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  5. Strom

Spannung auf der Leitung bei Symmetrie

  • moes
  • 5. Dezember 2005 um 11:46
  • moes
    Beiträge
    21
    • 5. Dezember 2005 um 11:46
    • #1

    Hi zusammen,

    ich hab n kleines Verständnisproblem. Und zwar, wenn ich n Signal symmetrisch übertrage, dann werden doch am Eingang (Mischpult, Verstärker, Monitor, what ever) die beiden Signale addiert. Also erst das phasenverkehrte Signal gedreht, natürlich. So, es addieren sich doch dann die Amplituden. Auf welchen Punkt beziehen sich denn nun die 4dBu? Auf die Spannung durch die Leitung, oder die Spannung nach der Addition???
    Weil, wenn ich die 4dBu NACH der Addition habe, bedeutet dass ja, dass ich in der Leitung nur die Hälfte der Spannung hab. Quasi bei Unsymmetrischer Leitungsführung die Spannung in der Leitung doppelt so groß ist, als bei symmetrischer Leitung????

    Für ne kurze Aufklärung wär ich sehr dankbar.
    Bis denn
    Andreas

    Besoffener:"Sch hab scho in schlimmere Abschdeige n schlechtere Sound g'macht!" *bg*

  • Ton_Opa
    Profi
    Beiträge
    490
    • 5. Dezember 2005 um 12:29
    • #2

    +4 dBu bezieht sich auf die Spannung zwischen den beiden Signaladern.
    Es liegt dort die gleiche Spannung an, wie bei unsymmetrischer Beschaltung zwischen Schirm und Signalader:

    daraus folgt:
    Wenn du nur mit einem Adapter desymmetrierst, kann es ,ja nach Beschaltung der Quelle, vorkommen, dass das unsymmetrische Signal nur um 6 dB abgeschwächt vorliegt.

    Erdfreie Trafo-Ausgänge und die meisten heutigen Servo-Ausgangsstufen gleichen diese "Fehlbeschaltung" durch einen kurzschließenden Adapter aus.

    Grüße
    Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • Online
    niggles
    Profi
    Reaktionen
    843
    Beiträge
    4.312
    • 5. Dezember 2005 um 13:37
    • #3
    Zitat von "Moes"

    Hi zusammen,

    ich hab n kleines Verständnisproblem. Und zwar, wenn ich n Signal symmetrisch übertrage, dann werden doch am Eingang (Mischpult, Verstärker, Monitor, what ever) die beiden Signale addiert. Also erst das phasenverkehrte Signal gedreht, natürlich. So, es addieren sich doch dann die Amplituden. Auf welchen Punkt beziehen sich denn nun die 4dBu? Auf die Spannung durch die Leitung, oder die Spannung nach der Addition???
    Weil, wenn ich die 4dBu NACH der Addition habe, bedeutet dass ja, dass ich in der Leitung nur die Hälfte der Spannung hab. Quasi bei Unsymmetrischer Leitungsführung die Spannung in der Leitung doppelt so groß ist, als bei symmetrischer Leitung????

    Für ne kurze Aufklärung wär ich sehr dankbar.
    Bis denn
    Andreas

    Zu unterscheiden ist hier zwischen Spannungsanpassung und Leistungsanpassung.

    Bei Leistungsanpassung werden am Anfang und Ende der Leitung identische Übertrager eingesetzt, d.h. Za=Ze (Quellimpedanz=Senkenimpedanz, auf die Leitung bezogen). Damit liegt der Betriebspegel der Leitung um 6 dB (U/2) niedriger als der Leerlaufpegel des speisenden Übertragers, d.h. es gehen 6 dB in der Leitung "verloren". Andererseits ist bei dieser Art von Anpassung die Störfestigkeit am höchsten, weil die maximal mögliche Leistung übertragen wird (--> Leistungsanpassung). Der Nachteil einer solchen Verbindung ist natürlich daß passive Splits u.ä. nicht ohne erheblichen Pegel- und Klangverlust möglich sind, daher wird sie praktisch nur noch bei großen Entfernungen (Telekom-"Vierdrahtleitung" etc.) benutzt.

