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Beschallung in Tiefgarage möglich?

  • Schwammal
  • 24. August 2005 um 10:03
  • Schwammal
    Beiträge
    53
    • 24. August 2005 um 10:03
    • #1

    Hallo
    Hab gestern das Angebot bekommen ein Konzert in ner Tiefgarage zu machen. Leider hab ich sie noch nicht gesehen und kann deshalb noch nix über die Größe sagen. Nur so viel: Sie ist öffentlich und somit nicht unbedingt die Kleinste. Es sollen 3 Rockbands spielen und ungefähr 500 Leute Beschallt werden. Nun wollte ich von euch wissen, ob sowas vom Sound her prinzipel möglich ist, oder ob ich es lieber lassen soll?

    Gruss
    Schwammal

  • Apostoli
    Profi
    Beiträge
    653
    • 24. August 2005 um 10:09
    • #2

    Prinzipiell kann man in so ziemlich jeder Location Beschallen... Das Ergebnis hängt aber sehr stark vom Know How ab...

    Ich behaupte mal kühn, dass du diesen Auftarg lieber an jemanden abgeben solltest, der Beschallungstechnisch erfahrener ist. Schlau wäre es, wenn du dann die möglichkeit hättest diesem jemand über die schulter zu schauen.

  • akustikkoppler
    Beiträge
    975
    • 24. August 2005 um 10:19
    • #3

    hab ganz grau in erinnerung das man keine veranstaltungen in kellerräumen o.ä. machen darf... n bekannter durfte auch keine disco in einer ehemaligen kneipe aufmachen, obwohl genügend fluchtwege vorhanden waren...

    edit: hab grade mal nachgesehen: es muss eine automatische feuerschutzanlage vorhanden sein. daran lags wahrscheinlich.

    besondere vorkommnisse erfordern besondere maßnahmenhttp://www.xn--bjrnherzog-fcb.de
    für meine postings gilt die creative commons lizenz
    audio?? PRO!!

  • daniel l
    Beiträge
    74
    • 24. August 2005 um 10:47
    • #4

    HI

    die Deckenhöhe würde mir auch sorgen machen, bei uns(NRW) sind die Decken in den Tiefgaragen nur 2,10m hoch.
    Und ein Konzert mit 500Pax ohne Bühne ist doch irgendwie uncool...

    Auch Lichtinstallationnen werden schwer, ausser du willst die erste Reihe Grillen. :oops: 8)

    Wobei der Brandschutz in Tiefgaragen doch schon vorhanden sein sollte, sind immerhin öffentliche Gebäude...

  • Volker Holtmeyer
    Profi
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    57
    Beiträge
    3.792
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    13
    • 24. August 2005 um 11:01
    • #5

    Neuere Tiefgaragen sind akustisch gesehen überhaupt kein Problem. Deren Decke ist nämlich in der Regel vollflächig absorptiv belegt - meist mit Heraklit (dieses "Sauerkraut").

    Bei älteren Tiefgaragen, wo keine raumakustischen Maßnahmen ergriffen wurden, ist es auch überhaupt nicht so schlimm, wie man zunächst vermutet.
    Die Seitenwände kann man aus raumakustischer Sicht vernachlässigen (es ist ja nur der Breiche über den Köpfen der Zuschauer wirksam). Bleiben also nur noch die Decke, die zwar mit einem Alpha von 0 angenommen werden kann, und der Boden respektive die Fläche der Zuhörer, die mit fast 1 angenommen werden kann. Es ergibt sich also theoretisch ein Alpha von 0,5. Allerdings hat man es hier mit einem so genannten nicht statistischen Raum zu tun (lang und flach), was dann wieder eine (Peutz-)Korrektur erfordert. Diese verbessert aber tendenziell unser Ergebnis.
    Kurzum, eine rapellvolle Tiefgarage ist raumakustisch gar nicht so kritisch - was sich auch mit meinen Erfahrungen deckt.

    Ungünstig ist allerdings, dass man mit den Tops nicht hoch genug kommt um gleichmäßig zu beschallen. Wenn die zu beschallende Fläche sehr groß ist (nicht nur 4-Punkt), dann ist ein dezentrales Konzept angesagt.

