Gesetz sowie an den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gebunden. Wenn da jemand auf einer Bühne unbefugt einen 32A-Stecker gesteckt haben soll, dann reicht das nicht aus, um ein ganzes Stadtfest aufzulösen. Wenn der Onkel vom Ordnungsamt dann die Stillegung der Anlage anordnet, bis eine Fachkraft das abgenommen hat, dann ist das schon ein vergleichsweise hartes Durchgreifen (und dann kommt der Dorfelektriker, steckt den Stecker wieder rein, murmelt "geht doch" und macht sich wieder vom Acker...)

    3.) Die vielen "schönen" Gesetze und Vorschriften kommen erst dann zur Geltung, wenn wirklich etwas passiert. Strafrechtlich ist vorher fast nichts zu machen (versuchte Fahrlässigkeit gibt's nicht...), zivilrechtlich überhaupt nichts (Was denn auch: Schmerzensgeld für den Anblick eines unsicheren Zustandes, oder was?).

    4.) Schließlich möchte ich noch auf das Glashaus und den Einsatz von Steinen in selbigen hinweisen: Natürlich kann man auch versuchen, sich gegenseitig die Veranstaltungen stillegen zu lassen (man zeige mir die Baustelle, auf der alles 100%ig läuft...). Aber wäre es nicht armselig, wenn die Branche so etwas nicht selbst regeln könnte? Ein freundlicher Hinweis unter Kollegen (in manchen Fällen auch ein Deutlicher Hinweis unter Kollegen), damit müsste sich eigentlich mehr erreichen lassen, als wenn man immer nach der Staatsmacht ruft.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

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    • 24. Juli 2005 um 14:53
    • #29
    Zitat von "Steffen"

    Allerdings sollte man auch jeder VA-Technik-Firma, die die Sicherheitsvorschriften als "nicht nötig" abtun, auch jedes Durchführen einer VA untersagen, da es hier um MENSCHENLEBEN GEHT.

    Die Denkweise "wir halten alle Vorschriften ein und gut is" ist veraltet. Stand der Technik wäre "wir machen eine Gefährdungsanalyse, und danach richtet sich unser Handeln".

    Wenn jemand seinen Pinspot an einer 4mm-Kette und Karabiner sichert, dann ist das nicht im Einklang mit der SP 25.1/2-4. Trotzdem: Da passiert nichts (und wenn etwas passiert, dann reist's den Bügel ab, das würde mit 6mm-Kette und Schäkel ebenso passieren).

    Keine Vorschrift verbietet mir aber, 50m Truss an 8 Handkettenzüge anzuschlagen. Da habe ich ein prima statisch unbestimmtes System, das ist richtig "böse", aber Lastmessung wird nur bei Motorzügen verlangt.


    Von daher: Der Blick sollte erst der Gefährdung und dann der Vorschrift gelten.

    Es gibt Sachen, die gar nicht gehen, ohne jede Diskussion: Open-Air-Konstruktionen, die nicht auf Windlasten gerechnet sind, schwebende Lasten, die nicht sicher sind, Autofahrer, die nicht ausgeschlafen sind.

    Dann gibt es Sachen, die auch nicht gehen: Pfusch beim Strom oder bei der Pyro, Leute, die gefährliche Sachen (vor allem Rigging, Pyro und Elektrik) machen und nicht ausgeschlafen (besoffen, unter Drogen...) sind, etc.

    Und dann gibt es Sachen, die eigentlich nicht gehen: Zum Beispiel 72 Stunden am Stück arbeiten. Aber wenn man das schon macht, dann schickt man wenigstens die Fahrer mit Schlafsack in's Fahrzeug.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Inselgert
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    • 24. Juli 2005 um 14:53
    • #30

    In dem Zusammenhang plaediere ich ja erstmal fuer Tachoscheiben im Mischpult!
    Ob nun genug safetys an den Lampen sind oder nicht ist ja wichtig jedoch glaube ich das die groesste Gefahr immer noch von uebermuedetem Personal ausgeht!
    Wenn man Sein Personal nicht ausreichend schuetzt kann man auch nicht erwarten das die den Schutz des Publikums noch ernst nehmen!
    Die meisten Unfaelle passieren ja immer noch waehrend der ruestzeiten! Auf und Abbau sind am gefaehrlichsten!
    Also diese ganze Sicherheitsgerede intressiert mich erst wenn ich auch sicher bin!
    Die heute in D ausgebildeten techniker sind ja eigentlich mehr in der versammlungsstaettenordnung ausgebildet als im eigentlichen Job machen!
    Wenn ich den ersten 19jaehrigen Meister treffe der in 8 Stunden nen 12 stuendiges Festival mit 60000 Zuschauern vernuenftig mischen kann, gucke ich mir auch mal an wie breit der Notausgang in speziell dieser Halle sein muss!

