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Stimme nach vorne mischen!

  • Mix4Munich
  • 21. Juni 2009 um 22:23
  • deltamax
    Beiträge
    1.394
    • 30. Juni 2009 um 08:05
    • #21

    delays verzögert man immer!!!! ca 3-5m weiter hinter als sie tatsächlich stehen, um zumindest noch ein bisschen ortung von der bühne zu erhalten. siehe"precedence effect" oder gesetz der 1. wellenfront.

    "The Haas effect is a psychoacoustic effect related to a group of auditory phenomena known as the Precedence Effect or law of the first wave front. These effects, in conjunction with sensory reaction(s) to other physical differences (such as phase differences) between perceived sounds, are responsible for the ability of listeners with two ears to accurately localize sounds coming from around them."
    wikipedia

    zum nach vorne mischen:
    langes predelay, also abstand vom originalsignal zu den early reflections muss lang sein im delayFX, und die early's ausschliesslich ohne hallfahne dran, das macht eine stimme nach vorne. alles was fahne hat, oder ein kurzes predelay, klingt hinten. warum?
    2 menschen malen in unterschiedlichen abständen, und guggen wie sich die wege des direktschalls und des reflektierten schalls verhalten, antwort.;)

    genug des halbwissens. wenn das topteil zu klein ist um mit der stimme lauter zu werden als die nebengeräusche, oder wenn der drummer mit den becken inferno spielt, ists eh aussichtslos...

  • michael beyer
    Beiträge
    2.136
    • 30. Juni 2009 um 10:08
    • #22

    Is schon klar ich habe ihn aber so verstanden, dass er erst ordentlich alles einstellt (so dass man den Sprecher da lokalisiert wo er ist) und dann absichtlich 3ms dazugibt.

  • Kracky
    Profi
    Reaktionen
    2
    Beiträge
    12.055
    • 30. Juni 2009 um 10:59
    • #23

    Ich mag jetzt euer Delaygeplänkel nicht großartig unterbrechen, wobei ich den Aufwand im angesicht der möglichen Wirkung für übertrieben halte. Wie es einfacher und zeitnah geht zeigt ja er Leitfaden von Jo, nur bei der Präsenz in seinem Beitrag hänge ich ein wenig. 6 - 8Khz halte ich dann doch schon für einen recht hohen wert. Bisher hatte ich gelernt die Präsenz der Stimme (Sprachverständlichkeit) liegt im Mittelhochtonbreich je nach Stimme zwischen 1,5 - 3,5 Khz hier kommt der meißte Informationsgehalt der Stimme, die Grundfrequenz die erwähnt wurde ist dazu einleuchtend, diese 6 - 8 Khz sind dann für mich aber ehr schon wieder Obertöne die zwar auch den Informationsgehalt haben aber nicht die Präsenz bestimmen sondern ehr die Brillianz, das i Tüpfelchen. Daher ist es ja so fatal wenn Hersteller in genau im Bereich von 1,5 - 3,5 Khz Lautsprecher trennen und dabei dort eine riesen Senke im Verlauf lassen. Solch eine Box wird nie wirklich sprachverständlich sein und das ist in der Praxis nicht abzustreiten.

    Hab euch da mal eine Tabelle, ich denke das ist ganz aufschlussreich.


    Uiuuuh Yeah 250Hz
    Yeah 500Hz-1kHz
    A 1kHz
    O 500Hz
    U 250Hz
    I 250 halb 3.5kHz ganz auf
    E 500Hz 2.5kHz ganz auf
    Sexy bis zu 12kHz
    Bauch und Wärme 100-250Hz
    Zischlaute 8kHz
    Konsonanten 3-6kHz Sprachverständlichkeit
    Brillanz 6-12kHz
    Formanten 2.8-3kHz bei Pop-Song leicht absenken

    Informationsgehalt der Stimme 250Hz - 3.5kHz

    DPA z.B. bedämpft bei 800Hz und hebt bis hin zu 12Khz leicht an, Shure macht das ehr oldschool von 1,5 -5 Khz. Soweit ich das von Präsenzanhebungen aus Datenblättern ablesen kann.

    Ich hab da auch noch was von Herrn Sengpiel für euch

    http://www.sengpielaudio.com/EQ-TippsFuerFOH-Mischpult01.pdf

    http://www.sengpielaudio.com/EQ-TippsFuerFOH-Mischpult02.pdf

    So, genung aus der geheimen Küche der Tonverdreher. Wie schon angedeutet ist alles das nur eine hilfestellung und nicht allgemeingültig für jeden Fall zu sehen, aber wer diese Anhaltspunkte hat, sollte schon ganz gut in der Welt der Knöpfe klar kommen. Und immer schön Fenstern!

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • hias.h
    Beiträge
    1.192
    • 1. Juli 2009 um 00:55
    • #24

    Ja, den Begriff Präsenz würde ich auch eher tiefer ansetzten so von 2-4k.

    Ich verzöger gerne die gesamte Pa ein wenig, gibt aber nur im kleineren Rahmen wirklich Sinn, wenn die Bühnenlautstärke für den Raum nicht unerheblich ist.

