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Definiton- / Ursache der Mikrofonie bei Instrumentenkabel

  • Wagsly
  • 20. Oktober 2005 um 15:57
  • Wagsly
    Beiträge
    114
    • 20. Oktober 2005 um 15:57
    • #1

    Hallo.

    Jeder der in der PA-Technik aktiv ist, hat wahrscheinlich schon mal von der Mikrofonie speziell bei Instrumentenkabel gehört.

    Allerdings ist es teilweise noch etwas undurchsichtig wie die genaue Definition der "Mikrofonie" ist, bzw. durch welche Ursachen Mikrofonie bei Instrumentenkabeln entsteht. Bekannt ist, das die Mikrofonie auch vom Aufbau des Kabels abhängt, bzw. von der Einstellung des Gitarrenverstärkers.

    Interessant wäre es dieses Thema etwas tiefgründiger zu erörtern, wo z. B. die genauen Ursachen der Mikrofonie liegen/entstehen...

    Einige Fragen sind z. B.:
    1. Wie ist die Mikrofonie genau definiert?
    2. Wodurch entsteht Mikrofonie bzw. wodurch wird sie ausgelöst?
    3. Wie kann man Mikrofonie vermeiden bzw. verringern?

    Bin für jede Antwort von Euch dankbar.

    Viele Grüße
    Wagsly :)

  • derautor
    Profi
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    Beiträge
    1.089
    • 20. Oktober 2005 um 17:17
    • #2

    http://www.tools4music.de/archiv/vgl_kabeltest.pdf

    Vielleicht hilft Dir dieser Artikel weiter? Im tools-Archiv sind noch mehr Kabeltests mit Hintergrundinformationen, einfach mal stöbern. Und wenn unser geschätztes Forumsmitglied MK diesen Thread erspäht, wird er sicher auch noch etwas zum Thema beitragen können.

    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • Ton_Opa
    Profi
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    490
    • 20. Oktober 2005 um 18:03
    • #3

    Also, ich bin in der PA-Technik aktiv und ich habe noch nie was von

    Zitat

    Mikrofonie speziell bei Instrumentenkabel

    gehört.

    Wohl aber von Mikrofonie bei Pick-ups und bei Röhren.

    Mikrofonie ist, wenn ein Teil Schall in elektrische Signale wandelt.
    Sie entsteht, wenn sich etwas irgendwo bewegt (vom Schall angeregt) und aus dieser Bewegung elektische Signale entstehen, die mit diesem Schall zusammenhängen und dann auch oft dem Schallereignis ähneln.

    Vermeiden lässt sie sich indem man die Bewegung der mikrophonischen Bauteile verhindert.

    Zum Beispiel können manchmal die Eisenkerne oder die Windungen von EGuitarrenPickups im Rhythmus des Schalls wackeln. Im Pickup entsteht so eine Spannung, die dieser Bewegung entspricht. Das kann man hören: Bei hohem Gain kann man richtig in solche Pickups hineinsingen. Das ist nicht beabsichtigt und führt manchmal zu diesen hohen Feedbacks, die nicht über die Saiten kommen.

    Abhilfe: Man kann versuchen solche Pickups mit Kunstharz auszugießen, so dass Drähte und Magnet-teile nicht mehr klappern können.

    Ähnliches kann in Röhren geschehen, dort wackeln die Gitter. Hier kann man versuchen, die Röhrensockel zu Bedämpfen oder für stabile Kontaktbedingungen sorgen.

    Bei Instrumentenkabeln kommt vielleicht mal vor, dass man hören, kann, wenn man darauf herumtrampelt. Vom Luftschall angeregt hab ich da noch nie Mikrofonie erlebt.

    Grüße
    Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 20. Oktober 2005 um 19:17
    • #4

    akustisch mikrofonie bei Instrumentenkabeln - gibt es nicht. Ganz einfach 8)

    Sehrwohl funktioniert aber das Aufschnappen des Signals aus einer parallel dazu liegenden Lautsprecherleitung durch magnetische Kopplung. Da Instrumentenkabel oft asymetrisch sind können die das prima. Ebenso das Gebrumme aus Stromkabeln. Das wirds wohl auch sein was dir passiert ist.

    Eine weitere Chance hat die DI-Box auf dem Boden, kleine Ton-Trafochen können evtl. auch auch Trittschall übertragen.
    Und wie Opi schon sagte, Röhren und Pick Ups.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • ADMIN
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    1
    • 21. Oktober 2005 um 00:00
    • #5

    akustisch mikrofonie bei Instrumentenkabeln gibt es nur rein theoretisch: Durch die Schallwellen drückt's das Kabel ein ganz kleines bisschen zusammen, dadurch ändert sich minimalst die Kapazität...

