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Signalweg bei Einschleifen von Kompressoren?

  • blamu
  • 30. August 2006 um 14:04
  • blamu
    Beiträge
    110
    • 30. August 2006 um 14:04
    • #1

    Hallo,

    eine Frage zu Kompressoren und der Signalbeschaffenheit:

    Wie anders ist das Signal eines tiefen Instruments (wie z.B. Bass) nach dem Kanalfader beschaffen wenn ich:
    1. den Kompressor in den Kanal-Insert einschleife, das Signal komprimiere und ich anschließend das Signal mit dem Kanal-EQ nachbearbeite (z.B. low + 3 od. + 6 dB) oder
    2. das Signal über einen AUX-Weg ausspiele nachdem ich es mit dem Kanal-EQ (z.B. + 6 dB) bearbeitet habe und es anschließend (über AUX send bzw. out - Signalweg) im Kompressor komprimiere?

    Zum einen würde ich ja das quasi native Signal komprimieren und es dann zusätzlich im unteren Frequenzbereich noch etwas in der Lautstärke anheben, zum anderen würde ich es erst im low-Bereich anheben und dann erst das ganze neu gestaltete Signal komprimieren. Meint Ihr es gibt irgendeine Differenz im Ergebnis oder laufen beide Verfahrensweisen auf genau das gleiche hinaus?
    Vielen Dank!
    blamu.

  • valer
    Beiträge
    64
    • 30. August 2006 um 15:10
    • #2

    In wie fern bist du denn mit der Arbeitsweise eines Kompressors vertraut?

    Im normalfall ist es so das er "eigentlich" nach dem EQ ganau anders herum arbeitet als Normal. Das heist, die Frequenzen die du hoch schubst Kompremiert er zuerst.

  • blamu
    Beiträge
    110
    • 30. August 2006 um 15:26
    • #3

    Hallo Va-ler,

    ich bin eben tatsächlich nicht mit Kompressoren sehr vertraut und versuche mir das Ganze immer theoretisch so halbwegs zu durchdenken jedoch ohne wesentliche praktische Erfahrung.
    Wenn ich Deine Antwort richtig ausgwertet haben sollte (Du korrigierst mich hoffentlich :) ), hiesse das doch aber noch nicht allzuviel, da die "angehobenen" tiefen Frequenzen nicht die sein müssen (oder sind), die das Auslösen des Kompressors bewirken, der doch meines Wissens auf die Gesamtlautstärke des Signals anspricht, oder?
    Meine Überlegungen gehen eher in die Richtung des EQings (also EQing vor oder nach dem Kompressor) und dessen verschieden Auswirkungen (speziell für Bass-intrumente) oder eben mgl.weise auch: Ob EQing vor oder nach dem Kompressor is wurscht, klingt sowieso genau gleich??
    Grüsse.
    blamu.

  • Ton_Opa
    Profi
    Beiträge
    490
    • 30. August 2006 um 15:59
    • #4

    ob man vor oder nach dem Kompressor den Klang regelt, macht einen ganz erheblichen Unterschied.

    Wie der ausfällt, hängt wesentlich von den Kompressor-Einstellungen ab.
    Es kann beides sinnvoll sein. Im Studio oder mit software-plugins wird gern beides gemacht - da kann man das gut ausprobieren.

    Obacht: Bei vielen Pulten ist auch der Insert bereits post-Eq!

    Grüße
    Opi

    abgebrühter Alt-Aktivist im Vorruhestandsjob
    -danke Billbo-

  • valer
    Beiträge
    64
    • 30. August 2006 um 18:05
    • #5

    Du schrenkst mit dem Kompressor den Dynamikumfang deines Signals ein, ( Verhältnis leiseste zur lautesten passage) du glättest das Signal also.

    Ist er vor dem EQ gaschaltet, z.B. bei einem E-Bass ( gehen wir hier mal davon aus, daß die tiefen seiten lauter sind ) , bearbeitet er das Signal im optimalfall so, das es ausgewogener Klingt. Sprich: Die lauten tiefen Seiten werden gedämpft und die leisen hohen Seiten werden vernachlässigt. ( Groberklärung )

    Schaltest du ihn hingegen nach dem EQ und boostest das Signal zumbeispiel bei 100 Hz, so kommt es zwangsläufig dazu, das der Kompressor bei überschreitung des Signals bei angehobener Frequenz beginnt zu arbeiten.

    In den Bedienungsanleitungen mancher geräte gibt es teilweise anschauliche Bilder dazu.

    ( Berichtigt mich, aber eine bessere Erklärung fällt mir gerade nicht ein ) :)

  • Purge
    Beiträge
    68
    • 4. September 2006 um 16:34
    • #6

    Hallo

    grundsätzlich arbeitet ein Kompressor mit einem eingestellten Schwellwert und nicht nach Frequenz. Das heist er wird den lautesten wert nehmen und komprimieren.

