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Verständnisfrage zu Clipping

  • florian steixner
  • 1. Dezember 2008 um 15:16
  • florian steixner
    Beiträge
    682
    • 1. Dezember 2008 um 15:16
    • #1

    Hallo leute,

    ich check nicht ganz, warum das für die boxen soo schlecht ist, wenn eine zu schwache endstufe dranhängt und die bis ans limit gefahren wird.
    da geht doch einfach der verstärker ins clipping (das heißt doch, dass er abschaltet, oder?) und was ist da so schlecht für die lautsprecher, wenn aufeinmal der saft weg ist?


    danke,

    florian

  • hell&dunkel
    Moderator
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    2
    • 1. Dezember 2008 um 15:21
    • #2

    Relevante Suchbegriffe: Clipping, rechteck

    http://www.party-pa.de/phpBB/viewtopic.php?t=53748&highlight=clipping+rechteck

    Hier befindet sich i.d.R. die Signatur

  • florian steixner
    Beiträge
    682
    • 1. Dezember 2008 um 15:32
    • #3

    ok danke erstmal. hier der text:

    Zitat von "ewok"

    >es kann auch sein das es durch zu niedriege Leistung was zehauen hat >weil die Stufe am Ende war im Clipping und nicht die Lautsprecher

    Es ist ja nichts defekt... in der Regel töten unterdimensionierte Lautsprecher erstmal die Hochtöner, weil durch das Clipping im oberen Bereich Sauereien entstehen: Aus Sinus wird Rechteck => Spannung bleibt lange auf Maximalwert => nahezu Gleichspannung => mehr Leistung...

    Mit diesem Effekt einen 15er zu killen erfordert IMHO schon ein gerütteltes Maß an Schmerzfreitheit... Das hört man doch!

    Ok, ob der Amp den TT bei Vollast noch kontrollieren kann, steht auf einem anderen Blatt. Deshalb lieber größeres Amping mit Headroom und alles wird gut .-)


    >weil sie den Strom einfach nicht liefern können

    >Chassishub durch einen höheren LowCut begrenzt wird, kann das >Beschriebene passieren ohne dass irgendwas clippt

    Alles anzeigen

    ich hätt da aber immer noch eine frage.
    was ist gesünder:
    verstärker-clipping oder
    boxen-clipping?

    es gibt doch beides, oder?

  • martinfricke
    Reaktionen
    36
    Beiträge
    1.021
    • 1. Dezember 2008 um 16:33
    • #4

    Wenn ein Verstärker übersteuert wird... Also mehr Verstärken soll als er kann, wenn ein zu hohes Eingangssignal an dem Verstärker anliegt, dann erzeugt er keinen Wechselstrom mehr, sondern Gleichstrom.

    Bei dem Wechselstrom schwingt der Lautsprecher je nach Frequenz in einer bestimmten Geschwindigkeit hin und her.

    Ein normales Signal ohne Clipping:


    Wenn der Verstärker übersteuert wird, dann erzeugt er einen Gleichstrom.
    Dabei bewegt sich die Lautsprecher Membran nichtmehr hin und her sondern bleibt für längere Zeit in einer Richtung. Dabei kann die Schwingspule nicht gekühlt werden, da keine Bewegung mehr stattfindet, Sondern die Membran nach oben bzw. nach unten gezogen wird, solange der Clippende Bereich anliegt.
    Dabei erhitzt sich die Schwingspule stark und die Isolierung, mit der der Kupfer oder Aluminiumdraht isoliert ist schmilzt. Ist dies passiert, dann entsthet ein Kurzschluss und die Schwingspule ist defekt.

    Ein Signal mit Clipping


    Lautsprecherclipping gibt es nicht so wie du es meinst, das Clippen entsteht immer durch das Signal.
    (Bei manchen Geräten z.B E-Gitarren ist es gewollt ein geclipptes Signal zu haben um den Ton zu verzerren)


    Wenn ein Lautsprecher mit einer extrem überdeminsionierten Endstufe betrieben wird, und diese auf hoher Leistung läuft...
    Sagen wir mal einen 10 Watt Lautsprecher mit einer 400 Watt Endstufe. Dann kann auch ein Lautsprecher verzerren wegen überlastung, weil er für so starke Belastung nicht ausgelegt ist. Dass ist dann jedoch kein Clipping.
    In dem Fall kann dann auch die Schwingspule durchbrennen, weil der Lautsprecher eben nur für 10 Watt angegeben ist und der Lautsprecher aufgrund der Auslenkung oder der Schwingspule eine derartige Leistung nicht übersteht. Aber etwas mehr Leistung hält ein Lautsprecher mit korrekten Angaben des Herstellers schon aus!


    Du musst dir das also folgendermaßen vorstellen.

    Man benutzt deshalb eine Endstufe mit mehr Leistung als der betriebene Lautsprecher, weil ein Lautsprecher dann mit der angegebenen Watt Zahl sicher betrieben werden kann ohne das Clipping entsteht, denn ein Lautsprecher kann auch etwas mehr Leistung ab als angegeben, besonders bei Musik sind sehr schwankende Lautstärken, daher bekommt ein Lautsprecher dort eh nur für kurze Zeit mehr Leistung ab.
    Denn ein kräftiger Verstärker kann eben viel mehr Verstärken bevor er clippt.


    Bei einem schwachen Verstärker, da passiert es eben sehr schnell das er ins Clipping gerät, denn wenn mehr Leistung gefordert wird als er produzieren kann, dann clippt es. Ein clippendes Signal zerstört den Lautsprecher sehr viel schneller als wenn ein Lautsprecher mehr Leistung bekommt als angegeben.