    In der Praxis: Tretet mal richtig "mit Schmackes" auf eine (angeschlossene) Mikrofonleitung. Hört man da was? Und wie soll man da etwas hören, wenn die ausübende Kraft einige Zehnerpotenzen geringer ist?

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • niggles
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    • 21. Oktober 2005 um 01:16
    • #6

    Gehen wir mal von einem unsymmetrischen Klinke-Klinke-Kabel zwischen einer Gitarre und einem (Röhren-) Amp aus. Das Kabel selbst wird unter Einwirkung von Schallwellen wohl kaum seinen Widerstand oder seine Kapazität nennenswert ändern. Gerne tun so was hingegen die Steckverbinder (Klinkenbuchsen mit ausgeleierten Federn, lose Nieten oder Gewinde in billigen Winkelklinkensteckern) oder durch mangelhafte Zugentlastung überstrapazierte Lötstellen. Da kann es schon mal sein daß der voll aufgerissene Marshall 900er knackst und krächzt sobald man am dahinterstehenden Drumfill richtig Gas gibt...und gemeinerweise sofort wieder damit aufhört wenn der Gitarrist alleine spielt.
    Wenn eine DI-Box sich mikrophonisch zeigt ist es hoffentlich nicht meine - bei ordentlichen Teilen braucht es in der Regel mehr als einen Fußtritt um die Trafobleche zu lockern...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • derautor
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    • 21. Oktober 2005 um 02:19
    • #7
    Zitat

    akustisch mikrofonie bei Instrumentenkabeln - gibt es nicht. Ganz einfach

    Zitat

    In der Praxis: Tretet mal richtig "mit Schmackes" auf eine (angeschlossene) Mikrofonleitung. Hört man da was?

    Nein, da hört man natürlich nichts! Aber es ist schon so, dass minderwertige Gitarrenkabel (besonders Spiralkabel) zwischen hochohmigen Pickups und hochohmigen Verstärker/Bodentretereingängen bei "Full Gain" bzw. voll aufgerissenem Amp gerne knisternde und plätschernde Geräusche im Lautsprecher verursachen, wenn man sie bewegt bzw. darauf tritt. Das ist durchaus ein Qualitätskriterium, welches ich (und wahrscheinlich auch der Fragesteller) jetzt mal weiter greifend als "Mikrofonie" interpretiert habe.

    Geht man streng davon aus, dass der Begriff "Mikrofonie" sich ausschließlich nur auf die Wirkung einfallender Schallwellen und nicht auf direkte mechanische Einwirkungen (Biegen, Eindellen ect.) bezieht, dann habt ihr natürlich recht: Kabel sind nicht mikrofonisch.


    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • Wagsly
    Beiträge
    114
    • 21. Oktober 2005 um 09:38
    • #8
    Zitat von "derautor"

    Nein, da hört man natürlich nichts! Aber es ist schon so, dass minderwertige Gitarrenkabel (besonders Spiralkabel) zwischen hochohmigen Pickups und hochohmigen Verstärker/Bodentretereingängen bei "Full Gain" bzw. voll aufgerissenem Amp gerne knisternde und plätschernde Geräusche im Lautsprecher verursachen, wenn man sie bewegt bzw. darauf tritt. Das ist durchaus ein Qualitätskriterium, welches ich (und wahrscheinlich auch der Fragesteller) jetzt mal weiter greifend als "Mikrofonie" interpretiert habe.


    es grüßt

    derautor


    Hallo!
    Erst mal vielen Dank an alle für die informativen Beiträge!

    Anscheinend hab ich mich etwas falsch ausgedrückt, aber ich meine genau das Problem das "derautor" genau beschrieben hat, und zwar die knisternden und plätschenden Geräusche die hervorkommen sobald man ein Instrumentenkabel bewegt oder darauf tritt (Verstärker "Full Gain").

    Ich war der Meinnung das man den oben genannten Vorgang als Mikrofonie bezeichnet!?

    Auf jeden Fall würde es mich interessieren, wodurch genau diese Knistergeräusche erzeugt werden?

    Viele Grüße
    Wagsly ;)

  • siedfleisch
    Beiträge
    379
    • 21. Oktober 2005 um 12:19
    • #9

    Hallo!

    Es gibt bei Kabeln einen tribologischen Effekt. Das sind Ladungsmengen, die durch Reibungselektrizität entstehen. Die können an einem hochohmigen Eingang dann Spannungen verursachen und somit hörbar werden.

    Gruß:W.

