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  5. Messtechnik

Gehörrichtige PA-Entzerrung

  • felix radax
  • 19. März 2007 um 19:43
  • felix radax
    Beiträge
    11
    • 19. März 2007 um 19:43
    • #1

    Hallo zusammen!

    Man hat mich gerade aus dem Bereich "Boxen und Amps" zu Euch in die Messtechnik geschickt.

    Folgendes Problem:

    Ich besitze eine 2.1-PA (700W, 15'' Sub, zwei Stück passive 150W 8'' oder 10'' Satelliten mit Hochtönern), einen 31-Band-Stereo-Grafik-EQ und einen Real Time Analyzer (Phonic PAA-3).

    Mein Wunsch ist es, über die Anlage Live-Gitarrenrock mit einem Schalldruckpegel von durchschnittlich etwa 100 dB (drei Meter vor den Boxen) zu übertragen, und die Mischpult-Summe dabei mit besagtem Terzband-EQ so zu bearbeiten, dass bei 100 dB SPL ein angenehmer, den Kurven gleicher Lautstärke entsprechend "linearer" Höreindruck beim Publikum möglich wird.

    Mein RTA bietet die Möglichkeit, das Pink Noise, das ich mit 100 dB über die Anlage jage und an verschiedenen Stellen im Zuschauerraum auffange (wir sprechen von einem durchschnittliche großen Amateur-Livelokal), linear respektive A-gewichtet oder C-gewichtet zu messen. Gehe ich recht in der Annahme, dass es für meine Zwecke am geschicktesten wäre, mit C-Gewichtung zu messen und die vom Gerät empfohlenen Korrekturen am EQ einzustellen?
    Und wenn ja, warum ist das nochmal so?

    MfG, Felix

  • guessi
    Profi
    Reaktionen
    13
    Beiträge
    897
    • 20. März 2007 um 00:21
    • #2

    Wenn es richtig wäre, dann bspw. weil die A-Korrektur für geringe, die C-Korrektur für hohe Lautstärken anzuwenden ist.

    Totzdem kann ich dieses Verfahren in keinster Weise empfehlen, da es nicht darum geht, auf irgendeinem Messgerät eine schöne Darstellung zu erreichen, sondern einen "guten" Klang zu erzielen.

    Wie man das angehen kann, wird hier regelmäßig diskutiert (Suchbegriff bspw. "einmessen"). Bevor man mit dem Summenentzerrer anfängt müssen sowieso ersteinmal alle anderen Faktoren stimmen. (Aufstellung PA, Frequenzweiche, ... im Idealfall Raumakustik!)

    Zu allem Überfluss kommt noch dazu, daß bei Livemusik in der angedeuteten Dimension stets "Störpegel" von der Bühne (Instrumente, Verstärker und evtl. Monitore) das Klangergebnis vor derselben stark beinflussen. Also vergiss für einen Moment das Rauschen und den RTA und nutze deine Ohren.

  • sven
    Verifiziert
    Beiträge
    317
    • 20. März 2007 um 00:24
    • #3

    Herzlichen Glückwunsch, das Ziel mit ca 100db finde ich vernünftig.
    Was sagen da die Nachbarn dazu, und vorallem nach 22.00 Uhr ?
    Nachmal Glückwunsch, du möchtest deine Zuhörer mit einer tonal ausgeglichenen Beschallung beglücken.
    Für die künstlerische Bearbeitung der Signalquellen bieten sich ja als erstes die Kanal-EQ´s an. Bleibt die Frage, ob es Sinn macht, die Gesamtheit aller Signale die in ihrer natürlichen Eigenheit nach nicht "linear" sind, z.B. so eine Gitarre oder auch Gesang, nach linear bügeln zu wollen.
    Vorschlag:
    1. PA hinbasteln, RTA-mic "günstig" mittig aufstellen (Coveragebereich des Top-Teils)
    2. pink noise losschicken,per EQ so lange "plätten" bis der RTA(c, oder linear) ebenso "linear" anzeigt, dann mic-Position ca. 1m nach links verlagern, Vorgang wiederholen, dann Mic-Position 3m nach rechts verlagern, Vorgang wiederholen. Jetzt hast du eine quasi Mittelung im coveragebereich deines Top-teiles, d.h. die PA is nu flätt
    3. mit einem Schätzeisen auf deine 100 db(a?c?linear?) einpegeln, also auf "c" stellen ist so ähnlich wie linear, besser auf "linear"
    4. RTA mic zu dir ans Pult (das Pult steht ja im Coveragebereich der PA) stellen, damit du deinen Mix am RTA verfogen kannst, wenn du von einer plattgezogenen Pa ausgehst
    5. Das t-shrit mit : "Heute keine Stereo hier" nicht vergessen zu tragen ;)
    6. Nein, du kannst ganz beruhigt sein, es wird schon einen Stereo "sweet-spot"`geben, vielleicht ist es ja der Pultplatz ?