    Eine Idee, die mir gerade kommt: Die Stimme in der Pa auf die Position des Monitors des Sängers verzögern.

  • treibsand
    Verifiziert
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    Beiträge
    9.424
    Marktplatz Einträge
    1
    • 1. Juli 2009 um 12:07
    • #25

    Ich möchte euch nur ungern unterbrechen, aber was erhofft ihr euch von der ganzen Verzögerei?
    Selbst bei kleinen Venues & Anlagen und moderaten Pegeln ist der Output des Sängers im Vergleich zu seinem Signal aus den Boxen doch meisst relativ gering, sodass der Haas-Effekt weitaus geringer ausfallen dürfte. zumindest ab der 2-3 Zuschauerreihe. Das Einzige, was weiter hinten passiert ist, dass das Signal eben später ankommt. Dadurch wird es aber nicht verständlicher...

    Hias Einwand mit dem Verzögern auf Monitorebene ist da schon sinnvoller, weil die Wedges doch reichlich Pegel liefern.

    Auch die Idee der "early reflections" ist da schon sinnvoller, da ja hier das Signal mehrfach über die PA kommt (unverzögert & verzögert).

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • Mix4Munich
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    788
    • 11. Juni 2010 um 22:10
    • #26

    Ist war schon länger her, aber eben um neue Ideen ergänzt: http://www.mix4munich.de/stimme.htm

    Um nochmal kurz auf die Diskussion mit den Präsenzen und der Stimmverständlichkeit einzugehen:
    Richtig ist, der Bereich zwischen 1,5 kHz und 3,5 kHz darf bei der Stimme nicht unterrepräsentiert sein, sonst bekommt man die Vocals nicht nach vorne. Aber wenn dieser Bereich ausreichend vorhanden ist, hebe ich bei einer guten, nicht kreischenden PA lieber im Bereich um 8 kHz noch ein wenig an, um die Stimme deutlicher hervorzuholen oder herauszulösen. Das macht das ganze eher "luftiger" (blödes Wort eigentlich, aber selbst Mackie hat ja seinerzeit den Höhenregler mit Centerfrequenz 12 kHz als "Air" bezeichnet).

    Und für die ganz Erfolgreichen: In einem Bericht über die PA von Udo Jürgens habe ich was von einem mittig über der Bühne geflogenen Centercluster nur für die Stimme gelesen. Der Rest der Band kam ganz normal über eine rechts und links der Bühne platzierte Stereo-PA. Ist natürlich nix für den nächsten Kneipengig ...

    Viele Grüße
    Jo

    Mix4Munich
    Johannes Komarek
    http://www.mix4munich.de

  • Marian Humann
    Verifiziert
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    Beiträge
    1.682
    • 12. Juni 2010 um 12:55
    • #27
    Zitat von "Mix4Munich"

    Und für die ganz Erfolgreichen: In einem Bericht über die PA von Udo Jürgens habe ich was von einem mittig über der Bühne geflogenen Centercluster nur für die Stimme gelesen.

    Ich hab das mal probiert bei einer Dreifelderhalle, das geht richtig gut, und ist ja auch ein Grundprinzip der Wall of Sound damals. Jeder Klangerzeuger bekommt einen eigenen Lautsprecher ;)

    Ich hab das ganze über nen Post-Fader-Aux realisiert. Auf den Stimmen den Aux aufgedreht, und bei Gitarrensolis etc. diese auchnoch auf den Centerlautsprecher.

    Wenn mans nicht übertreibt kommt das richtig gut.

    Sobald wir wieder mehr Endstufen im Geschäft haben (neulich 1 defekte, davor eine verkauft :/ ) werd ich das auch mal im Club probieren, dann aber als Extra-Top auf den bestehenden Tops nur für Vocals. Ich glaube das ist nen Versuch wert wenn mal etwas mehr Zeit als sonst ist :)

  • sebastian
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    2
    • 20. Juni 2010 um 10:41
    • #28

    Zuerst, ich finde solche "Kochrezepte" toll und teilweise mutig sie auf solch Plattformen kundzutun. Sinnvoll halte ich es für Anfänger wie Profis gleichermaßen, vielleicht aus verschiedenen Gründen.

    Wenn ich die Stimmen (live) "größer" machen will, verwende ich eine Feedbackschleife über jeweils einen AUXweg. Auf dem wird die Stimme u.a. nach den schon besprochenen Vorgehensweisen bearbeitet und dem Original zugemischt.
    Das ganze ist aus der Situation endstanden, dass ich keine vernüftigen Chöre (Samples) zur Verfügung hatte.

    Viele Grüße
    Sebastian

  • Mix4Munich
    Beiträge
    788
    • 3. November 2010 um 17:42
    • #29

    Ist zwar schon etwas länger her, aber trotzdem: Was meinst Du mit "Feedbackschleife"? Kannst Du das genauer erläutern? Merci bien!

    Viele Grüße
    Jo

    Mix4Munich
    Johannes Komarek
    http://www.mix4munich.de

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