  • MK
    Profi
    Beiträge
    373
    • 24. Oktober 2005 um 10:49
    • #10

    Hallo,
    mit dem letzten Beitrag kommen wir der Sache wesentlich näher. Jedes Kabel hat die Eigenschaft der Mikrofonie in sich. Das eine mehr das andere weniger. Ob man die nun im praktischen Einsatz hört oder nicht, hängt u.a. ganz eintscheidend von den äußeren Bedingungen ab (Gain, Z usw.). Außerdem ist es nach Aussage mehrerer Kabelhersteller äußerst schwierig, die Mikrofonie in den Griff zu bekommen, da sie von diversen Faktoren wärhend der Herstellung abhängt, die alle genau passen müssen. Ich habe mich auch nicht wirklich tiefgründig in die Sache eingearbeitet, sondern lediglich für die zweite Auflage des o.g. Tests (im altuellen tools 5/2005 http://www.tools4music.de/) eine Methode ersonnen, die Mikrofonie zu messen bzw. zu vergleichen. Aus diesem Grund verweise ich an dieser Stelle auf Fachleute, die sich täglich damit rumschlagen, z. B. die Firma Cordial:

    info@cordial-gmbh.de

    Dort kan man wirklich detailliertes Wissen über Kabeleigenschaften abrufen.

    Gruß
    Martin

    Glaube nur, was auch wissenschaftlich untermauert werden kann, menschliche Sinne lassen sich zu leicht besch... - äähh betrügen!

  • Wagsly
    Beiträge
    114
    • 24. Oktober 2005 um 12:30
    • #11
    Zitat von "MK"

    Ich habe mich auch nicht wirklich tiefgründig in die Sache eingearbeitet, sondern lediglich für die zweite Auflage des o.g. Tests (im altuellen tools 5/2005 http://www.tools4music.de/) eine Methode ersonnen, die Mikrofonie zu messen bzw. zu vergleichen.

    Hi MK,

    vielen Dank für die Info!

    Könntest Du Deine Methode etwas näher erläutern, wie man die Mikrofonie messen kann?
    Ich stehe nämlich auch gerade vor dem Problem, die Mikrofonie verschiedener Instrumentenkabel messtechnisch zu ermitteln bzw. zu vergleichen.

    Gruß
    Wagsly :)

  • MK
    Profi
    Beiträge
    373
    • 24. Oktober 2005 um 13:47
    • #12

    Hallo,
    das ist alles andere als einfach. Als erstes benötigst Du einen Ladunsverstärker, z.B: von B&K oder Metra. Diese Dinger kosten richtig Kohle. Weiteres in einer PN.

    Martin

    Glaube nur, was auch wissenschaftlich untermauert werden kann, menschliche Sinne lassen sich zu leicht besch... - äähh betrügen!

  • Ton_Opa
    Profi
    Beiträge
    490
    • 24. Oktober 2005 um 22:54
    • #13

    fragt sich bloß, was das soll, wenn man das an einem normalen Verstärker weder hören noch messen kann.
    Wie wollt Ihr den die Kabel anregen? Mit Schall?

    Oder wollt Ihr bloß das Kabel herausfinden, bei dem man nicht nur "Nichts" hört, sondern "erst recht Nichts" ?

    Ich glaube, wenn man in eine EGitarre einen 5532 einbaut (kostet vielleicht einen Euro) ists sowieso vorbei mit HiZ und Mikrofonie....

    Grüße
    Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • Wagsly
    Beiträge
    114
    • 25. Oktober 2005 um 12:48
    • #14
    Zitat von "Ton_Opa"

    fragt sich bloß, was das soll, wenn man das an einem normalen Verstärker weder hören noch messen kann.
    Wie wollt Ihr den die Kabel anregen? Mit Schall?

    Oder wollt Ihr bloß das Kabel herausfinden, bei dem man nicht nur "Nichts" hört, sondern "erst recht Nichts" ?

    Hi Opi,

    was verstehst Du unter einem "normalen" Verstärker?

    Ist ein kompakter Gitarrenverstärker etwa kein "normaler" Verstärker?

    Als was bezeichnest Du dann die "Knister- und Plätschergeräusche" die ein Gitarrenverstärker (mit weit aufgerissenen Gain) von sich gibt, sobald man das Instrumentenkabel bewegt, auf den Boden wirft oder darauf trampelt? Also ich bezeichne diesen Effekt als "Mikrofonie", kann sein das meine Bezeichnung für diesen Effekt fachlich nicht ganz richtig ist, aber vielleicht weißt Du ja wie man diesen Effekt fachlich richtig bezeichnet?

    P.S. Falls Du mir nicht ganz folgen kannst, probier das Ganze doch einfach mal Live aus...

    Gruß
    Wagsly ;)

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