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Wie PU-Lack ausbessern?

  • lamer
  • 1. Mai 2007 um 21:04
  • lamer
    Beiträge
    344
    • 1. Mai 2007 um 21:04
    • #1

    Und hier kommt die zweite dumme (?) Frage für heute Abend:

    PU-Lack ist ja teilweise im Kommen,
    was mache ich da eigentlich, wenn ich mir da mal eine richtig Böse Macke reinhau?
    Denn (Zitat UnknownArtist) "weil auch pu ist nicht beliebig hart".

    Einfach überrollen wie mit Warnex ist da ja nicht.


    Gruß aus dem WW
    Johannes

  • mr.pink
    Beiträge
    167
    • 2. Mai 2007 um 00:46
    • #2

    Mal ne Frage:

    Was meinst du mit PU-Lack? Polyurethan-Lack?

    Warum sollte da überrollen nicht möglich sein? Untergrund anschleifen, neue 2K-PU-Farbe anmischen und mit Pinsel Loch ein wenig aufmodellieren und mit der Rolle drüber streichen.

    Je nach Farbton wird man nicht mehr viel davon sehen.

    Und der Profi füllert die Macke aus, schleift alles großflächig ab und lackiert mit Druckluft-Pistole oder Airless den Schaden großflächig bei, womit der Schaden überhaupt nicht mehr zu sehen ist.

  • ukw
    Verifiziert
    Reaktionen
    6
    Beiträge
    1.566
    • 2. Mai 2007 um 01:06
    • #3

    So wie Mr.Pink schreibt... ist doch nicht schwer oder?

    BTW: man kann natürlich auch jede andere Farbe verwenden, da sich der PUR Lack nicht mehr anlöst... => 2K ;)

    ... for a few dB's more . . .

    Merkel's Kommentar zu Finanzminister Schäuble und den 100.000,- DM

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 2. Mai 2007 um 10:37
    • #4

    ich denke er meinte eine Beschichtung wie er bei einigen Herstellern mittlerweile verwendet wird- z.B auch bei AZ etc....

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • mr.pink
    Beiträge
    167
    • 2. Mai 2007 um 10:43
    • #5

    und was ist diese ohminöse Beschichtung?

    Ich kenn die nicht.

  • lamer
    Beiträge
    344
    • 2. Mai 2007 um 11:38
    • #6

    Naja, die Frage rührt daher, dass der Herr Artist mir den PU-Lack unschmackhaft machne wollte ;)

    Da der offenbar umständlich angebracht wird (irgendwas mit heiß verarbeitet und so weiter) dachte ich, man könnte den dann als normaler mensch auch nicht (vernünftig) ausbessern.

    Ich meine aktuellst den PU Lack der AZ TI12

  • mr.pink
    Beiträge
    167
    • 2. Mai 2007 um 11:51
    • #7

    Ich studiere Lackingenieur, daher kenn ich mich mit der Materie aus.

    Es gibt drei Arten von PU-Lacke:

    1. 2K-PUR, die bei RT bzw. bei Temp bis max. 80°C gehärtet werden

    2. 1K-PUR, die bei 140 - 180°C eingebrannt werden

    3. 1K-PUR, die mit der Luftfeuchtigkeit bei RT aushärten

    (4. 1K-PUR-Pulver, sehr unüblich bei Holzbeschichtung; ein Pulverlack, welcher bei 160 - 200°C gehärtet wird)


    AZ wird sehr wahrscheinlich 2K-PUR verwenden und die kann man über Stunden bei RT aushärten oder eine beschleunigte Härtung (z.B. 30 min., 80°C) im Ofen.

    Es ist nur so, dass 2K-PUR Lacke schwerer zu bekommen sind (auf keinen Fall im Baumarkt) und relativ teuer sind.
    Wenn mir jmd. mal ein Datenblatt von Warnex zukommen lässt, dann kann ich da mal rauslesen, was die benutzen. Mein Tip ist, 1K-PUR, feuchtigkeitshärtend

    Die Aussage "auch PU ist nicht unendlich hart" ist im dem Zusammenhang auch irgendwie falsch:
    Entweder ist ein Lack sehr hart und widerstandsfähig (=glasartig), dann platzt er großflächig bei der ersten Beschädigung ab (dafür ist er dann gegenüber Chemikalien widerstandsfähiger) . Oder er ist weich und flexibel (gummiartig) und kann so der Beschädigung ausweichen, indem er um die Penetration "wegfliesst".
    Ich wollte also lieber einen weichen, flexiblen Lack haben, da dieser einem anecken nicht so übel nimmt. Und da Holz ein arbeitender Werkstoff ist, sollte die Beschichtung eh flexibel sein.
    In der Automobilbranche wird ein flexibler Füller aufgetragen, der die kinetische Energie von z.B. Steinschlägen aufnimmt, sich verformt und so den extra härteren Klarlack schützt. Würde man der Füller härter gestalten, dann würde beim ersten Steinschlag eine relative Große Fläche komplett über alle Schichten abplatzen.

