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Amp Modelling vs. Marshall + SM57

  • Christian Engel
  • 17. September 2007 um 19:50
  • audiobo
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    • 20. September 2007 um 13:23
    • #21

    Generell kann ich mich dem anschliessen, das gerade die Line6-Klamotten schon irgendwie flach (undynamisch) und etwas kratzig klingen. Vor einigen Jahren wollte ich für etwas gutem in meinem Bassound sorgen und hab daher mal den BassPod ausprobiert - Ich fand die Effekte gut, die Varianten waren zahlreich, eigentlich alles super, es gab nur einen Haken: Es "kickte" nicht. Letztendlich habe ich mir `nen HK Tubefactor (Röhrenbooster) zugelegt, den ich bis heute für zahlreiche Instrumente benutze.

    Andere Modeller kann ich jetzt schlecht abschätzen, Vox Tonelab habe ich zwar in positiver Erinnerung, lief allerdings damals auch über 2x12"-Speaker. Wenn ich jedoch mein altes Korg Toneworks Pandora (1. Generation, über 10 Jahre alt) auspacke und bei `ner Session DI-mässig darüber daddel, macht´s schon ein bischen Spass, auch wenn´s soundmässig (vor allem clean)noch weit vom Optimum entfernt ist. Wer´s nicht weiss, die Vox-Digital-Technik stammt von Korg.

    Was mir im Studio mit Software (z.B. GuitarRig) aufgefallen ist, ist eine erhebliche Zunahme der Soundqualität bei Verwendung höherer Samplerates (z.B. 88.2/96kHz). Anscheinend arbeiten dann die sowohl die Filter wie auch die Obertonerzeugung wesentlich sauberer, was dann zu weniger "kratz" führt.
    Während ein oder zwei "Nachtbastelsessions" (für die ich leider heutzutage kaum mehr Zeit oder keine Lust :? habe) versuchte ich mal vor ein paar Jahren meinen Tubefactor in NI´s "Reactor" nachzubilden. Die ganze Zeit bekam ich den "Kratz" nicht heraus, es klang die ganze Zeit irgendwie mumpfig (trotzdem höhenlastig), hohl und billig. Bis ich aus irgendeinem Grund die Samplerate verdoppelt habe. Plötzlich war es (fast) so wie ich es haben wollte. Bei einem kleinen Testlauf hat sich dann herausgestellt, dass bei normaler S.R. z.B. die EQ-Module nur bis ca. 5kHz funktionierten und alles andere dann "out of range" war.

  • Christian Engel
    Moderator
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    • 20. September 2007 um 22:31
    • #22

    So,

    also erstmal: ich bin kein Gitarrist :D Aber ich weiß wie eine fette Klampfe klingen muss!
    Meine Erfahrungen mit dem Modelling-Zeugs decken sich - das erstaunt mich eher wenig - mit euren Erfahrungen, liebe Kollegen.
    Meine Eindrücke:

    - eine - nennen wir sie mal - "virtuelle" (=gemodellte) :D Klampfe klingt ohne Band meist sehr schick; geht aber im Mix gnadenlos unter und leidet unter nicht vorhandener Durchsetzungsfähigkeit - da hilft auch EQing nicht wirklich, lauter mischen schon gar nicht
    - virtuellen Klampfen fehlt es an Wärme - vielleicht eine Frage des angesprochenen Obertonverhaltens von Git + Marshall + Box + SM57?
    - zudem vermisse ich Transparenz und Präsenz bei virtueller Klampferei - es klingt "obenrum" einfach seltsam "zu"
    - komische Effekte wie das angesprochene Gedröhne im Bassbereich konnte ich ebenso feststellen - man fragt sich was die E-Gitarre im fast zweistelligen Frequenzbereich zu suchen hat -> nichts; keine Ahnung, was das soll, es zwingt mich am Pult zu unschön hoch angesetzten Low-Cuts und schon klingt die Gitarre untenrum zu dünn; dieser Quatsch, bedingt durch Effekte oder sonstwas, gehört weg, das klingt keineswegs original!
    - nächstes Problem das ich sehe: die virtuellen Amps bieten zu viele Möglichkeiten, sich zu verrennen! Da hat man die Möglichkeit, verschiedenste Amp-Modelle und Effekte zu koppeln, übereinander hintereinander untereinander anzuwenden und was weiß ich zu programmieren... Je mehr es wird, desto schlimmer das Ergebnis! Wer hier ansetzt mit "ich habe die Möglichkeiten, also nutze ich sie auch" hat meiner Meinung nach schon von vornherein gnadenlos verloren...

