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wie linear so eine box sein ?

  • Boxenguru
  • 31. August 2005 um 18:03
  • Boxenguru
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    • 31. August 2005 um 18:03
    • #1

    hi leute.
    hab mich vorher ne stunde mit der suchfunktion auseinander gesetzt bin aber zu nix interressantem gestossen.

    hab da mal wieder bei einer diskussion was aufgeschnappt.
    der eine meinte eine box sollte von tief bis hoch (120hz-20khz)
    möglichst linear sein vom frequenzgang.
    ein anderer meint wieder das klingt trocken wie eine brunnenröhre.

    wie sollte ein top einigermassen frequenzgangmässig aussehen das es
    gut "klingt"
    wobei klingen auch wieder relativ zum betrachter ist.
    und auch wiederum sehr musikabhängig ist
    wird clubsound drüber gespielt oder rock.

    Sicher ein EQ bügelt vieles wieder gerade oder passt es an.
    aber so ein grundprinzip sollte es auch geben.

    geht nicht gibts nicht !
    nicht motzen besser machen ;)

  • Volker Holtmeyer
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    • 31. August 2005 um 23:54
    • #2

    Grundsätzlich sollte der Frequenzgang so gerade wie möglich verlaufen. Alle Frequenzen sollten also mit der gleichen Amplitude wiedergegeben werden. Schließlich soll das Signal ja so unverfälscht wie möglich wiedergegeben werden.

    Nun ist es aber so, dass die Empfindlichkeit unseres Gehör mit zunehmendem Alter im Tief- und im Hochtonbereich stark abnimmt. Schon von Natur aus gibt es hier starke Schwankungen. Das heißt das eine lineare Wiedergabe noch lange nicht von jedem auch als linear empfunden wird.
    Das ist auch ein der Grund warum die berühmte Badewannen- oder Smile-Face-Einstellungen so beliebt sind.

    Ein weiter Grund für letzteres ist die Tatsache, dass die meisten Lautsprecher(-systeme) im Tief- und Hochtonbereich ihre Defizite haben. Daher wird bei einer Fullrage-Box meist auch erstmal kräftig mit einem Low-Shelf geboostet, um eben einen linearen Frequenzgang zu bekommen.

    Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass schmalbandige Peaks im Mitteltonbereich tendenziell schlimmer sind als breitbandige Verschiebungen - daran gewöhnt sich das Ohr nämlich recht schnell, an kleine Peaks jedoch nicht.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • wora
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    • 1. September 2005 um 04:20
    • #3

    ich stimme volker zu, eine box sollte eigentlich möglichst "flat" sein.
    der sound wird ja dann am mischpult gemacht.

    der on axis frequenzgang ist meiner meinung nach aber nicht alles...
    ein idealer lautsprecher strahlt z.b. dann auch noch in andere richtungen gleichmäßig ab. also auch nach der seite oder sogar nach hinten.
    das gibt es in der realität zwar nicht, aber je besser der speaker das hinbekommt, desto besser klingt er nachher auch in einer akustisch nicht so idealen umgebung.

    da gibt es aber noch andere sachen, die den sound einer box wesentlich beeinflussen.
    beispielsweise das klirr- und das dynamikverhalten, oder das "time alignment".

    es ist also wie bei guten mikrofonen, die gesamtperformance zählt, nicht nur ein einzelner wert...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • ADMIN
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    • 1. September 2005 um 12:50
    • #4

    Prinzipiell flat.

    Aber es ist nicht unbedingt sinnvoll, eine unlineare Box mittels eines EQs bestmöglichst zu linearisieren, weil man sich da wieder Probleme im Phasenverhalten holt.

    Und schon gar nicht sollte man einer Box mittels EQ etwas abverlangen, was sie eigentlich gar nicht kann.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • TomyN
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    • 2. September 2005 um 16:10
    • #5

    :D Und ganz klar sollte bei dieser Diskussion sein, dass wir hier vom Frequenzgang der Box an sich (unter idealen Messbedingungen) reden.

    Bei einem Boxen Raum System kommt, neben einigen anderen 'Unschönheiten' noch der zeitliche Aspekt dazu, d.h. man soll (und kann, wenn überhaupt), nur den Direktschallanteil korriegieren. Daher braucht man ein Messsystem, das Direkt und Diffusschall (am besten noch ähnlich wie unser Ohr) unterscheiden kann. Da ist leider der normale RTA nicht mehr zu gebrauchen.

