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    1. Bewertungen

Kompressor im Eingangskanal + Summenkompressor

  • christophh
  • 21. Juli 2007 um 19:04
  • christophh
    Beiträge
    370
    • 21. Juli 2007 um 19:04
    • #1

    Hallo!
    Mir tat sich eine Frage auf, es handelt sich um folgendes Setup:
    5 Sängerinnen + Keyboard und Querflöte über eine Anlage.

    Zur Zeit mische ich (spiele eigentlich in der Band E-Bass), die Mikros und das Keyboard ohne jegliche Effekte oder Dynamiks zusammen.
    Um das ganze zu optimieren habe ich mir über Dynamiks, speziell Kompressoren Gedanken gemacht.

    Zur Realisierung habe ich eine 8 In 8 Out Firewire Interface
    (Terratec Pase 88 FW), zusammen mit Cubase am Notebook.

    Zur Zeit ist das Problem, das es Passagen gibt, wo alle 5 Sängerinnen gleichzeitig singen, es gibt aber auch Passagen wo nur eine singt.
    Obwohl wir die Problematik schon öfter angesprochen haben, kommt eine einzelne Sängerin nie so durch, als wenn alle 5 singen (obwohl sie in Lautstärke und Mikro-Abstand variieren um das anzupassen).

    Meine Idee ist es, erst einmal jeder der 5 Sängerinnen-Mikros einen Kompressor als zuzuweisen (mit Standart Einstellungen, allerdings ohne Gain-Anhebung). So weit so gut.
    Was passiert jetzt, wenn ich die 5 schon komprimierten Signale in eine Subgruppe schicke, und dieser dann nochmal einen Kompressor spendiere,
    mit genau denselben Einstellungen wie die einzelnen Kanal-Kompressoren.
    Ich stelle mir vor das der Subgruppen Kompressor nichts macht, wenn nur eine Sängerin singt, aber wohl komprimiert, sobald mehrere Sängerinnen singen, da die einzelnen Mikro-Pegel sich ja addieren.
    Ist das Soweit richtig?

    Diese Subgruppe würde ich dann zum Mischpult zurückführen und auf die Anlage geben.
    Die 5 Mikro-Eingangskanäle gehen über einen Direkt-Out zum FW-Interface, werden selber nicht auf die Summe des Mischpults geschaltet.
    Gibt es da generell Probleme bzw. kann das sinnvoll sein?
    Was passiert mit den Ratio wenn beide Kompressoren greifen. Wird dann aus 2 x 1:4 eine höhere Ratio (1:8)?

    Gruß
    Christoph

  • niggles
    Profi
    Reaktionen
    843
    Beiträge
    4.314
    • 21. Juli 2007 um 19:41
    • #2

    Zunächst mal würde ich keine Insert-Effekte über einen Computer fahren, schon gar nicht über eine Windowskiste :D Das Absturzrisiko ist einfach nicht ohne.
    Dann auf jeden Fall entweder Kompressor nur in eine Stereosubgruppe oder das Monitoring gesplittet fahren - Kompressor auf dem Monitor ist anstrengend und irritierend wenn sich jemand durch Variieren des Mikrofonabstandes in einen Gesangssatz einfügen will.

    Zitat


    Zur Zeit mische ich (spiele eigentlich in der Band E-Bass),


    Mischt ihr euch selbst, von der Bühne aus? 5 Gesänge gleichzeitig sind ab einem gewissen Qualitätsanspruch so leider nicht mehr zu handhaben, da sollte schon jemand im Saal stehen der auch hören kann was er da schraubt...

    Ich würde ich einen wirklich guten (!), auf Stereo gelinkten Zweikanal-Kompressor in zwei Subgruppen einschleifen und alle Gesänge darüber fahren. Der darf dann bei fünfstimmigem Gesang gern auch mal zweistellige GR produzieren, dafür steht der anschließende Solopart dementsprechend weiter vorn. Es verlangt etwas Übung das Verhältnis zwischen Kanalpegel und Buspegel so auszubalancieren daß das klappt, aber es ist möglich und funktioniert in der Praxis erstaunlich gut. Voraussetzung ist allerdings eine disziplinierte Band, ansonsten kannst du gleich auch noch auf Keyboard und Bass einen Kompressor stecken.
    Das I-Tüpfelchen wäre dann noch ein Summenkompressor, um das Gesamtklangbild etwas an heutige Hörgewohnheiten ("dicht, aber nicht zu laut") anpassen zu können.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • christophh
    Beiträge
    370
    • 21. Juli 2007 um 21:08
    • #3