    Ich hoffe ich habe ein paar Unklarheiten bereinigen können!

    Bis denn, Oli

  • mr.pink
    Beiträge
    167
    • 2. Mai 2007 um 11:56
    • #8

    Und meine persönliche Meinung ist, dass eine 2K-PUR Beschichtung für den Heimanwender das beste Paket an Widerstandsfähigkeit, Flexibilität, Haltbarkeit und Kosten bietet.

    Ich streiche daher alles was möglich ist, mit dieser Art Lack (aber ich habe auch andere Bezugsmöglichkeiten für die Rohstoffe bzw. Lacke).

  • lamer
    Beiträge
    344
    • 2. Mai 2007 um 12:43
    • #9

    Danke Oli, wenn das mal nicht Aufklärung war :)

    Wenn dann doch mal, aus welchen Gründen auch immer, eine Macke drin ist, muss ich dann darauf achten, z.B. 2K-PUR Lack auch nur mit solchem auszubessern? Oder kann ich dafür dann den von dir empfohlenen 1K-PUR feuchtigkeitshärtenden nutzen?

    Vielen Dank für die aufschlüssige Antwort

    Johannes

  • ukw
    Verifiziert
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    1.566
    • 2. Mai 2007 um 17:09
    • #10

    @ Lamer: den 3ten Beitrag hast Du nicht gelesen... :roll:

    @ Mr. Pink: Du hast eine wichtige Gruppe vergessen: Die UV härtenden Akrylharzlacke - werden zunehmend auch im Handwerk eingesetzt. Aushärtung in Bruchteilen von Sekunden & sehr widerstandsfähig.

    @ all: Mr. Pink: schrieb, das die 2K Pur bei RT (Raumtemperatur) oder im Wärmeofen bis 80°C aushärten.

    R A U M T E M P E R A T U R !

    Hinter diesem ominösen "heiß aufgetragenen PUR Lack" steckt nichts anderes als die Botschaft: Dieser Lack ist so toll, den kannst Du mit nichts anderem vergleichen. Der Vorteil in der Aushärtung ist - wenn überhaupt - sehr gering, da immer noch die Lösemittel aus dem Lackfilm entweichen müssen. Also lassen wir dem Lösemitteln auch genügend Zeit dazu - dann ist der Lackfilm bzw. die Oberfläche besser als im Ofen (wie sollen Lösemittel entweichen, wenn die Oberfläche schon eine Haut gebildet hat)? . Wenn es schnell gehen muss (und das ist ja eigentlich immer der Fall) dann ist eine UV Anlage sehr viel günstiger (wird viel weniger Energie benötigt) und die Trocknungszeit beträgt Bruchteile einer Sekunde. Der Lösemittelanteil beträgt 5% Gießverfahren (zum Vergleich 30-40 % beim handwerklichen Spritzen). Üblich ist ein Durchlaufverfahren - d.h. es wird auf dem Fließband lackiert und 5 Meter hinter dem UV Trockner können die Teile gestapelt und/oder verpackt werden :!:

    ... for a few dB's more . . .

    Merkel's Kommentar zu Finanzminister Schäuble und den 100.000,- DM

  • lamer
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    344
    • 2. Mai 2007 um 18:28
    • #11

    ukw: Doch, hab ich, sorry. War nur zu der Zeit noch ein bisschen wirr im Kopf.

    Die Sache ist ja doch um einiges einfacher, als böse Geister mir geflüstert haben.
    Ich denke mal zum Nachbessern sind Sachen wie bei 80° aushärten oder mit UV-Lampe etc. pp. nicht so sehr von Interesse. Wenns nach ein paar Stunden auch so geschehen ist - die Zeit wird wohl jeder haben.