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
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  • ukw
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    • 2. September 2005 um 17:09
    • #6

    Klar sollte ein System linear sein. Nicht nur on axis sondern auch unter 30 oder 45 Grad!
    Bei den höheren Frequenzen spielt das Bündelungsmaß eine entscheidende Rolle.
    Sprich: über ca 200 Hz breitet sich der Schall nicht mehr kugelförmig aus.
    Das Bündelungsmaß ist entscheidend, da nicht nur auf der "grünen Wiese" beschallt wird. In geschlossenen Räumen oder auch auf Marktplätzen /Fußgängerzonen wird einiges an Schall reflektiert.
    Im Innenraum erreicht das Ohr maximal 50% Direktschall, der Rest ist Reflexionsschall. Der Reflexionsschall ist eben der unter 30 oder 45 oder nochmehr Grad abgestrahlte Schallanteil. Ist der Frequenzgang unter diesem Abstrahlwinkel nicht linear, so ist auch mindestens 50 % vom gehörten Schall nicht linear.

    Bündelungsmaß ist abhängig von der Größe der Pappe.
    Fausregel: Ist die Schallwellenlänge kleiner als der Umfang der Pappe so wird der Schall gebündelt. Die Bündelung beginnt harmlos und wird zunehmend stärker. Ab einem Bündelungsmaß von 2 (d.h. die Schallwelle ist nur halb so lang wie der Umfang der Pappe) wird es deutlich hörbare Verfärbungen im Diffusschall geben.

    Das oben beschriebene Verhalten zeigen auch Hörner, nur lässt sich dabei natürlich nicht die Strahlerfläche als Berechnungsgrundlage für das Bündelungsmaß heranziehen, da ein Horn wie ein Waveguide wirkt.
    keine Zeit mehr... *und wech*

    ... for a few dB's more . . .

    Merkel's Kommentar zu Finanzminister Schäuble und den 100.000,- DM

  • N-Dee
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    • 2. September 2005 um 18:05
    • #7
    Zitat von "ukw"

    Ist der Frequenzgang unter diesem Abstrahlwinkel nicht linear, so ist auch mindestens 50 % vom gehörten Schall nicht linear.


    Wobei nicht davon ausgegangen werden kann, dass Schall linear reflektiert wird, oder? :wink:

    Greets,
    N-Dee

    There are only 10 types of people in the world: Those who understand binary, and those who don't

  • Volker Holtmeyer
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    • 3. September 2005 um 02:26
    • #8
    Zitat von "ukw"


    Sprich: über ca 200 Hz breitet sich der Schall nicht mehr kugelförmig aus.
    Das Bündelungsmaß ist entscheidend, da nicht nur auf der "grünen Wiese" beschallt wird.


    Das kann ich nicht unkommentiert stehen lassen, da es so nicht richtig ist. Auch im Hochtonbereich breitet sich der Schall kugelförmig aus - in alle Raumrichtungen mit der gleichen Gschwindigkeit! Allerdings nicht mit der gleichen Amplitude - das ist der entscheidende (und einzige!) Unterschied zur Schallabstrahlung im Tieftonbereich! Die Abstrahlung ist aber immer noch kugelförmig, daran gibt es nichts zu rütteln. (Line-Arrays möchten wir bei dieser Betrachtung einmal ausschließen.)

    Auch der der Begriff "Bündelungsmaß" erscheint hier etwas schwammig. Der so genannte Bündelungsgrad (oder auch Q-Faktor) setzt die in Hauptabstrahlrichtung abgestrahlte Energie ins Verhältnis zur gemittelten in allen Raumrichtungen abgestrahlten Energie. Beim Bündelungsmaß wird dieses Verhältnis logarithmisch (also als "dB-Wert") angegeben.
    http://www.democracyforlisteners.de/q_series/q_factor/

    Zitat von "ukw"


    Im Innenraum erreicht das Ohr maximal 50% Direktschall, der Rest ist Reflexionsschall. Der Reflexionsschall ist eben der unter 30 oder 45 oder nochmehr Grad abgestrahlte Schallanteil. Ist der Frequenzgang unter diesem Abstrahlwinkel nicht linear, so ist auch mindestens 50 % vom gehörten Schall nicht linear.


    Das ist mir etwas zu pauschal. 50 % sind in der Tat schon sehr viel. Der Direktschall nimmt von der Schallquelle nämlich mit 6 dB pro Entfernungsverdoppelung (kugelförmig!) ab. Das so genannte Diffusfeld, was aus den Reflexionen an den Raumbegrenzungsflächen resultiert, ist jedoch annähernd überall im Raum gleich groß. So kommt es, dass meist schon nach wenigen Metern der Direktschall überwiegt. Der weitaus größte Teil der Zuhörer bekommt also wesentlich weniger als 50 % Direktschallanteil.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • ukw
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    • 3. September 2005 um 02:52
    • #9
    Zitat

    So kommt es, dass meist schon nach wenigen Metern der Direktschall überwiegt. Der weitaus größte Teil der Zuhörer bekommt also wesentlich weniger als 50 % Direktschallanteil.


    :shock:
    zumindest diesen Teil mußt Du verbessern, wenn Du alles so genau nimmst :roll:

    ... for a few dB's more . . .

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  • TomyN
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    • 3. September 2005 um 11:32
    • #10

    :D Oder das Beschallungskonzept überdenken.

