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Sinnvolle Übernahmefrequenz für Hochtonförner

  • spaceman
  • 27. Oktober 2006 um 13:50
  • spaceman
    Beiträge
    40
    • 27. Oktober 2006 um 13:50
    • #1

    Hallo,

    häufig wird hier im Forum gefragt, ob sich ein HT-Horn für eine bestimmte Übernahmefrequenz / einen bestimmten Treiber eignet oder nicht. Ich wollte das auch schon mal wissen.

    Lieber möchte ich das aber anhand der Horngeometrie selbst bewerten können, nur leider habe ich keine Ahnung und auch noch keine Hinweise gefunden, wie genau man das ermitteln könnte.

    In diesem Zusammenhang tauchen immer wieder die Begriffe Hornlänge, Mundfläche, Halsfläche sowie Abstrahlbreite bzw Höhe (z.B. 90x40) auf. Nimmt der Treiber selbst auch Einfluss auf die akkustischen Eigenschaften des Horns? (Ich meine jetzt nicht, das der selber höher oder tiefer spielen kann)

    Ist es wichtig, ob das Horn kontinuierlich exponential ausgelegt ist oder mehrere abgewinkelte gerade Flächen hat?

    Ich weiss, ich frage euch wieder ein Loch in den Bauch aber vielleicht erbarmt sich ja jemand, einen armen Unwissenden ein Stück weit auf dem Wege der Erleuchtung zu führen. :wink:

    thx
    spaceman

    geht es so nicht, geht es anders

  • spaceman
    Beiträge
    40
    • 27. Oktober 2006 um 13:53
    • #2

    im Übrigen sind Hochtonförner in etwas das Gleiche wie Hochtonhörner :roll:

    geht es so nicht, geht es anders

  • F.A.Bi.A.N.
    Verifiziert
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    5.286
    • 27. Oktober 2006 um 14:32
    • #3
    Zitat von "spaceman"

    Lieber möchte ich das aber anhand der Horngeometrie selbst bewerten können, nur leider habe ich keine Ahnung und auch noch keine Hinweise gefunden, wie genau man das ermitteln könnte.


    das wäre ja auch zu einfach ;-)!

    Zitat

    In diesem Zusammenhang tauchen immer wieder die Begriffe Hornlänge, Mundfläche, Halsfläche sowie Abstrahlbreite bzw Höhe (z.B. 90x40) auf. Nimmt der Treiber selbst auch Einfluss auf die akkustischen Eigenschaften des Horns? (Ich meine jetzt nicht, das der selber höher oder tiefer spielen kann)


    um auf deine ausgangsfrage zurück zu kommen:
    für die "sinnvolle übernahme" interessieren mich erstmal 3 sachen.
    1.) abstrahlungseigenschaften im relevanten bereich (ensteht durch die charakteristik des horns ein "sprung" in relation zum abstrahlverhalten des darunterliegenden weges?)
    2.) inwiefern setzt das horn (abhängig von mundfläche, länge des trichters...) dem treiber noch strahlungswiderstand entgegen (also bis zu welcher frequenz)?
    3.) wie wirkt sich das in zusammenspiel mit dem treiber und dessen roh-impedanz elektrisch aus? dazu wird dann gemessen....
    3.5.) passt die hornkontur zur treiberinternen schallführung - gibt es dort einen hakeligen übergang, bilden sich resonanzen im halsbereich...... etc.

    Zitat

    Ist es wichtig, ob das Horn kontinuierlich exponential ausgelegt ist oder mehrere abgewinkelte gerade Flächen hat?


    die kontur ist wichtig, aber nicht in bezug auf deine ausgangsfrage.

  • SRAM
    Profi
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    5.548
    • 27. Oktober 2006 um 16:42
    • #4
    Zitat

    die kontur ist wichtig, aber nicht in bezug auf deine ausgangsfrage.