  • Thomas
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    10.847
    • 2. Mai 2007 um 19:36
    • #12

    ich würde sagen, dass man zum ausbessern einfach nen X beliebigen acryllack nehmen kann. für kleinere macken usw sollte das reichen.
    bei großflächigen beschädigungen wirds bei PU schwierig.

    Bei warnex duscht man die Kiste einfach nochmal und fertig.
    Hat beides so seine vor und nachteile.
    Aber aus meiner Erfahrung ist PU doch schon deutlich Widerstandsfähiger.

  • mr.pink
    Beiträge
    167
    • 2. Mai 2007 um 20:10
    • #13

    UV-Lack habe ich jetzt mal aussen vor gelassen.

    1. da ich nur auf PUR-Lacke eingegangen bin und UV meist dann doch mit Acrylaten bzw. amin- oder acryl-modifizierten PURs gemacht wird

    2. nicht jeder hat eine UV-Anlage zuhause stehen, um seine Kisten zu reparieren. Mal ganz abgesehen von der Inert-Gas-Anlage die du u.U. benötigst um die Ozon-Bildung zu minimieren.

    Wir sind hier in einem PA-Forum und nicht im Lackforum, also sollte man nur die gebräuchlichsten Dinge nehmen und einen Lack im Verhältnis 4:1 mit dem Härter mischen sollte spät. beim zweiten Versuch jeder hinbekommen.

    lamer:
    den 1K-PUR feuchtigkeitshärtend bekommt man wenigstens noch im Baumarkt (Stichwort Heizkörperlack, ist allerdings nur in weiß verfügbar und schweine teuer)
    ansonsten kannst du auch Acryl-Lacke nehmen, wobei die niemals so widerstandsfähig sind, wie die 2K-PUR-Lacke. Die kannst du über die Härterzugabemenge in ihrer Flexibilität einstellen (je mehr Härter desto unfelxibler wird die Beschichtung)
    Du kannst fast alles nehmen, allerdings steht und fällt das ganze mit dem Anschleifen. Also immer gut den Untergrund vorbereiten.

    Bis denn, Oli

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 2. Mai 2007 um 20:18
    • #14
    Zitat von "Mr.Pink"

    UV-Lack habe ich jetzt mal aussen vor gelassen.

    wenn nicht = schwarz hätt ich da auch Bedenken bezüglich der Lichtechtheit und Veränderung bei häufiger langanhaltender Sonneneinstrahlung.

    lG Manu

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 2. Mai 2007 um 20:45
    • #15

    Nur wenn ich gut angeschliffen habe -> ist die Struktur weg - was für eine Lackierpistole brauch man denn da?

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 2. Mai 2007 um 21:59
    • #16

    wenn die kisten schon so verrammelt sind, dass man da mit ner pistole rannmuss kann man sie auch gleich mit nem bandschleifer bearbeiten und neu mit pu beschichten lassen.

  • ukw
    Verifiziert
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    1.566
    • 2. Mai 2007 um 22:11
    • #17

    Moin Mr.Pink ,
    Du hast in Deinem Posting http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?p=506515#506515 geschrieben, dass

    Zitat

    Die kannst du über die Härterzugabemenge in ihrer Flexibilität einstellen (je mehr Härter desto unfelxibler wird die Beschichtung)

    Aber genau das Gegenteil ist der Fall, da es sich nicht um ein "Härter" im Sinne von "den Lack hart machen" sondern ein Vernetzer handelt. Ohne "Härter" ist der Lack viel zu spröde. Je mehr "Härter" im Lack ist, um so widerstandsfähiger = zäh-elastisch wird der Lack ...

    ... for a few dB's more . . .

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  • mr.pink
    Beiträge
    167
    • 3. Mai 2007 um 02:30
    • #18

    ukw:
    da muss ich dir aber leider widersprechen:

    Gehen wir mal von einem untervernetzten PUR-Lack aus (Untervernetzt = es ist mehr Bindemittel wie Härter / Vernetzer vorhanden). Chemisch gesprochen entspricht das einem NCO / OH - Verhältnis von 0,8 : 1.
    Dies bedeutet nicht jede Vernetzungsstelle des Bindemittels ist mit einem Vernetzer besetzt und somit bildet sich ein nicht so starkes Netzwerk aus. Dies ist Vergleichbar mit einem Holzstamm-Floss was nur an einer Stelle mit einem Seil verbunden ist. Dieses System ist flexibel und hat einen Unterschuss an Vernetzer.