    Die VStättVO sollte in neueren Tiefgaragen auch für eine größere Anzahl an Gästen ohne Probleme einzuhalten sein. Dass das funktioniert, beweisen diese Jungs hier seit Jahren: http://www.tiefgaragenparty.de

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • gezz-abba
    Gast
    • 24. August 2005 um 11:11
    • #6

    hallo,
    ich tendiere auch dazu, dass eine derarte beschallung viel erfahrung fordert und ohne diese nicht vernünftig zu machen ist. In TG hast du oft Nachhallzeiten von mind. 5 sekunden und weit mehr (Dafür klingt er wirklich wunderbar.. :D )
    Eine Möglichkeit wäre , neben Verhang vor allem des Bühnenbereiches mit Molton, eine dezentrale Beschallung an allfälligen Säulen, ähnlich wie Kirchenbeschallung , nur krasser. So bekommt man den Schall direkt an das Publikum.

    Musiker sollten so leise wie möglich spielen, vor allem schlagzeuger ( :!: ) und Gitarristen... Ihnen diese Dringlichkeit beizubringen bedarf Engelszungen mit viel Zucker drauf .. Sie sollten ihr Programm SEHR gut kennen und notfalls im Blindflug spielen können.

    Weiterhin sollte man sich auf Füllung des Raumes mit möglichst vielen Leuten verlassen. Schön wirds trotzdem nicht ..

    Der Soundcheck in der leeren Halle sollte lediglich möglichst auf den Monitor beschränkt bleiben.

    Einen solchen Auftrag würde ich wahrscheinlich ablehnen.... trotzdem viel erfolg .. :D

  • DJ Detto
    Profi
    Beiträge
    2.178
    • 25. August 2005 um 00:21
    • #7

    Der Oli (f8274)

    hatte mal einen Job in einer Tiefgarage. Da ging es hier im Forum glaube ich aber nur ums Licht. Frage den mal.

    Detto

    Erfolg hat nur,
    wer das eigentliche Problem wirklich löst!!!

  • swedisch
    Beiträge
    112
    • 25. August 2005 um 20:22
    • #8

    also, war schon zweimal auf ikea tiefgaragenparty in fürth tätig, meines erachtens ist es ziemlich schwierig, auch nur annähernd einen vernünftigen sound hinzubekommen. Lag aber auch sehr an dieser Halle, denn sie war einfach unglaublig riesig. Das grösste Problem damals war einfach der unglaub nachwummernde bass bei den langen Nachhallzeiten, also wurds ne Party mit wenig/keinem bass drunter, die HipHoper fandens nicht so toll, aber besser wie wenn alle sekunde die nadel der TT rückkoppelt.
    Abhängen/Abtrennen mit molton hätte das Ergebnis wohl wesentlich besser gemacht, leider war das nicht mehr in den mengen drinnen. Auch wenns soundtechnisch garnicht gut gelöst war, war doch die Party wie in den Vorjahren rappelvoll. Wenn man nicht viel mit molton/positionen arbeiten kann, dann empfehl ich ganz ganz genau zu Eqen und das beste rauszuholen.
    Die Erfahrung bezieht sich allerdings nur auf Konservenmucke und nicht auf live...

    MfG Max

  • Wellenfront
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    2.083
    • 25. August 2005 um 21:25
    • #9

    Unabdingbarfür sehr hallige Umgebungen sind Systeme die eine gute "erste Wellenfront" erzeugen.
    Daher vereinfacht ausgedrückt trocken und bösartig klingende Systeme(breitbandig bösartig:-)....)
    Diese bedingung erfüllen Hornsysteme mit kleinen Pappen sehr gut.
    Überhauptnicht zu gebrauchen sind Bassboxen mit Resopnatorunterstützung und großen Pappen..zb B2 oder B5/b10
    Diese systeme können openair ohne Hall brauchbar/gut Funktionieren,in verhallten Umgebungen versagen sie da sie unser Teil zwischen den Ohren mangels erster Wellenfront völlig überfordern......
    Ausserdem sind natürlich kleine Systeme/delays im Raum verteilt zwingend erforderlich

    Was kostet ein Loch in der bassbox?