    Also leider ist mir die Sache dadurch noch nicht ganz klar geworden.
    Ich hol noch mal etwas weiter aus.
    Es handelt sich um ne Kirchenband, 5 Gesang + Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug.
    Wir mischen uns von der Bühne, und es existiert, da ausschließlich in Kirchen, auch kein Monitoring
    (maximal der Schlagzeuger bringt seinen Aktiv-Monitor bei etwas größeren Sachen weg).
    Ich bin also nicht auf ein "unkomprimiertes" Signal für Monitore angewiesen.

    Zitat

    Niggles: Ich würde ich einen wirklich guten (!), auf Stereo gelinkten Zweikanal-Kompressor in zwei Subgruppen einschleifen und alle Gesänge darüber fahren.


    Summenkompressor ok, aber soll ich dann auf Kanalkompressoren für die Sängerinnen verzichten? Ich dachte, dass sie eignetlich schon bald Standard bei Live-Sachen.

    Generell zu der Art das ganze Softwarebasiert zu machen.
    Da ich in der IT-Branche beruflich tätig bin, habe ich das Thema Stabilität und Ausfallsicherheit im Griff :-).
    Meine einzigste Befürchtung lag in den Latenz Zeiten, aber da liege ich über Firewire mehr als im zumutbaren Rahmen.

    Die Abmsichung der Band an sich stellt auch von der Bühne nicht so das Problem da, das Hauptproblem ist wirklich die Lautstärke innerhalb der Sängerinnen.

  • niggles
    Profi
    Reaktionen
    843
    Beiträge
    4.314
    • 21. Juli 2007 um 22:18
    • #4
    Zitat

    Es handelt sich um ne Kirchenband, 5 Gesang + Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug.
    Wir mischen uns von der Bühne, und es existiert, da ausschließlich in Kirchen, auch kein Monitoring

    Probiert vielleicht doch mal 2 kleine Monitorböxlein (CA106 oder so...) für die Sängerinnen einzusetzen. Gute Sänger(innen) können in der Tat durch Variieren des Mikrofonabstandes ihre Dynamik recht gut an das Bandgeschehen anpassen, aber dazu sollten sie sich selbst erst mal vernünftig hören. Ohne Monitor neigt man hier schnell zum Übertreiben der Bewegung.

    Zitat


    Summenkompressor ok, aber soll ich dann auf Kanalkompressoren für die Sängerinnen verzichten? Ich dachte, dass sie eignetlich schon bald Standard bei Live-Sachen.

    Standard ist vor allem der Subgruppenkompressor, der nimmt mir nämlich als Mischer viel Arbeit ab...
    Habe ich Splitkanäle für den Monitor oder gar einen getrennten Monitormix sind zusätzliche Kompressoren in einzelnen Kanälen natürlich eine feine Sache. Die setze ich dann aber eher zur Verfeinerung der einzelnen Stimmsignale (dynamischer De-Esser statt EQ-Vergewaltigung, selektives Absenken von Ploplauten statt rabiatem Lowcut) oder zur Klangformung (schön in die Sättigung gefahrener Röhrenkompressor...) ein.


    Zitat


    Da ich in der IT-Branche beruflich tätig bin, habe ich das Thema Stabilität und Ausfallsicherheit im Griff :-).

    Ich verdiene meine Brötchen damit live zu mischen (mal mehr Ton, mal mehr Bild, oft beides gleichzeitig) und kriege das Elend moderner IT im Broadcast- und Show-/Musikbereich täglich in seiner ganzen Bandbreite zu spüren. Die obige Aussage würde ich außerhalb einer HA-Umgebung als sehr gewagt einstufen... :twisted: Auch mit einem modernen FW-Interface bleibt ein Wintel-Notebook ein Consumergerät ("Mickymaus-Technologie", wie der altgediente Meßtechniker sagt) mit dementsprechend hohen Ausfallraten.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

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