    Haben wir nun ein übervernetzen PUR-Lack, sprich ein NCO / OH - Verhältnis von 1,2 : 1 dann ist unser oben erwähntes Floss an mehreren Stellen mit Seilen verbunden. Das Floss ist damit stabiler. Es bildet sich ein weit verzweigtes Netzwerk aus, welches hart und spröde sein wird.

    Wenn ich ein System ohne Vernetzer auftrage, dann wird das Bindemittel bis zu einem gewissen Grad physikalisch trocknen und die Beschichtung wird klebrig und zäh bleiben. Erst der Vernetzer macht daran einen Film, den man nicht mehr abwischen kann. Wenn du es nicht glaubst, dann probier es einfahc mal aus.
    Also entspricht dieses Verhalten genau dem Gegenteil deiner Aussage.

    unknown_artist:
    die Struktur wird eigentlich nicht mit der Pistole aufgetragen (kann aber gemacht werden). Meistens werden dem Härter Stoffe hinzugegeben (Silikone), die eine Unverträglichkeit mit dem Lack aufweisen und sich dadurch zu Klumpen in der Beschichtung zusammentun. Diese Klumpen erzeugen die Struktur. Meist gibt es verschiedene Härter, die verschieden stark ausgeprägte Strukturen erzeugen.
    Über die Pistole kann ich Struktur erzeugen, indem ich ganz normal beschichte, den Lack anziehen lasse, d.h. er fängt langsam an hart zu werden und danach spritze ich aus großer Entfernung mit viel Zerstäuber- und Hornluft einen feinen Nebel auf die Oberfläche. Dieser Nebel wird von der Beschichtung nicht mehr aufgenommen und es entsteht eine Struktur. Über die Zerstäubung kann ich die Größe der Struktur steuern. Hier auf großen Flächen eine gleichmäßige Struktur zu erhalten ist aber von etwas Übung und Erfahrung geprägt.

    manuela:
    heutige UV-Lacke zeigen bei Sonneneinstrahlung keine Veränderung des Farbtons bzw. der Beschichtung. Es ist eher so, dass Klarlack keine Probleme darstellen, sondern eher pigmentierte System aller Farben das Problem zeigen, dass man trotz Pigmente ja relativ tief mit dem UV-Licht in die Beschichtung eindringen muss. Da das Wirkungsprinzip "normaler" Pigmente aber durch Lichtstreuung verursacht ist, wird die UV-Strahlung gestreut und kann gar nicht tief genug in die Beschichtung vordringen und diese wird nicht vollständig vernetzt. Also sind pigmentierte Systeme eher ein anwendungstechnisches Problem.
    Aber die heutigen Bindemittel, Vernetzer und Pigmente sind in allen Farbtönen hoch Lichtecht und das Holz verrottet eher, wie dass die Farben ausbleichen (oder hat du noch ein aktuelles rotes Auto gesehen, was diesen weißen Kreidungseffekt der alten Golfs und Opels aufweist).

    Aber ich glaube langsam driften wir etwas zu tief in die Materie ab. Wenn es noch Diskussionsbedarf gibt, dann können wir das gerne per PN oder ICQ weiterführen. Aber das Niveau ist langsam deutlich über dem eines PA-Forums. Oder was meint ihr?

  • ukw
    Verifiziert
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    1.566
    • 3. Mai 2007 um 07:42
    • #19

    Moin Mr.Pink ,
    Kann es sein, dass wir es mit unterschiedlichen 2 K Rezepten zu tun haben?
    Der Lack, den ich verarbeite, trocknet ohne Härter zu einer glasharten und spröden und definitiv nicht klebrigen Masse aus.
    Er ist auch haptisch nicht klebrig oder griffig....

    Er wird in Hamm hergestellt ;)

    ... for a few dB's more . . .

    Merkel's Kommentar zu Finanzminister Schäuble und den 100.000,- DM

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 3. Mai 2007 um 08:52
    • #20

    Ich finde den praktischen Bezug eigentlich höchst spannend - da wohl die wenigsten hier Erfahrungen mit soetwas haben...
    Wenn ich die Struktur mit einer Beigabe eines Silikons zum Härter erreiche, ist die Oberfläche dann genauso widerstandsfähig wie mit Pistole gespritzt?
    Hast du schon praktische Erfahrungen mit von Normalmenschen erwerbbaren Produkten gemacht?

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

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