    ....na das würd ich so nicht behaupten:

    - Halsfläche messen
    - Mundfläche messen
    - einige Querschnitte dazwischen incl der jeweiligen Tiefe messen
    - das Ganze in ein Simulationsprogramm für Hörner werfen.
    - Korrekturfaktor für z.B. rechteckigen Mund statt rundem Mund einrechnen (siehe Selbstbaulinks)

    --> Grenzfrequenz für idealen Treiber bestimmt

    beim realen Treiber wären jetzt Parameter wie Nachgiebigkeit der Aufhängung, Druckkammervolumen, Membranfläche, etc. notwendig um die reale untere Grenzfrequenz zu bestimmen. Die werden fast garnicht angegeben. Es gibt aber durchaus die Möglichkeit diese (für die untere Grenzfrequenz bitte, nicht für die obere !) aus Messungen an mindestens zwei bekannten Hörnern möglochst unterschiedlicher Geometrie abzuleiten.

    Eines ist jedoch klar: tiefer als die mit der obigen Rechnung aus rein geometrischen Daten kann die Horn/Treiber Kombi mit vernünftigem Strahlungswiderstand nicht gehen.

    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • F.A.Bi.A.N.
    Verifiziert
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    5.286
    • 27. Oktober 2006 um 16:55
    • #5
    Zitat von "SRAM"

    ....na das würd ich so nicht behaupten


    ich habe das bewußt bagatellisiert - selbstverständlich fließen querschnittsänderungen durch knicke mit ein, aber für ein erstes annähern an "trennungsmöglichkeiten" spielen eher der treiber und mundfläche/ horns des horns die entscheidene rolle!

  • hp
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    131
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    743
    • 28. Oktober 2006 um 14:52
    • #6

    SRAM hat Folgendes geschrieben :

    Zitat

    Eines ist jedoch klar: tiefer als die mit der obigen Rechnung aus rein geometrischen Daten kann die Horn/Treiber Kombi mit vernünftigem Strahlungswiderstand nicht gehen

    Das ist völlig richtig .

    Ergänzen möchte ich noch ,
    daß bei Mittel-Hochton Horn Treiber Kombinationen in der Regel
    die unter Grenzfrequenz des Trichters höher angesetzt wird als berechnet ,
    um Übernahmeverzerrungen zu vermeiden .

    Gruß HP

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 28. Oktober 2006 um 17:54
    • #7

    Moin,*

    @ spaceman:
    Irgendwie hat es sich eingebürgert Hochton-Horn-Treiberkombis ab etwa der doppelten unteren Grenzfrequenz des Horns zu betreiben. Gründe dafür sind die häufig die knappe Hubfähigkeit der Treiber, die am häufig nicht perfekten Horn und der damit verbundenen ungleichmäßigen Ladung im unteren Bereich doch arg gefordert sind. Dazu kommt, daß eine schlechte Ladung unterhalb der Trennfrequenz und der damit verbundenen Impedanzerhöhung des Treibers, bei passiven Trennungen viel sinnloser Hub entsteht, der so manchen Treiber sehr rauh klingen lässt. Aktiv ist das kein Problem :wink: . Dazu kommt, daß Hörner häufig zur unteren Grenzfrequenz stark aufweiten, meint: der Abstrahlwinkel wird doch zu groß um zum Tiefmitteltöner zu passen.