    Viel Erfolg wünscht
    Sven

  • Sound-Klinik
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    • 16. April 2007 um 13:00
    • #4

    ... eine "gehörrichtige" Entzerrung macht nur dann Sinn, wenn die Abhörpegel so niedrig sind, daß unser Gehör tiefe und hohe Frequenzen im Vergleich zu mittleren Frequenzen als "zu leise" empfindet (d.h. praxisgerecht bei Wohnraumbedingungen, weil das Nachbarkind schläft ...).

    Bei üblichen Pegeln in der Veranstaltungsbracnche kann ich da wenig Sinn erkennen (.... "höchstens" Höhenanhebung bei ertaubenden Tontechs, die ihre Hörerfahrungen selbstlos an die Konzertbesucher weitergeben wollen).

  • ukw
    Verifiziert
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    1.566
    • 16. April 2007 um 20:57
    • #5

    Willst Du vor der VA einmessen und den Klang auf die leere Halle hin abmischen? :shock:
    ist es eine Halle oder open A.. :?:

    mit Publikum hört sich das dann ganz anders an...

    ... for a few dB's more . . .

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  • manuela
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    9.103
    • 16. April 2007 um 21:14
    • #6
    Zitat von "Felix Radax"

    einem durchschnittliche großen Amateur-Livelokal

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • AlphaC
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    1.095
    • 16. April 2007 um 22:29
    • #7

    hmm.... also vielleicht ist da die Frage zu klären, was "gehörrichtig" bedeutet. Eine PA, die vom F-gang absolut "flat" ist, wäre mir persönlich viel zu aggressiv. Vor allem bei Konservenmusik / Disco bau ich deshalb stets eine breite "Badewanne" in den F-gang der Anlage. Sprich: Parametrischer EQ mit geringer Güte bei 1500Hz mit -6dB Dämpfung. Dazu noch etwas Überhöhung im Bass für einen "wärmeren" Charakter des Sounds. Das wäre dann auch für mich die Definition von "gehörrichtig".

    Wenn man nur Live-Musik macht, kann die PA durchaus linear abgestimmt sein, denn da hat man ja am FOH noch die Möglichkeit den Mix "gehörrichtig" zu gestalten...

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 17. April 2007 um 12:30
    • #8
    Zitat von "ukw"

    Willst Du vor der VA einmessen und den Klang auf die leere Halle hin abmischen? :shock


    Was hat denn eine leere Halle mit gehörrichtiger Entzerrung zu tun ?

    Richtig: Nichts.

    Bei einer leeren Halle ist - bezogen auf eine bestimmte Abhörposition - der Anteil indirekter Schallanteile höher. Mit Publikum ändert sich dies - der Direktschall bleibt dagegen (von höherer Luftfeuchte mal abgesehen) gleich.

    Ein weiterer Punkt ist die übertragbare Dynamik (Veranstaltungslärm). Auch hier hilft keine "gehörrichtige" Filterung, sondern ggf. eine Dynamikbearbeitung (z.B. Multibandkompression), um die "leiseren" Anteile der Mucke über den Umgebungslärm zu bugsieren ... ohne dabei den Leuten durch die "lauteren" Anteile die Ohren irreversibel wegzublasen.

  • ukw
    Verifiziert
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    Beiträge
    1.566
    • 17. April 2007 um 14:10
    • #9

    .
    Felix Rabaz hat noch nicht gesagt ob er das Publikum vor dem Act einrauschen möchte oder ob er nach dem Aufbau auf den leeren Zuschauerraum hin abmischt...


    :idea:

    Hast Du einen Digital Controller oder ein Pult mit Speicherplätzen?
    Dann stell die PA auf die grüne Wiese und miss sie dort ein - den Feinschlif nach Gehör.
    Das so gefundene Setup abspeichern und mit Passwort schützen.
    Dann hast Du eine gute Basis, von der aus Du schnell die optimalen Einstellungen für jeden Standort finden wirst.

    Der Rest ist Erfahrungssache, wobei ich schon erfahren durfte, das eine USB Platte mit MP-Drys die ganze Bandbreite der Fehleinstellungen beim Rippen enthalten kann. Ergebnis: Entsetzliche Pegelschwankungen und flachen, scheppernden Hochton.- :shock:

    Nu gut, hier gehts um Live und nicht um Konserve....

    ... for a few dB's more . . .

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