    Boostest du also vor dem Kompressor, regelt er im richtig eingestelltem Fall das Signal wieder nach unten. Je nach Komprimierungsgrad (Ratio) hörst du wenig bis gar keinen Unterschied.

    Frequenzmäßig kann man aber auch komprimieren (Side Chain Weg).
    Dann kann man lustige Spielereien mit so einem Ding anstellen.

    Gruß

    Purge

  • noizefloor
    Beiträge
    122
    • 4. September 2006 um 17:12
    • #7
    Zitat von "Purge"


    Frequenzmäßig kann man aber auch komprimieren (Side Chain Weg).
    Dann kann man lustige Spielereien mit so einem Ding anstellen.

    ...wobei man zu sagen muß, dass er dann nur auf die speziellen Frequenzen reagiert. Komprimieren (bzw. dämpfen) tut der Kompressor immer noch das Gesamtsignal. Hat man z.B. ein sehr perkusives Signal, so ändert der Kompressor natürlich auch die Klangfarbe des Signal.

    kleines Beispiel: Bass mit hartem Anschlag

    Schauen wir uns das Signal mal genauer an. Wo durch kommt dieser harte Anschlag? ...naj..?....genau!!!....Der Anschlag des Basses hat erst mal noch recht viele Höhen. Im weiteren verlauf nehmen diese Höhen immer weiter ab. Der Bass klingt aus. Wenn du mal ein wenig mit Synthesizern rumgebastelt hast, wird dir etwas Ähnliches vielleicht als Hüllkurve (ADSR - Attack, Decay, Sustain, Release) bekannt sein. Wenn man von den Zeitlich abhängigen Veränderungen eines Klanges redet so, spricht man von Transienten. Ein sehr beliebter Dynamikprozessor, welcher ein wenig ähnlich wie ein Kompressor funktioniert hat daher auch seinen Namen.....aber das führt an dieser Stelle erst mal zu weit. Wir waren bei unserem Basssignal stehen geblieben. Wenn wir jetzt dieses Signal komprimieren wird, wenn wir den Kompressor richtig eingestellt haben, der Anschlag den Threshold übersteigen. Ab diesem Punkt fängt der Kompressor an das zu tun, wofür er gebaut wurde....er dämpft das Signal um den Wert, der als Ratio eingestellt wurde(Ratio.....Dämpfung bzgl. dem orginal Signal z.B. 6:1). Nach dem Anschlag kommt unser Pegel langsam wirder unter den Threashold. Das Signal wird also nicht mehr verändert. Wir haben nun also einen Basston mit weniger Anschalg und gleichem Ausklingen. Da das Signal durch die Dämpfung leiser geworden ist, können wir es mit der Aufhohlverstärkung (Gain, Level etc.) wieder ein Stück lauter machen(der laute Anschlag ist jetzt ja weg).
    Fazit:
    Weniger Anschlag = weniger Höhen

    Wenn wir jetzt noch einen Filter(EQ) im Sidechain verwenden, können wir die Bereiche, die wir im Klang dämpfen wollen noch mehr fokusieren. Wir würden in unserem Beispiel z.B. den EQ im Sidechain so einstellen stass die höhen/hohen Mitten im Anschlag besonders angehoben werden. Oft verwendet man im Sidechain einen Lowcut Filter. Dies macht man, damit sehr laute Bässe im Signal nicht dauernt den Kompressor auslösen. So etwas kann nämlich bei starken Subbässen einen sehr unangenehmen Effekt haben (komisches Pumpen).

    Mit Komprssoren kann mal also jede Menge Sachen machen. Man sollte sich aber vorher mal folgendes Überlegen:

    - Wie verhält sich mein Signal?
    - Was will ich ändern?
    - Wie könnte ich das Sinal am besten ändern?

    Warum sollte ich z.B. wilde Anhebungen im EQ machen um einen Bestimmten bereich eines Klanges zu betonen, wenn ich diesen Bereich viel besser mit einem Kompressor hervorheben kann.

    Dazu solltest du dir vielleicht auch mal Attack und Release Zeiten eines Kompressors angucken. Diese bestimmen nämlich wie viel Zeit ein Kompressor braucht um mit dem Kompremieren eines Signals zu beginnen (Attack), oder damit aufzuhören(Release).

    Wenn du wirklich nur spezielle Fequenzen komprimieren möchtest gibt es für diesen Anwendungsfall außerdem Multibandkompressoren....oder...was im Moment voll im kommen ist dynamische EQs.

    Was man damit alles machen kann sehen wir nach der nächsten Maus.

    btw. in der aktuellen Sound & Recording gibt es einen sehr schönen einfachen Bericht über Kompressoren.

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