    Falls du messen möchtest wann dein Verstärker clippt und du kein Oszillopskop hast, dann kenn ich da so einen Trick wie man ohne Oszillopskop clipping messen kann.
    (Das erkläre ich dir dann genauer wenn du es messen möchtest und genauer wissen willst.)

    Man benötigt nur einen Poti ~10K und ein 3,5mm Klinkenstecker

  • florian steixner
    Beiträge
    682
    • 1. Dezember 2008 um 17:08
    • #5

    hallo,
    vielen dank für deinen ausführlichen beitrag!
    schaltet die endstufe im normalfall einfach ab, wenn sie ins clipping gerät, oder was passiert da?

    ja, mich würde die methode meinen verstäker ohne oszi zu messen interessieren.

    gruß,
    florian

  • tufkadib
    Beiträge
    2.687
    • 1. Dezember 2008 um 17:19
    • #6

    Hallo,

    Zitat von "MartinFricke"


    Wenn der Verstärker übersteuert wird, dann erzeugt er einen Gleichstrom.
    Dabei bewegt sich die Lautsprecher Membran nichtmehr hin und her sondern bleibt für längere Zeit in einer Richtung.

    das erklärt aber nicht, weshalb es zuerst die Hochtöner zerschießt. Die sind über einen Kondensator angekoppelt und bekommen demzufolge keine Gleichspannung ab.

    MfG

    DirkB

  • treibsand
    Verifiziert
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    1
    • 1. Dezember 2008 um 20:58
    • #7

    Dann versuchen wir mal Dirks Problem zu erklären (obwohl er das ja wohl selbst gut genug könnte 8) :(
    1. Der HT verträgt viel weniger Leistung, als ein Tief(mittel)töner. Somit ist er der erste, der dran glauben darf.
    2. Eine Rechteckspannung ist nie eine Gleichspannung!!! in den Ecken trten äusserst unschöne, deutlich höherfrequente Schwingungen auf, die sich an der Weiche vorbeimogeln (Stichworte: Fourier, Oberschwingungen).
    Ergo - Nix mehr Hochton.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • florian steixner
    Beiträge
    682
    • 1. Dezember 2008 um 22:06
    • #8
    Zitat von "Florian Steixner"

    schaltet die endstufe im normalfall einfach ab, wenn sie ins clipping gerät, oder was passiert da?

    vielen dank!

  • martinfricke
    Reaktionen
    36
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    1.021
    • 1. Dezember 2008 um 22:39
    • #9

    Ja kann sein das mein oben beschriebener Beitrag zum Clipping nicht 100% korrekt ist, aber er sollte Anfängern schon vermitteln was ungefähr passiert.

  • Elevat0r
    Beiträge
    612
    • 2. Dezember 2008 um 22:07
    • #10
    Zitat von "Florian Steixner"

    vielen dank!

    Kann sein, kann aber auch nicht sein, das kommt ganz auf die Endstufe und den Grad der Überbelastung an... Manche Endstufen zeigen einem ein Clipping schon sehr früh an, was aber in eingen Fällen noch gar nicht so tragisch ist... Diese Endstufen können dann noch stundenlang munter so weiterlaufen.
    Andere Endstufen verabscheiden sich dann nach relativ kurzer Zeit in den sogenannten "Protect Mode". Wieder andere Endstufen mit integriertem DSP setzen dann mehr oder weniger aggressiv einen Limiter an, der das Signal runterregelt.

    Wie du siehst, die Möglichkeiten sind vielfältig und vor allem (wie alles in der Veranstaltungstechnik) Frequenz-, Belastungs- und Herstellerabhängig. ;)

    -----------------------------------------------------------

    Um Fragen vorzubeugen: Nein, ich habe nichts mit dem DJ-Versandhandel zu tun! ;)

  • valentin krönert
    Beiträge
    304
    • 5. Dezember 2008 um 00:00
    • #11
    Zitat von "MartinFricke"


    Falls du messen möchtest wann dein Verstärker clippt und du kein Oszillopskop hast, dann kenn ich da so einen Trick wie man ohne Oszillopskop clipping messen kann.
    (Das erkläre ich dir dann genauer wenn du es messen möchtest und genauer wissen willst.)

    Man benötigt nur einen Poti ~10K und ein 3,5mm Klinkenstecker

    na das würde mich auch interesieren :?: :wink:

  • Jürgen Klingel
    Reaktionen
    508
    Beiträge
    4.857
    • 5. Dezember 2008 um 00:54
    • #12
    Zitat von "valentin krönert"

    na das würde mich auch interesieren :?: :wink:


    Wenn ich mal das Orakel anwerfen dürfte...

    ...mir schwebt da vor, einen Kopfhörer/Lautsprecher über das Poti an den Amp-Ausgang zu hängen (wo ich aber unbedingt noch einen Festwiderstand in Reihe schalten würde, falls mal jemand das Poti auf 0 Ohm stellt), dann aufdrehen. Da wird dann zwar ein etwas dünner Sound rauskommen, aber hörbar...wenns dann richtig scheiße klingt = clipping.

    Auf die Art kommt man zu einem Ergebnis, ohne Gehörschaden und ohne zerschossenen Hochtöner :wink:

    Gruß, Jürgen

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • timo blösser
    Beiträge
    931
    • 22. Dezember 2008 um 20:57
    • #13

    Ich würde den Trick auch gerne wissen, klär uns mal auf, Martin! :)

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