    OT: Als Beispiel ziehe ich mal das Eighteensound XT1086 bei:
    http://www.18-sound.de/pdf/XT1086.pdf
    Betrachte die "Beamwidth". Unterhalb von 2 kHz vertauscht sich das horizontale und vertikale Abstrahlverhältniss, es ist vertikal breiterabstrahlend als horizontal. Unterhalb von 1,6 kHz weitet es sehr auf. Ich glaube es war SRAM, der diverse 1" Hörner bezüglich der unteren Grenzfrequenz untersucht hat, und dem XT1086 bis 1,5 kHz runter eine brauchbare Hornladung attestiert hat. Ich setze das Horn mit einer 1,5 kHz Trennung ein, der Abstrahlwinkel passt hier auch halbwegs zum von mir eingesetzten 12". Die eingegangenen Kompromisse bei der Gestaltung des Horns sind zu sehen. Immerhin mit dem Ergebniss, daß es wesentlichen Bereich von ~1,5 kHz bis ~12,5kHz sehr vorbildlich und gut brauchbar ist. Daß es oberhalb von 12,5 kHz eng "beamt" ist der Tribut für die extrem gute Ladung bei 1,5 kHz. Um diese "beaming" zu verhindern wäre eine "konischere" Gestaltung des Hornhalses nötig, wie man sie bei einigen Hörnern findet, die aus planen Flächen zusammengesetzt sind. Bedauerlich ist nun, daß viele Hersteller mit solchen Daten geizig sind, und so dem Anwender keine Hilfen geben. Auch die bei 18S veröffentlichten 45° Messungen der Konustiefmitteltöner liefern gutes Anschauungsmaterial.

    Persönliches:
    @ spaceman: Mit Hilfe der EDIT-Funktion lassen sich auch Fehler im Titel korrigieren :wink:

    Gruß

    ___________________________________________
    * Auch dieser Beitrag kann Bassinformationen enthalten. Mißbräuchliche Nutzung dieser Bassinformationen maskiert häufig wichtige musikalische Inhalte, die wesentlicher Teil dieses Themas im PA- Forum sein sollen. Ich bitte daher alle Forenteilnehmer, Ihren Umgang mit Bassinformationen sorgfältig zu ermitteln, und eventuell Bassabsenkungen vorzunehmen. Sollte es zu einem unangenehmen Dröhnen kommen ist die Bass-Information mittels steilflankigem Hochpass zu entfernen, um den wesentlich wichtigeren musikalischen Gehalt zu schützen. Vom Einsatz von subharmonischen Synthesizern rate ich ab.

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

    Einmal editiert, zuletzt von Hörnli (29. Oktober 2006 um 05:43)

  • triton
    Beiträge
    123
    • 28. Oktober 2006 um 19:26
    • #8

    Und nicht zuletzt werden die Hörner bei den tiefsten nutzbaren Frequenzen zunehmend Probleme mit Lambda/4 - Resonanzen zeigen, was man am starken Nachschwingen in diesem Frequenzbereich erkennen kann.

  • spaceman
    Beiträge
    40
    • 28. Oktober 2006 um 21:04
    • #9

    Na, das ist alles recht aufwendig und kompliziert, mal unabhängig davon, woher ich die erforderlichen Daten bekomme. In den Datenblätter stehen die meistens nicht und mal alle Hörner bestellen um sie zu messen ...

    Mir scheint aber eine zu tiefe Trennung mehr Probleme zu machen als eine hohe. Wäre also Hörnlis Faustregel "doppelte Grenzfrequenz des Horns" ein Anhaltspunkt? :?:

    Bei meinem ersten Projekt mit BMS4550 auf LF290F von Adam Hall mit empfohlener Trennfrequenz 1KHz sollte ich dann bei 1,8 bis 2,0 trennen, obwohl der Treiber deutlich weiter runter könnte?

    In diesem Zusammenhang ist mir noch ne ganz doofe Frage gekommen. Wahrscheinlich pisst ihr euch jetzt in den Kilt vor lachen: Aber was ist der Unterschied zwischen einem Radialhorn, einem BiRadialhorn und einem CD-Horn? :oops:

    geht es so nicht, geht es anders

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 29. Oktober 2006 um 05:37
    • #10