  • Volker Holtmeyer
    Profi
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    • 26. August 2005 um 00:09
    • #10
    Zitat von "swedisch"


    Abhängen/Abtrennen mit molton hätte das Ergebnis wohl wesentlich besser gemacht, leider war das nicht mehr in den mengen drinnen. Auch wenns soundtechnisch garnicht gut gelöst war, war doch die Party wie in den Vorjahren rappelvoll. Wenn man nicht viel mit molton/positionen arbeiten kann, dann empfehl ich ganz ganz genau zu Eqen und das beste rauszuholen.


    Der Mythos, dass Molton im tieffrequneten Bereich die Nachhallzeit oder diskrete Reflexionen mindert, ist offenbar nicht tot zu kriegen... :?

    Molton hilft nur im Mittel- und Hochtonbereich. Dann aber auch bitte mit min. 10 cm Abstand zur Begrenzungsfläche!

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • karel noon
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    • 26. August 2005 um 00:52
    • #11

    der mythos das molton helfen kann ist weiter verbreitet als man denkt, in dieser doch sehr sinnigen halle mit sage und schreibe 15 metern freier höhe, hat man auch etliche tausend (damals noch belgische frank) investiert in ein akustiksystem, das aus molton bestand???????????????

    aber so ist das eben, im proberaum helfen eierkartons ja auch immer noch um die nachbarn zu schonen.....

    tiefgarage: dezentral, und immer schön zum boden hin, da wo die leute stehen!

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • ADMIN
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    • 26. August 2005 um 01:30
    • #12

    Am Rande: Man könnte mal in die VSTättV schauen, was da unter Rauchableitung steht. In der MVStättV steht in §16.2, dass Rauchabzugsanlagen so bemessen sein müssen, dass eine raucharme Schicht von mindestens 2,50m...

    Ich sage ja nicht, dass das nicht geht. Aber wenn es offiziell gehen soll, dann würde ich rechtzeitig mit der zuständigen Behörde darüber reden.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • ibkoeppen
    Beiträge
    95
    • 26. August 2005 um 13:24
    • #13

    Tiefgaragen haben ja eine maschinelle Entrauchung, und meistens eine Sprinkleranlage; das sollte schon gehen, wenn auch die Rettungswege passen.

    Aber Bauordnungsamt würde ich auch auch anfragen und Feuerwehr.

    M. Koeppen (Brandschutzsachverständiger & Hobbymusiker)

  • f8274
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    4.858
    • 26. August 2005 um 14:53
    • #14

    Schwammal: bist du selbst veranstalter oder dienstleister bei dem TG-Gig?

    ich frage, da ich dies nicht eindeutig aus deinem ersten post erkennen konnte, und weil die verhandlungen mit dem ordnungsamt ja zwischen dem va und der behörde laufen, nicht vom technik-dl.

    wir hatten im vergangenen monat eine tg-disco mit 800 personen in diesem bereich, bei einer höhe von ca. 2,10m. genehmigung vom oa und feuerwehr lagen natürlich dem va vor.

    viele wichtige tipps wurden ja bereits gegeben (beschallung angeschrägt von oben nach unten, kleinere systeme (keine 18er basshörner), dafür mehr lautsprecher.

    wir hatten in der tg viele säulen, an denen wir truss festgurten konnten. licht dann auf die decke gerichtet plus ölradiatoren, farbige spots mit torblenden etc. auf die wände. an den rändern hatten wir einzelne bereiche durch moltonabgehangene bauzäune (halbhohe und hohe)abgetrennt / abgesperrt, in denen auf 1,5m traversenstücken (auf bodenplatten stehend) movingheads standen bzw. an weiteren traversenbügeln hingen.

    dazu sehr viele floorspots. der strombedarf war allerdings enorm (-> prüfen). nebel und hazer waren durch die feuerwehr verboten.

    sicherlich kein optimaler va-ort für einen technik-dl, aber durchaus realisierbar.

    viel erfolg!

    gruß f8274

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