  • dieter n
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    • 24. Juli 2005 um 15:46
    • #31

    Hallo,
    war ganz schön provokant von mir, aber nötig. Manuela hat recht und andere auch. Insbesondere was manche Vorschriften betrifft. Übrigens eine Veranstaltung würde ich nicht hochgehen lassen, allerdings sollten wir über einige Standard diskutieren, um eine breitere Basis zu bekommen.
    Das die meisten Unfälle bei Auf - u. Abbau stattfinden stimmt, aber woran liegt. Ist es oft nicht so, das Vorbereitungsphasen trotz Systemarbeiten immer kürzer werden? Der Grund liegt bei den Entscheidungsträgern. Hier ist der Ansatzpunkt für eine weitere Dienstleistung als Freelancer. Z.B. TL, Beratung bei der Planung usw.So sollte es sein.
    Ich würde gerne daran mitarbeiten.
    Schönen Sonntag noch
    Dieter

  • rockline
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    • 25. Juli 2005 um 08:36
    • #32

    Das Problem sind die vielen Profilneurotiker. Die Typen, deren Laden nicht aufgrund der Marktlage in den 70er/80er Jahren gewachsen ist, sondern aus Langeweile und Selbstbewustseinsproblemen es in der Showbranche versuchen.
    Es gibt hunderte von Irren, die sich zu Anfang albern hinter einen DoppelCD Player stellen um Partygäste zu unterhalten (für UMME), und es dann später ("ach......wir expandieren ja so dermaßen....") im Livejobgeschäft probieren. Da es inzwischen ähnlich der völlig desolaten Computerbranche viele "learning by doing" Leute gibt, aber nach wie vor keine wirkliche Nachfrage nach derart vielen "Experten", kommt der vollkommen verwässerte Zustand heraus!

    Wenn ich mich in unserer Gegend umschaue bekomme ich teilweise Lachzustände. Was da für Menschen mit "Veranstaltungstechnik" T-Shirts herumlaufen - unfassbar.
    Und was steckt dahinter? Null Kompetenz, schrottreifes und zusammengewürfeltes Material und natürlich SONDERPREISE ohne Ende. Spricht man mit diesen Menschen über die Situation bekommt man entweder zu hören "ich mach das ja nur aus Hobby" oder "das sind Einführungspreise"!
    Ja was denn nun?
    Wozu der Schwachsinn? Wozu gründet jemand ernsthaft eine Veranstaltungsbude mit der Struktur eines Kegelclubs? Und da bin ich wieder beim Profilneurotiker und seinem Potenzhobby.

    Das andere sind die Hungerleider, die vollkommen verschuldeten Looser, deren Bude kurz vor der Schließung durch den Kuckukskleber steht. Die machen alles für billig - viel mehr kann eh nicht mehr schiefgehen.

    Am anderen Ende steht der Auftraggeber - ein Laie in der Regel, der nicht mehr wirklich differenzieren kann wer wer ist.
    Was kann man tun? Nichts.....außer erste Klasse arbeiten, und wirklich besseres Material besitzen.
    Wir können uns preislich nicht wirklich gegen die Pommesbuden behaupten, aber unser Knowhow und vor allem die Erfahrung und Referenzen in der Szene holt hier keiner ein. Das ist zumindest schon mal ein Punkt, der unserern Dauerkunden kaum jemand streitig machen kann.
    Stefan

  • Inselgert
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    • 25. Juli 2005 um 10:36
    • #33

    Die meisten die heute so anfangen vergessen auch voellig das vermieten von Equipment auch eine gehoerige Menge Geld verlangt!
    Wer alle 5 Jahre mal ein Pult kauft kriegt nicht richtig Prozente!
    Bei vielen grossen Verleihern laeuft das eher mit Vertrag auf diverse Jahre! Man kauft jedes Jahr 5 bis 10 der grossen Pulte eines Herstellers!
    Dadurch gibt es Rabatte die es einem ermöglichen die Klamotten nach 2 Jahren ohne Verlust zu verkaufen!
    Das hat 2 grosse Vorteile: Vermieteinnahmen sind Gewinn ( egal wie hoch!).
    Man ist immer auf dem neuesten Stand!

    Das macht die Preiskalkulation beim Material schon ganz schön einfach! Jeder Pfennig ( Sorry Cent) ist Gewinn!