    Moin,*

    @ spaceman:
    >>Bei meinem ersten Projekt mit BMS4550 auf LF290F von Adam Hall mit empfohlener Trennfrequenz 1KHz sollte ich dann bei 1,8 bis 2,0 trennen, obwohl der Treiber deutlich weiter runter könnte?<<
    ja, darauf läufts denke ich raus, ich nutze dieses Horn mit dem BMS4538 ab ~2,5 kHz.
    >>In diesem Zusammenhang ist mir noch ne ganz doofe Frage gekommen. Wahrscheinlich pisst ihr euch jetzt in den Kilt vor lachen: Aber was ist der Unterschied zwischen einem Radialhorn, einem BiRadialhorn und einem CD-Horn?<<
    kein Lachen, kein naßer Kilt, nur Erklärungsprobleme :wink:
    CD steht einfach für Constant Directivity. Klassisch teilte man die Hornverläufe in den vertikalen und horizontalen Verlauf. So haben frühe CD- Hörner einen konischen horizontalen Verlauf und einen exponentiellen (radialen?) vertikalen Verlauf. Ziel war es hier wenigstens einen gleichmäßigen horizontalen Abstrahlwinkel hinzubekommen. Diese Hörner luden schlecht, wegen dem abrupt nach dem Treiber öffnenden konischen Anteil. Deshalb hat das EV HR90 auch nur mit einem Verlängerungsadapter überhaupt funktioniert, und war doch eine schlimme Tröte. Diese Konstruktionen sind zum Glück "out". Dann kamen die "Schiltz- (Diffraktions-) Hörner. Die hatten den Verlängerungsadapter klug integriert. "In" waren eine Zeitlang die reinen "conical Waveguides", die zwar gleichmäßig abstrahlen, aber den Treiber nicht maximal laden. Z.B. das 18S XT1086 ist ein Klon aus allem, aber letztenendes auch nur die schön rundliche Version des RCF H100. Und selbst ältere "eckige" Näherungen funktionieren sehr gut, hier ist es wohl eher die Fertigungstechnik für Prototypen, die den Unterschied macht.
    Hornentwicklung ist eine Kunst, dreht man an einem Parameter verrutscht ein anderer, perfekt ist keines.

    Nun solltest Du mal definieren was Deine Box am Ende können soll.


    @ Triton: Ja, die Lambda/4 Resonanzen... Dann haben wir jetzt alles im Thread stehen :D , oder fehlt noch was ?


    Gruß


    __________________________________________________
    * Auch dieser Beitrag kann Bassinformationen enthalten. Mißbräuchliche Nutzung dieser Bassinformationen maskiert häufig wichtige musikalische Inhalte, die wesentlicher Teil dieses Themas im PA- Forum sein sollen. Ich bitte daher alle Forenteilnehmer, Ihren Umgang mit Bassinformationen sorgfältig zu ermitteln, und eventuell Bassabsenkungen vorzunehmen. Sollte es zu einem unangenehmen Dröhnen kommen ist die Bass-Information mittels steilflankigem Hochpass zu entfernen, um den wesentlich wichtigeren musikalischen Gehalt zu schützen. Vom Einsatz von subharmonischen Synthesizern rate ich ab.

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • hp
    Reaktionen
    131
    Beiträge
    743
    • 29. Oktober 2006 um 10:32
    • #11

    Hörnli hat Folgendes geschrieben :

    Zitat

    Hornentwicklung ist eine Kunst, dreht man an einem Parameter verrutscht ein anderer, perfekt ist keines

    Wie wahr ! , und das gilt nicht nur für Mittel-Hochtöner .

    Ich habe mal verschiedene Radialhörner berechnet
    und auf der Drehbank angefertigt .
    Erst nach mehreren Versuchen kam etwas vernünftiges zustande .

    spaceman

    Die höhere Einsatzfrequenz bezieht sich nur auf den Trichter ,
    der Treiber kann nach Herstellerangaben eingesetzt werden ,
    wobei etwas "Sicherheitsabstand" auch nicht schadet .

    HP

    die Realität ist die Summe aller Fakten

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