    Tomy

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  • Volker Holtmeyer
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    • 4. September 2005 um 01:17
    • #11

    Ooops, sorry da meinte ich natürlich den Diffusschall, der nach einigen Metern überwiegt! :lol:

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • ukw
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    • 4. September 2005 um 18:25
    • #12

    Nachdem nun die Feinheitenm geklärt sind ist das eigentliche Problem nicht vom Tisch.
    Der Einsatz einer PA (an unterschiedlichsten Orten) fordert von den verantwortlichen Tonleuten ein entsprechendes Problembewußtsein und Know How in diesem Bereich.

    Ich stelle mal die provokante Frage: Ist es vorhanden?

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  • Boxenguru
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    • 4. September 2005 um 18:45
    • #13

    also ich stelle immer nach gehör und testcd
    ein.
    wenns gut "klingt" dann bassts *gg*
    da sind alle möglichen lieder drauf je nach dem was für ein event halt ist.

    geht nicht gibts nicht !
    nicht motzen besser machen ;)

  • TomyN
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    • 4. September 2005 um 20:13
    • #14
    Zitat von "ukw"


    Ich stelle mal die provokante Frage: Ist es vorhanden?

    Für mich kann ich klar 'JA' antworten, auch wenn mich viele Kollegen komisch anschauen, wenn ich wieder mal ne Stunde lang nur rumlauf und messe.

    Tomy

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  • Boxenguru
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    • 5. September 2005 um 08:23
    • #15

    also ich musste feststellen
    das messen nicht so die oberperfekte lösung für mich ist.

    ich renne einfach im puplikumsraum rum
    und suche nach zb löchern wenn größere stacks stehen
    und sonst hat mich mein gehör noch nie entäuscht.

    Es ist nicht das problem unssaubere wiedergabe zu erkennen
    sondern sie wegzubüglen :lol:

    geht nicht gibts nicht !
    nicht motzen besser machen ;)

  • TomyN
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    • 5. September 2005 um 08:58
    • #16
    Zitat von "Boxenguru"


    Es ist nicht das problem unssaubere wiedergabe zu erkennen
    sondern sie wegzubüglen :lol:

    :) Und genau da finde ich die Messungen wirklich hilfreich, denn sehr oft steckt hinter solchen Problemen ein zeitliches (Alignment) Problem, und ich gebe hier offen zu, dass ich keine 3ms Zeitversatz hören kann.

    Tomy

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  • Boxenguru
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    • 5. September 2005 um 12:48
    • #17

    so auf die art hab ich das gemeint
    man hört zwar das es nicht passt
    aber man findet net so einfach warums net passt.
    eq allein hilft oft net.

    einmal war sogar Stack abbauen
    2m verschieben stack aufbauen
    eine :shock: erstaunliche lösung

    geht nicht gibts nicht !
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  • Sound-Klinik
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    • 6. September 2005 um 09:49
    • #18

    ... EQ-ing nach Gehör ist ein ganz heikle Sache ... zumal unser Gehör nicht objektiv "hört" ... :wink:

    Denn: Die persönliche Tagesform (ausgeschlafen - oder nicht ... betrunken - oder nicht ... längere Autobahnfahrt hinter sich - oder nicht ... gut gelaunt - oder nicht ...) bewirken dabei ein unterschiedliches "Klangempfinden" ... wovon auch alle Damen und Herren "mit den goldenen Ohren" (... übrigens eine fatale Selbsteinschätzung ...) betroffen sind. :)

    ... und zur Frage: Eine Box sollte im gesamten Abstrahlbereich (also nicht nur bei 0°) alle nutzbaren Frequenzen möglichst mit gleichem Pegel wiedergeben. In der Praxis läßt sich dies zwar nicht 100 %-ig realisieren - aber einige bekommen es dann doch etwas besser hin ... andere nicht ... andere "arbeiten dran" ... :wink:

    Einmal editiert, zuletzt von Sound-Klinik (6. September 2005 um 09:54)

  • TomyN
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    • 6. September 2005 um 09:52
    • #19

    Imho ist es halt, gerade bei kleineren Geschichten, wie ich sie sehr oft mache, einfach ein Zeitproblem.
    Die PA ist grad fertig verkabelt, da fängt der Gitarrist schon an, seine Sounds zu testen.
    Daher versuche ich mir immer ne Stunde mehr Zeit zu nehmen, um in Ruhe aufzubauen und zu messen. Klappt aber leider nicht immer.

    Tomy

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  • Sound-Klinik
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    • 6. September 2005 um 09:57
    • #20
    Zitat von "TomyN"

    ... immer ne Stunde mehr Zeit zu nehmen, um in Ruhe aufzubauen und zu messen. Klappt aber leider nicht immer.

    ... mit einer Anlage, wo das Direktschallfeld halbwegs linear ist (Stichwort: klangbestimmende erste Wellenfront), sparst Du ggf. Zeit ... :wink: ... oder arbeitest Du überwiegend in Kirchen, Sport- und Schwimmhallen ?

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