    Dagegen kann der Neugründer mit seinem vom Mund abgesparten Material nicht anstinken!
    Dem tut auch jeder Tag den das Zeug im Lager steht weh! Weil die Finanzierung ja weiter läuft!
    Das ist beim grossen Verleiher einfacher Jeden Tag den das Pult nicht läuft erhöht seinen Gebrauchtwert! Auf Lange Sicht verdient der sogar wenn es nur im Lager steht!
    So wenn man jetzt am ersten die Abbuchungen fuer Finanzierung hat und gerade dann einer kommt und sagt! Hier sind 900 euronen fuer nen Job hat man sein Finanzierungsproblem schon mal wieder einen Monat verschoben!
    Im Grunde ist das aber alles Quatsch! Das Problem verschiebt sich in der Preisregion nur Zeitlich! Verschwindet aber nicht!
    Wenn dann neue Regelungen dazu kommen wie mal eben neue Safetys steht der Kleinverleiher vor dem Problem der Anschaffung, da er ja schon von geborgtem Geld lebt!
    Mittlerweile ist dann sein Mat schon so alt und abgerockt aber immer noch nicht bezahlt das er es sich nicht leisten kann es zu verkaufen! Fuer Weiterbildung ist dann auch kein Geld da etc!
    In jeder anderen Branche wuerde man jetzt Konkurs anmelden!
    Kurz gesagt sieht es so aus!
    Die Leute die solche Jobs zu tode dumpen stehen eigentlich schon mit dem Ruecken an der Wand und koennen einem Leid tun!
    Wer da mitbietet sitzt bald mit diesen Jungs in einem Boot ( Ohne Schwimmweste)!

  • ADMIN
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    • 25. Juli 2005 um 10:47
    • #34
    Zitat von "Inselgert"

    Das macht die Preiskalkulation beim Material schon ganz schön einfach! Jeder Pfennig ( Sorry Cent) ist Gewinn!

    Wenn es denn so einfach wäre...

    Jeder, der nicht bei Papi in der Garage lagert, hat Lagerkosten. Miete (bzw. kalkulatorische Miete) und Personal.


    Das hier beschriebene Problem mit dem "Mittelstand" ist doch folgendes: Von oben drängen die großen Firmen mit ihren unausgelasteten Materialbeständen (wird derzeit wohl wieder etwas besser...) in den Markt und von unten machen die Hobby-Verleiher (hier braucht man tatsächlich nicht "Vermieter" schreiben) Druck.

    Wenn nun größere Investments auf Kredit laufen, und sich plötzlich die kalkulierten Preise nicht mehr halten lassen, dann hat man ein ganz böses Problem (und wird dann auch ganz schnell selbst zum Problem...).

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • Steffen
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    • 25. Juli 2005 um 18:55
    • #35

    @ ADMIN: Wohl wahr wohl wahr....

  • gerald1
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    • 27. Juli 2005 um 12:57
    • #36

    :shock: :shock: :shock:

    Zitat

    flyingbeats


    Anmeldungsdatum: 26.08.2002
    Beiträge: 910
    Wohnort: Südhessen/Nordbaden
    Verfasst am: 21.07.2005, 09:09 Titel:

    --------------------------------------------------------------------------------

    Beispiel:
    Bei uns in der Gegend ist immer ne größere Coverband unterwegs. Jede Woche ca. 2 Auftritte. Technik ist recht aufwendig. Trusscarree um Bühne, über 10 Moving Lights, 24 Par 64, 3 ACL Sätze Par 64, Beamer mit Leinwand, Dynacord Cobra oder V-System Holz für 1000Leute, Midas am FOH (größer Venice), weiterer Midas für Monitor (älteres Modell), Licon 1 Lichtsteuerung uvm. Die Band kassiert mehrere tausend Euro pro Auftritt (mindestens 5000€, aber eher mehr). Jetzt ratet mal, was die Verleiherbude für die Technik nimmt? Man muss bedenken, dass die 7 Leute sind und mit nem extrem vollen 12t LKW anreisen. Mischer, Monitormischer, Lightoperator und 4 weitere Aufbauhelfer. Preis regelmäßig 800€. Da lach ich mich schlapp. Dumme Menschen gibt es anscheinend viele auf der Welt. Und die Band verhandelt jetzt mit einer neuen Firma die einen vergleichbaren Technikaufbau noch billiger stellen will.....
    _________________
    Flyingbeats Music Service
    Vermietung von Licht-und Tontechnik
    Full Service, DJ Service, Eventbetreuung sowie Flyer-und Plakatgestaltung
    64668 Rimbach (Südhessen)

    Alles anzeigen


    :shock: :shock: :shock:

    Sitze hier ja im wilden Osten und dachte immer Polen (nette Leute) liegt weiter ostwärts. Mehr kann man dazu nicht sagen. Eine VA Firma bei diesem Leistungsprofil kann irgendwie nicht rechnen. Einer Band, die damit im Preis /Leistungsverhältnis nicht zufrieden ist, wünsche ich mal, voll auf die Nase zu fallen. Sorry
    Gerald1
    :shock: :shock: :shock:

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