    Bei der ansonsten üblichen Spannungsanpassung (Za < 5*Ze) ist die Leitung praktisch im Leerlauf. Im einfachsten Fall (Gerät mit Ausgangsübertrager 1:1 speist elektronisch symmetrierte Eingangsstufe) wird dann eben der Verstärkungsfaktor der Eingangsstufe um den Faktor 1/2 verringert und schon stimmt der Pegel auch im Gerät wieder. So ganz nebenbei verbessert sich damit die SNR um 6 dB, weil der Übertrager quasi 6dB nahezu rauschfreie Spannungsverstärkung liefert. Setzt man jetzt noch einen 1:4 - Ausgangsübertrager ein und verringert den Gain des Ausgangstreibers entsprechend, sind auch ohne schaltungstechnische Klimmzüge schnell mal 15-20 dB mehr SNR drin. Mit einer der Gründe dafür daß wirklich hochwertige (Mikrofon-) Verstärkerstufen auch heute noch gern mit Übertragern arbeiten...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Ton_Opa
    Profi
    Beiträge
    490
    • 5. Dezember 2005 um 21:33
    • #4

    bleibt nur noch hinzuzufügen, dass Leistungsanpassung in der Tontechnik seit Ende der 70er Jahre keine Rolle mehr spielt. Nur noch Fernmelder arbeiten damit.

    Grüße
    Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • timotimo
    Profi
    Beiträge
    2.252
    • 6. Dezember 2005 um 19:00
    • #5
    Zitat von &quot;Moes&quot;

    Und zwar, wenn ich n Signal symmetrisch übertrage, dann werden doch am Eingang (Mischpult, Verstärker, Monitor, what ever) die beiden Signale addiert. Also erst das phasenverkehrte Signal gedreht, natürlich.

    Genau, also subtrahiert.

    Aber was hat das jetzt mit Strom zu tun? :roll:

  • moes
    Beiträge
    21
    • 10. Dezember 2005 um 14:10
    • #6

    Hi, danke für die ganzen Antworten. Hat mir doch sehr weitergeholfen.

    timotimo:
    Was das mit Strom zu tun hat??? Tja, über die Leitungs fließt doch n Strom, oder nicht??? :D
    Nee, wusste nicht wo ich's das Thema sonst unterbringen sollte. Evtl. noch unter "Signalquellen" aber hab mich dann doch eher für die Strom-Ecke entschieden.

    "Genau, also subtrahiert." Hääää???
    Meinst du damit, dass ich das gegenphasige Signal so lasse und dann subtrahiere? Was ja den gleichen Effekt hätte wie wenn ich das Signal erst in der Phase drehe und dann addiere......??? Oder hab ich's dann doch nicht verstanden?

    Gruß
    Andreas

    Besoffener:"Sch hab scho in schlimmere Abschdeige n schlechtere Sound g'macht!" *bg*

  • 00Schneider
    Beiträge
    612
    • 10. Dezember 2005 um 21:19
    • #7

    Das hast du schon richtig verstanden.

    (Signal) + (phasengedrehtes Signal phasengedreht ) = 2 * Signal
    (Signal) - (phasengedrehtes Signal) = Signal + Signal = 2 * Signal

    (wenn Signal dasselbe und Phasendrehung = 180°)

    (oder A * e^j0° = - A * e^j180°)


    Das mit der Phasendrehung ist aber immer etwas trügerisch. In der Praxis wird nichts "gedreht", durch die Symmetrierung liegt gegen Masse danach einfach an einem Ausgang ein invertiertes Signal an.
    Der Trick heißt Differenzverstärker, der einfach den Unterschied zwischen zwei Potentialen (Spannungen) nimmt, im Falle XLR zwischen hot und cold. Für das Signal selbst ist die Masse dann auch nicht mehr relevant, braucht man für den weiteren Signalverlauf eigentlich nicht.
    Um aus einem unsymmetrischen Signal ein symmetrisches zu machen, legt man einfach einen Eingang vom Differenzverstärker auf Masse.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Differenzverst%C3%A4rker (auf dem Bild dort hast du den Fall Signal an einem Eingang, am anderen keins, also liegt dieser auf Masse/Nullpotential, und am Ausgang dann eine Differenzspannung, wobei wenn man das Signal je Ausgang gegen Masse betrachtet, es einmal normal erscheint und einmal invertiert).


    Zur Ausgangsfrage: Wenn das Mischpult +4dBu anzeigt dann liegen diese im symmetrischen Fall zwischen hot und cold an und im unsymmetrischen zwischen Signal und Masse (bzw. im symmetrischen zwischen hot und Masse und cold und Masse jeweils -2 dBu).


    Strom fließt da übrigend so gut wie keiner, normalerweise höchtens im µA-Bereich.

    Lautsprecher verstärken die Stimme, aber nicht die Argumente.

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