    Nun die Frage, was macht man mit virtueller Klampferei? Schadensbegrenzung am Pult? Abnahme des virtuellen Erzeugnisses auf konventionellem Weg (habe ich noch nicht ausprobiert)?
    Der Weisheit letzter Schluss jedenfalls ist das Amp-Modelling noch lange nicht, das ist das so ziemlich eindeutige Resumé der bisherigen Diskussion.

    Wenn's nicht rockt isses für'n Arsch...

  • bassking67
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    • 21. November 2007 um 17:19
    • #23

    Also ein wenig differenzierter sehe ich das schon. Unsere zwei Gitarristen spielen auch ohne "Schall durch die Lut" in die PA und das rockt. Aber es gibt ja auch noch etwas zwischen Marshall Stack und Plastikbrett auf dem Boden. Z.B. Röhrenpreamp und richtig gute Speaker Simulatoren wie z.B. den "Ampulator". Ich habe auch schon gute Modelling Amps gehört aber es stimmt, es müssten alle eigentlich den "All Firlefanz Off" Button eingebaut haben => die Presets sind meistens gnadenlos überladen und sollten erstmal vom Live - Mixer und nicht vom Gitarristen beatrbeitet werden.

    Gruß

    C.

  • Gitarrenschlumpf
    Beiträge
    166
    • 22. November 2007 um 10:03
    • #24

    Für alle Verfechter der Röhre: Hört euch mal Axe-FX, Line6 X3 oder den neuen Spidervalve (mit Röhren-Endstufe, aber immernoch Modelingamp) an. Die neue Generation kommt da schon gefährlich nah an die Röhre ran. Hoffentlich kommt auf der nächsten NAMM nochwas in dieser Richtung.

  • janos buttgereit
    Beiträge
    412
    • 24. November 2007 um 12:13
    • #25

    Also ich kann dazu nur folgendes sagen:

    Ich bin selber Gitarrist in einer kleinen Band und bin ein großer VOX Fan. Bei unserer Musik setze ich abwechselnd einen AC30 mit ziemlich hoch eingestellten Gain und einen ziemlich verzerrten Sound in Richtung Dual Rectifier ein, den ich mit einem Verzerrer den ich vor den Amp schalte erzeuge.

    Als wir jetzt Aufnahmen für unser Album gemacht haben habe ich auch über einen POD Gespielt. Dabei habe ich auch nach vielem einstellen nicht annähernd den Sound bekommen den ich mit ein Paar Handgriffen am echten Amp bekomme. Man hörte immer solch ein "klicken" beim Anschlag und der Sound war irgendwie etwas steril und setzte die Spieldynamik fast gar nicht um. Man "fühlt" auch den Sound nicht so als wenn man vor nem aufgerissenen Amp auf der Bühne steht.

    Und wenn es einem wirkllich um Soundvielfalt geht finde ich auch diese Randall Soundmodule die man in ein Rack oder einen Amp einbauen kann sehr interessant. Nur halt recht teuer...

    Grüße
    Janos

    Könnt ihr bitte leiser Spielen? Die Leute wollen sich doch während des Konzerts noch unterhalten können!
    (Zitat eines Musikschullehrers...)

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